Lexikon der Katzenrassen
Tauche ein in detaillierte Rasseporträts und entdecke alles über Wesen, Erscheinungsbild und Herkunft der eleganten Samtpfoten. Finde fundierte Ratgeber-Artikel zur optimalen Ernährung, liebevollen Pflege und zum Verständnis des Katzenverhaltens.
Egal, ob du die perfekte Katzenrasse für deinen Lebensstil finden oder dein Wissen über deinen treuen Begleiter vertiefen möchten – hier wirst du fündig.
Perserkatze
Gezüchtete Niedlichkeit mit medizinischem Beipackzettel
Titelbild: uadrienn | Pixabay
Inhaltsverzeichnis
Rasseprofil
Körpergröße: mittel
Gewicht: 3,5 - 7 kg
Farbe: variabel
Fell: lang, dicht mit üppiger Unterwolle, seidige Textur
Charakter: ruhig, sanftmütig, anhänglich, ausgeglichen
Anspruch an Haltung: sehr hoch
Lebenserwartung: 10 bis 15 Jahre (Medianwert laut Studie 10,93 Jahre²)
Anerkennung durch Verbände: FIFe, TICA, CFA, WCF
Herkunft: England
Synonym: Perser, Perser Langhaar
Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über die Eigenschaften der Perserkatze. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist die Eigenschaft ausgeprägt¹’²’³’⁴’⁵. Die Perser hat z.B. ein niedriges Aktivitätslevel und einen sehr hohen Pflegeaufwand.
Perserkatzen haben ein verkürztes Gesicht und langes Fell.
Bild: KATRIN BOLOVTSOVA | Pexels
Aussehen: Wie sieht eine Perserkatze aus?
Die Perserkatze ist eine mittelgroße Katze mit einem kräftigen, kompakten und gedrungenen („cobby“) Körper und einem großen, runden und breiten Kopf. Sie wiegt zwischen 3,5 und 7 kg. Der massive Kopf wird von einem kurzen, kräftigen Hals getragen.
Ihr Markenzeichen ist zweifellos das opulente, lange Fell. Es besteht aus einer dichten, weichen Unterwolle, die von einem üppigen Deckhaar aus langen, seidigen Haaren überlagert wird. Diese Fellstruktur sollte sich weich anfühlen, aber nicht wollig wirken. Eine gut entwickelte Halskrause („Ruff“) und ein voller Latz an der Brust („Frill“) rahmen den Kopf eindrucksvoll ein und verstärken den luxuriösen Eindruck. Auch der Schwanz ist sehr buschig und stark behaart.
Das Gesicht ist das zweite entscheidende Merkmal. Es zeichnet sich durch eine sehr kurze, oft nach oben gerichtete Nase und einen kurzen Fang aus. Charakteristisch ist der ausgeprägte „Stop“ oder „Break“, ein deutlicher Absatz zwischen den Augen, der dem Gesicht sein typisches Profil verleiht. Die kleinen Ohren sind tief am Kopf angesetzt und haben abgerundete Spitzen, was die runde Gesamterscheinung unterstreicht.
Die großen, runden Augen stehen weit auseinander und verleihen der Katze einen offenen, sanften Ausdruck. Ihre Farbe ist meist ein intensives Kupfer oder Orange. Bei bestimmten Fellfarben wie „Shaded Silver“, „Golden“ und „Chinchilla“ sind die Augen jedoch leuchtend blaugrün oder smaragdgrün. In Europa wird eine Perserkatze mit dem Fellmuster „Shaded Silver“ und kupferfarbenen Augen auch als „Pewter“ bezeichnet. Weiße Perserkatzen können verschiedene Augenfarben haben, darunter auch Odd-Eyed, also zwei verschiedenfarbige Augen.
Sie stehen auf kurzen, stämmigen Beinen mit großen, runden Pfoten, die oft zwischen den Zehen behaart sind („tufted“). Ihr Schwanz ist im Verhältnis zum Körper kurz, buschig und wird typischerweise tief getragen.
Perserkatze vom modernen Zuchttyp (“Peke-Face”) mit extrem kurzer Nase
Bild: Maxim Mushnikov | Unsplash
Innerhalb der Rasse gibt es zwei Zuchttypen mit unterschiedlichen Ausprägungen , was für viele Kontroversen sorgt. Der moderne bzw. extreme Typ („Peke-Face”) hat eine extrem verkürzte und flache Gesichtsstruktur, die an einen Pekinesen („Pekesengesicht”) erinnert. Gemäß den Rassestandards der ACFA bilden bei diesem Typ Stirn, Nase und Kinn nahezu eine senkrechte Linie. Der Kopf weist eine Einkerbung zwischen den Augen auf und die Falten folgen den Wangenknochen.
Dieses von Menschen geschaffene Extrem führt häufig zu gesundheitlichen Problemen wie verengten Atemwegen, ständigem Augentränen (Epiphora) durch verformte Tränenkanäle und Zahnfehlstellungen. Dieser Typ steht im Zentrum der Debatte über Qualzuchten.
Perserkatze vom traditionellen Zuchttyp (“Doll-Face”) mit kurzer, aber vorhandener Nase
Bild: Petra Bouchalova | Unsplash
Der traditionelle Typ („Doll-Face”) hat ebenfalls einen runden Kopf, aber eine deutlich ausgeprägtere, wenn auch kurze Nase. Das Profil ist nicht komplett flach, was eine bessere Atmung und weniger Probleme mit den Tränenkanälen ermöglicht. Er gilt als die gesündere Variante.
Wie stark haaren Perserkatzen?
Extrem stark. Es gibt kaum eine Rasse, die mehr haart. Der Haarausfall ist ganzjährig und konstant, da ihr Fell mit langem Deckhaar und dichter Unterwolle ständig erneuert wird. Während des saisonalen Fellwechsels im Frühjahr und Herbst erreicht das Haaren jedoch seinen Höhepunkt.
Das hat zwei wesentliche Konsequenzen: Erstens müssen sich Besitzer:innen auf eine ständige Präsenz von feinen, langen Haaren auf Möbeln, Kleidung und quasi jeder Oberfläche einstellen. Ein leistungsstarker Staubsauger und Fusselrollen werden zu den besten Freunden aller Perser-Besitzer:innen.
Für die Katze bedeutet dies, dass sie durch die intensive Fellpflege eine große Menge Haare aufnimmt. Dies führt zu einem hohen Risiko der Haarballenbildung (Trichobezoare). Ohne Unterstützung können diese zu gefährlichem Erbrechen oder sogar zu einem lebensbedrohlichen Darmverschluss führen. Tägliches Bürsten, um lose Haare zu entfernen, und die Gabe von Malzpaste oder speziellem Futter sind daher keine Option, sondern eine Notwendigkeit.
Was ist das Besondere an Perserkatzen?
Das Besondere an der Perserkatze ist die einzigartige Kombination aus drei Aspekten: ihrem Charakter, ihrer vollständigen Abhängigkeit vom Menschen und ihrer Rolle als lebendes Symbol der Rassekatzenzucht.
ihr Wesen – der Zen-Meister der Katzenwelt: Die Perserkatze ist der Inbegriff von Ruhe und Gelassenheit. Sie ist äußerst sanftmütig und ausgeglichen und hat kaum Jagdtrieb. Sie ist keine akrobatische Kletterin oder unermüdliche Entdeckerin, sondern „Bodenpersonal” mit einer Vorliebe für weiche Kissen und menschliche Nähe. Ihre unaufdringliche, liebevolle Art macht sie zur perfekten Begleiterin für ruhige Haushalte, die einen seelischen Anker suchen.
erzwungene Symbiose: Ihr langes, pflegeintensives Fell macht sie komplett vom Menschen abhängig. Eine Perserkatze kann ihr Fell nicht selbst in Ordnung halten. Ohne tägliche, konsequente Pflege verfilzt es schmerzhaft bis auf die Haut. Diese Notwendigkeit schafft eine außergewöhnlich tiefe und ritualisierte Bindung zwischen Katze und Besitzer:in. Die Katze ist nicht nur ein Haustier, sondern ein Schützling, für dessen Wohlbefinden man sich täglich aktiv einsetzen muss.
Symbol für die Extreme der Zucht: Kaum eine andere Rasse verkörpert die Faszination und die Problematik der Katzenzucht so sehr wie die Perserkatze. Sie ist ein von Menschen geschaffenes Kunstwerk, dessen Ästhetik – insbesondere beim extremen „Peke-Face“ – direkt zu gesundheitlichen Einschränkungen führt. Sie ist daher auch ein ständiger Diskussionspunkt über Ethik, Verantwortung und die Grenzen dessen, was im Namen der Schönheit gezüchtet werden sollte. All das macht sie zu mehr als nur einer Katze – sie ist ein lebendiges Stück Zuchtgeschichte.
Bild: Arina Krasnikova | Pexels
Charakter und Verhalten: Wie ist das Wesen der Perserkatze?
Die Perserkatze ist die Aristokratin unter den Rassekatzen: Sie ist sanftmütig, würdevoll und bekannt für ihr ruhiges, ausgeglichenes Wesen. Sie ist die ideale Katze für Menschen, die einen entspannten und anhänglichen Begleiter suchen, der das heimische Sofa einem wilden Abenteuer vorzieht.
Das Netzdiagramm veranschaulicht sehr gut, warum die Perserkatze als eine der unkompliziertesten Rassen gilt – solange ihre Bedürfnisse respektiert werden.
Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über das Verhalten der Perserkatze. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist das Verhalten ausgeprägt.¹ Die Perser ist z.B. sehr gelehrig und hat ein niedriges Aktivitätslevel.
Bewegung & Charakter (hellblaue Zone)
Wie im Netzdiagramm ersichtlich, ist das Aktivitätslevel der Perserkatze eher niedrig ausgeprägt. Sie ist keine Katze, die die Wände hochgeht oder exzessiv klettert. Sie bevorzugt es, elegant durch die Wohnung zu schreiten oder an einem gemütlichen Platz zu dösen. Zwar zeigt das Diagramm eine moderate Verspieltheit, doch diese Phasen sind meist kurz. Sie lässt sich gerne zu einem sanften Spiel mit einer Federangel animieren, wird aber nicht wild herumtoben.
Beeindruckend hoch ist ihre Gelehrigkeit – oder besser: Fügsamkeit. Perserkatzen sind extrem sanft und lassen sich viel gefallen, was den Umgang mit ihnen und auch die notwendige Fellpflege erleichtert. Sie sind intelligent genug, um Routinen zu verstehen, nutzen ihre Intelligenz aber eher, um den bequemsten Weg zum Ziel zu finden.
Sozialverhalten (dunkelblaue Zone)
Ein zentraler Punkt im Wesen der Perserkatze ist ihr hohes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Sie lieben ihre Menschen und genießen Streicheleinheiten sowie die bloße Anwesenheit ihrer Bezugspersonen sehr. Sie ist eine klassische Schoßkatze. Obwohl sie eine gewisse Selbstständigkeit besitzt und sich auch mal zurückzieht, mag sie es nicht, lange allein zu sein.
Trotz ihrer Anhänglichkeit ist sie keine laute Katze. Der Wert für Vokalisieren und Lautstärke ist gering, denn die Perserkatze kommuniziert eher mit einem leisen, melodischen Miauen oder durch ihre großen, ausdrucksstarken Augen, anstatt lautstark Forderungen zu stellen.
Verträglichkeit (gelbe Zone)
Die Perserkatze ist äußerst sozial und friedliebend. Sie ist hoch verträglich mit anderen Haustieren, sofern diese ebenfalls ruhig sind. Aggressive oder zu stürmische Artgenossen stressen die sanfte Perserkatze jedoch.
Auch mit Kindern kommt sie gut zurecht. Aufgrund ihrer stoischen Ruhe und hohen Toleranzschwelle kommt sie mit Kindern zurecht, allerdings muss darauf geachtet werden, dass die Kinder ruhig mit ihr umgehen. Ein lauter, hektischer Haushalt ist für die sensible Perserkatze nicht ideal. Sie zieht sich lieber zurück, anstatt Aggressionen zu zeigen.
Wichtiger Hinweis zur Verträglichkeit: Auch wenn die Perserkatze von Natur aus ein sehr sanftes und tolerantes Wesen hat, ist eine gute und frühe Sozialisierung für ihre Entwicklung entscheidend. Damit sie ihre friedliebende Art voll entfalten kann, sollte sie bereits als Kitten positive Erfahrungen mit verschiedenen Menschen – insbesondere Kindern –, anderen Haustieren und alltäglichen Haushaltsgeräuschen machen.
Ebenso wichtig ist es, dass die Katze im neuen Zuhause stets eine sichere Rückzugsmöglichkeit hat und alle Familienmitglieder, insbesondere die Kinder, den respektvollen Umgang mit ihr lernen. Unter diesen fairen Bedingungen ist sie ein herausragender Sozialpartner.
Ist die Perserkatze anhänglich?
Ja, sie ist außerordentlich anhänglich, aber auf eine sehr unaufdringliche Art. Sie ist der Inbegriff einer Schoßkatze und eines „Beisitzers“. Sie sucht aktiv die Nähe ihrer Menschen, liebt Streicheleinheiten und döst stundenlang auf dem Schoß oder neben einem auf dem Sofa. Oft folgt sie ihren Bezugspersonen leise von Raum zu Raum, um einfach nur dabei zu sein.
Ihre Anhänglichkeit ist jedoch nie fordernd oder nervig. Sie drängt sich nicht auf, sondern bietet ihre Gesellschaft sanft an und wartet geduldig, bis man sich ihr zuwendet. Diese stille, treue Zuneigung macht sie zu einem wundervollen Seelentröster und zur perfekten Begleiterin für ruhige Menschen.
