Lexikon der Katzenrassen
Tauche ein in detaillierte Rasseporträts und entdecke alles über Wesen, Erscheinungsbild und Herkunft der eleganten Samtpfoten. Finde fundierte Ratgeber-Artikel zur optimalen Ernährung, liebevollen Pflege und zum Verständnis des Katzenverhaltens.
Egal, ob du die perfekte Katzenrasse für deinen Lebensstil finden oder dein Wissen über deinen treuen Begleiter vertiefen möchten – hier wirst du fündig.
Siamkatze
Geschwätzige Prinzessin aus dem Fernen Osten
Titelbild: Felinlove | Wikimedia Commons
Inhaltsverzeichnis
Rasseprofil
Körpergröße: mittel
Gewicht: 3 - 5 kg
Farbe: Point-Katze (heller Körper, dunkle Points), klassische Farben: Seal, Blue, Chocolate, Lilac
Fell: kurz, fein, seidig
Charakter: intelligent, neugierig, sehr kommunikativ, anhänglich, verspielt
Anspruch an Haltung: hoch
Lebenserwartung: 15 - 20 Jahre (Medianwert laut Studie jedoch nur 11,69 Jahre²)
Anerkennung durch Verbände: FIFe, WCF, TICA, CFA
Herkunft: Siam (heutiges Thailand)
Synonym: Siamie
Spitzname: Siam, Thai-Katze
Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über die Eigenschaften der Siamkatze. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist die Eigenschaft ausgeprägt¹’²’³’⁴’⁵. Die Siamkatze ist z.B. sehr krankheitsanfällig und hat einen geringen Pflegeaufwand.
Siamkatze (Blue-Point)
Bild: Heikki Siltala | Wikimedia Commons
Aussehen: Wie sieht eine Siamkatze aus?
Die Siamkatze ist eine mittelgroße Rasse, die jedoch durch ihre Eleganz und Schlankheit auffällt. Sie wiegt zwischen 3 - 5 kg, die Kater sind meist größer als die Katzen. Ihr Erscheinungsbild ist geprägt von langen Linien, einem markanten, keilförmigen Kopf und der einzigartigen Point-Färbung mit leuchtend blauen Augen. Heute unterscheidet man hauptsächlich zwischen dem modernen, sehr schlanken Typ und dem traditionellen, kräftigeren Typ.
Das Fell ist kurz, fein und seidig mit sehr wenig Unterwolle. Es liegt eng am Körper an und fühlt sich wunderbar weich an. Die Siam ist eine Point-Katze. Das bedeutet, dass der Körper eine helle Grundfarbe hat, während die kühleren Körperstellen – Gesicht (Maske), Ohren, Beine und Schwanz – eine deutlich dunklere Färbung aufweisen. Diese charakteristische Färbung ist ein Teilalbinismus und wird durch das rezessive „Himalayan-Gen“ (cs cs) verursacht. Die Farbpigmente entwickeln sich nur unterhalb einer bestimmten Körpertemperatur. Siam-Kitten werden fast weiß geboren und dunkeln mit der Zeit nach. Interessant: Die Umgebungstemperatur beeinflusst die Farbintensität – in wärmeren Klimazonen sind die Points oft heller. Und wird einer Siamkatze für eine Infusion oder Operation eine Stelle am warmen Körper rasiert, wächst das Fell dort zunächst dunkel nach, da die Haut an der rasierten Stelle abkühlt. Es dauert Monate, bis die helle Körperfarbe zurückkehrt.
Die klassischen, in Amerika anerkannten Farben sind:
Seal-Point: beigefarbener Körper mit tiefbraunen bis schwarzen Abzeichen
Blue-Point: bläulich-weißer Körper mit schiefergrauen Abzeichen
Chocolate-Point: elfenbeinfarbener Körper mit milchschokoladenfarbenen Abzeichen
Lilac-Point: reinweißer („frostiger”) Körper mit blassgrauen, rosaschimmernden Abzeichen
In Europa werden oft weitere Farben (z.B. Red-Point, Cream-Point, Tabby-Point) als Siamkatzen anerkannt, während diese in den USA als eigene Rasse, die „Colorpoint Shorthair”, geführt werden.
Siamkatze (Lilac-Point)
Bild: Martin Bahmann | Wikimedia Commons
Das markanteste Merkmal ist der lange, keilförmige Kopf, der von der Nasenspitze zu den Ohren eine perfekte Dreiecksform bildet. Die großen, spitz zulaufenden Ohren sind so platziert, dass sie die äußeren Linien dieses Keils optisch fortsetzen. Im Profil zeigt das Gesicht keinen „Stop” (Unterbrechung), die Nase ist lang und gerade. Die Augen sind stets intensiv leuchtend saphirblau. Sie sind mandelförmig, mittelgroß und leicht schräg gestellt, was zum typisch orientalischen Ausdruck der Rasse beiträgt.
