Lexikon der Katzenrassen

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Tauche ein in detaillierte Rasseporträts und entdecke alles über Wesen, Erscheinungsbild und Herkunft der eleganten Samtpfoten. Finde fundierte Ratgeber-Artikel zur optimalen Ernährung, liebevollen Pflege und zum Verständnis des Katzenverhaltens.

Egal, ob du die perfekte Katzenrasse für deinen Lebensstil finden oder dein Wissen über deinen treuen Begleiter vertiefen möchten – hier wirst du fündig.

Scottish Fold

Sanftes Eulengesicht mit schmerzhaftem Erbe

Titelbild: uadrienn | Pixabay

Rasseprofil

Körpergröße: mittel

Gewicht: 2,5 - 6 kg

Farbe: variabel

Fell: dicht, weich und plüschig mit viel Unterwolle

Charakter: sanft, ruhig, ausgeglichen, verschmust, intelligent, anpassungsfähig

Anspruch an Haltung: hoch

Lebenserwartung: 12 bis 15 Jahre

Anerkennung durch Verbände: TICA, CFA

Herkunft: Schottland

Synonym: Schottische Faltohrkatze

Spitzname: Faltohrkatze, Eulenkatze

Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über die Eigenschaften der Scottish Fold. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist die Eigenschaft ausgeprägt¹’²’³’⁴’⁵. Die Scottish Fold hat z.B. einen moderaten Pflegeaufwand und trägt Qualzuchtmerkmale, die ihre Gesundheit stark beeinträchtigen.

Scottish Fold haben geknickte Ohren. Diese Katze hat dreifach geknickte Ohren (Triple Fold).

Bild: Karin Wördehoff | Pixabay

Aussehen: Wie sieht eine Scottish Fold aus?

Die Scottish Fold ist eine mittelgroße Katze. Sie wiegt zwischen 2,5 und 6 kg, wobei die Kater in der Regel größer sind als die Katzen. Das Erscheinungsbild der Scottish Fold wird durch ein einziges, dominantes Merkmal geprägt: ihre namensgebenden Faltohren. In Kombination mit ihrem runden Körperbau verleihen sie ihr das Aussehen eines liebenswerten Teddybären oder einer Eule und bedienen damit das Kindchenschema perfekt.

Highland Fold (langhaarige Scottish Fold Katze)

Bild: shibuki_art | Shutterstock

Die Rasse gibt es in zwei Fellvarianten: kurzhaarig und langhaarig. Die langhaarige Variante wird oft als „Highland Fold“ bezeichnet, ist aber nicht in allen Zuchtverbänden als eigenständige Rasse anerkannt. Das Fell der kurzhaarigen Scottish Fold ist dicht, von kurzer bis mittlerer Länge, steht leicht vom Körper ab und fühlt sich sehr weich und plüschig an. Nahezu alle Farben und Muster sind anerkannt, mit der typischen Ausnahme von Point-Zeichnungen oder orientalischen Farben. Eine Ausnahme bildet hier der Verband CFF, der auch Point-Katzen zulässt.

Die Scottish Fold ist eine stämmige und muskulöse Katze mit einem soliden Knochenbau. Ihr gesamter Körperbau wirkt rundlich und kompakt. Ihr Kopf ist groß und rund mit gut entwickelten, vollen Wangen und einer kurzen, breiten Nase. Die großen, runden Augen verleihen ihr einen besonders sanften, süßen und offenen Ausdruck. Ihre Farbe korrespondiert stets mit der Fellfarbe und ist in allen Varianten erlaubt.

Scottish Fold mit einfach geknickten Ohren (Single Fold)

Bild: Juan Gomez | Unsplash

Die kleinen bis mittelgroßen Ohren mit ihren abgerundeten Spitzen sind das unverkennbare Merkmal dieser Rasse. Sie sind nach vorne und unten gefaltet, sodass die Spitzen in Richtung Nase zeigen und der Kopf eine mützenartige, runde Silhouette erhält. Bei Kitten entwickeln sich die Falten zwischen dem 14. und 28. Lebenstag, mit 3-4 Monaten sind sie gefestigt. Manchmal „springen” die Ohren auch wieder in eine aufrechte Position zurück. Es gibt verschiedene Grade der Faltung:

  • einfache Falte (Single Fold): Dies ist die geringste Ausprägungsform. Das Ohr hat nur einen einzigen, sichtbaren „Knick” oder eine leichte Biegung nach vorne. Es sieht aus, als hätte man die Spitze eines normalen Katzenohrs sanft nach vorne gebogen. Diese Falte ist am wenigsten stabil. Besonders bei jungen Kätzchen während des Zahnwechsels sowie bei Hitze oder Stress können sich „Single Folds” wieder aufrichten und zu fast normalen „Stehohren” werden.

  • doppelte Falte (Double Fold): Hier ist das Ohr deutlich enger gefaltet und weist zwei sichtbare Falten auf, ähnlich einer Ziehharmonika. Diese Faltung ist deutlich stabiler und bleibt in der Regel dauerhaft bestehen. Dies ist der gängige Standard, den Züchter:innen anstreben. Er verleiht der Katze den typischen „runden” Look.

  • dreifache Falte (Triple Fold): Dies ist die extremste und engste Faltungsart mit drei Falten im Knorpel. Die Ohren liegen extrem flach und eng am Kopf an, fast wie eine Badekappe. Sie formen zusammen mit dem Schädel eine fast perfekte, ununterbrochene runde Linie. Zwischen Ohr und Kopf ist kaum noch ein Spalt zu sehen. Die Faltung ist sehr stabil und dauerhaft. Dies ist der begehrteste Look für den Showring. Eine Katze mit einer perfekten Triple Fold erzielt auf Ausstellungen die höchsten Bewertungen, da sie dieses Rassemerkmal am stärksten zeigt.

Die Faltung ist das Ergebnis einer autosomal-dominanten Genmutation (Fd). Diese Mutation ist jedoch untrennbar mit der schmerzhaften und unheilbaren Gelenkerkrankung Osteochondrodysplasie (OCD) verbunden. Jede Katze mit Faltohren trägt diesen Gendefekt in sich und leidet in unterschiedlichem Ausmaß darunter.

Es liegt nahe und wird von Expert:innen bestätigt, dass die Stärke der Faltung direkt mit der Schwere des Knorpeldefekts im gesamten Körper korreliert. Einfach ausgedrückt: Je „besser” die Faltung (also je enger und komplexer), desto stärker ist die Ausprägung des Fd-Gens und desto wahrscheinlicher ist eine schwere und früh einsetzende Form der schmerzhaften Osteochondrodysplasie (OCD).

Der Schwanz ist mittellang, buschig und verjüngt sich zu einer abgerundeten Spitze. Ein entscheidendes Gesundheitsmerkmal ist seine Flexibilität. Ein steifer, unbiegsamer oder schmerzempfindlicher Schwanz ist ein starkes Anzeichen für fortgeschrittene, schmerzhafte Gelenkveränderungen durch OCD.

Was ist der Unterschied zwischen Scottish Fold und Scottish Straight?

Da Faltohrkatzen aus ethischen Gründen nur mit Katzen mit stehenden Ohren verpaart werden dürfen, werden in jedem Wurf auch Kitten mit normalen, aufrecht stehenden Ohren geboren. Diese werden als Scottish Straight bezeichnet. Sie sind für eine verantwortungsvolle Zucht unerlässlich, da sie das schädliche Faltohr-Gen nicht in doppelter Ausführung tragen.

Wie stark haaren Scottish Fold?

Scottish Fold haaren moderat bis stark. Der Hauptgrund dafür liegt in ihrer engen Verwandtschaft mit der Britisch Kurzhaar sowie der typischen Beschaffenheit ihres Fells.

Ihr Markenzeichen ist ein sehr dichtes, plüschiges Fell, das aus zwei Schichten besteht: dem Deckhaar und einer dichten Unterwolle. Gerade die dichte Unterwolle ist der Hauptgrund für den starken Haarausfall, besonders während des saisonalen Fellwechsels im Frühling und Herbst. In dieser Zeit müssen Halter:innen mit einer erheblichen Menge an losen Haaren im Haushalt rechnen.

Regelmäßige Pflege ist erforderlich, um lose Haare zu entfernen und die Haut gesund zu halten. Einmal pro Woche gründlich bürsten ist das Minimum, während des Fellwechsels eher alle zwei bis drei Tage.

Bild: zafffmine | Pexels

Wesen und Verhalten: Wie ist der Charakter der Schottischen Faltohrkatze?

Der Charakter der Scottish Fold ist der Grund für ihre große Beliebtheit: Sie gilt als außergewöhnlich sanft, unkompliziert und liebenswert. Ihr Wesen ist so rund und weich wie ihr Erscheinungsbild. Man sollte sich jedoch immer bewusst sein, dass einige ihrer „charakteristischen” Verhaltensweisen mit der schmerzhaften Gelenkerkrankung Osteochondrodysplasie (OCD) zusammenhängen können.

Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über das Verhalten der Scottish Fold. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist das Verhalten ausgeprägt.¹ Die Scottish Fold ist z.B. gelehrig und hat ein mäßiges Aktivitätslevel.

Bewegung & Charakter (hellblaue Zone)

Das Diagramm zeigt bei Aktivitätslevel und Verspieltheit moderate Werte. Scottish Fold sind mäßig aktive Katzen. Sie genießen Spielstunden, sind aber keine ungestümen Athleten. Ihre geringere Neigung zum Klettern und Springen ist oft kein Zeichen von Faulheit, sondern eine direkte Folge der schmerzenden Gelenke, die durch die OCD verursacht werden. Sie meiden instinktiv Bewegungen, die ihnen Unbehagen bereiten.

Sie sind intelligente und anpassungsfähige Tiere, die sich gut in verschiedene Haushaltsdynamiken einfügen können – von ruhig bis lebhaft. Berühmt sind sie für ihre kuriosen Sitzpositionen, wie den „Buddha-Sitz” oder das Aufrichten wie ein Erdmännchen („Prairie Dog Stance”), um eine bessere Übersicht zu bekommen.

Sozialverhalten (dunkelblaue Zone)

Scottish Fold haben ein hohes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und sind wenig selbstständig. Sie genießen engen menschlichen Kontakt, sind oft Schoßkatzen und folgen ihren Besitzer:innen gerne auf Schritt und Tritt. Sie sind sehr menschenbezogen und bauen eine enge Bindung auf. Scottish Folds sind sehr leise Katzen. Sie neigen kaum zum Vokalisieren und wenn, dann haben sie eine sanfte, fast zwitschernde Stimme.

Verträglichkeit (gelbe Zone)

Bei der Verträglichkeit mit Kindern und Haustieren punktet die Rasse mit sehr hohen Werten. Ihr sanftes und geduldiges Wesen macht sie zu ausgezeichneten Partnern für Kinder, die den respektvollen Umgang mit Tieren gelernt haben, sowie für andere Haustiere, einschließlich katzenfreundlicher Hunde. Ihre angeborene Sanftmut lässt sie Konfrontationen eher meiden. Obwohl sie sehr sanft sind, wird ihnen nachgesagt, exzellente Jäger zu sein – ein kleiner Rest ihres schottischen Farmer-Erbes.

Wichtiger Hinweis zur Verträglichkeit: Auch wenn die Scottish Fold von Natur aus ein sehr sanftes und tolerantes Wesen hat, ist eine gute und frühe Sozialisierung für ihre Entwicklung entscheidend. Damit sie ihre friedliebende Art voll entfalten kann, sollte sie bereits als Kitten positive Erfahrungen mit verschiedenen Menschen – insbesondere Kindern –, anderen Haustieren und alltäglichen Haushaltsgeräuschen machen.

Ebenso wichtig ist es, dass die Katze im neuen Zuhause stets eine sichere Rückzugsmöglichkeit hat und alle Familienmitglieder, insbesondere die Kinder, den respektvollen Umgang mit ihr lernen. Unter diesen fairen Bedingungen ist sie ein herausragender Sozialpartner.

Susie, die zufällige Stammmutter der Rasse Scottish Fold

Bild: Speckswiththejunior | Wikimedia Commons

Geschichte: Ursprung der Scottish Fold

Im Vergleich zu vielen anderen Rassen ist die Geschichte der Scottish Fold kurz und sehr präzise dokumentiert. Sie beginnt nicht in den Palästen des Adels, sondern auf einem Bauernhof in der schottischen Region Tayside (ehemals Perthshire) im Jahr 1961.

Der Ursprung der gesamten Rasse lässt sich auf eine einzige Katze zurückführen: eine weiße Bauernhofkatze namens Susie. Sie war eine ganz normale Katze mit einer bemerkenswerten Besonderheit: Ihre Ohren waren in der Mitte gefaltet und kippten nach vorne. Als Susie einen Wurf Kitten zur Welt brachte, hatten zwei davon ebenfalls diese einzigartigen Faltohren.