Sind Perserkatzen gesprächig?
Nein, sie sind eher die leisen Vertreter der Katzenwelt. Im Gegensatz zu gesprächigen Rassen wie der Siamkatze benutzen sie ihre Stimme nur selten und sehr dezent. Wenn sie miauen, dann meist mit einer leisen, sanften und oft melodiösen Stimme. Sie werden nicht lautstark ihr Futter einfordern oder ausdauernd kommentieren, was im Haus vor sich geht. Ihre Kommunikation findet vielmehr über Körpersprache statt: durch ein sanftes Blinzeln, ein leises Schnurren oder indem sie sich an ihre Menschen schmiegen.
Wie viel schläft eine Perserkatze?
Als Meisterin der Gemütlichkeit ist die Perserkatze eine wahre Schlafkünstlerin. Ihr Schlafbedarf ist tendenziell noch etwas höher als bei sehr aktiven Rassen. Eine erwachsene Perserkatze schläft oder döst durchschnittlich 16 bis 20 Stunden pro Tag.
Dieser hohe Schlafbedarf ist eine direkte Folge ihres ruhigen Temperaments und ihres geringen Aktivitätslevels. Sie muss keine Energie für die große Jagd sammeln, sondern kann es sich in komfortablen und sicheren Nickerchen gemütlich machen. Ihre aktiven Phasen sind meist kurz und konzentrieren sich auf die Morgen- und Abenddämmerung. Dann ist sie für eine kleine Spiel- oder Schmuseeinheit zu haben, bevor sie sich wieder ihrem Lieblingshobby widmet: dem königlichen Schlummern.
Historische Darstellung einer Angora- bzw. Perserkatze von 1894 aus dem Buch The Royal Natural History, Vol. 1, Seite 428
Bild: Richard Lydekker, Gustav Mützel | Wikimedia Commons
Geschichte: Ursprung der Perserkatze
Trotz ihres Namens stammt die moderne Perserkatze nicht aus dem alten Persien (dem heutigen Iran), sondern aus den eleganten Salons des viktorianischen Englands. Ihre Geschichte ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie durch gezielte Zucht aus importierten, exotischen Katzen eine völlig neue und ikonische Rasse geschaffen wurde.
Die frühesten Vorfahren der Perserkatze kamen im 17. Jahrhundert nach Europa. So brachte der italienische Weltreisende Pietro della Valle um 1620 die ersten langhaarigen Katzen aus der persischen Provinz Chorasan nach Italien. Fast zeitgleich importierte der französische Naturforscher Nicolas-Claude Fabri de Peiresc langhaarige Katzen aus Angora (dem heutigen Ankara in der Türkei) nach Frankreich. Diese Katzen, die heute als Türkisch Angora bekannt sind, waren schlanker und hatten ein seidigeres Fell als die stämmigeren Katzen aus Persien.
Lange Zeit wurden all diese langhaarigen Katzen aus dem Orient und dem Nahen Osten unter dem Sammelbegriff „Angorakatzen” oder einfach „asiatische Katzen” geführt. Sie waren eine Sensation in den europäischen Adelshäusern und ein begehrtes Statussymbol für Reichtum und Exotik.
Die eigentliche Geburtsstunde der Perserkatze, wie wir sie heute kennen, schlug im späten 19. Jahrhundert in England. Die aufkeimende Begeisterung für organisierte Katzenzucht und -ausstellungen schuf den Wunsch nach einheitlichen Rassestandards. Englische Züchter:innen begannen, die verschiedenen importierten Langhaarkatzen – vor allem die stämmigeren Typen mit dem dichteren Fell – gezielt miteinander zu verpaaren.
Ihr Zuchtziel war klar definiert: eine Katze mit einem noch längeren und üppigeren Fell, einem kräftigeren, kompakteren („cobby”) Körperbau und einem runderen Kopf mit einer kürzeren Schnauze. Die eleganten und schlanken Türkisch Angora wurden dabei zunehmend verdrängt oder in die neuen Perser-Linien eingekreuzt.
Harrison Weir Vater der Katzenausstellungen, Stich von 1889
Bild: R. Taylor | Wikimedia Commons
Harrison Weir, auch bekannt als der „Vater der Katzenzucht“, war maßgeblich an der Definition des ersten Rassestandards für die „Persian Longhair“ beteiligt. Auf der ersten legendären Katzenausstellung im Londoner Crystal Palace im Jahr 1871 wurden bereits verschiedene Farbvarianten der Perserkatze gezeigt, die schnell zur beliebtesten und prestigeträchtigsten aller Rassen avancierte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, besonders in den USA, entwickelte sich ein Trend, bei dem das Zuchtziel der kurzen Schnauze ins Extreme getrieben wurde. Eine spontane Mutation in den 1950er Jahren führte zu einem extrem flachen Gesichtsprofil, das an einen Pekinesen erinnerte und als „Peke-Face“ bekannt wurde. Dieses Aussehen wurde schnell zum Schönheitsideal in vielen Show-Linien, obwohl es mit erheblichen gesundheitlichen Problemen einherging.
Diese Entwicklung spaltete die Züchterwelt und führte zur Entstehung der beiden heute bekannten Typen: dem modernen, extrem kurznasigen Typ und dem traditionellen Typ („Doll-Face“), der dem ursprünglichen Erscheinungsbild der Rasse treuer geblieben ist und heute von vielen als die gesündere Variante angesehen wird.
Bild: DailyHawker Lenses | Unsplash
Haltung und Lebensraum: Welche Ansprüche hat die Perserkatze?
Zubehör: Was braucht die Perserkatze?
Perserkatzen sind zwar charakterlich unkompliziert, aufgrund ihres langen Fells und der Brachyzephalie (Kurzgesichtigkeit) stellen sie jedoch besondere Anforderungen an die Haltung und Ausstattung. Um deine Perserkatze glücklich, gesund und artgerecht zu halten, benötigst du eine durchdachte Grundausstattung. Im Folgenden findest du eine speziell auf die Bedürfnisse dieser Rasse zugeschnittene Checkliste:
Futter- und Wassernäpfe: Am besten eignen sich flache Näpfe aus Keramik, Glas oder Edelstahl. Diese sind nicht nur hygienisch, sondern erleichtern der Perserkatze durch ihr kurzes Gesicht auch die Nahrungsaufnahme. Stelle die Näpfe nicht direkt nebeneinander und nicht neben die Katzentoilette. Ein Trinkbrunnen animiert zum Trinken, was wichtig für die Nierengesundheit ist.
Katzentoilette: Die Faustregel lautet: Mindestens eine Toilette pro Katze, plus eine zusätzliche. Wähle eine ausreichend große, offene Schale. Viele Katzen mögen keine Toiletten mit Haube und Klappe, da sie sich darin eingeengt fühlen und Gerüche sich stauen. Um die beste Katzenstreu zu finden, musst du eventuell etwas experimentieren. Viele Katzen bevorzugen feine, sandähnliche Klumpstreu ohne starken Duft. Wichtig ist, dass du bei der Sorte bleibst, die deine Katze akzeptiert.
Kratzmöglichkeiten: Dies ist der vielleicht wichtigste Punkt, um deine Möbel zu schonen und deine Katze glücklich zu machen! Investiere in einen deckenhohen oder zumindest sehr stabilen Kratzbaum mit dicken Stämmen, der deiner Katze ermöglicht, sich beim Kratzen komplett auszustrecken. Biete an strategischen Orten (z.B. neben dem Sofa) weitere Optionen wie Kratzbretter, Kratztonnen oder Kratzmatten an.
Schlaf- und Rückzugsorte: Auch wenn sich deine Katze ihre Lieblingsplätze oft selbst sucht (dein Bett, die Couch, ein Sonnenfleck), schätzt sie eigene Rückzugsorte. Eine kuschelige Höhle, ein weiches Kissen auf der Fensterbank oder ein Katzenbett sind ideal.
Spiel und Beschäftigung: Katzen brauchen mentale und körperliche Auslastung. Interaktives Spielzeug wie Katzenangeln mit Federn oder Wedeln sind perfekt, um gemeinsam zu spielen und den Jagdinstinkt zu befriedigen. Selbstständiges Spielzeug wie kleine Spielmäuse, Bälle oder Rascheltunnel sorgen für Beschäftigung, wenn du mal nicht da bist. Intelligenzspielzeug wie Fummelbretter oder Snackbälle fordern den Kopf deiner Katze und machen ihr großen Spaß.
Bürsten: Das Fell der Perserkatze ist lang und fein, zudem hat sie eine extrem dichte Unterwolle. Die Pflege ist nicht optional, sondern ein zentraler Bestandteil für die Gesundheit der Katze. Ohne eine tägliche, konsequente Pflegeroutine verfilzt das Fell unweigerlich zu schmerzhaften Knoten und Platten. Das wichtigste Werkzeug ist ein Metallkamm mit weiten, abgerundeten Zinken, mit dem sich das Fell Schicht für Schicht bis auf die Haut sanft entwirren lässt. Anschließend kann eine weiche Zupfbürste (Slicker Brush) oder eine Stiftbürste genutzt werden, um das Fell aufzulockern und lose Unterwolle zu entfernen.
Flohkamm und Zeckenzange: Unverzichtbar, besonders wenn deine Katze gesicherten Freigang genießt. Damit kannst du das Fell schnell auf Parasiten kontrollieren und diese sicher entfernen.
Zahnputzutensilien: Gewöhne deine Katze am besten schon als Kitten an eine spezielle Katzenzahnbürste und -pasta. Das ist die beste Vorsorge gegen Zahnstein und Zahnerkrankungen.
Transportbox: Absolut notwendig für Tierarztbesuche. Achte auf eine gute Belüftung und darauf, dass sie sich leicht und sicher verschließen lässt. Modelle, die sich auch von oben öffnen lassen, sind oft stressfreier für die Katze. Modelle wie Körbe sind leider sehr unpraktisch und sind nicht empfehlenswert.
Kippfensterschutz & Balkonnetz: Gekippte Fenster sind eine tödliche Falle für Katzen! Sichere sie unbedingt mit einem speziellen Schutz. Ein Balkon sollte mit einem Katzennetz gesichert werden, bevor deine Katze ihn betreten darf.
Bild: Reba Spike | Unsplash
Können Perserkatzen allein sein?
Nein, eine Perserkatze sollte keinesfalls als Einzelkatze gehalten werden. Obwohl sie sehr ruhig ist, ist sie gleichzeitig extrem sozial und menschenbezogen. Ihr sanftes Wesen darf nicht mit Einsamkeit verwechselt werden. Die Gesellschaft eines Artgenossen ist für ihr psychisches Wohlbefinden von entscheidender Bedeutung.
Ein Katzenpartner bietet soziale Interaktion, körperliche Nähe und eine Form der Kommunikation, die ein Mensch niemals ersetzen kann. Gemeinsames Dösen, gegenseitige Fellpflege (soweit möglich) und leise „Gespräche” sind essenziell für ein ausgeglichenes Katzenleben. Eine allein gehaltene Perserkatze leidet oft still. Ihre ruhige Natur lässt sie vielleicht nicht protestieren, doch kann Einsamkeit zu Depressionen, Apathie, Fressunlust oder sogar Unsauberkeit führen.
Der ideale Begleiter für eine Perserkatze ist eine andere ruhige und sanftmütige Katze. Eine zweite Perserkatze ist oft eine gute Wahl, aber auch andere gelassene Rassen wie Britisch Kurzhaar oder Ragdoll können gut harmonieren. Ein sehr wilder, dominanter Partner könnte die zarte Perserkatze hingegen überfordern.
Wie lange kann eine Perser alleine bleiben?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da sie maßgeblich davon abhängt, ob die Katze einen Artgenossen hat und wie sie an das Alleinsein gewöhnt wurde.
Wenn deine Perserkatze mit einem Artgenossen zusammenlebt, können sie sich gegenseitig Gesellschaft leisten. Eine Abwesenheit von 8 bis 10 Stunden während eines normalen Arbeitstages ist daher in der Regel unproblematisch. Die Katzen haben einander und sind nicht komplett auf menschliche Interaktion angewiesen.
Als Einzelkatze ist die Situation deutlich kritischer. Da die Katze für jede Form von sozialer Stimulation auf Sie angewiesen ist, sollten die Zeiten der Abwesenheit so kurz wie möglich gehalten werden. Regelmäßige, lange Arbeitstage können bereits zu erheblichem Stress und Einsamkeit führen. Längere Abwesenheiten über Nacht oder gar ein ganzes Wochenende sind bei Einzelhaltung absolut tabu und tierschutzrelevant.
Grundsätzliche Regel für längere Abwesenheiten (z.B. Urlaub):
Eine Katze darf niemals für mehr als 24 Stunden alleine gelassen werden. Dies gilt auch für ein Katzenpaar. Für den Urlaub ist zwingend ein:e Katzensitter:in erforderlich, der/die mindestens einmal täglich (besser zweimal) nach dem Rechten sieht.
Die Aufgaben der Katzensitter:innen sind:
füttern und frisches Wasser bereitstellen
die Katzentoilette reinigen
den Gesundheitszustand der Tiere überprüfen
Streicheleinheiten und sanftes Spielen
Besonders bei Perserkatzen ist eine tägliche Kontrolle wichtig, um eventuelle Probleme mit den Augen oder dem Fell frühzeitig zu bemerken.
Ausgaben: Wie viel kostet die Perserkatze?
Die Kosten lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: die einmaligen Anschaffungskosten und die laufenden Kosten.
Anschaffungskosten:
Der Preis für ein Perser-Kitten von seriösen, registrierten Züchter:innen liegt in der Regel zwischen 1.200 und 1.800 €. Dieser Preis mag hoch erscheinen, deckt aber die hohen Ausgaben und die Sorgfalt der Züchter:innen ab.