Der Körper ist lang, röhrenförmig und muskulös, dabei aber immer elegant und feingliedrig. Er wird von einem langen, schlanken Hals und hohen, schlanken Beinen getragen, die in kleinen, ovalen Pfoten enden. Der Schwanz ist ebenfalls sehr lang und dünn und verjüngt sich zu einer feinen Spitze wie eine Peitsche. Er sollte keine Knicke aufweisen.
Siamkatze vom Typ „Applehead” (Chocolate-Point)
Bild: rawibiza | Pixabay
Neben dem modernen, sehr schlanken Ausstellungstyp gibt es den traditionellen Siam, auch „Applehead” genannt. Dieser ursprüngliche Typ hat einen runderen Kopf (daher „Apfelkopf“), einen kräftigeren, stämmigeren Körperbau und wirkt insgesamt kompakter. Obwohl er nicht dem modernen Show-Standard entspricht, ist er in fast allen Verbänden als Siamkatze registriert. Sein Körperbau ähnelt dem der verwandten Tonkanese.
Haaren Siamkatzen viel?
Nein, Siamkatzen haaren vergleichsweise wenig. Ihr kurzes, feines Fell hat kaum Unterwolle, weshalb sie das ganze Jahr über nur minimal haaren. Das macht sie pflegeleichter als viele andere Rassen. Es reicht aus, sie gelegentlich zu bürsten, um lose Haare zu entfernen und ihr seidiges Fell glänzend zu halten.
Charakter und Verhalten: Wie ist das Wesen der Siamkatze?
Die Siamkatze ist alles andere als ein stiller Stubenhocker. Sie ist eine extrovertierte, hochintelligente und oft fordernde Persönlichkeit, die eine extrem enge Bindung zu ihren Menschen aufbaut. Ihr Wesen lässt sich am besten anhand der Kategorien aus dem Diagramm beschreiben.
Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über das Verhalten der Siamkatze. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist das Verhalten ausgeprägt.¹ Die Siamkatze ist z.B. sehr aktiv und verspielt und ist mäßig bis wenig gut verträglich mit Kindern.
Bewegung & Charakter (hellblaue Zone)
In diesem Bereich zeigt die Siamkatze ihre Spitzenwerte. Sie ist eine der aktivsten und cleversten Katzenrassen überhaupt. Intelligenz und Gelehrigkeit sind sehr ausgeprägt. Siamkatzen sind extrem klug und lernfähig. Sie verstehen schnell Zusammenhänge und können sogar Tricks wie Apportieren oder das Laufen an der Leine lernen, was oft als „hundeähnlich” beschrieben wird. Diese Intelligenz muss gefördert werden, beispielsweise durch Clickertraining oder Fummelbretter.
Auch Verspieltheit und Aktivitätslevel sind enorm hoch. Siamkatzen sind temperamentvoll, verspielt bis ins hohe Alter und lieben es zu toben. Da sie exzellente Springer sind, benötigen sie viel Platz und Klettermöglichkeiten, um ihre Energie abzubauen. Sie brauchen tägliche, interaktive Spielzeit.
Sozialverhalten (dunkelblaue Zone)
Das Sozialverhalten ist das Herzstück des Siam-Charakters. Sie sind voll und ganz auf ihre Bezugspersonen fixiert. Vokalisieren und Lautstärke sind bei dieser Rasse legendär hoch. Die Siamkatze ist berühmt – und manchmal berüchtigt – für ihre Gesprächigkeit. Sie kommentiert alles mit einer lauten, durchdringenden Stimme, die laut Berichten manchmal an das Weinen eines Babys erinnern kann.
Auch das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit ist sehr ausgeprägt. Eine Siamkatze will immer und überall dabei sein. Sie folgt ihrem Lieblingsmenschen auf Schritt und Tritt und fordert aktiv Streicheleinheiten und Spielaufforderungen ein. Dafür ist die Selbstständigkeit sehr gering. Dies ist die Kehrseite ihrer Anhänglichkeit. Siamkatzen sind sehr ungern allein und können bei zu wenig Zuwendung Verhaltensprobleme entwickeln. Sie sind daher für Menschen, die viel außer Haus sind, ungeeignet.
Bild: liliy2025 | Pixabay
Verträglichkeit (gelbe Zone)
Aufgrund ihres geselligen Wesens ist die Siamkatze in der Regel eine gute Familienkatze. Sie ist i.d.R. mit Kindern verträglich. Ihre verspielte und robuste Art macht sie zu einem guten Partner für Kinder – vorausgesetzt, diese wissen, wie man respektvoll mit einer Katze umgeht.