Ein benachbarter Farmer und Katzenliebhaber namens William Ross erkannte das Potenzial dieser Mutation und begann mit einem der weiblichen Kitten ein gezieltes Zuchtprogramm. Um die Rasse zu etablieren und Inzucht zu vermeiden, wurden die Nachkommen von Susie mit Britisch Kurzhaar-Katzen und anderen Hauskatzen von den Britischen Inseln verpaart. Später, insbesondere in den USA, wurden auch American Shorthair und teilweise Exotic Shorthair eingekreuzt, um den Genpool zu erweitern und den heute bekannten, runden und stämmigen Typ zu festigen. Durch die Einkreuzung von Perserkatzen entstand zudem die langhaarige Variante, die heute als Highland Fold bekannt ist.

Highland Fold auf Katzenshow in Heinola (Finnland)

Bild: Heikki Siltala | Wikimedia Commons

Die Rasse fand schnell Anklang und die ersten Katzen wurden 1971 nach Amerika exportiert. Doch fast ebenso schnell wurden die gesundheitlichen Probleme offensichtlich, die mit der Faltohr-Mutation einhergehen. Bereits 1973 zog der größte britische Dachverband, der GCCF (Governing Council of the Cat Fancy), aufgrund alarmierender tierärztlicher Berichte über schwere Knorpel- und Knochendeformationen Konsequenzen. Er stoppte die Registrierung der Rasse und verbietet ihre Zucht bis heute – ein Schritt, dem viele europäische Verbände und Länder folgten.

In den USA verlief die Entwicklung anders. Die Cat Fanciers' Association (CFA) verlieh der Rasse 1977 den provisorischen Status und erkannte sie später vollständig für Ausstellungen an. Während die Zucht in den USA und in einigen anderen Teilen der Welt unter bestimmten Auflagen erlaubt ist, gilt sie in großen Teilen Europas, einschließlich Deutschland, aus Tierschutzgründen als Qualzucht und ist verboten. Diese gespaltene Haltung prägt die Geschichte und den Status der Scottish Fold bis heute.

Was sind einige interessante Fakten über die Scottish Fold?

Die Scottish Fold ist voller faszinierender, aber auch nachdenklicher Fakten:

1. Alle Scottish Folds stammen von einer einzigen Katze ab.

Die gesamte Rasse lässt sich auf eine einzige weiße Bauernhofkatze namens „Susie” zurückführen, die 1961 in Schottland entdeckt wurde. Sie war die erste dokumentierte Katze mit dieser einzigartigen Genmutation.

2. Sie werden nicht mit Faltohren geboren.

Alle Kitten kommen mit normalen, geraden Ohren zur Welt. Erst im Alter von etwa 14 bis 28 Tagen beginnen die Ohren einiger Kitten, sich nach vorne zu falten. Dieser Prozess ist oft erst mit drei bis vier Monaten vollständig abgeschlossen. Es gibt keine Garantie dafür, wie stark die Falte sein wird oder ob sie dauerhaft bleibt.

3. Der „Buddha-Sitz” ist mehr als nur eine Marotte.

Scottish Folds sind berühmt für ihre seltsamen Sitzpositionen, insbesondere den sogenannten „Buddha-Sitz”, bei dem sie auf ihrem Hinterteil sitzen und die Hinterbeine nach vorne ausstrecken. Auch wenn diese Sitzposition niedlich aussieht, vermuten Experten, dass sie dazu dient, die schmerzenden Gelenke der Hinterbeine und des unteren Rückens zu entlasten – ein direktes Symptom der Osteochondrodysplasie (OCD).

4. Jede Scottish Fold mit Faltohren ist krank.

Dies ist die wichtigste und zugleich traurigste Tatsache: Das Gen, das für die niedlichen Faltohren verantwortlich ist, verursacht zwangsläufig auch die unheilbare und schmerzhafte Gelenkerkrankung OCD. Es ist nicht die Frage, ob eine Faltohrkatze daran leidet, sondern nur, wie stark und wann die Symptome auftreten.

5. Die Zucht ist in Deutschland und vielen anderen Ländern verboten.

Aufgrund der untrennbaren Verbindung des Rassemerkmals mit der Krankheit gilt die Scottish Fold in Deutschland gemäß § 11b des Tierschutzgesetzes als Qualzucht. Ihre gezielte Zucht ist hierzulande verboten. Auch große europäische Katzenzuchtverbände wie die FiFe haben die Rasse aus Tierschutzgründen nicht anerkannt oder von der Zucht ausgeschlossen.

6. Der Schwanz ist ein Gesundheitsbarometer.

Ein gesunder Katzenschwanz ist flexibel und biegsam. Bei Scottish Folds ist der Schwanz oft das erste Körperteil, an dem die schmerzhaften Gelenkversteifungen durch Osteochondrosis dissecans (OCD) sichtbar werden. Ein kurzer, dicker oder steifer Schwanz kann ein Zeichen für eine fortgeschrittene Erkrankung sein.

7. Ihre sanfte Stimme kann trügerisch sein.

Scottish Folds sind für ihre sehr leise, fast zwitschernde Stimme bekannt. Dies passt zu ihrem sanften Wesen, kann aber auch ein Anzeichen für Schmerzen sein. Sie sind oft „stille Leidtragende”, die ihr Unwohlsein nicht durch lautes Miauen zeigen.

Bild: tony park | Pixabay

Haltung und Lebensraum: Welche Ansprüche hat die Scottish Fold?

Zubehör: Was braucht die Scottish Fold?

Die Scottish Fold ist zwar charakterlich unkompliziert, aufgrund ihrer genetischen Veranlagung für die schmerzhafte Gelenkerkrankung Osteochondrodysplasie (OCD) stellt sie jedoch besondere Anforderungen an die Haltung und Ausstattung. Das Ziel ist es, ihr ein möglichst schmerzfreies und komfortables Leben zu ermöglichen.

Um deine Scottish Fold glücklich, gesund und artgerecht zu halten, brauchst du eine durchdachte Grundausstattung. Hier ist eine Checkliste, die speziell auf die Bedürfnisse dieser Rasse zugeschnitten ist:

  • Futter- und Wassernäpfe: Am besten eignen sich flache Näpfe aus Keramik, Glas oder Edelstahl. Da das Bücken für eine Katze mit OCD schmerzhaft sein kann, sind erhöhte Futter- und Wassernäpfe eine große Erleichterung. Ein Trinkbrunnen animiert zum Trinken, was wichtig für die Nierengesundheit ist.

  • Katzentoilette: Die Faustregel lautet: mindestens eine Toilette pro Katze plus eine zusätzliche. Wähle eine ausreichend große, offene Schale mit einem besonders niedrigen Einstieg. Hohe Ränder können für eine Katze mit schmerzenden Gelenken ein Hindernis darstellen. Viele Katzen bevorzugen feine, sandähnliche Klumpstreu ohne starken Duft.

  • Kratzmöglichkeiten: Eine Scottish Fold muss kratzen, aber hohe Sprünge sollten vermieden werden. Investiere deshalb in stabile, aber nicht übermäßig hohe Kratzbäume. Ideal sind Modelle mit Rampen oder stufenförmigen Ebenen, die es der Katze ermöglichen, ohne schmerzhafte Sprünge höhere Plätze zu erreichen. Auch horizontale Kratzbretter und Kratztonnen sind eine ausgezeichnete Wahl.

  • Schlaf- und Rückzugsorte: Weiche, warme und leicht erreichbare Plätze sind entscheidend. Orthopädische Katzenbetten oder gut gepolsterte Kissen können Gelenkschmerzen lindern. Platziere die Schlafplätze so, dass deine Katze sie ohne Springen erreichen kann, beispielsweise auf dem Boden, in einer Höhle oder auf der untersten Ebene eines Kratzbaums.

  • Spiel und Beschäftigung: Das ruhige Wesen der Scottish Fold kann auch ein Zeichen für Schmerzen sein. Förderst du ihre Aktivität durch sanfte, bodennahe Spiele, ist das ideal. Ideal sind Katzenangeln, die langsam über den Boden gezogen werden, Bälle und Intelligenzspielzeug wie Fummelbretter. Vermeide Spiele, die hohe Sprünge oder abrupte Wendungen erfordern.

  • Bürste und Pflegehandschuh: Das Fell der kurzhaarigen Scottish Fold ist dicht, plüschig und hat eine massive Unterwolle. Es sollte mindestens einmal pro Woche mit einer weichen Zupfbürste oder einem Pflegehandschuh gebürstet werden, um lose Unterwolle zu entfernen und Verfilzungen vorzubeugen. Das halblange Fell der Highland Fold benötigt tägliche Pflege. Das wichtigste Werkzeug ist ein Metallkamm, um Knoten zu verhindern. Ohne tägliches Kämmen verfilzt das Fell unweigerlich zu schmerzhaften Platten.

  • Flohkamm und Zeckenzange: Unverzichtbar, besonders wenn deine Katze gesicherten Freigang genießt. Damit kannst du das Fell schnell auf Parasiten kontrollieren und diese sicher entfernen.

  • Zahnputzutensilien: Gewöhne deine Katze am besten schon als Kitten an eine spezielle Katzenzahnbürste und -pasta. Das ist die beste Vorsorge gegen Zahnstein und Zahnerkrankungen.

  • Transportbox: Absolut notwendig für Tierarztbesuche. Achte auf eine gute Belüftung und darauf, dass sie sich leicht und sicher verschließen lässt. Modelle, die sich auch von oben öffnen lassen, sind oft stressfreier für die Katze. Modelle wie Körbe sind leider sehr unpraktisch und sind nicht empfehlenswert.

  • Kippfensterschutz & Balkonnetz: Gekippte Fenster sind eine tödliche Falle für Katzen! Sichere sie unbedingt mit einem speziellen Schutz. Ein Balkon sollte mit einem Katzennetz gesichert werden, bevor deine Katze ihn betreten darf.

Bild: Amin Rahimi | Unsplash

Kann man eine Scottish Fold alleine halten?

Nein, auf keinen Fall. Trotz ihres ruhigen Wesens sind Scottish Folds sehr menschenbezogene und soziale Tiere. Eine Einzelhaltung würde für sie erheblichen Stress und Einsamkeit bedeuten. Ein Artgenosse ist für ihr Wohlbefinden unerlässlich. Der ideale Partner ist jedoch keine extrem aktive oder dominante Katze (wie beispielsweise eine Bengalkatze), da diese eine Scottish Fold schnell überfordern würde. Am besten eignet sich eine andere ruhige und sanftmütige Katze wie eine Britisch Kurzhaar, eine Scottish Straight oder eine zweite Scottish Fold. Der Sozialpartner bietet Trost, Gesellschaft und die Möglichkeit zu sanften, katzentypischen Interaktionen, die ein Mensch niemals ersetzen kann.

Wie lange kann eine Scottish Fold alleine bleiben?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da sie maßgeblich davon abhängt, ob die Katze einen Artgenossen hat und wie sie an das Alleinsein gewöhnt wurde.

Wenn deine Scottish Fold mit einem Artgenossen zusammenlebt, können sie sich gegenseitig Gesellschaft leisten. Eine Abwesenheit von 8 bis 10 Stunden während eines normalen Arbeitstages ist daher in der Regel unproblematisch. Die Katzen haben einander und sind nicht komplett auf menschliche Interaktion angewiesen.

Als Einzelkatze ist die Situation deutlich kritischer. Da die Katze für jede Form von sozialer Stimulation auf Sie angewiesen ist, sollten die Zeiten der Abwesenheit so kurz wie möglich gehalten werden. Regelmäßige, lange Arbeitstage können bereits zu erheblichem Stress und Einsamkeit führen. Längere Abwesenheiten über Nacht oder gar ein ganzes Wochenende sind bei Einzelhaltung absolut tabu und tierschutzrelevant.

Grundsätzliche Regel für längere Abwesenheiten (z.B. Urlaub):

Eine Katze darf niemals für mehr als 24 Stunden alleine gelassen werden. Dies gilt auch für ein Katzenpaar. Für den Urlaub ist zwingend ein:e Katzensitter:in erforderlich, der/die mindestens einmal täglich (besser zweimal) nach dem Rechten sieht.

Die Aufgaben der Katzensitter:innen sind:

  • füttern und frisches Wasser bereitstellen

  • die Katzentoilette reinigen

  • den Gesundheitszustand der Tiere überprüfen

  • Streicheleinheiten und sanftes Spielen

Was sollte man bei einer Scottish Fold beachten?

Am wichtigsten ist, dass sie an der chronischen, schmerzhaften Erbkrankheit Osteochondrodysplasie (OCD) leiden. Alle Aspekte der Haltung müssen auf diese Tatsache ausgerichtet sein.

  • Beobachtung von Schmerzanzeichen: Dies ist die wichtigste Aufgabe der Halter:innen. Sie müssen lernen, subtile Anzeichen zu erkennen. Vermeidet die Katze Sprünge, die sie früher gemacht hat? Ist ihr Gang steifer? Ist ihr Schwanz weniger flexibel? Zögert sie, hochgehoben zu werden?