Gesundheitsvorsorge: Gentests der Elterntiere auf Erbkrankheiten (HCM, PKD), regelmäßige tierärztliche Betreuung
Aufzucht: hochwertiges Futter, Sozialisierung, Impfungen, Entwurmung und ein Mikrochip
Papiere: ein offizieller Stammbaum, der die Abstammung nachweist
Warnung: Angebote, die deutlich unter diesem Preis liegen (z.B. auf Kleinanzeigenportalen), stammen oft von unseriösen Vermehrer:innen. Hier wird an der Gesundheit und Sozialisierung gespart, was später zu hohen Tierarztkosten und Verhaltensproblemen führen kann. Eine gute Alternative ist der Tierschutz: Manchmal suchen auch reinrassige Perser oder Mixe im Tierheim ein neues Zuhause. Die Schutzgebühr liegt hier meist bei 150 bis 250 €.
Laufende Kosten:
Die Haltung einer Katze ist eine langfristige finanzielle Verpflichtung. Man sollte mit monatlichen Kosten von ca. 50 bis 80 € für folgende Posten rechnen:
Futter: hochwertiges Nass- und Trockenfutter
Katzenstreu
Tierarztkosten: Jährliche Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen, Parasitenbehandlungen (ca. 150-200 € pro Jahr). Zusätzlich sollte man ein finanzielles Polster für unvorhergesehene Krankheiten oder eine Katzenkrankenversicherung einplanen.
Bild: Amin Alizadeh | Unsplash
Ist die Perserkatze für mich geeignet?
Ist die Perserkatze eine Anfängerkatze?
Nein, die Perserkatze ist keine klassische Anfängerkatze. Diese Einschätzung mag überraschen, da ihr ruhiger und sanftmütiger Charakter eigentlich ideal für Anfänger:innen wäre. Der Grund liegt jedoch in ihrem extrem hohen und nicht verhandelbaren Pflegeaufwand.
Anfänger:innen unterschätzen leicht, was „tägliche Fellpflege” bei einer Perserkatze bedeutet. Es handelt sich um ein intensives Ritual, für das man das Wissen über die richtigen Werkzeuge und Techniken benötigt, um schmerzhafte Verfilzungen zu vermeiden. Auch die oft notwendige Augenpflege kann für Unerfahrene eine Herausforderung sein. Wird die Pflege auch nur für kurze Zeit vernachlässigt, leidet das Tier sofort.
Anfänger:innen müssen sich auch intensiv mit den rassetypischen Krankheiten und der Qualzucht-Thematik auseinandersetzen, um seriöse Züchter:innen zu finden und erste Krankheitssymptome erkennen zu können.
Ist eine Perserkatze eine Familienkatze?
Ja, aber nur für eine bestimmte Art von Familie. Ob sie sich als Familienkatze eignet, hängt stark vom Alter und Temperament der Kinder sowie der allgemeinen Atmosphäre im Haushalt ab.
Die unglaubliche Sanftmut und Geduld der Perserkatze große Pluspunkte. Sie reagiert auf Trubel oder ein ungeschicktes Kleinkind eher mit einem ruhigen Rückzug als mit Aggression. Sie ist die perfekte Schmusepartnerin für ruhige Kuschelstunden.
Eine laute, chaotische Umgebung mit tobenden Kleinkindern bedeutet für die sensible Perserkatze Dauerstress. Sie braucht einen ruhigen und vorhersehbaren Alltag. Auch ihr langes Fell und ihr stoisches Wesen könnten Kinder dazu verleiten, sie als lebendes Plüschtier zu behandeln. Das Ziehen am Fell ist für die Katze schmerzhaft. Rückzugsorte sind daher für sie überlebenswichtig.
Die goldenen Regeln für ein harmonisches Zusammenleben:
Der Erfolg hängt entscheidend vom Verhalten der menschlichen Familienmitglieder ab.
Respekt ist das oberste Gebot: Kinder müssen von Anfang an lernen, dass eine Katze kein Spielzeug ist. Am Schwanz ziehen, grobes Anfassen oder das Stören beim Schlafen sind absolut tabu. Die Eltern stehen in der Verantwortung, dies klar zu vermitteln und zu beaufsichtigen.
Rückzugsorte sind heilig: Die Katze braucht mindestens einen Ort (z.B. die Spitze des Kratzbaums oder eine Höhle), an den sie sich zurückziehen kann und an dem sie von den Kindern garantiert in Ruhe gelassen wird. Dieser „Safe Space” ist nicht verhandelbar.
Wenn diese Regeln befolgt werden, baut die Perser oft eine tiefe und liebevolle Bindung zu den Kindern auf und wird zu einem geduldigen, schnurrenden Spielkameraden.
Sind Perserkatzen für Allergiker geeignet?
Nein, absolut nicht. Die Perserkatze gehört zu den ungeeignetsten Rassen für Allergiker:innen. Dies ist ein wichtiger Punkt, da ihr ruhiges Wesen manchmal fälschlicherweise mit einem geringeren Allergiepotenzial assoziiert wird. Es gibt jedoch keine wissenschaftlich anerkannte „hypoallergene” Katzenrasse und die Perser bildet da keine Ausnahme.
Die Allergie wird nicht durch die Katzenhaare selbst ausgelöst, sondern primär durch das Protein „Fel d 1”. Dieses befindet sich im Speichel, in den Hautschuppen und im Urin der Katze. Beim Putzen verteilt die Katze den Speichel auf ihrem Fell. Trocknet dieser, werden die winzigen Allergene in die Luft gewirbelt und können eingeatmet werden.
Die Perser gehört nicht zu den wenigen Rassen (wie z.B. die Sibirische Katze), bei denen eine natürlich geringere Produktion von „Fel d 1” nachgewiesen wurde. Sie produziert eine normale Menge des Allergens.
Der einzig verlässliche Weg ist der Selbsttest. Wenn du oder ein Familienmitglied unter einer Katzenallergie leidet, der Wunsch nach einer Katze aber riesig ist, gibt es nur einen verantwortungsvollen Weg:
Suche den Kontakt zu dem/der Züchter:in. Erkläre deine Situation offen.
Besuche die Zucht mehrfach und jeweils für mehrere Stunden. Verbringe bei mehreren Besuchen jeweils ein bis zwei Stunden in unmittelbarer Nähe der Katzen und des speziellen Kittens, für das du dich interessierst.
Warte die Reaktion ab: Treten allergische Symptome wie Niesen, juckende Augen oder Atemnot auf? Wenn ja, ist das Projekt „Katze” an dieser Stelle leider beendet. Deine Gesundheit geht vor.
Alles andere wäre unverantwortlich und endet meist damit, dass die Katze schweren Herzens wieder abgegeben werden muss – eine traumatische Erfahrung für Tier und Mensch.
Bild: Arina Krasnikova | Pexels
Sozialisierung und Zusammenleben
Die Perserkatze ist der Inbegriff eines sozialen und friedfertigen Begleiters. Das Zusammenleben mit Menschen und Tieren gestaltet sich daher meist sehr harmonisch. Ihre Sozialisierung ist geprägt von ihrem ruhigen und anpassungsfähigen Wesen. Sie bevorzugt eine vorhersehbare und gelassene Umgebung und ist der Fels in der Brandung in einem ruhigen Haushalt.
Die entscheidende Rolle der frühen Sozialisierung
Der wichtigste Grundstein für eine ausgeglichene und furchtlose Katze wird lange vor ihrem Einzug bei dir gelegt, nämlich in der Prägephase bei dem/der Züchter:in. Eine Katze von verantwortungsvollen Züchter:innen bleibt bis zur 12., manchmal sogar bis zur 14. Lebenswoche bei ihrer Mutter und den Geschwistern. In dieser Zeit lernt sie die fundamentalen Lektionen des Katzenlebens: spielerisches Raufen, die Grenzen der Beißhemmung und die Katzensprache.
Gute Züchter:innen sorgen zudem dafür, dass das Kitten in dieser sensiblen Phase positive Erfahrungen mit Menschen macht. Es lernt Alltagsgeräusche wie den Staubsauger, verschiedene Menschen (Männer, Frauen, Kinder) und das Hochgehobenwerden als etwas Normales kennen. Frage die Züchter:innen gezielt danach, wie die Kitten aufwachsen. Ein gut sozialisiertes Kitten ist der beste Schutz vor zukünftigem Angst- oder Aggressionsverhalten.
Positive Verstärkung: Mehr als nur „Erziehung“
Vergiss Strafen wie Anschreien, Wasserspritzer oder gar körperliche Zurechtweisungen. Solche Methoden zerstören das Vertrauen deiner Katze und führen dazu, dass sie dich als unberechenbar und bedrohlich empfindet. Der Schlüssel zu einem harmonischen Zusammenleben ist die positive Verstärkung.
Das Prinzip ist einfach: Jedes erwünschte Verhalten wird sofort belohnt. Als Belohnung eignen sich besondere Leckerlis, ein anerkennendes „Fein gemacht!” oder eine kurze, intensive Spieleinheit.
Clickertraining ist eine fantastische Methode, um mit deiner Katze zu kommunizieren. Der „Click“ ist ein präzises Signal, das deiner Katze im exakten Moment sagt: „Genau das war richtig!“ Unmittelbar nach dem Click folgt die Belohnung. Du kannst deiner Katze damit nicht nur lustige Tricks wie „High Five” beibringen, sondern auch sehr Nützliches.
Beim Medical Training übst du mit deiner Katze spielerisch, dass sie sich überall anfassen lässt, ihre Pfoten gibt oder freiwillig in die Transportbox geht. Belohne jeden kleinen Schritt. Das nimmt Tierarztbesuchen ihren Schrecken und macht notwendige Pflegemaßnahmen stressfrei für alle.
Das stille Örtchen: Der Schlüssel zur Stubenreinheit
Katzen sind von Natur aus sehr saubere Tiere. Wenn eine Katze unsauber wird, ist das fast immer ein Hilfeschrei. Entweder hat sie ein medizinisches Problem (z.B. eine Blasenentzündung – dies sollte immer zuerst tierärztlich abgeklärt werden!) oder ihre Toilette entspricht nicht ihren Ansprüchen.
Die Formel für die perfekte Katzentoilette lautet:
Anzahl: Die goldene Regel lautet: Es sollte immer eine Toilette mehr vorhanden sein als Katzen im Haushalt leben. Für eine Katze also zwei, für zwei Katzen drei usw.
Typ: Wähle eine große, offene Schale ohne Haube. Haubentoiletten fühlen sich für viele Katzen wie eine enge, stinkende Falle an.
Streu: Die meisten Katzen bevorzugen eine feine, sandähnliche Klumpstreu ohne Parfüm. Die Streu sollte hoch genug eingefüllt sein, damit die Katze richtig scharren kann (ca. 7–10 cm).
Standort: Der Standort sollte ruhig, jederzeit zugänglich und weit weg vom Futter- und Wasserplatz sein. Niemand isst gerne neben seiner Toilette.
Bild: RomeoEbaloo | Pixabay
Unerwünschtes Verhalten verstehen und umlenken
Problemverhalten ist oft nur ein normales Katzenverhalten am falschen Ort. Der Trick besteht also nicht darin, das Verhalten zu unterbinden, sondern zu verstehen, warum deine Katze es zeigt und ihr eine bessere, attraktivere Alternative anzubieten.
Fallbeispiel: Kratzen am Sofa
Warum kratzt sie? Nicht, um dich zu ärgern! Sie tut es aus drei Gründen:
Krallenpflege: Sie streift alte Krallenhülsen ab.
Reviermarkierung: Sie hinterlässt sichtbare Spuren und Duftmarken aus ihren Pfotendrüsen („Hier wohne ich!“).
Dehnung: Es ist eine wohltuende Streckübung für ihre Muskeln.
Wie lenkst du es um?
unterbrechen: Wenn du sie auf dem Sofa erwischst, mache ein kurzes, klares Geräusch (z.B. ein festes „Nein!” oder ein lautes Klatschen), um sie zu irritieren.
umlenken: Hebe sie dann sofort und ohne sie zu bestrafen hoch und setze sie an einen stabilen, attraktiven Kratzbaum.
loben: Sobald sie den Kratzbaum benutzt, auch wenn es nur kurz ist, lobe sie überschwänglich und gib ihr ein Leckerli. Sie muss lernen: „Kratzen am Sofa = Störung. Kratzen am Baum = Party!”
Alternative schaffen: Stelle den Kratzbaum an einen strategisch klugen Ort (z.B. in die Nähe des Sofas oder an einen Laufweg), um eine Alternative zu schaffen. Mache das Sofa unattraktiv, indem du es vorübergehend mit doppelseitigem Klebeband beklebst oder mit einem für Katzen unangenehmen Zitrusduft einsprühen.
Dieses Prinzip des Verstehens, Unterbrechens, Umlenkens und Belohnens kannst du auf fast jedes unerwünschte Verhalten anwenden. So förderst du ein harmonisches Zusammenleben, das auf Kooperation statt Konfrontation beruht.
Bild: Reba Spike | Unsplash
Ernährung: Was ist das beste Futter für die Perserkatze?
Die kurze Antwort lautet: ein hochwertiges Nassfutter mit einem sehr hohen Fleischanteil. Katzen sind von Natur aus Fleischfresser, ihr gesamter Verdauungstrakt ist auf die Verwertung von tierischem Protein ausgelegt, nicht auf Getreide oder Zucker.