Auch die Verträglichkeit mit Haustieren ist meist gut. Da sie sehr gesellig sind, sollten Siamkatzen niemals allein gehalten werden. Ideal ist die Gesellschaft einer zweiten Katze, am besten einer ebenfalls aktiven Rasse. Auch an Hunde gewöhnt sie sich oft gut. Wichtig ist, dass der Hund die Katze nicht jagt und ihre Rückzugsorte respektiert, damit sie sich sicher fühlt.
Sind Siamkatzen verschmust?
Ja, außerordentlich. Sie sind wahre „Kletten” und suchen aktiv und beharrlich den Körperkontakt zu ihren Menschen. Ihre Anhänglichkeit ist legendär und ein zentraler Teil ihres Wesens.
aktives Schmusen: Eine Siamkatze wartet nicht, bis man sie streichelt. Sie fordert ihre Kuscheleinheiten aktiv ein, springt auf den Schoß, schmiegt sich an den Hals und folgt ihrem Lieblingsmenschen wie ein Schatten durch die Wohnung.
starke Bindung: Sie bauen eine sehr intensive, fast symbiotische Beziehung zu einer oder zwei Bezugspersonen auf. Für diese Menschen ist ihre Zuneigung grenzenlos.
Körperwärme & Nähe: Sie lieben es, unter der Decke zu schlafen, auf der Tastatur zu liegen oder sich auf ihrem Menschen zusammenzurollen. Diese ständige Nähe ist für sie ein Grundbedürfnis.
Wer sich eine unabhängige Katze wünscht, die die meiste Zeit für sich ist, wird mit einer Siamkatze nicht glücklich. Wer aber einen liebevollen, omnipräsenten Begleiter sucht, findet in ihr die perfekte Schmusekatze.
Sind Siamkatzen laut?
Ja, Siamkatzen gehören zu den lautesten und gesprächigsten Katzenrassen überhaupt. Stille ist ein Fremdwort in einem Haushalt mit einer Siamkatze.
markante Stimme: Ihre Stimme ist nicht nur ein leises Miauen. Sie ist oft laut, durchdringend und hat einen unverwechselbaren, manchmal fast schrillen Klang. Die Laute werden oft mit dem Schreien eines Babys verglichen.
ständige Kommunikation: Sie „sprechen” mit ihren Menschen, um sie zu begrüßen, auf etwas hinzuweisen, Futter oder Aufmerksamkeit zu fordern oder um ihre Meinung kundzutun. Sie kommentieren das Geschehen um sich herum.
Ausdruck von Emotionen: Ihre Laute sind ein direktes Barometer für ihre Stimmung. Man hört sofort, ob sie glücklich, gelangweilt, verärgert oder einsam sind.
Diese Eigenschaft muss man lieben – oder zumindest tolerieren können. Für Menschen, die Ruhe schätzen, kann die ständige Vokalisierung anstrengend sein. Für Liebhaber:innen der Rasse ist es genau dieser ständige „Dialog”, der die Beziehung zu ihrer Siamkatze so besonders macht.
Wie lange schläft eine Siamkatze?
Eine Siamkatze schläft nicht unbedingt länger als andere Katzen, nutzt ihren Schlaf aber, um sich von ihren sehr energiegeladenen und sozial intensiven Wachzeiten zu erholen. Ein erwachsenes Tier kommt auf durchschnittlich 12 bis 16 Stunden Schlaf pro Tag. Kitten und ältere Katzen können sogar bis zu 20 Stunden schlafen. Dieser Schlaf verteilt sich über den ganzen Tag in Form vieler kurzer Dösephasen und einiger Tiefschlafperioden.
Eine unausgelastete Siamkatze kann nachts zum Störenfried werden, während eine glückliche und ausgelastete Siamkatze gerne gemeinsam mit ihren Menschen zur Ruhe kommt.
Historische Abbildung einer Siamkatze (The diseases of the cat, 1901)
Bild: John Woodroffe Hill | Wikimedia Commons
Geschichte: Ursprung der Siamkatze
Die Siamkatze ist keine moderne Züchtung, sondern eine uralte, natürliche Rasse, deren Wurzeln tief in der Kultur ihres Herkunftslandes verankert sind. Ihre Geschichte ist ebenso faszinierend wie ihr Aussehen. Wie der Name schon verrät, liegt der Ursprung der Rasse in Siam (dem heutigen Thailand). Erste schriftliche und bildliche Nachweise dieser eleganten Katzen mit den dunklen Abzeichen finden sich in alten Manuskripten wie dem „Tamra Maew” (Die Katzengedichte), die bis ins 15. Jahrhundert zurückdatiert werden können.