  • Anpassung der Umgebung: Die Wohnung muss „behindertengerecht” gestaltet sein. Das bedeutet: niedrige Einstiege bei Katzentoiletten, leicht erreichbare Schlafplätze ohne hohe Sprünge, Rampen statt steiler Kletterwege und weiche, orthopädische Liegeflächen.

  • regelmäßige tierärztliche Betreuung: Eine enge Zusammenarbeit mit einem/einer Tierärzt:in ist unerlässlich, um ein individuelles Schmerzmanagement (z.B. mit Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln) zu entwickeln.

  • Gewichtsmanagement: Jedes Gramm Übergewicht belastet die schmerzenden Gelenke zusätzlich. Eine strenge Gewichtskontrolle ist daher absolut entscheidend.

  • sanftes Handling: Vermeide es, die Katze grob hochzuheben oder zu Bewegungen zu zwingen, die ihr Unbehagen bereiten könnten.

Ausgaben: Wie viel kostet eine Scottish Fold Katze?

Diese Frage muss unter einem wichtigen rechtlichen und ethischen Vorbehalt beantwortet werden. In Deutschland ist die Zucht von Scottish-Fold-Katzen als Qualzucht gemäß § 11b des Tierschutzgesetzes verboten. Seriöse, bei deutschen Vereinen registrierte Züchter:innen gibt es daher nicht. Die meisten hierzulande angebotenen Tiere stammen von unseriösen „Vermehrern” oder aus dem Ausland, wo die Gesetze teils lockerer sind.

Falls man dennoch auf Angebote stößt, liegen die Preise für ein Kitten oft zwischen 1.000 und 1.800 €. Der Kaufpreis ist bei dieser Rasse jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Die eigentlichen Kosten entstehen durch die lebenslange tierärztliche Behandlung der Osteochondrodysplasie (OCD). Mögliche Folgekosten sind:

  • regelmäßige Schmerzmittel

  • spezielle Gelenk-Nahrungsergänzungsmittel

  • häufige Röntgenuntersuchungen zur Kontrolle des Gelenkzustands

  • Physiotherapie oder andere alternative Schmerztherapien

Diese „versteckten” Kosten können die Anschaffungskosten über die Lebenszeit der Katze hinweg um ein Vielfaches übersteigen.

Warum ist die Scottish Fold so teuer?

Die hohen Preise für eine Scottish Fold resultieren aus einer Mischung aus „Designer-Hype”, züchterischen Herausforderungen (in Ländern, in denen dies erlaubt ist) und reiner Profitgier von Vermehrer:innen:

  • Social-Media-Hype: Die Scottish Fold ist durch ihr niedliches Kindchenschema zu einer der beliebtesten Katzen auf Instagram und anderen sozialen Netzwerken geworden. Diese hohe Nachfrage treibt den Preis in die Höhe – sie ist zu einer „Designer-Katze“ geworden. Auch der Pop-Superstar Taylor Swift hat z.B. zwei Faltohrkatzen.

  • Kosten einer verantwortungsvollen Zucht (dort, wo sie erlaubt ist): Züchter:innen, die versuchen, gesundheitliche Probleme zu minimieren, haben hohe Kosten. Es dürfen nur Faltohr-Katzen mit Katzen mit geraden Ohren (Scottish Straight) verpaart werden. Das bedeutet, dass statistisch die Hälfte jedes Wurfs aus „Normalohr-Kitten” besteht, die sich oft schwerer verkaufen lassen, aber für die Zucht essentiell sind. Um den Genpool zu erweitern, werden oft teure Britisch Kurzhaar- oder American Shorthair-Katzen eingekreuzt. Auch wenn OCD garantiert ist, müssen Zuchttiere auf andere Krankheiten wie HCM und PKD getestet werden.

  • Profitgier unseriöser Vermehrer:innen: Da die Zucht in vielen Ländern verboten ist, nutzen skrupellose Vermehrer:innen die hohe Nachfrage aus. Sie verzichten auf jegliche Gesundheitsvorsorge, verpaaren oft Fold mit Fold (was zu schwerstbehinderten Kitten führt) und verlangen trotzdem horrende Preise, die allein aus der Beliebtheit der Rasse resultieren. Der hohe Preis ist hier also kein Zeichen von Qualität, sondern von Ausbeutung.

Bild: cottonbro studio | Pexels

Ist die Scottish Fold für mich geeignet?

Ist die Scottish Fold eine Anfängerkatze?

Nein, auf keinen Fall. Zwar wirkt sie auf den ersten Blick mit ihrem ruhigen, sanften und unkomplizierten Charakter wie eine ideale Anfängerkatze, doch ihre gesundheitlichen Anforderungen machen sie zu einer Katze für sehr erfahrene, verantwortungsbewusste und finanziell gut aufgestellte Halter:innen.

Anfänger:innen sind oft nicht in der Lage, die subtilen Schmerzanzeichen der OCD korrekt zu deuten. Die Notwendigkeit eines proaktiven Gesundheitsmanagements, die enge Zusammenarbeit mit Tierärzt:innen sowie die emotionalen und finanziellen Belastungen, die mit der Pflege eines chronisch kranken Tieres einhergehen, überfordern unerfahrene Halter:innen schnell.

Ist eine Scottish Fold eine Familienkatze?

Ja, sie ist eine ausgezeichnete Familienkatze, wenn die Familie die richtigen Voraussetzungen mitbringt. Ihr sanftes, geduldiges und liebevolles Wesen macht sie zu einem wunderbaren Begleiter. Sie kommt in der Regel sehr gut mit Kindern aus, vorausgesetzt, diese haben gelernt, respektvoll mit Tieren umzugehen.

Die „richtige” Familie für eine Scottish Fold ist eine, die:

  • Verständnis für ihre Krankheit hat: Alle Familienmitglieder, auch die Kinder, müssen wissen, dass die Katze besondere Bedürfnisse hat und nicht zu wilden Spielen oder hohen Sprüngen animiert werden darf.

  • einen eher ruhigen Haushalt führt: Zwar kann sie sich an Trubel anpassen, sie schätzt jedoch eine ruhige und stressfreie Umgebung, die ihre Gelenke schont.

  • finanziell und emotional bereit ist, die Verantwortung für ein potenziell chronisch krankes Tier zu übernehmen.

Die goldenen Regeln für ein harmonisches Zusammenleben:

  • Der Erfolg hängt entscheidend vom Verhalten der menschlichen Familienmitglieder ab.

  • Respekt ist das oberste Gebot: Kinder müssen von Anfang an lernen, dass eine Katze kein Spielzeug ist. Am Schwanz ziehen, grobes Anfassen oder das Stören beim Schlafen sind absolut tabu. Die Eltern stehen in der Verantwortung, dies klar zu vermitteln und zu beaufsichtigen.

  • Rückzugsorte sind heilig: Die Katze braucht mindestens einen Ort (z.B. die Spitze des Kratzbaums oder eine Höhle), an den sie sich zurückziehen kann und an dem sie von den Kindern garantiert in Ruhe gelassen wird. Dieser „Safe Space” ist nicht verhandelbar.

Sind Scottish Fold für Allergiker geeignet?

Nein, absolut nicht. Es gibt keine wissenschaftlich anerkannte „hypoallergene” Katzenrasse und die Scottish Fold bildet da keine Ausnahme.

Die Allergie wird nicht durch die Katzenhaare selbst ausgelöst, sondern primär durch das Protein „Fel d 1”. Dieses befindet sich im Speichel, in den Hautschuppen und im Urin der Katze. Beim Putzen verteilt die Katze den Speichel auf ihrem Fell. Trocknet dieser, werden die winzigen Allergene in die Luft gewirbelt und können eingeatmet werden.

Die Scottish Fold gehört nicht zu den wenigen Rassen (wie z.B. die Sibirische Katze), bei denen eine natürlich geringere Produktion von „Fel d 1” nachgewiesen wurde. Sie produziert eine normale Menge des Allergens.

Der einzig verlässliche Weg ist der Selbsttest. Wenn du oder ein Familienmitglied unter einer Katzenallergie leidet, der Wunsch nach einer Katze aber riesig ist, gibt es nur einen verantwortungsvollen Weg:

  • Suche den Kontakt zu dem/der Züchter:in. Erkläre deine Situation offen.

  • Besuche die Zucht mehrfach und jeweils für mehrere Stunden. Verbringe bei mehreren Besuchen jeweils ein bis zwei Stunden in unmittelbarer Nähe der Katzen und des speziellen Kittens, für das du dich interessierst.

  • Warte die Reaktion ab: Treten allergische Symptome wie Niesen, juckende Augen oder Atemnot auf? Wenn ja, ist das Projekt „Katze” an dieser Stelle leider beendet. Deine Gesundheit geht vor.

Alles andere wäre unverantwortlich und endet meist damit, dass die Katze schweren Herzens wieder abgegeben werden muss – eine traumatische Erfahrung für Tier und Mensch.

Bild: freepik | Freepik

Sozialisierung und Zusammenleben

Das Sozialverhalten der Scottish Fold ist genauso sanft und unkompliziert wie ihr Charakter. Sie sind von Natur aus gesellige und liebevolle Tiere. Ihr Zusammenleben mit Menschen und anderen Haustieren wird jedoch maßgeblich von ihrer chronischen Gelenkerkrankung Osteochondrodysplasie (OCD) beeinflusst. Eine erfolgreiche Sozialisierung und ein harmonisches Zusammenleben hängen davon ab, dass ihre körperlichen Grenzen stets respektiert werden.

Die entscheidende Rolle der frühen Sozialisierung

Der wichtigste Grundstein für eine ausgeglichene und vertrauensvolle Katze wird in den ersten Lebenswochen gelegt. Da die Zucht von Scottish-Fold-Katzen in Deutschland als Qualzucht verboten ist, stammen die meisten Tiere, die ein Zuhause suchen, aus dem Tierschutz oder von Beschlagnahmungen. Oftmals ist ihre Vorgeschichte unbekannt.

Das bedeutet, dass viele dieser Katzen keine ideale Prägephase hatten. Sie wurden möglicherweise zu früh von ihrer Mutter getrennt und haben nie gelernt, richtig „Katze” zu sein. Daher ist es umso wichtiger, einem solchen Tier mit besonders viel Geduld, Verständnis und positiver Verstärkung zu begegnen, um Vertrauen aufzubauen.

Positive Verstärkung: Mehr als nur „Erziehung“

Vergiss Strafen wie Anschreien, Wasserspritzer oder gar körperliche Zurechtweisungen. Solche Methoden zerstören das Vertrauen deiner Katze und führen dazu, dass sie dich als unberechenbar und bedrohlich empfindet. Der Schlüssel zu einem harmonischen Zusammenleben ist die positive Verstärkung.

Das Prinzip ist einfach: Jedes erwünschte Verhalten wird sofort belohnt. Als Belohnung eignen sich besondere Leckerlis, ein anerkennendes „Fein gemacht!” oder eine kurze, intensive Spieleinheit.

Clickertraining ist eine fantastische Methode, um mit deiner Katze zu kommunizieren. Der „Click“ ist ein präzises Signal, das deiner Katze im exakten Moment sagt: „Genau das war richtig!“ Unmittelbar nach dem Click folgt die Belohnung. Du kannst deiner Katze damit nicht nur lustige Tricks wie „High Five” beibringen, sondern auch sehr Nützliches.

Medical Training ist für eine Scottish Fold überlebenswichtig. Übe mit deiner Katze spielerisch, sodass sie sich überall sanft anfassen lässt, ihre Pfoten gibt oder freiwillig in die Transportbox geht. Belohne jeden kleinen Schritt. Aufgrund ihrer chronischen Gelenkerkrankung (OCD) werden Tierarztbesuche ein fester Bestandteil ihres Lebens sein. Ein stressfreies Medical Training nimmt diesen Besuchen ihren Schrecken und erleichtert die notwendige Behandlung enorm.

Das stille Örtchen: Barrierefreiheit ist entscheidend

Katzen sind von Natur aus sehr saubere Tiere. Wenn eine Katze unsauber wird, ist das fast immer ein Hilfeschrei. Neben medizinischen Ursachen, die immer zuerst abgeklärt werden müssen, ist oft die Toilette selbst das Problem – insbesondere bei Katzen mit Gelenkschmerzen.

Die Formel für die perfekte Katzentoilette lautet:

  • Anzahl: Die goldene Regel lautet: Es sollte immer eine Toilette mehr vorhanden sein als Katzen im Haushalt leben. Für eine Katze also zwei, für zwei Katzen drei usw.

  • Typ: Wähle eine große, offene Schale mit einem besonders niedrigen Einstieg. Ein hoher Rand kann für eine Katze mit schmerzhafter OCD ein unüberwindbares Hindernis sein.

  • Streu: Die meisten Katzen bevorzugen eine feine, sandähnliche Klumpstreu ohne Parfüm. Die Streu sollte hoch genug eingefüllt sein, damit die Katze richtig scharren kann (ca. 7–10 cm).

  • Standort: Der Standort sollte ruhig, jederzeit zugänglich und weit weg vom Futter- und Wasserplatz sein. Niemand isst gerne neben seiner Toilette.