Doch was macht eigentlich gutes Katzenfutter aus? Vergiss bunte Verpackungen und Werbeversprechen. Der einzige Weg, um die Qualität zu beurteilen, ist ein kritischer Blick auf die Deklaration (Zusammensetzung) auf der Dose oder dem Beutel.
hoher, klar definierter Fleischanteil: An erster Stelle der Zutatenliste muss Fleisch stehen. Achte auf klare Angaben wie „70 % bestehend aus Hühnerherzen, Hühnerfleisch, Hühnerleber ...”. Sei misstrauisch bei schwammigen Formulierungen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse” ohne genaue Aufschlüsselung.
kein Zucker, kein Getreide: Zucker (oft getarnt als Karamell oder Rübenschnitzel) ist schädlich und fördert Krankheiten wie Diabetes mellitus. Getreide (Weizen, Mais, Soja) ist ein billiger Füllstoff, den Katzen nicht effizient verwerten können und der oft Allergien oder Verdauungsprobleme auslöst.
ausreichend Taurin: Diese Aminosäure ist für Katzen lebenswichtig und muss über die Nahrung zugeführt werden. Ein Taurinmangel führt zu Herzerkrankungen und Erblindung. In jedem Alleinfuttermittel muss es enthalten sein. In der Liste der "Ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe" findest du die Menge. Es sollten 1.000 mg/kg bis 1.500 mg/kg enthalten sein.
Da Katzen von Natur aus schlechte Trinker sind und ihren Flüssigkeitsbedarf ursprünglich über ihre Beutetiere deckten, sollte Nassfutter die Hauptnahrungsquelle sein. Aufgrund seines hohen Feuchtigkeitsgehalts (ca. 80 %) hilft Nassfutter, die Nieren gesund zu halten und Harnwegserkrankungen vorzubeugen. Gutes Nassfutter enthält ca. 10–12 % Rohprotein und ca. 5–8 % Rohfett (siehe „Analytische Bestandteile”). Achtung: Lass dich nicht verwirren. Der Rohprotein-Wert ist nicht gleichbedeutend mit dem Fleischanteil. Es handelt sich um einen analytischen Wert, der den reinen Proteingehalt im Labor misst.
Trockenfutter eignet sich hingegen als Leckerli oder für Intelligenzspielzeug. Es ist zwar praktisch, entzieht dem Körper bei der Verdauung jedoch Wasser. Eine ausschließliche Fütterung mit Trockenfutter stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Nieren deiner Katze dar.
Um Übergewicht zu vermeiden, solltest du die Portionen abwiegen. Füttere mehrere kleine Mahlzeiten. Füttere mindestens zwei bis drei (besser vier bis fünf) kleine Portionen über den Tag verteilt. Dies entspricht dem natürlichen Fressverhalten der Katze, die als Jägerin viele kleine Beutetiere fängt, und hält ihren Stoffwechsel stabil.
Wie viel Futter braucht eine Perserkatze?
Diese Frage hat keine allgemeingültige Antwort in Gramm, denn der individuelle Bedarf einer Perser ist so einzigartig wie ihr Charakter. Die richtige Futtermenge hängt von vielen Faktoren ab. Das oberste Ziel ist dabei immer, ein gesundes Gewicht zu halten. Die entscheidenden Faktoren für die Futtermenge sind:
Alter:
Kitten (bis 12 Monate): Im Wachstum haben sie einen enormen Energiebedarf. Sie dürfen und sollen so viel fressen, wie sie möchten („ad libitum”). Biete ihnen drei bis fünf Mahlzeiten über den Tag verteilt an, damit ihr kleiner Magen nicht überfordert wird.
erwachsene Katze (1–9 Jahre): Der Energiebedarf sinkt. Hier ist eine genaue Kontrolle entscheidend, um Übergewicht zu vermeiden.
Seniorenkatzen (ab 9–13 Jahren): Der Stoffwechsel wird oft langsamer, der Energiebedarf sinkt weiter und der Bedarf an hochwertigen Nährstoffen steigt.
Aktivitätslevel:
Eine gemütliche Wohnungskatze, die den Tag dösend verbringt, braucht deutlich weniger Kalorien als eine Perser, die täglich ausgiebig spielt oder gesicherten Freigang genießt.
Kastrationsstatus:
Kastrierte Katzen haben einen um bis zu 30 % geringeren Energiebedarf als unkastrierte Katzen. Nach dem Eingriff muss ihre Futtermenge unbedingt angepasst werden, um eine schnelle Gewichtszunahme zu verhindern.
Art des Futters (Nass- vs. Trockenfutter):
Nassfutter hat einen hohen Wassergehalt (ca. 80 %) und dadurch eine geringere Kaloriendichte. Eine Katze kann davon größere Mengen fressen, um satt zu werden.
Trockenfutter ist dagegen extrem energiereich. Hier müssen schon wenige Gramm zu viel oder zu wenig genau abgewogen werden.
Praktische Anleitung zur Fütterung:
Jede Futterverpackung enthält eine Fütterungsempfehlung (z.B. Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag). Dies ist jedoch nur ein grober Richtwert! Beginne mit der empfohlenen Menge für das Idealgewicht deiner Katze.
Ein Beispiel für eine 5 kg schwere, kastrierte Perser mit normaler Aktivität:
nur hochwertiges Nassfutter: ca. 200-250 g pro Tag
nur Trockenfutter (hochwertig): ca. 50-65 g pro Tag
Mischfütterung: beispielsweise 100 g Nassfutter und 25-30 g Trockenfutter
Starte mit dem unteren Wert und verteile diese Menge auf mindestens drei bis vier Mahlzeiten. Wichtig ist dann die regelmäßige Kontrolle des Körperzustands deiner Katze über mehrere Wochen hinweg mit dem sogenannten Rippentest:
Streiche dazu sanft über den Brustkorb deiner Katze.
ideal: Du kannst die Rippen leicht fühlen, ohne sie zu sehen, ähnlich wie bei deinem Handrücken.
zu dünn: Die Rippen sind deutlich sichtbar oder fühlen sich spitz an.
zu dick: Du musst fest drücken, um die Rippen unter einer Fettschicht überhaupt zu spüren.
Passe die Futtermenge in kleinen Schritten (ca. 10 % weniger oder mehr) an, wenn du eine Veränderung feststellst, und beobachte das Gewicht über die nächsten zwei bis drei Wochen.
Sind Perserkatzen verfressen?
Nein, im Allgemeinen gelten Perserkatzen nicht als übermäßig verfressen oder gierig. Im Gegensatz zu manchen Rassen, die ständig um Futter betteln, sind sie meist eher wählerische und bedächtige Fresser. Ihr ruhiges Temperament spiegelt sich auch am Futternapf wider. Sie genießen ihre Mahlzeiten und neigen seltener dazu, ihr Futter hastig zu schlingen.
Diese wählerische Art kann für Besitzer:innen jedoch manchmal eine Herausforderung sein. Es ist wichtig, ein hochwertiges Futter zu finden, das die Katze gerne annimmt und ihr gleichzeitig alle notwendigen Nährstoffe liefert.
Neigt die Perserkatze zu Übergewicht?
Ja, Perserkatzen neigen definitiv zu Übergewicht. Dies ist eines ihrer Hauptgesundheitsrisiken. Die Neigung resultiert aus einer ungünstigen Kombination von Faktoren, auch wenn sie nicht als „verfressen” gilt:
extrem geringes Aktivitätslevel: Dies ist der Hauptgrund. Eine Perserkatze ist der „Couch-Potato” unter den Katzen. Sie hat einen sehr niedrigen Energieverbrauch, da sie den größten Teil des Tages dösend und schlafend verbringt.
kompakter Körperbau: Ihr stämmiger, „cobby” Körperbau kann beginnendes Übergewicht gut kaschieren. Besitzer bemerken oft erst spät, dass ihre Katze bereits zu viel auf den Rippen hat.
Kastration: Nach der Kastration verlangsamt sich der Stoffwechsel um bis zu 30 %, während der Appetit oft steigt. Dies ist der häufigste Grund für eine Gewichtszunahme.
Wohnungshaltung: Eine reine Wohnungskatze verbraucht deutlich weniger Energie als ein Freigänger.
freie Fütterung (Ad-libitum-Fütterung): Ein ständig gefüllter Napf, insbesondere mit energiereichem Trockenfutter, führt fast zwangsläufig zu Übergewicht.
Langeweile und zu viele Leckerlis: Fressen wird zur Hauptbeschäftigung
Übergewicht ist bei der Perserkatze besonders gefährlich. Es belastet ihre Gelenke, erhöht das Risiko für Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kann bestehende Atemprobleme bei kurznasigen Tieren dramatisch verschlimmern.
Wie du Übergewicht effektiv vermeidest:
kontrollierte Portionen: Halte dich an feste Fütterungszeiten und wiege das Futter ab.
Aktivität fördern: Tägliche, aktive Spieleinheiten mit der Katzenangel sind Pflicht! Sorge außerdem für eine anregende Umgebung mit Klettermöglichkeiten.
intelligente Fütterung: Nutze Fummelbretter oder Snackbälle, für die sich deine Katze ihr (Trocken-)Futter erarbeiten muss. Das beschäftigt sie geistig und körperlich.
Leckerlis bewusst einsetzen: Leckerlis sollten für das Training oder als besondere Belohnung reserviert werden und von der täglichen Futterration abgezogen werden.
Ist die Perserkatze anfällig für Futtermittelallergien?
Ja, Perserkatzen gelten als anfällig für Futtermittelallergien und -unverträglichkeiten. Zwar kann jede Katze eine Allergie entwickeln, doch scheinen Perserkatzen aufgrund ihres sensiblen Systems und ihrer langen Zuchtgeschichte anfälliger für Hautreaktionen zu sein, die oft futtermittelbedingt sind.
Dabei muss zwischen einer echten Allergie und einer Unverträglichkeit unterschieden werden:
Allergie: Eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Proteine im Futter. Die häufigsten Auslöser sind gängige Proteinquellen wie Rind, Huhn oder Fisch, manchmal auch Getreide. Symptome sind oft starker Juckreiz, Hautentzündungen und Haarausfall, aber auch Verdauungsprobleme.
Unverträglichkeit: Hier reagiert der Verdauungstrakt auf einen bestimmten Inhaltsstoff, ohne dass das Immunsystem beteiligt ist. Die Symptome sind meist Durchfall und Erbrechen.
Besteht der Verdacht auf eine Futtermittelallergie (z.B. durch ständiges Kratzen oder Verdauungsprobleme), kann eine Ausschlussdiät helfen, den genauen Auslöser zu identifizieren.
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Pflege: Wie pflege ich eine Perserkatze?
Zur Routinepflege einer Katze gehören das Fell, die Zähne, die Augen, die Ohren und die Krallen. Im Allgemeinen benötigt die Perserkatze eine extrem intensive und tägliche Pflege. Das Wohlergehen und die Gesundheit der Tiere hängen direkt von der Konsequenz und Gründlichkeit ihrer Besitzer:innen ab. Die Pflege ist keine Option, sondern eine zwingende Notwendigkeit. Neben der Fellpflege, die den größten Teil einnimmt, ist auch die Augenpflege ein tägliches Ritual.
Fellpflege
Das lange, seidige Fell mit der dichten Unterwolle ist das Markenzeichen der Perserkatze – und stellt die größte pflegerische Herausforderung dar. Es neigt extrem schnell zur Knoten- und Filzbildung. Verfilzungen sind nicht nur unschön, sondern auch äußerst schmerzhaft für die Katze. Sie ziehen an der Haut, verhindern die Luftzirkulation und können zu Hautentzündungen, Ekzemen oder Parasitenbefall führen.
Die richtigen Werkzeuge sind entscheidend:
Metallkamm mit weiter Zahnung: Zum vorsichtigen Entwirren und zur ersten groben Durchkämmung.
Metallkamm mit enger Zahnung: Um das Fell bis auf die Haut durchzukämmen und kleinste Knoten aufzuspüren.
weiche Zupfbürste (Slicker Brush): Zum Lockern der Unterwolle und Entfernen loser Haare.
Puder oder Entfilzungsspray: Kann helfen, kleine Knoten leichter zu lösen.
Nahtauftrenner oder Entfilzungsmesser: Nur für erfahrene Hände! Zum vorsichtigen Aufschneiden von Filzplatten (immer vom Körper weg arbeiten!).
Babypuder oder Kartoffelstärke: Hilft, das Fell leicht zu entfetten und erleichtert das Kämmen.
Wie oft sollte man Perserkatze kämmen?
Täglich. Es gibt hier keinen Spielraum. Das tägliche Kämmen und Bürsten für etwa 15 bis 20 Minuten ist die absolute Mindestanforderung, um Verfilzungen vorzubeugen. So sieht die tägliche Routine aus:
vorsichtig beginnen: Zuerst wird das Fell mit dem groben Kamm durchgegangen, um erste lose Haare und oberflächliche Knoten zu entfernen.
Schicht für Schicht arbeiten: Das Fell scheiteln und sich systematisch von den Beinen über den Bauch und die Flanken bis zum Rücken vorarbeiten. Dabei immer bis auf die Haut kämmen, denn dort beginnt der Filz.
Problemzonen beachten: Besondere Aufmerksamkeit gilt den Stellen, die am schnellsten verfilzen, wie zum Beispiel hinter den Ohren, unter den Achseln, am Bauch und am „Hinterteil”.
Abschluss: Gehe mit der weichen Bürste noch einmal über das gesamte Fell, um die restlichen losen Haare aufzunehmen.
Wichtig ist eine positive und stressfreie Atmosphäre. Gewöhne deine Katze schon früh an das tägliche Ritual und belohne sie im Anschluss.
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Soll man Perserkatzen scheren?