Sie waren jedoch keine gewöhnlichen Hauskatzen. Siamkatzen wurden in den königlichen Palästen und buddhistischen Tempeln als heilige Tiere verehrt und gehütet. Lange Zeit war ihre Haltung ein exklusives Privileg der königlichen Familie und des Hochadels. Man glaubte, sie würden die Seelen verstorbener Würdenträger in sich tragen und der Familie Glück bringen.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann der Siegeszug der Siamkatze um die Welt. 1878 wurden die ersten Siamkatzen nach Amerika exportiert. Der britische Generalkonsul in Bangkok brachte 1884 ein Siam-Pärchen als Geschenk für seine Schwester nach England. Diese Katzen sorgten auf der Katzenausstellung im Londoner Crystal Palace für eine Sensation. 1892 war die Faszination so groß, dass bereits der erste offizielle Rassestandard für die Siamkatze in Großbritannien erstellt wurde. 1927 erkannte die amerikanische Cat Fanciers' Association (CFA) die Rasse offiziell an.
Interessanterweise sahen die ersten nach Europa und Amerika gebrachten Siamkatzen deutlich anders aus als der heute oft gesehene Ausstellungstyp. Die ursprünglichen Katzen waren kräftiger und kompakter gebaut mit einem runderen, „apfelförmigen” Kopf („Applehead”). Dieser Typ wird heute noch gezüchtet und ist als „Traditionelle Siam” oder „Thai-Katze” bekannt. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich durch gezielte Zucht der heute auf Ausstellungen bevorzugte, extrem schlanke und elegante Typ mit dem ausgeprägten Keilkopf und den großen Ohren.
Auch die heutige Farbvielfalt entstand erst allmählich. Die ursprünglich aus Siam stammenden und zuerst anerkannten Katzen waren ausschließlich vom Seal-Point-Typ. Andere Farbvarianten wurden erst nach und nach offiziell anerkannt, beispielsweise Blue-Point im Jahr 1934.
Bild: rihaij | Pixabay
Haltung und Lebensraum: Welche Ansprüche hat die Siamkatze?
Zubehör: Was braucht die Siamkatze?
Die Siamkatze ist unkompliziert, aber um sie glücklich, gesund und artgerecht zu halten, brauchst du eine durchdachte Grundausstattung. Hier ist eine Checkliste, was deine Siamkatze von Anfang an benötigt, damit sie sich bei dir rundum wohlfühlt.
Futter- und Wassernäpfe: Wähle am besten flache Näpfe aus Keramik, Glas oder Edelstahl. Diese sind hygienisch und leicht zu reinigen. Plastiknäpfe können Gerüche annehmen und bei manchen Katzen Kinnakne verursachen. Stelle die Näpfe nicht direkt nebeneinander und nicht neben die Katzentoilette. Viele Katzen trinken lieber fließendes Wasser. Ein Trinkbrunnen animiert zum Trinken und kann helfen, Harnwegserkrankungen vorzubeugen.
Katzentoilette: Die Faustregel lautet: Mindestens eine Toilette pro Katze, plus eine zusätzliche. Wähle eine ausreichend große, offene Schale. Viele Katzen mögen keine Toiletten mit Haube und Klappe, da sie sich darin eingeengt fühlen und Gerüche sich stauen. Um die beste Katzenstreu zu finden, musst du eventuell etwas experimentieren. Viele Katzen bevorzugen feine, sandähnliche Klumpstreu ohne starken Duft. Wichtig ist, dass du bei der Sorte bleibst, die deine Katze akzeptiert.
Kratzmöglichkeiten: Dies ist der vielleicht wichtigste Punkt, um deine Möbel zu schonen und deine Katze glücklich zu machen! Investiere in einen deckenhohen oder zumindest sehr stabilen Kratzbaum mit dicken Stämmen, der deiner Katze ermöglicht, sich beim Kratzen komplett auszustrecken. Biete an strategischen Orten (z.B. neben dem Sofa) weitere Optionen wie Kratzbretter, Kratztonnen oder Kratzmatten an.
Schlaf- und Rückzugsorte: Auch wenn sich deine Katze ihre Lieblingsplätze oft selbst sucht (dein Bett, die Couch, ein Sonnenfleck), schätzt sie eigene Rückzugsorte. Eine kuschelige Höhle, ein weiches Kissen auf der Fensterbank oder ein Katzenbett sind ideal.