Bild: Gundula Vogel | Pixabay

Unerwünschtes Verhalten verstehen und umlenken

Problemverhalten ist oft nur ein normales Katzenverhalten am falschen Ort. Der Trick besteht also nicht darin, das Verhalten zu unterbinden, sondern zu verstehen, warum deine Katze es zeigt und ihr eine bessere, attraktivere Alternative anzubieten.

Fallbeispiel: Kratzen am Sofa

Warum kratzt sie? Nicht, um dich zu ärgern! Sie tut es aus drei Gründen:

  • Krallenpflege: Sie streift alte Krallenhülsen ab.

  • Reviermarkierung: Sie hinterlässt sichtbare Spuren und Duftmarken aus ihren Pfotendrüsen („Hier wohne ich!“).

  • Dehnung: Es ist eine wohltuende Streckübung für ihre Muskeln.

Wie lenkst du es um?

  • unterbrechen: Wenn du sie auf dem Sofa erwischst, mache ein kurzes, klares Geräusch (z.B. ein festes „Nein!” oder ein lautes Klatschen), um sie zu irritieren.

  • umlenken: Hebe sie dann sofort und ohne sie zu bestrafen hoch und setze sie an einen stabilen, attraktiven Kratzbaum.

  • loben: Sobald sie den Kratzbaum benutzt, auch wenn es nur kurz ist, lobe sie überschwänglich und gib ihr ein Leckerli. Sie muss lernen: „Kratzen am Sofa = Störung. Kratzen am Baum = Party!”

  • Alternative schaffen: Stelle den Kratzbaum an einen strategisch klugen Ort (z.B. in die Nähe des Sofas oder an einen Laufweg), um eine Alternative zu schaffen. Mache das Sofa unattraktiv, indem du es vorübergehend mit doppelseitigem Klebeband beklebst oder mit einem für Katzen unangenehmen Zitrusduft einsprühen.

Dieses Prinzip des Verstehens, Unterbrechens, Umlenkens und Belohnens kannst du auf fast jedes unerwünschte Verhalten anwenden. So förderst du ein harmonisches Zusammenleben, das auf Kooperation statt Konfrontation beruht.

Bild: cottonbro studio | Pexels

Ernährung: Was ist das beste Futter für die Scottish Fold?

Die kurze Antwort lautet: ein hochwertiges Nassfutter mit einem sehr hohen Fleischanteil. Katzen sind von Natur aus Fleischfresser, ihr gesamter Verdauungstrakt ist auf die Verwertung von tierischem Protein ausgelegt, nicht auf Getreide oder Zucker.

Doch was macht eigentlich gutes Katzenfutter aus? Vergiss bunte Verpackungen und Werbeversprechen. Der einzige Weg, um die Qualität zu beurteilen, ist ein kritischer Blick auf die Deklaration (Zusammensetzung) auf der Dose oder dem Beutel.

  • hoher, klar definierter Fleischanteil: An erster Stelle der Zutatenliste muss Fleisch stehen. Achte auf klare Angaben wie „70 % bestehend aus Hühnerherzen, Hühnerfleisch, Hühnerleber ...”. Sei misstrauisch bei schwammigen Formulierungen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse” ohne genaue Aufschlüsselung.

  • kein Zucker, kein Getreide: Zucker (oft getarnt als Karamell oder Rübenschnitzel) ist schädlich und fördert Krankheiten wie Diabetes mellitus. Getreide (Weizen, Mais, Soja) ist ein billiger Füllstoff, den Katzen nicht effizient verwerten können und der oft Allergien oder Verdauungsprobleme auslöst.

  • ausreichend Taurin: Diese Aminosäure ist für Katzen lebenswichtig und muss über die Nahrung zugeführt werden. Ein Taurinmangel führt zu Herzerkrankungen und Erblindung. In jedem Alleinfuttermittel muss es enthalten sein. In der Liste der "Ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe" findest du die Menge. Es sollten 1.000 mg/kg bis 1.500 mg/kg enthalten sein.

Da Katzen von Natur aus schlechte Trinker sind und ihren Flüssigkeitsbedarf ursprünglich über ihre Beutetiere deckten, sollte Nassfutter die Hauptnahrungsquelle sein. Aufgrund seines hohen Feuchtigkeitsgehalts (ca. 80 %) hilft Nassfutter, die Nieren gesund zu halten und Harnwegserkrankungen vorzubeugen. Gutes Nassfutter enthält ca. 10–12 % Rohprotein und ca. 5–8 % Rohfett (siehe „Analytische Bestandteile”). Achtung: Lass dich nicht verwirren. Der Rohprotein-Wert ist nicht gleichbedeutend mit dem Fleischanteil. Es handelt sich um einen analytischen Wert, der den reinen Proteingehalt im Labor misst.

Trockenfutter eignet sich hingegen als Leckerli oder für Intelligenzspielzeug. Es ist zwar praktisch, entzieht dem Körper bei der Verdauung jedoch Wasser. Eine ausschließliche Fütterung mit Trockenfutter stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Nieren deiner Katze dar.

Um Übergewicht zu vermeiden, solltest du die Portionen abwiegen. Füttere mehrere kleine Mahlzeiten. Füttere mindestens zwei bis drei (besser vier bis fünf) kleine Portionen über den Tag verteilt. Dies entspricht dem natürlichen Fressverhalten der Katze, die als Jägerin viele kleine Beutetiere fängt, und hält ihren Stoffwechsel stabil.

Wie viel Futter braucht eine Scottish Fold?

Diese Frage hat keine allgemeingültige Antwort in Gramm, denn der individuelle Bedarf einer Scottish Fold ist so einzigartig wie ihr Charakter. Die richtige Futtermenge hängt von vielen Faktoren ab. Das oberste Ziel ist dabei immer, ein gesundes Gewicht zu halten. Die entscheidenden Faktoren für die Futtermenge sind:

Alter:

  • Kitten (bis 12 Monate): Im Wachstum haben sie einen enormen Energiebedarf. Sie dürfen und sollen so viel fressen, wie sie möchten („ad libitum”). Biete ihnen drei bis fünf Mahlzeiten über den Tag verteilt an, damit ihr kleiner Magen nicht überfordert wird.

  • erwachsene Katze (1–9 Jahre): Der Energiebedarf sinkt. Hier ist eine genaue Kontrolle entscheidend, um Übergewicht zu vermeiden.

  • Seniorenkatzen (ab 9–13 Jahren): Der Stoffwechsel wird oft langsamer, der Energiebedarf sinkt weiter und der Bedarf an hochwertigen Nährstoffen steigt.

Aktivitätslevel:

  • Eine gemütliche Wohnungskatze, die den Tag dösend verbringt, braucht deutlich weniger Kalorien als eine Scottish Fold, die täglich ausgiebig spielt oder gesicherten Freigang genießt.

Kastrationsstatus:

  • Kastrierte Katzen haben einen um bis zu 30 % geringeren Energiebedarf als unkastrierte Katzen. Nach dem Eingriff muss ihre Futtermenge unbedingt angepasst werden, um eine schnelle Gewichtszunahme zu verhindern.

Art des Futters (Nass- vs. Trockenfutter):

  • Nassfutter hat einen hohen Wassergehalt (ca. 80 %) und dadurch eine geringere Kaloriendichte. Eine Katze kann davon größere Mengen fressen, um satt zu werden.

  • Trockenfutter ist dagegen extrem energiereich. Hier müssen schon wenige Gramm zu viel oder zu wenig genau abgewogen werden.

Praktische Anleitung zur Fütterung:

Jede Futterverpackung enthält eine Fütterungsempfehlung (z.B. Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag). Dies ist jedoch nur ein grober Richtwert! Beginne mit der empfohlenen Menge für das Idealgewicht deiner Katze.

Ein Beispiel für eine 5 kg schwere, kastrierte Scottish Fold mit normaler Aktivität:

  • nur hochwertiges Nassfutter: ca. 200-250 g pro Tag

  • nur Trockenfutter (hochwertig): ca. 50-65 g pro Tag

  • Mischfütterung: beispielsweise 100 g Nassfutter und 25-30 g Trockenfutter

Starte mit dem unteren Wert und verteile diese Menge auf mindestens drei bis vier Mahlzeiten. Wichtig ist dann die regelmäßige Kontrolle des Körperzustands deiner Katze über mehrere Wochen hinweg mit dem sogenannten Rippentest:

  • Streiche dazu sanft über den Brustkorb deiner Katze.

  • ideal: Du kannst die Rippen leicht fühlen, ohne sie zu sehen, ähnlich wie bei deinem Handrücken.

  • zu dünn: Die Rippen sind deutlich sichtbar oder fühlen sich spitz an.

  • zu dick: Du musst fest drücken, um die Rippen unter einer Fettschicht überhaupt zu spüren.

Passe die Futtermenge in kleinen Schritten (ca. 10 % weniger oder mehr) an, wenn du eine Veränderung feststellst, und beobachte das Gewicht über die nächsten zwei bis drei Wochen.

Übergewichtige Scottish Fold

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Neigt die Scottish Fold zu Übergewicht?

Ja, Scottish Folds neigen stark zu Übergewicht. Dies ist jedoch keine genetische Veranlagung im Sinne eines „langsamen Stoffwechsels”, sondern eine direkte und gefährliche Folge ihrer chronischen Gelenkerkrankung Osteochondrodysplasie (OCD). Der Hauptgrund für die Neigung zu Übergewicht ist ein klassischer Teufelskreis:

  1. Schmerz führt zu Inaktivität: Die OCD verursacht chronische Schmerzen in den Gelenken, insbesondere in den Beinen, der Wirbelsäule und dem Schwanz. Eine Katze mit Schmerzen vermeidet instinktiv jede Bewegung, die ihr Unbehagen bereitet. Sie springt nicht mehr hoch, klettert weniger, rennt seltener und führt allgemein einen ruhigeren, inaktiveren Lebensstil.

  2. Inaktivität führt zu einem geringeren Kalorienverbrauch: Weniger Bewegung bedeutet einen deutlich niedrigeren Energieverbrauch. Wenn die Futtermenge nicht entsprechend reduziert wird, nimmt die Katze unweigerlich zu.

  3. Übergewicht verstärkt den Schmerz: Jedes Gramm Übergewicht bedeutet eine zusätzliche Belastung für die bereits geschädigten und schmerzenden Gelenke. Das Gewicht erhöht den Druck, fördert Entzündungen und verschlimmert die Arthrose, was wiederum zu noch mehr Schmerzen und noch weniger Bewegung führt. Der Teufelskreis schließt sich.

Ein strenges Gewichtsmanagement ist bei dieser Rasse nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern ein zentraler Bestandteil der Schmerztherapie und der Erhaltung der Lebensqualität.

  • Schmerzlinderung: Ein schlanker Körper entlastet die Gelenke, was zu einer Schmerzlinderung führen kann und das Fortschreiten der Arthrose verlangsamen kann. Gewichtsverlust ist oft die wirksamste „Medizin” gegen Gelenkschmerzen.

  • Erhalt der Mobilität: Eine schlanke Katze bleibt länger beweglich und kann sich trotz Erkrankung besser fortbewegen.

  • Vorbeugung von Folgeerkrankungen: Übergewicht ist ein massiver Risikofaktor für weitere schwere Krankheiten wie Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Leberverfettung.

Wie du Übergewicht effektiv vermeidest:

  • kontrollierte Portionen: Halte dich an feste Fütterungszeiten und wiege das Futter ab.

  • sanfte, schmerzfreie Aktivität fördern: Das Ziel ist nicht, deine Katze zu Höchstleistungen anzuspornen, sondern sie zu sanfter Bewegung zu animieren, die ihre Gelenke schont. Tägliche, kurze Spieleinheiten mit einer Katzenangel, die du langsam über den Boden ziehst, oder das Rollen von leichten Bällen sind ideal. Vermeide Spiele, die zum Springen auf hohe Möbel oder Kratzbäume animieren. Sorge für eine interessante Umgebung mit Kratzbrettern am Boden, niedrigen Kratztonnen und leicht erreichbaren Aussichtspunkten (z.B. über Rampen).

  • intelligente Fütterung: Nutze Fummelbretter oder Snackbälle, für die sich deine Katze ihr (Trocken-)Futter erarbeiten muss. Das beschäftigt sie geistig und körperlich.

  • Leckerlis bewusst einsetzen: Leckerlis sollten für das Training oder als besondere Belohnung reserviert werden und von der täglichen Futterration abgezogen werden.

Ist die Scottish Fold anfällig für Futtermittelallergien?

Nein, die Scottish Fold gilt nicht als Rasse, die eine besondere oder genetisch bedingte Anfälligkeit für Futtermittelallergien und -unverträglichkeiten hat. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege oder verbreiteten Beobachtungen, die darauf hindeuten würden.  Allerdings können sie bei jeder Katze auftreten, unabhängig von der Rasse.

Dabei muss zwischen einer echten Allergie und einer Unverträglichkeit unterschieden werden:

  • Allergie: Eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Proteine im Futter. Die häufigsten Auslöser sind gängige Proteinquellen wie Rind, Huhn oder Fisch, manchmal auch Getreide. Symptome sind oft starker Juckreiz, Hautentzündungen und Haarausfall, aber auch Verdauungsprobleme.