Das Scheren ist oft eine praktische Notwendigkeit, auch wenn es das opulente Aussehen der Rasse verändert. Es kann in mehreren Situationen sinnvoll oder sogar unumgänglich sein.
bei starker Verfilzung: Wenn das Fell bereits zu großen, dichten Filzplatten verhärtet ist, ist eine komplette Schur durch eine:n Tierärzt:in (oft unter leichter Narkose) die einzig tierfreundliche Lösung. Jeder Versuch, diese selbst zu entfernen, wäre extrem schmerzhaft.
als pflegeerleichternde Maßnahme: Viele Besitzer:innen lassen ihre Perserkatze, die nicht auf Ausstellungen geht, regelmäßig (alle drei bis vier Monate) von einem professionellen Groomer scheren. Ein „Löwenschnitt“, bei dem das Körperfell kurz gehalten wird und nur der Kopf, die Beine und die Schwanzspitze lang bleiben, ist praktisch und erleichtert die tägliche Pflege enorm. Er erhöht auch die Lebensqualität der Katze, besonders im Sommer.
bei älteren oder kranken Tieren: Wenn eine Katze sich aufgrund von Alter oder Krankheit nicht mehr selbst pflegen kann, ist eine Schur eine hygienische und komfortable Lösung.
Zahnpflege
Die Zahnpflege ist bei der Perserkatze, besonders beim modernen Typ, überdurchschnittlich wichtig. Das Problem: Durch den verkürzten Kiefer (Brachyzephalie) kommt es häufig zu Zahnfehlstellungen. Die Zähne stehen oft zu eng, schief oder gedreht. In den engen Zwischenräumen können sich Futterreste und Bakterien leicht festsetzen.Dies führt zu einer erhöhten Neigung zu Plaque, Zahnstein, schmerzhaften Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und dem vorzeitigen Verlust von Zähnen.
Am effektivsten ist das tägliche Zähneputzen mit einer speziellen Katzenzahnbürste und -paste. Die Gewöhnung daran sollte so früh wie möglich im Kittenalter beginnen.
Wie geht das? Gewöhne deine Katze am besten schon als Kitten spielerisch an diese Prozedur.
Besorge eine spezielle Katzenzahnbürste (oder eine sehr weiche Babyzahnbürste) und eine für Katzen geeignete Zahnpasta mit Geschmack, zum Beispiel Leber oder Geflügel.
Lass sie zuerst nur die Paste vom Finger schlecken.
Im nächsten Schritt berührst du mit dem Finger sanft ihre Zähne.
Wenn das klappt, führst du die Zahnbürste ein und putzt vorsichtig die Außenseiten der Zähne.
Alternative Unterstützung: Spezielle Dental-Leckerlis, Futterzusätze oder hochwertiges Trockenfutter (sofern die Katze es frisst) können die mechanische Reinigung unterstützen, ersetzen das Zähneputzen aber nicht.
Bei der jährlichen Untersuchung in der Tierarztpraxis sollten die Zähne immer gründlich kontrolliert werden. Professionelle Zahnreinigungen unter Narkose sind bei Perserkatzen oft in regelmäßigen Abständen notwendig.
Tägliche Augenpflege ist bei der Perserkatze ein Muss!
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Augenpflege
Die Augenpflege ist bei der Perserkatze, insbesondere beim modernen Typ mit extrem flachem Gesicht („Peke-Face“), ein fester Bestandteil der täglichen Pflegeroutine. Durch die zuchtbedingte Verkürzung des Schädels sind die Tränen-Nasen-Kanäle oft verformt, geknickt oder zu eng. Die Tränenflüssigkeit kann nicht mehr auf normalem Weg durch diese Kanäle in die Nase abfließen. Stattdessen läuft sie über den Lidrand aus den Augen. Die Folgen:
Tränenspuren: Die ständige Feuchtigkeit führt zu unschönen, bräunlichen oder rötlichen Verfärbungen im Fell unter den Augen.
Hautirritationen: Die dauerhaft nasse Haut kann sich entzünden, wund werden und einen Nährboden für Bakterien und Pilze bilden.
Krustenbildung: Die Tränenflüssigkeit trocknet zu harten Krusten an, die im Fell kleben und für die Katze unangenehm sind.
Die tägliche Routine:
Verwende ein weiches, fusselfreies Tuch (z.B. ein Kosmetikpad oder ein sauberes Baumwolltuch) oder spezielle, unparfümierte Augenreinigungstücher für Tiere.
Befeuchte das Tuch mit lauwarmem, abgekochtem Wasser oder einer milden Augenpflegelösung speziell für Katzen. Verwende niemals Kamillentee, da dieser die Augen zusätzlich reizen kann.
Wische sanft von innen nach außen, um die Tränenflüssigkeit und die weichen Krusten zu entfernen. Verwende für jedes Auge ein frisches Tuch oder eine saubere Seite des Tuchs, um keine Keime zu übertragen.
Tupfe den Bereich anschließend vorsichtig trocken.
Durch diese tägliche Reinigung werden nicht nur Verfärbungen verhindert, sondern vor allem auch schmerzhafte Hautentzündungen vorgebeugt, sodass sie einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit der Katze leistet.
Ohrenpflege
Die Ohren einer gesunden Katze reinigen sich in der Regel von selbst. Deine Aufgabe ist es, sie regelmäßig zu kontrollieren. So sieht ein gesundes Ohr aus: Es ist blassrosa (außer bei pigmentierten Katzen), sauber und frei von starken Gerüchen.
Worauf musst du achten? Schau einmal pro Woche kurz in die Ohren. Achte auf übermäßiges Ohrenschmalz, Schmutz oder schwarze, krümelige Ablagerungen, die ein typisches Zeichen für Ohrmilben sind. Wenn deine Katze häufig den Kopf schüttelt oder sich an den Ohren kratzt, solltest du genauer hinsehen.
Wie reinigst du? Entferne sichtbaren Schmutz in der äußeren Ohrmuschel vorsichtig mit einem weichen, leicht angefeuchteten Tuch.
Absolutes Tabu: Verwende niemals Wattestäbchen (Q-Tips)! Du riskierst sonst, das empfindliche Trommelfell zu verletzen oder den Schmutz noch tiefer in den Gehörgang zu schieben. Bei Verdacht auf Milben oder eine Entzündung ist der/die Tierärzt:in dein:e Ansprechpartner:in.
Krallenpflege
Eine aktive Katze, die Zugang zu guten Kratzmöglichkeiten hat, kümmert sich in der Regel selbst um ihre Krallenpflege.
Warum ist Kratzen wichtig? Durch das Wetzen an Kratzbäumen, -brettern oder -tonnen entfernen Katzen die äußeren, alten Krallenhülsen und halten ihre „Werkzeuge” scharf.
Wann musst du nachhelfen? Bei reinen Wohnungskatzen oder älteren, weniger aktiven Tieren kann es sein, dass sich die Krallen nicht ausreichend abnutzen. Wenn du hörst, dass die Krallen auf dem Parkett oder Laminat „klicken”, sind sie wahrscheinlich zu lang.
Wie schneidet man die Krallen?
Verwende eine spezielle Krallenschere oder einen Knipser für Katzen.
Drücke sanft auf den Ballen, damit die Kralle ausfährt.
Kürze nur die vorderste, durchsichtige Spitze.
Achte unbedingt auf den rosa schimmernden Teil der Kralle – das ist „das Leben”, der durchblutete und mit Nerven durchzogene Bereich. Wenn du hier hineinschneidest, verursacht das starke Schmerzen und Blutungen!
Tipp: Mache das Krallenschneiden zu einer stressfreien Routine. Beginne mit nur einer Kralle pro Tag und belohne deine Katze im Anschluss ausgiebig. Wenn du dir unsicher bist, lass es dir beim ersten Mal von deinem/deiner Tierärzt:in zeigen.
Helle Perserkatze mit tränenden Augen
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Medizinische Besonderheiten bei der Perserkatze
Perserkatzen haben einige medizinische Besonderheiten, die beachtet werden müssen. Einige Messwerte sind z.B. im Vergleich zu anderen Katzenrassen höher oder niedriger und nicht krankhaft.
Tränende Augen (Epiphora)
Dies ist eine der offensichtlichsten Besonderheiten. Wie Studien bestätigen, liegt die Ursache nicht in einem Defekt der Tränenpünktchen selbst, sondern in der Verformung der Tränen-Nasen-Kanäle durch den kurzen Schädel.ᵇ Dadurch kann die Tränenflüssigkeit nicht normal abfließen und läuft über die Augenränder. Um Hautentzündungen und Verfärbungen zu vermeiden, ist eine tägliche, sorgfältige Augenpflege erforderlich.
Genetik des langen Fells
Interessanterweise ist das lange Fell der Perserkatze genetisch rezessiv. Das bedeutet, ein Kitten muss das Gen für langes Haar von beiden Elternteilen erben, um selbst langes Haar zu haben. Dasselbe Gen ist auch für das lange Fell bei Rassen wie der Maine Coon oder Ragdoll verantwortlich.ᵇ
Blutgruppe B
Während die meisten Hauskatzen weltweit die Blutgruppe A haben, weist die Perserkatze eine außergewöhnlich hohe Prävalenz der selteneren Blutgruppe B auf. Studien aus den USA und UK zeigen Prävalenzen zwischen 9 % und 24 %.ᵇ
Die Blutgruppe B ist keine Krankheit, sondern eine genetische Eigenschaft, die jedoch in zwei spezifischen Situationen potenziell lebensbedrohliche Konsequenzen wie die Neonatale Isoerythrolyse und Transfusionsreaktionen haben kann. Der entscheidende Punkt sind die natürlichen Antikörper im Blut. Katzen mit der Blutgruppe A haben nur schwache Antikörper gegen die Blutgruppe B. Katzen mit Blutgruppe B hingegen haben von Natur aus sehr starke und aggressive Antikörper gegen die Blutgruppe A.
Diese starken Antikörper sind die Ursache für die folgenden Risiken:
1. Neonatale Isoerythrolyse (NI): Das Züchterrisiko
Dies ist die größte Gefahr bei der Zucht und der Grund, warum seriöse Züchter:innen die Blutgruppen ihrer Tiere kennen müssen.
das Szenario: Eine Mutterkatze mit Blutgruppe B wird von einem Kater mit Blutgruppe A gedeckt. Die Kitten können die Blutgruppe A vom Vater erben.
der Mechanismus: Die Mutterkatze gibt ihre starken Anti-A-Antikörper über die erste, extrem antikörperreiche Milch (das Kolostrum) an die neugeborenen Kitten weiter.
die Folge: Die Antikörper der Mutter greifen die roten Blutkörperchen der Kitten an und zerstören sie. Dies führt innerhalb der ersten Lebenstage zu Schwäche, Gelbsucht und oft zum schnellen Tod der Kitten. Dieses Phänomen wird auch als „Fading Kitten Syndrome” bezeichnet.
Verantwortungsvolle Züchter:innen lassen ihre Zuchttiere deshalb auf ihre Blutgruppe testen und planen Verpaarungen sorgfältig (so sollte eine B-Katze nur mit einem B-Kater verpaart werden). Sollte dennoch eine Risikoverpaarung erfolgen, muss diese gemanagt werden. Wenn eine B-Katze A-Kitten zur Welt bringt, müssen die Kitten in den ersten 16 bis 24 Stunden von der Mutter getrennt werden. In dieser Zeit werden sie mit Ersatzmilch versorgt, bis sie die gefährlichen Antikörper nicht mehr über den Darm aufnehmen können.
2. Transfusionsreaktionen: Das Besitzerrisiko
Dieses Risiko betrifft alle Perser, die im Laufe ihres Lebens eine Bluttransfusion benötigen könnten, beispielsweise nach einem Unfall oder bei einer schweren Krankheit.
das Szenario: Eine Perserkatze mit der Blutgruppe B benötigt eine Bluttransfusion. Im Notfall wird ohne Test Spenderblut der häufigsten Blutgruppe A verwendet.
die Folge: Die starken Anti-A-Antikörper der Perserkatze greifen die gespendeten Blutzellen daraufhin sofort massiv an. Dies führt zu einer sofortigen, oft tödlichen Abstoßungsreaktion (anaphylaktischer Schock) und zum Zusammenbruch des Kreislaufs.
Jede:r Perserkatzen-Besitzer:in sollte sich dieser Besonderheit bewusst sein und seine:n Tierärzt:in aktiv darauf hinweisen. Vor jeder Bluttransfusion muss bei einer Perserkatze zwingend die Blutgruppe bestimmt werden. Dies ist ein einfacher und schneller Test, der Leben rettet.
Perserkatzen vom Peke-Typ mit extrem kurzer Nase gelten als Qualzucht.
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Gesundheit und rassetypische Krankheiten: Ist die Perserkatze gesund?
Nein, die Perserkatze kann nicht als gesunde Rasse bezeichnet werden. Sie gehört zu den pflegeintensivsten und anfälligsten Rassekatzen, deren Gesundheit durch menschliche Zuchtziele am stärksten beeinträchtigt wurde. Viele ihrer rassetypischen Merkmale gehen mit Schmerzen, Leiden und einer eingeschränkten Lebensqualität einher. Ihre Haltung erfordert umfassendes Wissen, intensive Pflege und die Bereitschaft, potenziell hohe Tierarztkosten zu tragen.
Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über die Gesundheit der Perserkatze. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist das Merkmal ausgeprägt²’³’⁴’⁵. Die Perser ist z.B. sehr anfällig für Erkrankungen und hat eine relativ geringe Lebenserwartung.
Die größten gesundheitlichen Herausforderungen der Perserkatze sind direkt auf ihre Zuchtmerkmale zurückzuführen. Der Wert für die Qualzuchtmerkmale ist im Diagramm maximal. Gemeint sind hier vor allem die extreme Kurzköpfigkeit (Brachycephalie), die beim „Peke-Face“-Typ besonders ausgeprägt ist, sowie das unnatürlich üppige Fell, das von der Perserkatze allein nicht vollständig gepflegt werden kann.