Spiel und Beschäftigung: Katzen brauchen mentale und körperliche Auslastung. Interaktives Spielzeug wie Katzenangeln mit Federn oder Wedeln sind perfekt, um gemeinsam zu spielen und den Jagdinstinkt zu befriedigen. Selbstständiges Spielzeug wie kleine Spielmäuse, Bälle oder Rascheltunnel sorgen für Beschäftigung, wenn du mal nicht da bist. Intelligenzspielzeug wie Fummelbretter oder Snackbälle fordern den Kopf deiner Katze und machen ihr großen Spaß.
Bürste oder Pflegehandschuh: Die Fellpflege der Siamkatze ist extrem einfach. Einmal pro Woche reicht es völlig aus, sie mit einer weichen Bürste, einem Noppenhandschuh oder einem feuchten Ledertuch sanft abzustreicheln.
Flohkamm und Zeckenzange: Unverzichtbar, besonders wenn deine Katze gesicherten Freigang genießt. Damit kannst du das Fell schnell auf Parasiten kontrollieren und diese sicher entfernen.
Zahnputzutensilien: Gewöhne deine Katze am besten schon als Kitten an eine spezielle Katzenzahnbürste und -pasta. Das ist die beste Vorsorge gegen Zahnstein und Zahnerkrankungen.
Transportbox: Absolut notwendig für Tierarztbesuche. Achte auf eine gute Belüftung und darauf, dass sie sich leicht und sicher verschließen lässt. Modelle, die sich auch von oben öffnen lassen, sind oft stressfreier für die Katze. Modelle wie Körbe sind leider sehr unpraktisch und sind nicht empfehlenswert.
Kippfensterschutz & Balkonnetz: Gekippte Fenster sind eine tödliche Falle für Katzen! Sichere sie unbedingt mit einem speziellen Schutz. Ein Balkon sollte mit einem Katzennetz gesichert werden, bevor deine Katze ihn betreten darf.
Bild: ArthurHidden | Freepik
Kann man Siamkatzen alleine halten?
Nein, das ist für diese Rasse absolut nicht empfehlenswert und grenzt an Tierquälerei. Die Siamkatze ist eine der sozialsten und menschenbezogensten Katzen überhaupt. Einzelhaltung führt bei ihr fast zwangsläufig zu seelischem Leid und Verhaltensproblemen.
Warum also? Eine allein gehaltene Siamkatze ist einsam, frustriert und unterfordert. Sie braucht ständigen Austausch, soziale Interaktion und gemeinsames Spielen, das ihr ein Mensch – selbst wenn er den ganzen Tag zu Hause ist – niemals vollständig ersetzen kann.
Mögliche Folgen der Einzelhaltung sind exzessives, herzzerreißendes Schreien, Zerstörung von Möbeln aus Frust und Langeweile, Unsauberkeit, Depressionen und Apathie und aggressives Verhalten gegenüber den Halter:innen.
Die Lösung: Siamkatzen sollten mindestens zu zweit gehalten werden. Ein Artgenosse, idealerweise eine ebenfalls aktive und verspielte Rasse, ist der Schlüssel zu einer glücklichen Siamkatze.
Kann man Siamkatzen in der Wohnung halten?
Ja, die reine Wohnungshaltung ist für Siamkatzen sehr gut geeignet – vorausgesetzt, die Wohnung ist katzengerecht und abwechslungsreich gestaltet. Da sie sehr menschenbezogen sind, schätzen viele Siamkatzen die ständige Nähe zu ihrer Familie mehr als unkontrollierten Freigang.
Folgende Bedingungen sind für die Wohnungshaltung unerlässlich:
Gesellschaft: Wie oben erwähnt, ist ein Katzenpartner ein absolutes Muss.
Platz nach oben: Siamkatzen sind Kletterkünstler. Dabei ist die reine Quadratmeterzahl weniger wichtig als die Nutzung der dritten Dimension. Stabile, deckenhohe Kratzbäume, Catwalks an den Wänden und erhöhte Liegeflächen sind Pflicht.
Sicherheit: Fenster und Balkone müssen unbedingt mit Netzen gesichert werden. Ihre Neugier und Sprungkraft machen ungesicherte Höhen zu einer tödlichen Gefahr.
Beschäftigung: Ihre hohe Intelligenz muss gefördert werden. Ideal sind tägliche, interaktive Spieleinheiten mit ihren Menschen, Fummelbretter, Intelligenzspielzeug und Clickertraining, um sie körperlich und geistig auszulasten.
Kann eine Siamkatze auch Freigänger sein?
Ja, es ist zwar möglich, jedoch mit erheblichen Risiken verbunden und oft nicht die beste Wahl für diese Rasse.
Die Gefahren des ungesicherten Freigangs sind für Siamkatzen besonders hoch:
Diebstahlgefahr: Ihr exotisches Aussehen und ihr zutrauliches Wesen machen sie zu einem begehrten Ziel für Katzendiebe.