  • Unverträglichkeit: Hier reagiert der Verdauungstrakt auf einen bestimmten Inhaltsstoff, ohne dass das Immunsystem beteiligt ist. Die Symptome sind meist Durchfall und Erbrechen.

Besteht der Verdacht auf eine Futtermittelallergie (z.B. durch ständiges Kratzen oder Verdauungsprobleme), kann eine Ausschlussdiät helfen, den genauen Auslöser zu identifizieren.

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Pflege: Wie pflege ich eine Scottish Fold?

Zur Routinepflege einer Katze gehören das Fell, die Zähne, die Ohren und die Krallen. Entgegen ihrem ruhigen und unkomplizierten Wesen ist die Scottish Fold keine pflegeleichte Rasse. Ihre Pflege ist anspruchsvoll und erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Voraussicht, da sie untrennbar mit der schmerzhaften Erbkrankheit Osteochondrodysplasie (OCD) verbunden ist. Die „Pflege” einer Scottish Fold ist daher in erster Linie ein proaktives Gesundheits- und Schmerzmanagement.

Fellpflege

Je nach Haarlänge ist die Fellpflege der Scottish Fold moderat bis sehr aufwendig. Das Fell ist in der Regel sehr dicht, plüschig und verfügt über eine massive Unterwolle – ein Erbe der Einkreuzung von Britisch Kurzhaar. Dies kann zu einem konstanten, teilweise starken Haarausfall führen. Katzen, die unter Gelenkschmerzen leiden, vernachlässigen zudem oft ihre eigene Fellpflege, weshalb die Fellpflege durch die Halter:innen umso wichtiger ist.

  • Scottish Fold (Kurzhaar): Mindestens einmal pro Woche gründlich bürsten, um die enorme Menge an loser Unterwolle zu entfernen und Verfilzungen vorzubeugen. Während des Fellwechsels im Frühling und Herbst ist eine häufigere Pflege (alle zwei bis drei Tage) notwendig. Ideal sind eine weiche Zupfbürste (Slicker Brush) und ein Pflegehandschuh.

  • Highland Fold (Langhaar): Hier ist eine tägliche Pflegeroutine absolut unerlässlich. Ihr feines, halblanges Fell neigt extrem schnell zu Knoten und schmerzhaften Filzplatten. Ein Metallkamm mit weiten Zinken zum Entwirren und eine Zupfbürste zur Entfernung der Unterwolle.

Die Fellpflege ist bei dieser Rasse also nicht nur eine kosmetische Maßnahme, sondern ein wichtiger Beitrag zur Hautgesundheit und zum allgemeinen Wohlbefinden – insbesondere, da die Katze diese Pflege oft nicht mehr selbst im vollen Umfang leisten kann.

Zahnpflege

Dies ist der wichtigste, aber auch am häufigsten vernachlässigte Punkt der Katzenpflege! Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und Zahnerkrankungen sind bei Katzen weit verbreitet. Sie verursachen starke Schmerzen und können zu schweren Folgeerkrankungen im ganzen Körper führen. Prävention ist hier alles.

Warum Zähneputzen? Regelmäßiges Zähneputzen ist die mit Abstand effektivste Methode, um Zahnbelag (Plaque) zu entfernen, bevor er zu hartem Zahnstein wird.

Wie geht das? Gewöhne deine Katze am besten schon als Kitten spielerisch an diese Prozedur.

  1. Besorge eine spezielle Katzenzahnbürste (oder eine sehr weiche Babyzahnbürste) und eine für Katzen geeignete Zahnpasta mit Geschmack, zum Beispiel Leber oder Geflügel.

  2. Lass sie zuerst nur die Paste vom Finger schlecken.

  3. Im nächsten Schritt berührst du mit dem Finger sanft ihre Zähne.

  4. Wenn das klappt, führst du die Zahnbürste ein und putzt vorsichtig die Außenseiten der Zähne.

Wie oft? Ideal wäre täglich, aber auch zwei- bis dreimal pro Woche ist schon ein großer Gewinn für die Gesundheit deiner Katze.

Ganz wichtig: Verwende niemals Zahnpasta für Menschen! Das darin enthaltene Fluorid und die Süßstoffe sind für Katzen giftig.

Ohrenpflege

Die namensgebenden Faltohren sind nicht nur ein optisches Merkmal, sondern stellen auch die größte pflegerische Herausforderung bei der Scottish Fold dar. Durch die Faltung wird der Gehörgang verschlossen und eine ausreichende Belüftung verhindert. Dieses geschlossene, warme und feuchte Milieu ist ein idealer Nährboden für eine Vielzahl von Problemen:

  • übermäßige Ohrenschmalzproduktion (Zerumen)

  • Ohrmilbenbefall, da diese sich in dem geschützten Klima besonders wohlfühlen

  • bakterielle Infektionen

  • Hefepilzinfektionen (z.B. Malassezia)

Diese Probleme können zu chronischen, schmerzhaften Entzündungen führen, welche das Wohlbefinden der Katze massiv beeinträchtigen. Die Pflegeroutine umfasst die Kontrolle und sanfte Reinigung.

Eine wöchentliche Kontrolle ist das absolute Minimum, um Probleme frühzeitig zu erkennen. Schaue sanft in die Ohren deiner Katze. Ein gesundes Ohr ist blassrosa, sauber und geruchlos. Achte auf Alarmsignale wie Rötungen, Schwellungen, dunkler, krümeliger oder kaffeesatzartiger Schmutz (ein starkes Indiz für Ohrmilben), übelriechender, eitriger Ausfluss oder starker, unangenehmer Geruch.

Wenn du leichten Schmutz oder Ohrenschmalz in der äußeren Ohrmuschel siehst, kannst du diesen vorsichtig entfernen. Nutze ein weiches, fusselfreies Tuch, ein Kosmetikpad oder ein Wattepad. Befeuchte das Tuch leicht mit einem milden Ohrreiniger für Katzen. Verwende niemals Wasser, Seife oder Hausmittel. Wische nur die sichtbaren Teile der Ohrmuschel und den Eingang des Gehörgangs sanft aus. Entferne den Schmutz von innen nach außen.

Absolutes Tabu: Verwende niemals Wattestäbchen (Q-Tips)! Du riskierst sonst, das empfindliche Trommelfell zu verletzen oder den Schmutz noch tiefer in den Gehörgang zu schieben. Bei Verdacht auf Milben oder eine Entzündung ist der/die Tierärzt:in dein:e Ansprechpartner:in.

Krallenpflege

Eine aktive Katze, die Zugang zu guten Kratzmöglichkeiten hat, kümmert sich in der Regel selbst um ihre Krallenpflege.

Warum ist Kratzen wichtig? Durch das Wetzen an Kratzbäumen, -brettern oder -tonnen entfernen Katzen die äußeren, alten Krallenhülsen und halten ihre „Werkzeuge” scharf.

Wann musst du nachhelfen?  Da Scottish Folds aufgrund ihrer Gelenkschmerzen oft weniger aktiv sind und sich daher weniger die Krallen abkratzen, müssen diese bei vielen Tieren regelmäßig gekürzt werden. Eine regelmäßige Kontrolle und das Kürzen der Krallen sind daher notwendig, um ein schmerzhaftes Einwachsen oder Hängenbleiben zu verhindern. Wenn du hörst, dass die Krallen auf dem Parkett oder Laminat „klicken”, sind sie wahrscheinlich zu lang.

Wie schneidet man die Krallen?

  1. Verwende eine spezielle Krallenschere oder einen Knipser für Katzen.

  2. Drücke sanft auf den Ballen, damit die Kralle ausfährt.

  3. Kürze nur die vorderste, durchsichtige Spitze.

  4. Achte unbedingt auf den rosa schimmernden Teil der Kralle – das ist „das Leben”, der durchblutete und mit Nerven durchzogene Bereich. Wenn du hier hineinschneidest, verursacht das starke Schmerzen und Blutungen!

Tipp: Mache das Krallenschneiden zu einer stressfreien Routine. Beginne mit nur einer Kralle pro Tag und belohne deine Katze im Anschluss ausgiebig. Wenn du dir unsicher bist, lass es dir beim ersten Mal von deinem/deiner Tierärzt:in zeigen.

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Medizinische Besonderheiten bei der Scottish Fold

Kleine Wurfgrößen

In der Zuchtpraxis zeigt sich, dass kleine Würfe bei der Scottish Fold die Norm sind.ᵇ Dies ist ein weiterer Faktor, der die Zucht komplexer macht und den Preis für die Kitten in Ländern, in denen sie erlaubt ist, beeinflussen kann, da es pro Wurf weniger Nachkommen gibt.

Blutgruppe B

Während die meisten Hauskatzen weltweit die Blutgruppe A haben, weist die Scottish Fold eine außergewöhnlich hohe Prävalenz der selteneren Blutgruppe B auf. Verschiedene Berichte und Studien zeigen eine Prävalenz von etwa 15 % bis 19 %. Das bedeutet, dass fast jede fünfte Scottish Fold die Blutgruppe B hat.ᵇ

Die Blutgruppe B ist keine Krankheit, sondern eine genetische Eigenschaft, die jedoch in zwei spezifischen Situationen potenziell lebensbedrohliche Konsequenzen wie die Neonatale Isoerythrolyse und Transfusionsreaktionen haben kann. Der entscheidende Punkt sind die natürlichen Antikörper im Blut. Katzen mit der Blutgruppe A haben nur schwache Antikörper gegen die Blutgruppe B. Katzen mit Blutgruppe B hingegen haben von Natur aus sehr starke und aggressive Antikörper gegen die Blutgruppe A.

Diese starken Antikörper sind die Ursache für die folgenden Risiken:

1. Neonatale Isoerythrolyse (NI): Das Züchterrisiko

Dies ist die größte Gefahr bei der Zucht und der Grund, warum seriöse Züchter:innen die Blutgruppen ihrer Tiere kennen müssen.

  • das Szenario: Eine Mutterkatze mit Blutgruppe B wird von einem Kater mit Blutgruppe A gedeckt. Die Kitten können die Blutgruppe A vom Vater erben.

  • der Mechanismus: Die Mutterkatze gibt ihre starken Anti-A-Antikörper über die erste, extrem antikörperreiche Milch (das Kolostrum) an die neugeborenen Kitten weiter.

  • die Folge: Die Antikörper der Mutter greifen die roten Blutkörperchen der Kitten an und zerstören sie. Dies führt innerhalb der ersten Lebenstage zu Schwäche, Gelbsucht und oft zum schnellen Tod der Kitten. Dieses Phänomen wird auch als „Fading Kitten Syndrome” bezeichnet.

Verantwortungsvolle Züchter:innen lassen ihre Zuchttiere deshalb auf ihre Blutgruppe testen und planen Verpaarungen sorgfältig (so sollte eine B-Katze nur mit einem B-Kater verpaart werden). Sollte dennoch eine Risikoverpaarung erfolgen, muss diese gemanagt werden. Wenn eine B-Katze A-Kitten zur Welt bringt, müssen die Kitten in den ersten 16 bis 24 Stunden von der Mutter getrennt werden. In dieser Zeit werden sie mit Ersatzmilch versorgt, bis sie die gefährlichen Antikörper nicht mehr über den Darm aufnehmen können.

2. Transfusionsreaktionen: Das Besitzerrisiko

Dieses Risiko betrifft alle Scottish Fold, die im Laufe ihres Lebens eine Bluttransfusion benötigen könnten, beispielsweise nach einem Unfall oder bei einer schweren Krankheit.

  • das Szenario: Eine Scottish Fold mit der Blutgruppe B benötigt eine Bluttransfusion. Im Notfall wird ohne Test Spenderblut der häufigsten Blutgruppe A verwendet.

  • die Folge: Die starken Anti-A-Antikörper der Scottish Fold greifen die gespendeten Blutzellen daraufhin sofort massiv an. Dies führt zu einer sofortigen, oft tödlichen Abstoßungsreaktion (anaphylaktischer Schock) und zum Zusammenbruch des Kreislaufs.

Jede:r Scottish Fold-Besitzer:in sollte sich dieser Besonderheit bewusst sein und seine:n Tierärzt:in aktiv darauf hinweisen. Vor jeder Bluttransfusion muss bei einer Scottish Fold zwingend die Blutgruppe bestimmt werden. Dies ist ein einfacher und schneller Test, der Leben rettet.

Bengalkatzen gelten als robuste Rasse.

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Gesundheit und rassetypische Krankheiten: Können Scottish Folds auch gesund sein?

Die Frage, ob eine Scottish Fold gesund sein kann, muss klar und differenziert mit „Nein” beantwortet werden. Eine Scottish Fold mit Faltohren ist per Definition niemals gesund. Das Rassemerkmal selbst ist die äußere Erscheinung einer unheilbaren, chronisch-schmerzhaften Erbkrankheit.

Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über die Gesundheit der Scottish Fold. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist das Merkmal ausgeprägt²’³’⁴’⁵. Die Scottish Fold leidet z.B. immer unter Erbkrankheiten und hat eine mäßige Lebenserwartung.

Das Gesundheitsdiagramm der Rasse verdeutlicht dies eindrucksvoll: Die Werte für Qualzuchtmerkmale und die Häufigkeit von Erbkrankheiten sind extrem hoch. Die zentrale Erbkrankheit ist die Osteochondrodysplasie (OCD). Die OCD ist keine Krankheit, die eine Scottish Fold bekommen kann – es ist eine Krankheit, die sie ist.

Eine Scottish Fold kann zwar Momente des Glücks und Wohlbefindens erleben, sie trägt jedoch von Geburt an eine schmerzhafte und fortschreitende Krankheit in sich. Die Lebenserwartung (im Diagramm als „moderat” eingestuft) wird oft nicht durch ein natürliches Altern, sondern durch die zunehmenden Schmerzen und die eingeschränkte Lebensqualität durch die OCD begrenzt. Ihre hohe Neigung zu Übergewicht ist eine direkte Folge der schmerzbedingten Inaktivität und verschlimmert den Zustand weiter.

Die einzige „gesunde” Variante dieser Rasse ist die Scottish Straight, also die Katze mit den normalen, stehenden Ohren, die das schädliche Fd-Gen nicht trägt. Sie besitzt den sanften Charakter, aber nicht das damit verbundene Leid.

Ist die Scottish Fold eine Qualzucht?

Ja, eindeutig. Die Begründung ist einfach und unumstößlich: Das Zuchtziel, die gefalteten Ohren, ist untrennbar mit einem schmerzhaften und unheilbaren Gendefekt verbunden, der zu lebenslangem Leiden führt. Es ist unmöglich, eine „gesunde” Scottish Fold mit Faltohren zu züchten. Die Zucht zielt also bewusst darauf ab, ein krankes Tier zu erschaffen.

In Deutschland ist die Zucht von Scottish-Fold-Katzen daher nach § 11b des Tierschutzgesetzes als Qualzucht verboten. In Österreich und Teilen der Schweiz existieren ähnliche Verbote oder strenge Auflagen. Die größten und renommiertesten europäischen Zuchtverbände wie die FiFe (Fédération Internationale Féline) und die GCCF (Governing Council of the Cat Fancy) haben die Rasse aus Tierschutzgründen nie anerkannt oder die Registrierung gestoppt.

Trotz der klaren rechtlichen und ethischen Lage gibt es in einigen Ländern (insbesondere den USA) und bei unseriösen Züchter:innen weiterhin Zuchtbestrebungen, die durch die hohe Nachfrage in den sozialen Medien angetrieben werden.

Was bedeutet Qualzucht? Laut Tierschutzgesetz (§ 11b) ist es verboten, Tiere so zu züchten, dass bei den Nachkommen mit Schmerzen, Leiden oder Schäden zu rechnen ist. Eine Qualzucht liegt also vor, wenn ein bestimmtes Schönheitsideal (z.B. eine extrem flache Nase, gefaltete Ohren oder Haarlosigkeit) über die Gesundheit und das Wohlbefinden des Tieres gestellt wird.

Beispiele für Qualzucht-Merkmale bei anderen Rassen:

  • Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit): Die extrem flachen Gesichter mancher Scottish Fold- oder Exotisch-Kurzhaar-Linien führen zu verengten Atemwegen, ständig tränenden Augen und Zahnfehlstellungen.

  • Knickohren (Fold-Gen): Das für die gefalteten Ohren der Scottish Fold verantwortliche Gen verursacht zwangsläufig die unheilbare und schmerzhafte Knochen- und Knorpelerkrankung Osteochondrodysplasie (OCD).

  • Schwanzlosigkeit (Manx-Gen): Das Fehlen des Schwanzes kann zu schweren Missbildungen der Wirbelsäule, zu Nervenschäden und zu Inkontinenz führen. Zudem wird das natürliche Springverhalten der Katze eingeschränkt.

  • extrem dichtes Fell: Katzen mit langem und dichtem Fell, insbesondere mit viel Unterwolle, können sich nicht artgerecht selbst pflegen. Sie sind vollständig von der täglichen Pflege durch den Menschen abhängig. Betroffen sind bspw. Scottish Fold und moderne Zuchtlinien der Britisch Kurzhaar.

  • Haarlosigkeit: Wenn Katzen kein Fell haben, beispielsweise Sphynx-Katzen, sind sie nicht mehr vor Kälte, Sonnenbrand und Verletzungen geschützt. Ihre Fähigkeit zur Thermoregulation ist stark eingeschränkt. Zudem sind die Tiere oft auf unnatürliche und für sie stressige Pflegemaßnahmen wie regelmäßiges Baden angewiesen, um Hautprobleme durch übermäßige Talgproduktion zu vermeiden.

  • deformierte oder fehlende Schnurrhaare: Schnurrhaare (Vibrissen) sind für Katzen lebenswichtige Sinnesorgane zur Orientierung, zur Messung von Öffnungen und zur Jagd. Gekräuselte, brüchige oder fehlende Schnurrhaare (wie bei manchen Rex- oder Nacktkatzen) bedeuten eine massive sensorische Einschränkung und behindern die Katze in ihrem artgerechten Verhalten.

  • Zwergwuchs: Die extrem kurzen Beine (zum Beispiel bei der Munchkin-Katze) sind die Folge eines Gendefekts, der die Knorpelentwicklung stört. Dies schränkt die natürliche Bewegungsfähigkeit der Katze – Rennen, Springen und Klettern – massiv ein und erhöht das Risiko für schmerzhafte Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (zum Beispiel Arthrose oder Lordose).

Die Verantwortung liegt bei den Käufer:innen. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Solange Käufer:innen bereit sind, für das „niedliche” Aussehen der Faltohrkatzen zu bezahlen, wird es Züchter:innen geben, die diese Tiere produzieren. Wir raten daher davon ab, sich eine Scottish Fold anzuschaffen, und empfehlen stattdessen, auf robustere Rassen wie die Europäisch Kurzhaar zurückzugreifen.

Bild: Đồng Phục Hải Triều | Unsplash

Osteochondrodysplasie (OCD) als Qualzuchtmerkmal

Die Osteochondrodysplasie (OCD) ist das zentrale Qualzuchtmerkmal der Scottish Fold. Es handelt sich dabei nicht um eine Krankheit, die die Katze „bekommen” kann, sondern um eine genetische Störung, die sie von Geburt an in sich trägt und die direkt durch das Faltohr-Gen (Fd) verursacht wird.

„Osteo” bedeutet Knochen, „Chondro” bedeutet Knorpel und „Dysplasie” bedeutet Fehlentwicklung. OCD ist demnach eine systemische Fehlentwicklung des Knorpel- und Knochengewebes im gesamten Körper. Das Gen, das den Ohrknorpel so weich macht, dass er sich falten lässt, wirkt auf alle Knorpel im Körper. Dies führt zu einer fehlerhaften Entwicklung der Gelenke und Knochen und somit zu einer fortschreitenden, schmerzhaften und unheilbaren Form der Arthrose, die das Leben der Katze massiv beeinträchtigt. Die unweigerlichen Auswirkungen der OCD sind:

  • deformierte und schmerzhafte Gelenke: Insbesondere die Hand- und Fußwurzelgelenke der Beine verdicken sich und werden steif. Dies führt zu einem staksigen, ungelenken Gang und sichtbarer Lahmheit.

  • schmerzhafte Knochenzubildungen (Exostosen): An den Gelenken bilden sich neue, unkontrollierte Knochenwucherungen, die die Beweglichkeit weiter einschränken und starke Schmerzen verursachen.

  • versteifter und verkürzter Schwanz: Der Schwanz ist oft das erste sichtbare Anzeichen. Er wird dick, unflexibel und schmerzempfindlich. Die Katze kann ihn nicht mehr normal bewegen.

  • Veränderungen der Wirbelsäule: Auch die Wirbel können sich verformen, was zu Rückenschmerzen und einer eingeschränkten Beweglichkeit führt.

  • chronische Schmerzen: Die Katze leidet unter permanenten Schmerzen, die im Laufe des Lebens schlimmer werden. Sie vermeidet Bewegungen, springt nicht mehr, zieht sich zurück und leckt sich oft zwanghaft die schmerzenden Stellen.

Die niedlichen Faltohren sind lediglich das äußere Zeichen einer schweren systemischen Erkrankung, die der Katze ein Leben voller Schmerzen garantiert. Aus diesem Grund ist die Zucht von Scottish Folds ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und ethisch nicht vertretbar. Die Unterstützung dieser Zucht durch den Kauf solcher Tiere fördert Tierleid.

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Krankheiten: Welche gesundheitlichen Probleme gibt es bei Scottish Folds?

Die Scottish Fold ist eine Rasse, deren definierendes Merkmal zugleich ihre größte gesundheitliche Bürde ist. Ihre Gesundheitsprobleme sind gravierend, chronisch und betreffen alle Katzen mit den charakteristischen Faltohren.

Die zentrale Erbkrankheit Osteochondrodysplasie (OCD) betrifft 100 % der Katzen. Die autosomal-dominante Mutation (Fd), die für die niedlichen Faltohren sorgt, ist dieselbe, die im gesamten Körper zu einer fehlerhaften Knorpelentwicklung führt. Man kann das eine nicht ohne das andere haben. Jede Katze mit Faltohren leidet also an OCD. Auch heterozygote Tiere (aus der heute üblichen Verpaarung Fold x Straight) sind betroffen, selbst wenn die Symptome milder ausfallen oder erst später im Leben sichtbar werden, beispielsweise mit sechs Jahren.

Das Leiden reicht von klinisch unauffällig bis hin zu verkrüppelnd. Typische Anzeichen sind fortschreitende Lahmheit, verdickte und steife Schwänze, geschwollene Gelenke, eine reduzierte Sprungfähigkeit und ein staksiger Gang. Die Krankheit führt zu schmerzhafter Arthrose, Knochenzubildungen (Exostosen) und Versteifungen. Eine Heilung ist nicht möglich, lediglich ein lebenslanges Management der Symptome durch Schmerzmittel, angepasste Haltung und in manchen Fällen eine lindernde Strahlentherapie ist möglich.

Weitere rassetypische Krankheiten und Veranlagungen:

  • Polyzystische Nierenerkrankung (PKD): Durch die häufige Einkreuzung von Britisch Kurzhaar- und Perserkatzen besteht bei der Scottish Fold ein erhöhtes Risiko für PKD. Bei dieser Erbkrankheit bilden sich Zysten in den Nieren, die unweigerlich zu chronischem Nierenversagen führen. Seriöse Züchter:innen (in Ländern, in denen die Zucht erlaubt ist) lassen ihre Tiere per Gentest oder Ultraschall auf PKD testen.

  • Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): HCM ist die häufigste Herzerkrankung bei Katzen und betrifft auch Scottish Folds. Dabei verdickt sich der Herzmuskel, was die Herzfunktion beeinträchtigt und zum plötzlichen Herztod führen kann. Zur Vorsorge sollte bei Zuchttieren regelmäßig ein Herzultraschall durchgeführt werden.

  • Probleme durch die Ohrform: Die gefalteten Ohren schaffen ein warmes, feuchtes und schlecht belüftetes Milieu. Dadurch wird die Rasse anfälliger für chronische Ohrentzündungen, die durch Bakterien oder Hefepilze verursacht werden, sowie für einen starken Befall mit Ohrmilben.

  • Harnwegserkrankungen (Kalziumoxalat-Steine): Es gibt Berichte über eine Rassedisposition für die Bildung von Blasensteinen aus Kalziumoxalat.

  • angeborene Taubheit: Wie bei allen Rassen mit hohem Weißanteil kann bei weißen Scottish Folds erblich bedingte Taubheit auftreten.

In welchem Alter bekommen Scottish Folds Arthrose?

Der entscheidende Punkt ist: Scottish Folds werden mit der Veranlagung für Arthrose geboren, sie bekommen sie nicht erst im Laufe ihres Lebens. Die Krankheit Osteochondrodysplasie (OCD) ist von Geburt an in ihrem Körper vorhanden. Die Frage ist also nicht, ob sie erkranken, sondern wann die klinischen, sichtbaren Symptome und Schmerzen beginnen.

Das Alter, in dem die Symptome beginnen, hängt maßgeblich davon ab, ob die Katze den Gendefekt (Fd) von einem oder von beiden Elternteilen geerbt hat.

Bei homozygoten Tieren (aus Fold x Fold-Verpaarungen):

  • genetischer Typ: Fd/Fd (Defektgen von beiden Eltern)

  • Symptombeginn: extrem früh, oft schon zwischen dem 4. und 6. Lebensmonat.

  • Verlauf: Diese Tiere leiden an der schwersten und aggressivsten Form der OCD. Die Krankheit führt oft schon im Kitten- oder Jungtieralter zu Verkrüppelungen. Sie zeigen massive Knochendeformationen, extrem kurze und steife Schwänze sowie eine schwere, schmerzhafte Lahmheit.