Auch der Wert für die Häufigkeit von Erbkrankheiten ist sehr hoch. Perserkatzen haben eine starke genetische Veranlagung für die polyzystische Nierenerkrankung (PKD). Dabei bilden sich Zysten an den Nieren, die im Laufe des Lebens wachsen und zu einem chronischen Nierenversagen führen. Seriöse Züchter:innen werden ihre Zuchttiere per Gentest auf PKD untersuchen und dies nachweisen können. Auch die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), eine Herzerkrankung, tritt bei dieser Rasse gehäuft auf.
Die Perserkatze ist eine Rasse, die unter dem von Menschen geschaffenen Schönheitsideal leidet. Zwar gibt es Züchter:innen, die sich auf einen traditionellen Typ mit längerer Nase konzentrieren, doch der Großteil des Marktes wird von Tieren geprägt, deren Anatomie nicht mit dem Tierwohl vereinbar ist. Potenzielle Besitzer:innen sollten sich bewusst sein, dass sie sich für eine der pflege- und kostenintensivsten sowie gesundheitlich anfälligsten Katzenrassen entscheiden, bei der die Grenze zur Qualzucht fließend ist und oft überschritten wird.
Ist die Perserkatze eine Qualzucht?
Ja, in ihrer modernen und weit verbreiteten Form ist die Perserkatze ein Paradebeispiel für Qualzucht. Sie erfüllt die Kriterien des deutschen Tierschutzgesetzes (§ 11b). Das zentrale Problem ist die Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit). Das Zuchtziel eines extrem runden Kopfes mit flachem Gesicht und winziger Nase ist direkt verantwortlich für eine Reihe schwerer, lebenslanger Gesundheitsprobleme wie chronische Atemnot, Augenprobleme, schmerzhafte Zahn- und Kieferprobleme sowie Geburtsprobleme. Aber auch das extrem dichte Fell der Perserkatze kann als Qualzuchtmerkmal eingestuft werden.
Was bedeutet Qualzucht? Laut Tierschutzgesetz (§ 11b) ist es verboten, Tiere so zu züchten, dass bei den Nachkommen mit Schmerzen, Leiden oder Schäden zu rechnen ist. Eine Qualzucht liegt also vor, wenn ein bestimmtes Schönheitsideal (z.B. eine extrem flache Nase, gefaltete Ohren oder Haarlosigkeit) über die Gesundheit und das Wohlbefinden des Tieres gestellt wird.
Beispiele für Qualzucht-Merkmale bei anderen Rassen:
Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit): Die extrem flachen Gesichter mancher Perser- oder Exotisch-Kurzhaar-Linien führen zu verengten Atemwegen, ständig tränenden Augen und Zahnfehlstellungen.
Knickohren (Fold-Gen): Das für die gefalteten Ohren der Scottish Fold verantwortliche Gen verursacht zwangsläufig die unheilbare und schmerzhafte Knochen- und Knorpelerkrankung Osteochondrodysplasie (OCD).
Schwanzlosigkeit (Manx-Gen): Das Fehlen des Schwanzes kann zu schweren Missbildungen der Wirbelsäule, zu Nervenschäden und zu Inkontinenz führen. Zudem wird das natürliche Springverhalten der Katze eingeschränkt.
extrem dichtes Fell: Katzen mit langem und dichtem Fell, insbesondere mit viel Unterwolle, können sich nicht artgerecht selbst pflegen. Sie sind vollständig von der täglichen Pflege durch den Menschen abhängig. Betroffen sind bspw. Perserkatzen und moderne Zuchtlinien der Britisch Kurzhaar.
Haarlosigkeit: Wenn Katzen kein Fell haben, beispielsweise Sphynx-Katzen, sind sie nicht mehr vor Kälte, Sonnenbrand und Verletzungen geschützt. Ihre Fähigkeit zur Thermoregulation ist stark eingeschränkt. Zudem sind die Tiere oft auf unnatürliche und für sie stressige Pflegemaßnahmen wie regelmäßiges Baden angewiesen, um Hautprobleme durch übermäßige Talgproduktion zu vermeiden.
deformierte oder fehlende Schnurrhaare: Schnurrhaare (Vibrissen) sind für Katzen lebenswichtige Sinnesorgane zur Orientierung, zur Messung von Öffnungen und zur Jagd. Gekräuselte, brüchige oder fehlende Schnurrhaare (wie bei manchen Rex- oder Nacktkatzen) bedeuten eine massive sensorische Einschränkung und behindern die Katze in ihrem artgerechten Verhalten.
Zwergwuchs: Die extrem kurzen Beine (zum Beispiel bei der Munchkin-Katze) sind die Folge eines Gendefekts, der die Knorpelentwicklung stört. Dies schränkt die natürliche Bewegungsfähigkeit der Katze – Rennen, Springen und Klettern – massiv ein und erhöht das Risiko für schmerzhafte Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (zum Beispiel Arthrose oder Lordose).
Die Behauptung, es gäbe gesunde Perserkatzen ist falsch. Die anatomischen Deformationen sind untrennbar mit dem Zuchtziel verbunden. Zwar gibt es Züchter:innen, die sich bewusst für den traditionellen Typ („Doll-Face”) mit einer deutlich ausgeprägten Nase entscheiden und so die schlimmsten Leiden vermeiden, doch repräsentieren die auf Ausstellungen gezeigten und im Internet angebotenen Perserkatzen überwiegend den problematischen Extremtyp.
Die Verantwortung liegt bei den Käufer:innen. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Solange Käufer:innen bereit sind, für das „niedliche” Aussehen extrem kurznasiger Katzen zu bezahlen, wird es Züchter:innen geben, die diese Tiere produzieren. Wir raten daher davon ab, sich eine Perserkatze anzuschaffen, und empfehlen stattdessen, auf robustere Rassen wie die Europäisch Kurzhaar zurückzugreifen.
Perserkatzen vom Peke-Typ leiden unter ihrer extrem kurzen Nase.
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Brachyzephalie als Qualzuchtmerkmal bei Katzen
Brachyzephalie ist ein Qualzuchtmerkmal, das bei einigen Katzenrassen auftritt. Die betroffenen Katzen haben einen erblich bedingten, unnatürlich verkürzten und oft verbreiterten Schädel. Dies führt zu einer Einengung der oberen Atemwege und einer Reihe weiterer gravierender Gesundheitsprobleme.
Zu den betroffenen Rassen gehören neben der Perserkatze auch die Exotisch Kurzhaar, die Britisch Kurzhaar (in moderater Ausprägung) und die Scottish Fold, bei der die Brachyzephalie oft zusätzlich zu den Knorpel- und Knochendeformationen auftritt. Die mit der Brachyzephalie verbundenen Merkmale können zum schwerwiegenden Brachyzephalen Obstruktiven Atemwegssyndrom (BOAS) führen. Dieses beeinträchtigt die Lebensqualität der Katze stark und kann sogar lebensbedrohlich sein.
Zu den Auswirkungen der Brachyzephalie bei Katzen gehören:
Atemprobleme: Katzen mit Brachyzephalie haben aufgrund der flachen Nase und des verkürzten Schädels oft stark verengte Nasenlöcher (stenotische Nares) und einen zu langen, dicken weichen Gaumen. Da Katzen obligatorische Nasenatmer sind, haben sie erhebliche Schwierigkeiten, ausreichend Luft zu bekommen. Dies kann zu chronischem Sauerstoffmangel, Schnarchen, lauten Atemgeräuschen (Stridor) und im schlimmsten Fall zu plötzlichen Anfällen von Atemnot mit Kollaps führen.
Hitzestress: Ähnlich wie Hunde können sich auch kurznasige Katzen an warmen Tagen nur schwer abkühlen, da ihre Fähigkeit zur Thermoregulation über die Atmung stark eingeschränkt ist. Sie überhitzen schneller und haben ein deutlich erhöhtes Risiko für einen lebensgefährlichen Hitzschlag.
Augenprobleme: Ein flaches Gesicht kann dazu führen, dass die Augen übermäßig hervortreten (Exophthalmus). Dadurch sind sie anfälliger für Verletzungen, Infektionen und Austrocknung. Ein sehr häufiges Problem ist der chronische Tränenfluss (Epiphora), da die Tränen-Nasen-Kanäle durch die Schädelverformung geknickt oder verengt sind. Dies führt zu permanent feuchten „Tränenstraßen” im Gesicht, die Hautentzündungen und Pilzinfektionen begünstigen. Zudem tritt die extrem schmerzhafte Augenerkrankung Hornhautnekrose (Cornea Nigrum) bei brachyzephalen Katzen überrepräsentiert auf.
Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme und Zahngesundheit: Der verkürzte und oft verformte Kiefer führt unweigerlich zu schweren Zahnfehlstellungen. Die Zähne haben nicht genug Platz, stehen schief oder zu eng. Dies erschwert nicht nur die Aufnahme von Futter, sondern begünstigt auch die Bildung von Plaque und Zahnstein massiv. In der Folge können chronische, schmerzhafte Zahnfleischentzündungen und früher Zahnverlust auftreten.
Diese Probleme können von Katze zu Katze unterschiedlich stark ausgeprägt sein und hängen vom Schweregrad der Brachyzephalie ab. Es ist wichtig, dass sich Katzenbesitzer:innen und vor allem Züchter:innen dieser schwerwiegenden Probleme bewusst sind, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere zu gewährleisten.
Katzen, die am Brachyzephalen Syndrom leiden, können durch aufwändige Operationen entlastet werden, bei denen die Nasenlöcher erweitert und das Gaumensegel gekürzt wird. Diese Eingriffe sind jedoch belastend und kostspielig.
Um die Zucht brachyzephaler Katzen und deren Leiden nicht zu fördern, sollte man bei der Anschaffung einer Rassekatze gezielt nach Züchter:innen des traditionellen Typs („Doll-Face”) mit einer deutlich sichtbaren, längeren Nase suchen. Züchter:innen, die mit einem „besonders niedlichen”, extrem flachen Gesichtsprofil werben, sollten gemieden werden. Die Entscheidung für eine Katze mit einer gesunden Anatomie ist ein aktiver Beitrag zum Tierschutz.
Extrem dichtes Fell als Qualzuchtmerkmal
Ein plüschiges, dickes Fell gilt oft als schön, kann jedoch eine kritische Grenze überschreiten und zu einem Qualzuchtmerkmal werden. Dies ist der Fall, wenn die Fellstruktur so unnatürlich dicht ist, dass die Katze ihre grundlegenden, angeborenen Verhaltensweisen nicht mehr ausführen kann, was zu Leiden führt. Perserkatzen sind das Paradebeispiel. Die Kombination aus extrem langem Deckhaar und massiver Unterwolle macht eine Selbstpflege unmöglich. Weitere betroffene Rassen sind Britisch Kurzhaar (BKH) und Selkirk Rex.
Zu den Auswirkungen von extrem dichtem Fell bei Katzen gehören:
Verlust der Fähigkeit zur Selbstpflege: Die Fellpflege (Grooming) ist eine der fundamentalsten Verhaltensweisen einer Katze. Sie dient der Reinigung, dem Stressabbau und der Aufrechterhaltung der Hautgesundheit. Ist das Fell, insbesondere die Unterwolle, jedoch extrem dicht, kann die Zunge der Katze nicht mehr bis zur Haut vordringen. Die Katze ist physisch nicht in der Lage, lose Haare effektiv zu entfernen und ihre Haut sauber zu halten. Die Folge ist eine vollständige Abhängigkeit von der täglichen, intensiven Pflege durch den Menschen. Der Verlust dieser Fähigkeit zur autonomen Selbstfürsorge bedeutet einen massiven Eingriff in das artgerechte Leben des Tieres.
Verfilzung und Hautkrankheiten: Wird diese notwendige Pflege auch nur für kurze Zeit vernachlässigt, führt dies direkt zu Tierleid. Die lose, nicht entfernte Unterwolle verknotet sich und bildet harte, dichte Filzplatten. Diese sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern verursachen chronische Schmerzen, da die Filzplatten permanent an der empfindlichen Haut ziehen, schränken die Bewegung ein (besonders an den Gelenken und unter den Achseln können sie die Beweglichkeit stark einschränken) und können zu Hautkrankheiten führen. Unter dem Filz kann die Haut nicht mehr atmen. So entsteht ein feuchtwarmes Klima, das Bakterien, Hefepilze und Parasiten ideal zum Gedeihen bringt. Dies kann zu schmerzhaften Ekzemen und Abszessen führen.
beeinträchtigte Thermoregulation und Hitzestress: Ein Fell ist ein natürlicher Schutz vor Kälte und Wärme. Ein überzüchtetes, extrem dichtes Fell wirkt jedoch wie ein permanenter Wintermantel, den die Katze nicht ablegen kann. Dies schränkt ihre Fähigkeit zur Thermoregulation ein. Im Sommer kann sie überschüssige Körperwärme nur schwer abgeben, was das Risiko für Überhitzung und einen lebensgefährlichen Hitzschlag deutlich erhöht.
Züchter:innen tragen die Verantwortung, die Gesundheit über extreme optische Merkmale zu stellen. Potenzielle Käufer:innen müssen sich des immensen, lebenslangen Pflegeaufwands bewusst sein.
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Welche Gesundheitsprobleme können Perserkatzen haben?