Zutraulichkeit: Siamkatzen sind oft sehr offen gegenüber Fremden und könnten leicht in ein fremdes Auto oder Haus gelockt werden.
Kälteempfindlichkeit: Ihr kurzes Fell mit kaum Unterwolle bietet nur wenig Schutz vor Kälte und Nässe. Sie sind keine robusten „Draußen-Katzen”.
allgemeine Gefahren: Wie bei allen Freigängern bestehen Risiken durch Verkehr, Revierkämpfe, Giftköder oder Krankheiten.
Der beste Kompromiss, um einer Siamkatze frische Luft und neue Reize zu bieten, ist der gesicherte Freigang, beispielsweise auf einem vollständig eingenetzten Balkon oder einer gesicherten Terrasse. Dies kann ein vollständig eingenetzter Balkon oder eine gesicherte Terrasse sein. Die absolute Luxusvariante ist ein Freigehege (Catio) im Garten. So kann die Katze die Außenwelt sicher und geschützt genießen, ohne den Gefahren ausgesetzt zu sein.
Bild: Andrea Schaffer | Wikimedia Commons
Kann man Siamkatzen alleine lassen?
Ja, für die Dauer eines normalen Arbeitstages – aber nur, wenn die Grundvoraussetzungen erfüllt sind. Die wichtigste Voraussetzung, um eine Siamkatze für einige Stunden allein zu lassen, ist: Sie darf nicht die einzige Katze im Haushalt sein! Wenn ein sozialverträglicher Artgenosse zum Spielen, Kuscheln und Raufen vorhanden ist, überstehen sie die Abwesenheit ihrer Menschen problemlos. Zusätzliche Bedingungen sind:
eine vorbereitete Umgebung: Sorge für ausreichend Spielzeug, eine aktivierte Trinkfontäne und vielleicht ein Fummelbrett mit Leckerlis.
Rituale: Eine intensive Spieleinheit vor dem Verlassen des Hauses und direkt nach der Rückkehr hilft, die Energie der Katze zu kanalisieren und die Bindung zu festigen.
Es ist unverantwortlich, eine Siamkatze über längere Zeit (z.B. ein ganzes Wochenende) alleine zu lassen.
Ausgaben: Wie viel kostet eine Siamkatze?
Die Kosten lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: die einmaligen Anschaffungskosten und die laufenden Kosten.
Anschaffungskosten:
Der Preis für ein Siam-Kitten von seriösen, registrierten Züchter:innen liegt in der Regel zwischen 800 und 1.500 €. Dieser Preis mag hoch erscheinen, deckt aber die hohen Ausgaben und die Sorgfalt der Züchter:innen ab.
Gesundheitsvorsorge: Gentests der Elterntiere auf Erbkrankheiten (HCM, PKD), regelmäßige tierärztliche Betreuung
Aufzucht: hochwertiges Futter, Sozialisierung, Impfungen, Entwurmung und ein Mikrochip
Papiere: ein offizieller Stammbaum, der die Abstammung nachweist
Warnung: Angebote, die deutlich unter diesem Preis liegen (z.B. auf Kleinanzeigenportalen), stammen oft von unseriösen Vermehrer:innen. Hier wird an der Gesundheit und Sozialisierung gespart, was später zu hohen Tierarztkosten und Verhaltensproblemen führen kann. Eine gute Alternative ist der Tierschutz: Manchmal suchen auch reinrassige Siamkatzen oder Mixe im Tierheim ein neues Zuhause. Die Schutzgebühr liegt hier meist bei 150 bis 250 €.
Laufende Kosten:
Die Haltung einer Katze ist eine langfristige finanzielle Verpflichtung. Man sollte mit monatlichen Kosten von ca. 50 bis 80 € für folgende Posten rechnen:
Futter: hochwertiges Nass- und Trockenfutter
Katzenstreu
Tierarztkosten: Jährliche Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen, Parasitenbehandlungen (ca. 150-200 € pro Jahr). Zusätzlich sollte man ein finanzielles Polster für unvorhergesehene Krankheiten oder eine Katzenkrankenversicherung einplanen.
Bild: Helena Lopes | Pexels
Ist die Siamkatze für mich geeignet?
Ist die Siamkatze eine Anfängerkatze?
Nein, sie ist nur empfehlenswert für „ambitionierte Anfänger:innen”. Eine Siamkatze ist kein unkomplizierter „Selbstläufer”, sondern stellt hohe Ansprüche an ihre Halter:innen.
Was sie für Anfänger:innen schwierig macht (Kontra):
hoher Aufmerksamkeitsbedarf: Ihr Bedürfnis nach Interaktion und Beschäftigung kann unerfahrene Halter:innen schnell überfordern. Man muss bereit sein, sehr viel Zeit aktiv mit der Katze zu verbringen.