  • ethische Einordnung: Die Verpaarung von zwei Faltohrkatzen ist die grausamste Form der Zucht dieser Rasse und wird selbst von den meisten Befürworter:innen als unethisch abgelehnt. Die Kitten sind von Anfang an schwerstkrank.

Bei heterozygoten Tieren (aus Fold x Straight-Verpaarungen):

  • genetischer Typ: Fd/fd (Defektgen von einem Elternteil).

  • Symptombeginn: hochgradig variabel. Die Symptome können jederzeit auftreten – von der Jugend bis ins hohe Alter.

  • Verlauf: Dies ist die „übliche” Form, die man heute bei den meisten Scottish Folds findet. Der Krankheitsverlauf ist oft schleichender und die Symptome sind anfangs subtiler. Manchmal zeigen sich erste Anzeichen wie ein leicht steifer Gang oder eine Abneigung gegen hohe Sprünge bereits im Alter von ein oder zwei Jahren. Bei anderen Tieren werden klinische Symptome erst im mittleren Alter, manchmal erst mit sechs Jahren oder später, für den Halter sichtbar.

Wichtig: Auch wenn die Symptome erst spät auftreten, schreiten die degenerativen Veränderungen in den Gelenken von Geburt an unaufhaltsam fort. Eine Katze ist nicht „gesund”, nur weil man es noch nicht sieht.

Die Aufgabe verantwortungsvoller Halter:innen (idealerweise aus dem Tierschutz) ist es deshalb, nicht abzuwarten, bis die Katze lahmt, sondern proaktiv nach den ersten, subtilen Anzeichen Ausschau zu halten. Ein ruhiges Wesen und eine geringe Sprungfreudigkeit sind bei dieser Rasse niemals nur Charakterzüge, sondern fast immer erste, ernstzunehmende Symptome ihrer chronischen Schmerzerkrankung.

Scottish Fold Katze im sog. Buddha-Sitz

Bild: erstellt mit KI | Google AI Studio

Krankheiten erkennen: Auf welche Symptome muss ich bei der Scottish Fold achten?

Du kennst deine Katze am besten. Diese enge Verbindung ist für die Scottish Fold überlebenswichtig. Während alle Katzen Meister darin sind, Schmerzen zu verbergen, ist diese Rasse gezwungen, mit einer chronischen, angeborenen Schmerzerkrankung (OCD) zu leben. Deine wichtigste Aufgabe ist es daher, nicht auf den Ausbruch einer Krankheit zu warten, sondern permanent auf subtile Anzeichen von Schmerzschüben und eine fortschreitende Verschlechterung der Gelenke zu achten.

Achte auf diese spezifischen Warnsignale, die bei der Scottish Fold fast immer auf die OCD zurückzuführen sind:

  • Lahmheit oder ein „staksiger” Gang: das offensichtlichste Zeichen. Die Katze läuft unrund, steif oder „eiert”.

  • Vermeiden von Sprüngen: Sie zögert, auf das Sofa zu springen, das sie früher mühelos erklommen hat, oder sie benutzt einen Zwischenschritt, beispielsweise den Stuhl.

  • veränderte Sitz- und Liegepositionen: Der sogenannte „Buddha-Sitz” (auf dem Hintern mit ausgestreckten Beinen) oder andere ungewöhnliche Haltungen dienen oft der Entlastung schmerzender Gelenke.

  • steifer, dicker und unflexibler Schwanz: Ein entscheidendes Frühwarnzeichen! Der Schwanz lässt sich nicht mehr locker und geschmeidig bewegen.

  • Widerwillen beim Hochheben: Sie reagiert empfindlich oder abwehrend, wenn sie hochgenommen wird, da dies Druck auf die schmerzenden Gelenke und die Wirbelsäule ausübt.

  • zögerliches Treppensteigen

  • plötzlicher Rückzug oder Aggressivität: Schmerz macht reizbar. Eine Katze, die plötzlich faucht, kratzt oder sich versteckt, leidet oft.

  • zwanghaftes Lecken: Das intensive Lecken bestimmter Gelenke (oft an den Pfoten oder Beinen) ist ein Versuch, den chronischen Schmerz zu lindern. Dies wird oft fälschlicherweise als Allergie interpretiert.

  • ungepflegtes Fell: Wenn die Gelenke schmerzen, wird die Fellpflege zur Qual. Ein stumpfes, fettiges oder verfilztes Fell, insbesondere am Rücken und am hinteren Teil des Körpers, ist ein klares Alarmsignal.

  • plötzliche Unsauberkeit: Dies kann darauf hindeuten, dass der hohe Einstieg der Katzentoilette Schmerzen verursacht.

  • Appetitlosigkeit: Starke Schmerzen können dazu führen, dass die Katze nichts mehr frisst.

  • Gewichtszunahme: Dies ist ein schleichendes, aber gefährliches Symptom. Es zeigt an, dass sich die Katze zu wenig bewegt, und verschlimmert gleichzeitig die Gelenkschmerzen.

Generell gilt bei einer Scottish Fold: Vertraue deinem Bauchgefühl, aber warte nicht, bis die Symptome offensichtlich sind. Gehe proaktiv davon aus, dass deine Katze Schmerzen hat, und arbeite eng mit deinem/deiner Tierärzt:in zusammen, um ein effektives, lebenslanges Schmerzmanagement zu etablieren. Eine frühzeitige und konsequente Behandlung kann deiner Katze viele Jahre Lebensqualität schenken.

Was tun, wenn Symptome auftreten?

Du bemerkst ein Symptom bei deiner Katze und fragst dich: „Ist das ein Notfall oder nur eine Kleinigkeit?” Bevor du sofort in die Tierarztpraxis fährst oder abwartest und dir Sorgen machst, gibt es eine moderne erste Anlaufstelle.

Telemedizinische Angebote wie der von Tierärzt:innen entwickelte confidu Diagnose Finder helfen dir, die Situation sofort einzuschätzen.

  • bei leichten Problemen: Du erhältst eine tierärztliche Anleitung, wie du deiner Katze bei Symptomen wie leichtem Durchfall oder Erbrechen selbst helfen kannst – oft reichen schon eine Schonkost oder einfache Hausmittel.

  • zur Ursachenforschung: Du kannst direkt einen Labortest für eine Kotprobe anfordern, um der Ursache selbst auf den Grund zu gehen.

  • bei ernsten Anzeichen: Stuft der Diagnose Finder die Symptome als ernsthaft ein, erhältst du die klare Empfehlung, umgehend eine Tierarztpraxis aufzusuchen.

So erhältst du sofort eine verlässliche Orientierung, vermeidest unnötige Praxisbesuche bei Kleinigkeiten und stellst sicher, dass du bei echten Notfällen keine wertvolle Zeit verlierst.

Bild: Deniz Demirci | Unsplash

Wann sollte man eine Scottish Fold einschläfern?

Die Entscheidung, eine geliebte Katze gehen zu lassen, ist die schwerste, die Tierhalter:innen treffen müssen. Bei einer Scottish Fold ist diese Entscheidung oft nicht das Ende eines gesunden, langen Lebens, sondern ein Akt der Gnade, um ein Leben zu beenden, das von chronischen Schmerzen dominiert wird. Es ist der letzte und größte Liebesdienst, den du deiner Katze erweisen kannst.

Der richtige Zeitpunkt ist gekommen, wenn die schlechten Tage die guten dauerhaft überwiegen und eine angemessene Lebensqualität nicht mehr gewährleistet werden kann. Beobachte deine Katze genau. Die folgenden Punkte sind ernste Anzeichen dafür, dass das Leiden das erträgliche Maß möglicherweise übersteigt:

  • Schmerz, der nicht mehr kontrollierbar ist: Trotz regelmäßiger Gabe von Schmerzmitteln zeigt die Katze ständig Anzeichen von Unwohlsein. Sie zieht sich zurück, reagiert aggressiv auf Berührungen, knurrt oder faucht bei Bewegung und hat keine entspannten Momente mehr. Die Dosierung der Schmerzmittel müsste so hoch sein, dass starke Nebenwirkungen (z.B. Nieren- oder Leberschäden) drohen.

  • Verlust der Mobilität: Die Katze kann sich nicht mehr ohne Anstrengung aufrichten oder hinlegen. Sie vermeidet den Gang zur Katzentoilette oder zum Futternapf, da der Weg zu schmerzhaft ist. Sie liegt nur noch an einem einzigen Ort.

  • Verlust der Lebensfreude: Sie zeigt keinerlei Interesse mehr an Dingen, die ihr früher Freude bereitet haben. Sie reagiert nicht mehr auf sanfte Spielangebote, sucht keinen Kontakt mehr zu Menschen oder Artgenossen und hat den „Glanz” in ihren Augen verloren. Sie existiert nur noch, aber sie lebt nicht mehr.

  • Verlust der grundlegenden Körperfunktionen: Sie kann die Katzentoilette nicht mehr benutzen, weil der Einstieg zu hoch ist oder die Haltung schmerzt. Sie frisst nicht mehr, da das Stehen am Napf oder die Bewegung dorthin zu schmerzhaft ist. Aufgrund von Steifheit und Schmerzen kann sie sich nicht mehr putzen, was zu Verfilzungen und Hautproblemen führt.

Ein „Gute-Tage-schlechte-Tage-Kalender“, in dem du jeden Tag den Zustand deiner Katze notierst, kann dir helfen, ein objektives Bild über einen längeren Zeitraum zu erhalten und nicht nur den aktuellen Moment zu bewerten.

Du musst diese Entscheidung nicht alleine treffen. Dein:e Tierärzt:in ist dein:e wichtigste:r Partner:in. Schildere deine Beobachtungen offen und ehrlich. Er/sie kann den medizinischen Zustand beurteilen und dir eine ehrliche Prognose geben, ob eine weitere Behandlung eine Besserung verspricht oder nur das Leiden verlängert.

Die Entscheidung für die Euthanasie fühlt sich oft wie ein Versagen an, bei einer Scottish Fold ist sie jedoch das Gegenteil. Sie ist die Anerkennung der Realität ihrer Krankheit. Du beendest kein glückliches, lebenswertes Leben, sondern du beendest unkontrollierbares Leiden. Es ist ein Akt tiefster Liebe und Verantwortung.

Wie kann ich Krankheiten vorbeugen?

Als verantwortungsvolle:r Halter:in kannst du aktiv dazu beitragen, das Risiko für viele Krankheiten zu minimieren und die Lebensqualität deiner Katze entscheidend zu verbessern. Die folgenden Punkte sind die Grundpfeiler einer jeden guten Gesundheitsvorsorge.

  • Impfungen: Eine solide Grundimmunisierung gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen und Katzenseuche ist der grundlegende Schutz für jede Katze und sollte niemals vernachlässigt werden.

  • Parasitenschutz: Ein konsequenter Schutz vor Parasiten wie Flöhen, Zecken und Würmern ist unerlässlich, um Folgeerkrankungen wie Hautentzündungen oder einen starken Wurmbefall zu vermeiden.

  • gesunde Ernährung: Eine artgerechte und hochwertige Ernährung mit einem hohen Fleischanteil bildet die Basis für ein starkes Immunsystem und beugt ernährungsbedingten Krankheiten vor.

  • Bewegung und Beschäftigung: Tägliche Spieleinheiten und eine anregende Umgebung mit Klettermöglichkeiten halten deine Katze körperlich fit, geistig ausgelastet und helfen dabei, Übergewicht zu verhindern.

  • regelmäßige Pflege: Durch routinemäßige Pflege, insbesondere das Zähneputzen, erkennst du Veränderungen am Körper deiner Katze frühzeitig und beugst schmerzhaften Erkrankungen vor.

  • Stress minimieren: Ein stabiles, harmonisches Umfeld mit festen Routinen und sicheren Rückzugsorten reduziert chronischen Stress, der das Immunsystem schwächen und Krankheiten auslösen kann.

  • tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen: Ein jährlicher Gesundheits-Check-up in der Tierarztpraxis, auch wenn deine Katze gesund erscheint, ist unerlässlich, um einen professionellen Blick auf ihren Zustand zu werfen und eine Basis für zukünftige Vergleiche zu schaffen.

Die Henkel von Papiertüten können für Katzen zu einem Verletzungsrisiko werden.

Bild: Yaryna Politylo | Unsplash

Wie kann ich Unfällen und Vergiftungen vorbeugen?

Eine katzensichere Wohnung ist die beste Lebensversicherung für deine neugierige Katze und schützt sie vor den häufigsten Gefahren des Alltags.

  • Fenster und Balkone: Sichere gekippte Fenster mit einem speziellen Schutz und statte Balkone mit einem Katzennetz aus, um tödliche Stürze zu verhindern.

  • giftige Pflanzen: Verbanne alle für Katzen giftigen Zimmerpflanzen, insbesondere hochtoxische Lilien, vollständig aus deinem Haushalt und von deinem Balkon. Im Gift-Lexikon von confidu findest du eine Übersicht sowie detaillierte Beschreibungen der häufigsten Giftpflanzen und weitere Giftstoffe für Hunde und Katzen.