Die Perserkatze ist eine Rasse, die aufgrund ihrer langen Zuchtgeschichte und gezielter Zuchtmaßnahmen durch den Menschen eine Reihe von gesundheitlichen Anfälligkeiten aufweist. Ein tiefes Verständnis dieser potenziellen Probleme ist für jede:n Besitzer:in unerlässlich, um frühzeitig handeln und die bestmögliche Lebensqualität für seine/ihre Katze sicherstellen zu können. Die Probleme lassen sich in drei Hauptkategorien einteilen: schwere Erbkrankheiten, konformationsbedingte Leiden und weitere rassetypische Anfälligkeiten.
Schwere Erbkrankheiten
Diese Krankheiten sind genetisch bedingt und können durch verantwortungsvolle Zucht (d. h. durch Tests und Selektion) aktiv bekämpft werden.
Autosomal Dominante Polyzystische Nierenerkrankung (AD-PKD): Dies ist die häufigste und bekannteste Erbkrankheit bei Perserkatzen. Weltweit sind schätzungsweise 38 % der Rasse betroffen. Dabei bilden sich von Geburt an mit Flüssigkeit gefüllte Zysten in den Nieren (und oft auch in der Leber und der Bauchspeicheldrüse). Diese Zysten wachsen langsam, verdrängen gesundes Gewebe und führen unweigerlich zu chronischem Nierenversagen. Die klinischen Anzeichen (erhöhter Durst, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit) treten typischerweise im Alter von drei bis zehn Jahren auf, im Mittel mit sieben Jahren. Es gibt einen zuverlässigen Gentest! Kein Kitten sollte mehr mit dieser Krankheit geboren werden müssen. Seriöse Züchter:innen müssen nachweisen können, dass ihre Zuchttiere PKD-frei sind. Die Zucht mit betroffenen Tieren ist tierschutzwidrig.
Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): die häufigste Herzerkrankung bei Katzen. Der Herzmuskel verdickt sich krankhaft, was die Pumpfunktion einschränkt und zu Herzversagen, Atemnot oder tödlichen Blutgerinnseln (Thrombosen) führen kann. Perserkatzen sind als Rasse überrepräsentiert, was auf einen genetischen Einfluss hindeutet. Meist sind Kater mittleren Alters (durchschnittlich 6,5 Jahre) betroffen, und die Krankheit endet oft mit plötzlichem Herztod. Die einzige verlässliche Methode, um betroffene Tiere zu identifizieren und aus der Zucht zu nehmen, ist ein regelmäßiger Herzultraschall bei Zuchttieren durch einen Kardiologen.
angeborener portosystemischer Shunt (Leber-Shunt): Hierbei handelt es sich um eine angeborene Fehlbildung der Blutgefäße, bei der das Blut aus dem Darm an der Leber vorbeigeleitet wird. Dadurch können Giftstoffe nicht abgebaut werden und gelangen ins Gehirn. Perser- und Himalayakatzen machen einen signifikanten Anteil der Fälle aus. Symptome (z.B. neurologische Ausfälle, schlechtes Wachstum) zeigen sich meist schon vor dem 6. Lebensmonat.
Konformationsbedingte Leiden (Folgen des Körperbaus)
Diese Probleme sind direkt mit dem Zuchtstandard, insbesondere dem flachen Gesicht, verknüpft.
Brachyzephales Syndrom: Ein Komplex aus Problemen durch den kurzen Schädel, wie verengte Nasenlöcher, ein verlängertes Gaumensegel und ein verformter Nasen-Rachen-Raum. Die Folgen sind chronische Atemprobleme, Schnarchen, geringe Belastbarkeit und ein erhöhtes Risiko für einen Hitzschlag. In schweren Fällen ist eine korrigierende Operation notwendig.
Cornea Nigrum (Hornhautnekrose): Die Perserkatze ist stark überrepräsentiert. Dabei stirbt ein Teil der Hornhaut ab und es bildet sich eine schwarze, plattenartige Läsion. Dies ist schmerzhaft und erfordert oft einen chirurgischen Eingriff. Als Hauptrisikofaktoren gelten die flache Gesichtsform und die hervorstehenden Augen.
nicht-heilende Hornhautgeschwüre: Auch hierbei ist die Rasse überrepräsentiert. Oberflächliche Verletzungen der Hornhaut heilen nicht richtig ab und können sich zu einem chronischen, schmerzhaften Problem entwickeln.
Weitere rassetypische Anfälligkeiten
Harnwegserkrankungen (FLUTD): Perserkatzen haben ein um den Faktor 3,2 erhöhtes Risiko, Kalziumoxalat-Harnsteine zu bilden. Im Gegensatz dazu ist ihr Risiko für Struvitsteine geringer. Eine gute Flüssigkeitszufuhr ist entscheidend.
Geburtsprobleme (Dystokie): Aufgrund der großen, runden Köpfe der Kitten liegt die Rate an Geburtskomplikationen bei Perserkatzen bei 7,5 % und ist damit extrem hoch im Vergleich zu 0,4 % bei gemischtrassigen Kolonien.
Kryptorchismus (Hodenhochstand): Perserkatzen haben die höchste gemeldete Inzidenz für nicht abgestiegene Hoden. In einer Studie waren 29 % der zur Kastration vorgestellten Perserkater betroffen, während es bei Nicht-Persern nur 1,4 % waren. Dies erfordert eine aufwendigere Bauchoperation.
Idiopathische Gesichts-Dermatitis („Dirty Face Persians”): Dabei handelt es sich um eine erbliche Hauterkrankung, die zu schwarzen, klebrigen Krusten und Entzündungen im Gesicht führt und oft von einer Ohrenentzündung begleitet wird. Sie spricht nicht auf Antibiotika an.
Hüftdysplasie (HD): Eine Fehlentwicklung der Hüftgelenke. Die Prävalenz ist mit einer Rate von ca. 16 % bei Persern in einer Studie höher als lange angenommen.
Anfälligkeit für Infektionskrankheiten (FIP und FeLV): Studien deuten auf eine hohe genetische Anfälligkeit für den Ausbruch der tödlichen FIP hin. Auch eine Anfälligkeit für das Feline Leukämievirus (FeLV) wird vermutet.
Trennungsangst: In einer Studie zeigten Perserkatzen überdurchschnittlich oft Anzeichen von Trennungsangst, die sich in Unsauberkeit (Urinieren und Koten außerhalb der Toilette) äußerte.
angeborene Taubheit: Wie bei allen Rassen mit dem dominanten Gen für weißes Fell (W-Gen) besteht bei reinweißen Perserkatzen ein hohes Risiko für angeborene Taubheit.
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Krankheiten erkennen: Auf welche Symptome muss ich bei der Perserkatze achten?
Du kennst deine Katze am besten. Diese enge Verbindung ist entscheidend, denn Katzen sind Meister darin, Schmerzen zu verbergen – eine Eigenschaft, die sie von ihren wilden Vorfahren geerbt haben. Deine wichtigste Aufgabe ist es daher, auf kleinste Veränderungen zu achten. Eine frühzeitige Diagnose kann Leid und bleibende Schäden verhindern und hält zudem die Tierarztkosten niedrig.
Achte auf diese Warnsignale:
Verhaltensänderung: plötzlicher Rückzug, Verstecken, Aggressivität oder Apathie
Fell: wirkt stumpf, ungepflegt oder fettig
Haltung: gekrümmt, angespannt oder eine auffällige Schonhaltung
Katzentoilette (dein wichtigstes Diagnose-Tool): ständiger Toilettengang mit nur kleinen Mengen Urin (Alarmzeichen!), Schmerzlaute (Schreien oder Miauen beim Kot- oder Urinabsatz), plötzliches Urinieren außerhalb der Toilette, Durchfall oder Verstopfung, die länger als 24 Stunden anhalten
Appetitlosigkeit: frisst deutlich weniger oder verweigert das Futter
erhöhter Durst: trinkt plötzlich auffällig viel mehr als sonst
Kauprobleme: lässt Futter aus dem Maul fallen oder kaut nur auf einer Seite
Gewicht: unerklärlicher Gewichtsverlust oder -zunahme
Erbrechen: häufiges oder anhaltendes Erbrechen
Auffälligkeiten: tränende Augen, Nasenausfluss, Mundgeruch oder blasses Zahnfleisch
Bewegung: Lahmheit, Bewegungsunlust oder das Vermeiden von Sprüngen.
Generell gilt: Vertraue deinem Bauchgefühl. Wenn dir etwas ungewöhnlich vorkommt, auch wenn du nicht genau sagen kannst, was es ist, ist eine Kontaktaufnahme mit Tierärzt:innen immer die richtige Entscheidung.
Warum tränen die Augen von Perserkatzen?
Die Augen von Perserkatzen tränen, weil ihr zuchtbedingt verkürzter Schädel (Brachyzephalie) die Tränen-Nasen-Kanäle verformt oder verengt. Dadurch kann die Tränenflüssigkeit nicht mehr richtig in die Nase abfließen und läuft stattdessen über die Augenlider nach außen.
Was tun, wenn Symptome auftreten?
Du bemerkst ein Symptom bei deiner Katze und fragst dich: „Ist das ein Notfall oder nur eine Kleinigkeit?” Bevor du sofort in die Tierarztpraxis fährst oder abwartest und dir Sorgen machst, gibt es eine moderne erste Anlaufstelle.
Telemedizinische Angebote wie der von Tierärzt:innen entwickelte confidu Diagnose Finder helfen dir, die Situation sofort einzuschätzen.
bei leichten Problemen: Du erhältst eine tierärztliche Anleitung, wie du deiner Katze bei Symptomen wie leichtem Durchfall oder Erbrechen selbst helfen kannst – oft reichen schon eine Schonkost oder einfache Hausmittel.
zur Ursachenforschung: Du kannst direkt einen Labortest für eine Kotprobe anfordern, um der Ursache selbst auf den Grund zu gehen.
bei ernsten Anzeichen: Stuft der Diagnose Finder die Symptome als ernsthaft ein, erhältst du die klare Empfehlung, umgehend eine Tierarztpraxis aufzusuchen.
So erhältst du sofort eine verlässliche Orientierung, vermeidest unnötige Praxisbesuche bei Kleinigkeiten und stellst sicher, dass du bei echten Notfällen keine wertvolle Zeit verlierst.
Wie kann ich Krankheiten vorbeugen?
Als verantwortungsvolle:r Halter:in kannst du aktiv dazu beitragen, das Risiko für viele Krankheiten zu minimieren und die Lebensqualität deiner Katze entscheidend zu verbessern. Die folgenden Punkte sind die Grundpfeiler einer jeden guten Gesundheitsvorsorge.
Impfungen: Eine solide Grundimmunisierung gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen und Katzenseuche ist der grundlegende Schutz für jede Katze und sollte niemals vernachlässigt werden.
Parasitenschutz: Ein konsequenter Schutz vor Parasiten wie Flöhen, Zecken und Würmern ist unerlässlich, um Folgeerkrankungen wie Hautentzündungen oder einen starken Wurmbefall zu vermeiden.
gesunde Ernährung: Eine artgerechte und hochwertige Ernährung mit einem hohen Fleischanteil bildet die Basis für ein starkes Immunsystem und beugt ernährungsbedingten Krankheiten vor.
Bewegung und Beschäftigung: Tägliche Spieleinheiten und eine anregende Umgebung mit Klettermöglichkeiten halten deine Katze körperlich fit, geistig ausgelastet und helfen dabei, Übergewicht zu verhindern.
regelmäßige Pflege: Durch routinemäßige Pflege, insbesondere das Zähneputzen, erkennst du Veränderungen am Körper deiner Katze frühzeitig und beugst schmerzhaften Erkrankungen vor.
Stress minimieren: Ein stabiles, harmonisches Umfeld mit festen Routinen und sicheren Rückzugsorten reduziert chronischen Stress, der das Immunsystem schwächen und Krankheiten auslösen kann.
tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen: Ein jährlicher Gesundheits-Check-up in der Tierarztpraxis, auch wenn deine Katze gesund erscheint, ist unerlässlich, um einen professionellen Blick auf ihren Zustand zu werfen und eine Basis für zukünftige Vergleiche zu schaffen.
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Wie kann ich Unfällen und Vergiftungen vorbeugen?
Eine katzensichere Wohnung ist die beste Lebensversicherung für deine neugierige Katze und schützt sie vor den häufigsten Gefahren des Alltags.
Fenster und Balkone: Sichere gekippte Fenster mit einem speziellen Schutz und statte Balkone mit einem Katzennetz aus, um tödliche Stürze zu verhindern.
giftige Pflanzen: Verbanne alle für Katzen giftigen Zimmerpflanzen, insbesondere hochtoxische Lilien, vollständig aus deinem Haushalt und von deinem Balkon. Im Gift-Lexikon von confidu findest du eine Übersicht sowie detaillierte Beschreibungen der häufigsten Giftpflanzen und weitere Giftstoffe für Hunde und Katzen.
gefährliche Substanzen: Bewahre Putzmittel, Medikamente, Chemikalien und Frostschutzmittel immer außer Reichweite in fest verschlossenen Schränken auf.
menschliche Lebensmittel: Gib deiner Katze niemals für sie giftige menschliche Lebensmittel wie Schokolade, Zwiebeln oder Weintrauben und lasse Essensreste nicht offen stehen.
kleine Gegenstände und Schnüre: Lasse niemals Schnüre, Wollfäden, Haargummis oder kleine Plastikteile unbeaufsichtigt herumliegen, da diese verschluckt zu einem lebensgefährlichen Darmverschluss führen können.
Haushaltsgeräte: Kontrolliere vor dem Start immer die Trommel von Waschmaschine und Trockner, da diese bei Katzen beliebte, aber lebensgefährliche Verstecke sind.
Absicherung: Welche Versicherung braucht die Perserkatze?