Intelligenz und forderndes Wesen: Sie lernt extrem schnell, beispielsweise wie man Schränke öffnet oder Menschen manipuliert. Langweilt sie sich, sucht sie sich selbst eine Beschäftigung, die dem Halter nicht immer gefällt.
Lautstärke: Ihre markante, laute Stimme kann für jemanden, der das nicht erwartet, sehr anstrengend sein.
keine Einzelhaltung: Von vornherein muss ein Anfänger bereit sein, sich direkt zwei Katzen anzuschaffen.
Anfänger:innen können mit einer Siam glücklich werden, wenn sie sich vorher intensiv mit den Bedürfnissen dieser Rasse auseinandersetzen, bereit sind, viel Zeit und Energie zu investieren und von Anfang an eine zweite Katze dazu holen. Wer eine eher ruhige und unabhängige Katze für den Einstieg sucht, sollte sich für eine andere Rasse entscheiden, z.B. Europäisch Kurzhaar oder Britisch Kurzhaar
Ist eine Siamkatze für Familien geeignet?
Ja, sie ist in der Regel eine hervorragende Familienkatze. In einem turbulenten Familienhaushalt kann sie richtig aufblühen. In einer Familie ist oft jemand zu Hause, es gibt Spielkameraden (groß und klein) und immer etwas zu beobachten. Das kommt ihrem Bedürfnis nach Gesellschaft und Unterhaltung sehr entgegen. Aufgrund ihrer verspielten und energiegeladenen Art ist sie ein toller Partner für Kinder. Sie ist neugierig und lässt sich gerne in das Familienleben integrieren.
Die goldenen Regeln für ein harmonisches Zusammenleben:
Der Erfolg hängt entscheidend vom Verhalten der menschlichen Familienmitglieder ab.
Respekt ist das oberste Gebot: Kinder müssen von Anfang an lernen, dass eine Katze kein Spielzeug ist. Am Schwanz ziehen, grobes Anfassen oder das Stören beim Schlafen sind absolut tabu. Die Eltern stehen in der Verantwortung, dies klar zu vermitteln und zu beaufsichtigen.
Rückzugsorte sind heilig: Die Katze braucht mindestens einen Ort (z.B. die Spitze des Kratzbaums oder eine Höhle), an den sie sich zurückziehen kann und an dem sie von den Kindern garantiert in Ruhe gelassen wird. Dieser „Safe Space” ist nicht verhandelbar.
Ist eine Siamkatze für Allergiker geeignet?
Nein, denn die Annahme, sie sei eine „Allergikerkatze”, ist ein weit verbreiteter Mythos. Es gibt keine zu 100 % hypoallergene Katzenrasse.
Die Allergie wird nicht durch die Katzenhaare selbst ausgelöst, sondern primär durch das Protein „Fel d 1”. Dieses befindet sich im Speichel, in den Hautschuppen und im Urin der Katze. Beim Putzen verteilt die Katze den Speichel auf ihrem Fell. Trocknet dieser, werden die winzigen Allergene in die Luft gewirbelt und können eingeatmet werden.
Die Siamkatze gehört nicht zu den wenigen Rassen (wie z.B. die Sibirische Katze), bei denen eine natürlich geringere Produktion von „Fel d 1” nachgewiesen wurde. Sie produziert eine normale Menge des Allergens. Der Mythos, dass Kurzhaarkatzen besser für Allergiker:innen geeignet seien, ist somit falsch. Zwar haaren sie anders, aber sie verteilen das allergieauslösende Protein genauso in der Wohnung wie Langhaarkatzen.
Der einzig verlässliche Weg ist der Selbsttest. Wenn du oder ein Familienmitglied unter einer Katzenallergie leidet, der Wunsch nach einer Katze aber riesig ist, gibt es nur einen verantwortungsvollen Weg:
Suche den Kontakt zu dem/der Züchter:in. Erkläre deine Situation offen.
Besuche die Zucht mehrfach und jeweils für mehrere Stunden. Verbringe bei mehreren Besuchen jeweils ein bis zwei Stunden in unmittelbarer Nähe der Katzen und des speziellen Kittens, für das du dich interessierst.
Warte die Reaktion ab: Treten allergische Symptome wie Niesen, juckende Augen oder Atemnot auf? Wenn ja, ist das Projekt „Katze” an dieser Stelle leider beendet. Deine Gesundheit geht vor.
Alles andere wäre unverantwortlich und endet meist damit, dass die Katze schweren Herzens wieder abgegeben werden muss – eine traumatische Erfahrung für Tier und Mensch.