  • gefährliche Substanzen: Bewahre Putzmittel, Medikamente, Chemikalien und Frostschutzmittel immer außer Reichweite in fest verschlossenen Schränken auf.

  • menschliche Lebensmittel: Gib deiner Katze niemals für sie giftige menschliche Lebensmittel wie Schokolade, Zwiebeln oder Weintrauben und lasse Essensreste nicht offen stehen.

  • kleine Gegenstände und Schnüre: Lasse niemals Schnüre, Wollfäden, Haargummis oder kleine Plastikteile unbeaufsichtigt herumliegen, da diese verschluckt zu einem lebensgefährlichen Darmverschluss führen können.

  • Haushaltsgeräte: Kontrolliere vor dem Start immer die Trommel von Waschmaschine und Trockner, da diese bei Katzen beliebte, aber lebensgefährliche Verstecke sind.

Absicherung: Welche Versicherung braucht die Scottish Fold?

Für Scottish Fold ist eine Krankenversicherung keine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit. Aufgrund ihrer angeborenen, chronischen Erbkrankheit Osteochondrodysplasie (OCD) ist sie von Geburt an ein „Dauerpatient”. Die Frage ist nicht, ob hohe Tierarztkosten anfallen werden, sondern nur, wann und in welchem Ausmaß. Ohne eine solide finanzielle Absicherung kann die lebenslange Behandlung schnell unbezahlbar werden.

Grundsätzlich gibt es zwei Versicherungsmodelle:

  • OP-Versicherung: Dies ist die grundlegende Absicherung. Sie übernimmt die Kosten für notwendige chirurgische Eingriffe, sei es nach einem Unfall oder aufgrund einer Krankheit. Eine reine OP-Versicherung ist für eine Scottish Fold nicht ausreichend. Zwar würde sie für eine eventuelle Operation aufkommen, doch die viel höheren und regelmäßigeren Kosten für Medikamente, Diagnostik und Therapien zur Schmerzbehandlung wären nicht abgedeckt. Eine solche Versicherung täuscht eine falsche Sicherheit vor.

  • Vollkrankenschutz: Er ist das „Rundum-sorglos-Paket”. Zusätzlich zu den Operationskosten deckt diese Versicherung auch die Kosten für ambulante und konservative Behandlungen ab. Dies ist die einzige wirklich sinnvolle Versicherung für eine Scottish Fold. Eine reine OP-Versicherung greift zu kurz, denn die Hauptkosten entstehen nicht durch einzelne Operationen, sondern durch die lebenslange, konservative Behandlung der chronischen Arthrose.

Lies das Kleingedruckte! Einige Versicherungen schließen die Behandlung von angeborenen und erblichen Krankheiten aus. Da es sich bei der OCD um eine solche Krankheit handelt, musst du zwingend einen Tarif wählen, bei dem diese explizit eingeschlossen ist, sofern die Krankheit nicht schon vor Vertragsabschluss diagnostiziert wurde. Schließe die Versicherung am besten direkt nach der Aufnahme des Tieres ab.

Junge Scottish Fold Katze

Bild: katya-guseva0 | Pixabay

Lebensphasen: So altert die Scottish Fold

Wie lange lebt eine Scottish Fold?

Die potenzielle Lebenserwartung einer Scottish Fold wird oft mit 12 bis 15 Jahren angegeben. Das entspricht der Lebenserwartung einer durchschnittlichen Rassekatze. Diese Angabe ist jedoch hochgradig irreführend und verschleiert die tragische Realität dieser Rasse. Die entscheidenden Faktoren, die die Lebensdauer wirklich bestimmen, sind die genetische Ausprägung der Osteochondrodysplasie (OCD) und die Qualität der lebenslangen medizinischen Versorgung.

Die Lebensspanne einer Scottish Fold endet oft nicht auf natürliche Weise, sondern durch eine humane Euthanasie, wenn die chronischen Schmerzen nicht mehr kontrollierbar sind und die Lebensqualität nicht mehr gegeben ist. Viele Halter:innen und Tierärzt:innen entscheiden sich für diesen Schritt, um dem Tier weiteres Leiden zu ersparen. Dadurch verkürzt sich die statistische Lebenserwartung der Rasse im Vergleich zu gesunden Katzen erheblich.

Wie alt wurde die älteste Scottish Fold Katze?

Anders als beim allgemeinen Rekord für die „älteste Katze der Welt” gibt es für die spezifische Rasse Scottish Fold keinen offiziell verifizierten Rekordhalter.

Wann sind Scottish Fold ausgewachsen?

Hier muss zwischen körperlicher und geistiger Reife unterschieden werden:

Körperlich erreicht eine Scottish Fold ihre volle Größe und ihr endgültiges Gewicht in der Regel mit etwa 12 Monaten. Oft festigen sich ihre Persönlichkeit und ihr Charakter erst vollständig, wenn sie zwei bis drei Jahre alt ist. Die Phase dazwischen kann als ihre „Teenager-Zeit” bezeichnet werden, in der sie noch sehr verspielt und manchmal auch etwas stürmisch ist.

Ab wann ist eine Scottish Fold ein Senior?

Die Scottish Fold gilt ab 9 - 13 Jahren als Senior. Ab 13 Jahren erreicht sie die geriatrische Lebensphase. Wenn deine Katze ein höheres Alter erreicht, sind einige liebevolle Anpassungen nötig, um ihre veränderte körperliche und geistige Fitness auszugleichen und ihr einen komfortablen und würdevollen Lebensabend zu ermöglichen:

  • Barrierefreiheit schaffen: Was früher ein Katzensprung war, kann nun eine Hürde sein. Erleichtere deiner Katze den Zugang zu ihren Lieblingsplätzen (Fensterbank, Sofa) mit kleinen Rampen oder Hockern, die als Stufe dienen. Eine Katzentoilette mit niedrigem Einstieg schont die Gelenke.

  • Ernährung anpassen: Wechsle zu einem hochwertigen Senior-Futter. Dieses ist oft kalorienreduziert, um Übergewicht vorzubeugen. Es enthält hochverdauliche Proteine, die die Nieren schützen, und ist mit Nährstoffen angereichert, die die Gelenke unterstützen. Für ältere Katzen mit eventuellen Zahnproblemen ist Nassfutter oft angenehmer zu fressen.

  • intensiviere die Gesundheitsvorsorge: Der jährliche Gesundheits-Check-up wird nun zum halbjährlichen Senioren-Check-up. Eine regelmäßige Blutuntersuchung ist jetzt entscheidend, um altersbedingte Krankheiten wie Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenüberfunktion frühzeitig zu erkennen.

  • Pflege unterstützen: Arthrose kann die Fellpflege erschweren. Hilf deiner Katze deshalb mit sanften Bürsten-Einheiten, ihr Fell sauber und filzfrei zu halten. Achte auch vermehrt auf die Krallen, die sich eventuell nicht mehr so gut abnutzen.

  • Ruhe und Komfort bieten: Ein Senior schläft mehr und schätzt seine Ruhe. Sorge deshalb für viele warme, weiche und zugluftfreie Schlafplätze. Eine Heizdecke oder ein Wärmekissen werden oft dankbar angenommen.

  • Spiel und Geist fit halten: Die wilden Jagdspiele werden weniger, aber geistige Anregung bleibt wichtig. Biete ihm ruhigere Spiele am Boden an, nutze Fummelbretter oder gönne ihm einfach mehr Zeit für gemütliche Schmuse- und Kuscheleinheiten.

Kastration: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die Kastration ist kein optionaler, sondern ein fundamentaler und unverzichtbarer Bestandteil einer verantwortungsvollen Katzenhaltung.

Idealerweise erfolgt die Kastration vor der Geschlechtsreife, die je nach Katze zwischen dem 4. und 9. Lebensmonat eintritt. Die meisten Tierärzt:innen empfehlen eine Kastration im Alter von etwa 5 bis 8 Monaten. Viele Tierheime und Züchter:innen praktizieren die sogenannte Frühkastration (bereits mit 10 bis 14 Wochen). Diese ist nachweislich sicher und hat viele Vorteile.

Ein wichtiger Mythos ist die Vorstellung, eine Katze müsse „einmal rollig werden” oder „einmal Junge bekommen”. Dies ist ein rein menschlicher Gedanke, der keinerlei gesundheitlichen oder psychologischen Nutzen für das Tier hat – im Gegenteil, er birgt nur Risiken.


Das confidu Katzenrassen-Lexikon wird von unseren Tierärzt:innen nach aktuellem wissenschaftlichen Standard mithilfe von aktueller Literatur und neuesten Studien verfasst.

Quellen:

a The Cat Encyclopedia: The Definitive Visual Guide, Dorling Kindersley, 2014 Dorling Kindersley Limited

b Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds, J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia

1 Zur Beurteilung des Verhaltens wurden verschiedene Merkmale berücksichtigt, darunter Aktivitätslevel, Verspieltheit, Gelehrigkeit, Intelligenz, Vokalisieren und Lautstärke, Selbstständigkeit, Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Verträglichkeit mit Kindern und Verträglichkeit mit Haustieren. Jede Katzenrasse wurde anhand dieser Eigenschaften auf einer Skala von 1 (am wenigsten ausgeprägt) bis 10 (am stärksten ausgeprägt) bewertet. (Quelle: Encyclopedia of Cat Breeds, 2nd Edition by J. Anne Helgren, April 2013)

2 Die Lebenserwartung wurde in Anlehnung an "Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds", J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia sowie "Life tables of annual life expectancy and risk factors for mortality in cats in the UK", Kendy Tzu-yun Teng et al., Februar 2024, Journal of Feline Medicine and Surgery erstellt.

3 Die Gesundheitsparameter Anfälligkeit für Krankheiten, Auftreten von Erbkrankheiten und Anfälligkeit für Übergewicht wurden in Anlehnung an "Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds", J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia erstellt.

Die Klassifizierung der Krankheitsanfälligkeit basiert auf der Anzahl und Häufigkeit von Krankheiten.

Basierend auf der durchschnittlichen Anzahl von Krankheiten pro Rasse wurde eine Einteilung in 10 Klassen vorgenommen. Rassen, bei denen 0-10 Krankheiten auftreten, werden der Klasse 1 zugeordnet, Rassen mit mehr als 90 Krankheiten der Klasse 10.

Abhängig von der Häufigkeit des Auftretens der Krankheiten wurde eine weitere Einteilung in 10 Klassen vorgenommen. Dazu wurden alle bekannten Häufigkeiten pro Rasse addiert und das Minimum (Summe aller Häufigkeiten, 1) berechnet. Daraus wurde eine Klasse zwischen 1 (Wert liegt zwischen 0-10%) und 10 (Wert liegt über 90%) gebildet.

Aus den beiden Klassen (Anzahl der Erkrankungen und Häufigkeit der Erkrankungen) ergibt sich die Gesamteinstufung der Krankheitsanfälligkeit als Maximum.

Die Einstufung der Erbkrankheiten erfolgt analog zur Einstufung der Krankheitsanfälligkeit.

4 Die Einstufung hinsichtlich der Qualzuchtmerkmale erfolgt auf der Grundlage der Anzahl und Ausprägung der Qualzuchtmerkmale, die in einer Rasse häufig auftreten. Dazu gehören Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit), Knickohren (Fold-Gen), Schwanzlosigkeit (Manx-Gen), extrem dichtes Fell, Haarlosigkeit, deformierte oder fehlende Schnurrhaare, Zwergwuchs, Vielfingrigkeit, helle Fell- und Augenfarbe. Rassen mit einem Qualzuchtmerkmal wurden in Klasse 4, Rassen mit 2 Merkmalen in Klasse 7 und Rassen mit 3 und mehr oder stark das Leben beeinträchtigenden Merkmalen in Klasse 10 eingestuft. Als Quelle wurde https://www.bundestieraerztekammer.de/tierhalter/qualzuchten/ verwendet.

5 Der Pflegeaufwand wurde "The Cat Encyclopedia, Dorling Kindersley", First American Edition, DK, 2014 entnommen. Ein besonders hoher Pflegeaufwand wurde mit maximal 10 Punkten bewertet, ein besonders niedriger mit einem Punkt. Dies setzt sich wie folgt zusammen: Die Angabe zur Fellpflege wurde in maximal 6 Punkte umgewandelt, wobei wöchentlich 1 Punkt, wöchentlich bis 2–4-mal wöchentlich 2 Punkte, wöchentlich bis täglich 3 Punkte , 2–4-mal wöchentlich 4 Punkte, 2–4-mal wöchentlich bis täglich = 5 Punkte und täglich 6 Punkte entspricht. Zusätzliche Punkte wurden für eine erforderliche Augenpflege vergeben: 1 Punkt, wenn regelmäßige Augenpflege nötig, und 2 Punkte, wenn täglich Augenpflege nötig ist. Für eine über das normale Maß hinausgehende Pflege von Krallen, Zähnen, Ohren oder Haut gibt es zusätzlich maximal 2 Punkte.