Für Perserkatzen ist eine Krankenversicherung keine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit. Aufgrund ihrer zahlreichen rassetypischen Anfälligkeiten und der hohen Wahrscheinlichkeit für chronische, pflegeintensive Leiden ist sie eine Investition in die Gesundheit deiner Katze und sorgt für mehr finanzielle Planbarkeit. Denn eine unerwartete Operation oder die lebenslange Behandlung einer Erbkrankheit kann schnell Kosten im vier- bis fünfstelligen Bereich verursachen. Eine Versicherung stellt sicher, dass du deiner Katze immer die bestmögliche Behandlung ermöglichen kannst, ohne dich aufgrund der Kosten entscheiden zu müssen.
Grundsätzlich gibt es zwei Versicherungsmodelle:
OP-Versicherung: Dies ist die grundlegende Absicherung. Sie übernimmt die Kosten für notwendige chirurgische Eingriffe, sei es nach einem Unfall oder aufgrund einer Krankheit. Beispiele für Perserkatzen sind Operationen zur Korrektur des Gaumensegels (BOAS), die Entfernung von Harnsteinen, Tumoroperationen oder eine chirurgische Behandlung der Hornhautnekrose (Cornea nigra). Oft sind auch die Kosten für Diagnostik und Nachbehandlung im Zusammenhang mit der OP abgedeckt. Diese Variante sichert nur die teuersten Einzelfälle ab. Für eine Perserkatze, die oft nicht operative, aber chronische und teure Behandlungen benötigt (z.B. für Augen, Haut oder Zähne), ist dieser Schutz oft nicht ausreichend.
Vollkrankenschutz: Er ist das „Rundum-sorglos-Paket”. Zusätzlich zu den Operationskosten deckt diese Versicherung auch die Kosten für ambulante und konservative Behandlungen ab, die bei Perserkatzen sehr häufig anfallen. Beispiele für die Perserkatze sind regelmäßiger Herzultraschall (HCM-Vorsorge), Blutuntersuchungen (Nierenwerte bei PKD), spezielle Augenuntersuchungen und Zahnbehandlungen.
Ein Vollkrankenschutz ist für die Perserkatze die einzig wirklich sinnvolle Absicherung. Er bietet maximale Sicherheit für die vielen wahrscheinlichen Gesundheitsprobleme und ist für Halter:innen dieser Rasse die eindeutig empfohlene Wahl, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein.
Wichtiger Tipp: Schließe die Versicherung so früh wie möglich ab, idealerweise direkt nach dem Einzug des Kittens. So vermeidest du Leistungsausschlüsse für bereits bestehende Krankheiten. Achte im Kleingedruckten darauf, ob rassetypische Erkrankungen abgedeckt sind und bis zu welchem Satz der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) die Leistungen erstattet werden.
Perser Kitten
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Lebensphasen: So altert die Perserkatze
Wie alt werden Perserkatzen im Durchschnitt?
Hier muss zwischen zwei Werten unterschieden werden: der potenziellen Lebenserwartung unter optimalen Bedingungen und dem statistischen Median einer großen Population.
Unter idealen Bedingungen wird für die Perserkatze eine Lebenserwartung von 10 bis 15 Jahren angegeben. Eine gut gepflegte Perserkatze aus einer verantwortungsvollen Zucht, die den traditionellen Typ bevorzugt, hat gute Chancen, ein Alter von 15 Jahren oder mehr zu erreichen. Ein Tier aus einer problematischen Zucht erreicht oft nicht einmal das 10. Lebensjahr.
Der statistische Median aus einer sehr großen wissenschaftlichen Studie in Großbritannien ergab jedoch nur einen Medianwert von 10,93 Jahren.² Das bedeutet, 50 % der in der Studie erfassten Perserkatzen starben, bevor sie 10,93 Jahre alt wurden und 50 % der in der Studie erfassten Perserkatzen starben, nachdem sie 10,93 Jahre alt geworden waren. Der Median aus einer solchen Studie ist ein ungeschönter „Realitäts-Check”. Er berücksichtigt alle Todesursachen in einer großen, gemischten Population und nicht nur die idealen Fälle.
Die geringere Lebenserwartung der Perserkatze im Vergleich zu anderen Katzenrassen ist keine Zufallserscheinung, sondern eine direkte Folge der jahrzehntelangen selektiven Zucht auf bestimmte ästhetische Merkmale. Jede Abweichung von der ursprünglichen, natürlichen „Bauform” einer Katze kann potenzielle Gesundheitsrisiken mit sich bringen.
Wie alt werden weiße Perserkatzen?
Die Farbe Weiß hat keinen direkten Einfluss auf die biologische Lebenserwartung einer Perserkatze. Eine weiße Perserkatze altert also nicht schneller oder langsamer als eine schwarze oder rote. Ihre Lebenserwartung wird von den exakt gleichen Faktoren bestimmt wie bei allen anderen Perserkatzen. Genetik, Zuchtlinie und Pflege.
Der entscheidende Unterschied liegt in einem potenziellen, mit der Farbe verbundenen Gesundheitsrisiko: die angeborene Taubheit. Das für das reinweiße Fell verantwortliche dominante Gen (W) ist oft mit einer Degeneration des Innenohrs gekoppelt. Dies führt bei einem signifikanten Teil der weißen Katzen, insbesondere bei denen mit blauen Augen, zu ein- oder beidseitiger Taubheit.
Wann sind Perserkatze ausgewachsen?
Hier muss zwischen körperlicher und geistiger Reife unterschieden werden:
Körperlich erreicht eine Perser ihre volle Größe und ihr endgültiges Gewicht in der Regel mit etwa 12 Monaten. Oft festigen sich ihre Persönlichkeit und ihr Charakter erst vollständig, wenn sie zwei bis drei Jahre alt ist. Die Phase dazwischen kann als ihre „Teenager-Zeit” bezeichnet werden, in der sie noch sehr verspielt und manchmal auch etwas stürmisch ist.
Ab wann ist eine Perserkatze ein Senior?
Die Perserkatze gilt ab 9 - 13 Jahren als Senior. Ab 13 Jahren erreicht sie die geriatrische Lebensphase. Wenn deine Katze ein höheres Alter erreicht, sind einige liebevolle Anpassungen nötig, um ihre veränderte körperliche und geistige Fitness auszugleichen und ihr einen komfortablen und würdevollen Lebensabend zu ermöglichen:
Barrierefreiheit schaffen: Was früher ein Katzensprung war, kann nun eine Hürde sein. Erleichtere deiner Katze den Zugang zu ihren Lieblingsplätzen (Fensterbank, Sofa) mit kleinen Rampen oder Hockern, die als Stufe dienen. Eine Katzentoilette mit niedrigem Einstieg schont die Gelenke.
Ernährung anpassen: Wechsle zu einem hochwertigen Senior-Futter. Dieses ist oft kalorienreduziert, um Übergewicht vorzubeugen. Es enthält hochverdauliche Proteine, die die Nieren schützen, und ist mit Nährstoffen angereichert, die die Gelenke unterstützen. Für ältere Katzen mit eventuellen Zahnproblemen ist Nassfutter oft angenehmer zu fressen.
intensiviere die Gesundheitsvorsorge: Der jährliche Gesundheits-Check-up wird nun zum halbjährlichen Senioren-Check-up. Eine regelmäßige Blutuntersuchung ist jetzt entscheidend, um altersbedingte Krankheiten wie Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenüberfunktion frühzeitig zu erkennen.
Pflege unterstützen: Arthrose kann die Fellpflege erschweren. Hilf deiner Katze deshalb mit sanften Bürsten-Einheiten, ihr Fell sauber und filzfrei zu halten. Achte auch vermehrt auf die Krallen, die sich eventuell nicht mehr so gut abnutzen.
Ruhe und Komfort bieten: Ein Senior schläft mehr und schätzt seine Ruhe. Sorge deshalb für viele warme, weiche und zugluftfreie Schlafplätze. Eine Heizdecke oder ein Wärmekissen werden oft dankbar angenommen.
Spiel und Geist fit halten: Die wilden Jagdspiele werden weniger, aber geistige Anregung bleibt wichtig. Biete ihm ruhigere Spiele am Boden an, nutze Fummelbretter oder gönne ihm einfach mehr Zeit für gemütliche Schmuse- und Kuscheleinheiten.
Kastration: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Die Kastration ist kein optionaler, sondern ein fundamentaler und unverzichtbarer Bestandteil einer verantwortungsvollen Katzenhaltung.
Idealerweise erfolgt die Kastration vor der Geschlechtsreife, die je nach Katze zwischen dem 4. und 9. Lebensmonat eintritt. Die meisten Tierärzt:innen empfehlen eine Kastration im Alter von etwa 5 bis 8 Monaten. Viele Tierheime und Züchter:innen praktizieren die sogenannte Frühkastration (bereits mit 10 bis 14 Wochen). Diese ist nachweislich sicher und hat viele Vorteile.
Ein wichtiger Mythos ist die Vorstellung, eine Katze müsse „einmal rollig werden” oder „einmal Junge bekommen”. Dies ist ein rein menschlicher Gedanke, der keinerlei gesundheitlichen oder psychologischen Nutzen für das Tier hat – im Gegenteil, er birgt nur Risiken.
Das confidu Katzenrassen-Lexikon wird von unseren Tierärzt:innen nach aktuellem wissenschaftlichen Standard mithilfe von aktueller Literatur und neuesten Studien verfasst.
Quellen:
a The Cat Encyclopedia: The Definitive Visual Guide, Dorling Kindersley, 2014 Dorling Kindersley Limited
b Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds, J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia
1 Zur Beurteilung des Verhaltens wurden verschiedene Merkmale berücksichtigt, darunter Aktivitätslevel, Verspieltheit, Gelehrigkeit, Intelligenz, Vokalisieren und Lautstärke, Selbstständigkeit, Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Verträglichkeit mit Kindern und Verträglichkeit mit Haustieren. Jede Katzenrasse wurde anhand dieser Eigenschaften auf einer Skala von 1 (am wenigsten ausgeprägt) bis 10 (am stärksten ausgeprägt) bewertet. (Quelle: Encyclopedia of Cat Breeds, 2nd Edition by J. Anne Helgren, April 2013)
2 Die Lebenserwartung wurde in Anlehnung an "Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds", J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia sowie "Life tables of annual life expectancy and risk factors for mortality in cats in the UK", Kendy Tzu-yun Teng et al., Februar 2024, Journal of Feline Medicine and Surgery erstellt.
3 Die Gesundheitsparameter Anfälligkeit für Krankheiten, Auftreten von Erbkrankheiten und Anfälligkeit für Übergewicht wurden in Anlehnung an "Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds", J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia erstellt.
Die Klassifizierung der Krankheitsanfälligkeit basiert auf der Anzahl und Häufigkeit von Krankheiten.
Basierend auf der durchschnittlichen Anzahl von Krankheiten pro Rasse wurde eine Einteilung in 10 Klassen vorgenommen. Rassen, bei denen 0-10 Krankheiten auftreten, werden der Klasse 1 zugeordnet, Rassen mit mehr als 90 Krankheiten der Klasse 10.
Abhängig von der Häufigkeit des Auftretens der Krankheiten wurde eine weitere Einteilung in 10 Klassen vorgenommen. Dazu wurden alle bekannten Häufigkeiten pro Rasse addiert und das Minimum (Summe aller Häufigkeiten, 1) berechnet. Daraus wurde eine Klasse zwischen 1 (Wert liegt zwischen 0-10%) und 10 (Wert liegt über 90%) gebildet.
Aus den beiden Klassen (Anzahl der Erkrankungen und Häufigkeit der Erkrankungen) ergibt sich die Gesamteinstufung der Krankheitsanfälligkeit als Maximum.
Die Einstufung der Erbkrankheiten erfolgt analog zur Einstufung der Krankheitsanfälligkeit.
4 Die Einstufung hinsichtlich der Qualzuchtmerkmale erfolgt auf der Grundlage der Anzahl und Ausprägung der Qualzuchtmerkmale, die in einer Rasse häufig auftreten. Dazu gehören Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit), Knickohren (Fold-Gen), Schwanzlosigkeit (Manx-Gen), extrem dichtes Fell, Haarlosigkeit, deformierte oder fehlende Schnurrhaare, Zwergwuchs, Vielfingrigkeit, helle Fell- und Augenfarbe. Rassen mit einem Qualzuchtmerkmal wurden in Klasse 4, Rassen mit 2 Merkmalen in Klasse 7 und Rassen mit 3 und mehr oder stark das Leben beeinträchtigenden Merkmalen in Klasse 10 eingestuft. Als Quelle wurde https://www.bundestieraerztekammer.de/tierhalter/qualzuchten/ verwendet.
5 Der Pflegeaufwand wurde "The Cat Encyclopedia, Dorling Kindersley", First American Edition, DK, 2014 entnommen. Ein besonders hoher Pflegeaufwand wurde mit maximal 10 Punkten bewertet, ein besonders niedriger mit einem Punkt. Dies setzt sich wie folgt zusammen: Die Angabe zur Fellpflege wurde in maximal 6 Punkte umgewandelt, wobei wöchentlich 1 Punkt, wöchentlich bis 2–4-mal wöchentlich 2 Punkte, wöchentlich bis täglich 3 Punkte , 2–4-mal wöchentlich 4 Punkte, 2–4-mal wöchentlich bis täglich = 5 Punkte und täglich 6 Punkte entspricht. Zusätzliche Punkte wurden für eine erforderliche Augenpflege vergeben: 1 Punkt, wenn regelmäßige Augenpflege nötig, und 2 Punkte, wenn täglich Augenpflege nötig ist. Für eine über das normale Maß hinausgehende Pflege von Krallen, Zähnen, Ohren oder Haut gibt es zusätzlich maximal 2 Punkte.