Bild: Andreas Lischka | Pixabay
Sozialisierung und Zusammenleben
Eine Siamkatze ist klug und lernt schnell die Regeln des Haushalts. Statt „Erziehung” geht es um ein verständnisvolles Miteinander. Positive Verstärkung mit Leckerlis und Lob wirkt trotzdem Wunder und kann die Katze für gewünschtes Verhalten konditionieren. Das Kratzen an Möbeln lässt sich beispielsweise leicht auf den Kratzbaum umlenken. Wenn du sie von klein auf an andere Tiere und Menschen gewöhnst, entwickelt sie sich zu einem extrem sozialen und gelassenen Begleiter.
Die entscheidende Rolle der frühen Sozialisierung
Der wichtigste Grundstein für eine ausgeglichene und furchtlose Katze wird lange vor ihrem Einzug bei dir gelegt, nämlich in der Prägephase bei dem/der Züchter:in. Eine Katze von verantwortungsvollen Züchter:innen bleibt bis zur 12., manchmal sogar bis zur 14. Lebenswoche bei ihrer Mutter und den Geschwistern. In dieser Zeit lernt sie die fundamentalen Lektionen des Katzenlebens: spielerisches Raufen, die Grenzen der Beißhemmung und die Katzensprache.
Gute Züchter:innen sorgen zudem dafür, dass das Kitten in dieser sensiblen Phase positive Erfahrungen mit Menschen macht. Es lernt Alltagsgeräusche wie den Staubsauger, verschiedene Menschen (Männer, Frauen, Kinder) und das Hochgehobenwerden als etwas Normales kennen. Frage die Züchter:innen gezielt danach, wie die Kitten aufwachsen. Ein gut sozialisiertes Kitten ist der beste Schutz vor zukünftigem Angst- oder Aggressionsverhalten.
Positive Verstärkung: Mehr als nur „Erziehung“
Vergiss Strafen wie Anschreien, Wasserspritzer oder gar körperliche Zurechtweisungen. Solche Methoden zerstören das Vertrauen deiner Katze und führen dazu, dass sie dich als unberechenbar und bedrohlich empfindet. Der Schlüssel zu einem harmonischen Zusammenleben ist die positive Verstärkung.
Das Prinzip ist einfach: Jedes erwünschte Verhalten wird sofort belohnt. Als Belohnung eignen sich besondere Leckerlis, ein anerkennendes „Fein gemacht!” oder eine kurze, intensive Spieleinheit.
Clickertraining ist eine fantastische Methode, um mit deiner Katze zu kommunizieren. Der „Click“ ist ein präzises Signal, das deiner Katze im exakten Moment sagt: „Genau das war richtig!“ Unmittelbar nach dem Click folgt die Belohnung. Du kannst deiner Katze damit nicht nur lustige Tricks wie „High Five” beibringen, sondern auch sehr Nützliches.
Beim Medical Training übst du mit deiner Katze spielerisch, dass sie sich überall anfassen lässt, ihre Pfoten gibt oder freiwillig in die Transportbox geht. Belohne jeden kleinen Schritt. Das nimmt Tierarztbesuchen ihren Schrecken und macht notwendige Pflegemaßnahmen stressfrei für alle.
Das stille Örtchen: Der Schlüssel zur Stubenreinheit
Katzen sind von Natur aus sehr saubere Tiere. Wenn eine Katze unsauber wird, ist das fast immer ein Hilfeschrei. Entweder hat sie ein medizinisches Problem (z.B. eine Blasenentzündung – dies sollte immer zuerst tierärztlich abgeklärt werden!) oder ihre Toilette entspricht nicht ihren Ansprüchen.
Die Formel für die perfekte Katzentoilette lautet:
Anzahl: Die goldene Regel lautet: Es sollte immer eine Toilette mehr vorhanden sein als Katzen im Haushalt leben. Für eine Katze also zwei, für zwei Katzen drei usw.
Typ: Wähle eine große, offene Schale ohne Haube. Haubentoiletten fühlen sich für viele Katzen wie eine enge, stinkende Falle an.
Streu: Die meisten Katzen bevorzugen eine feine, sandähnliche Klumpstreu ohne Parfüm. Die Streu sollte hoch genug eingefüllt sein, damit die Katze richtig scharren kann (ca. 7–10 cm).
Standort: Der Standort sollte ruhig, jederzeit zugänglich und weit weg vom Futter- und Wasserplatz sein. Niemand isst gerne neben seiner Toilette.
Bild: rihaij | Pixabay
Unerwünschtes Verhalten verstehen und umlenken
Problemverhalten ist oft nur ein normales Katzenverhalten am falschen Ort. Der Trick besteht also nicht darin, das Verhalten zu unterbinden, sondern zu verstehen, warum deine Katze es zeigt und ihr eine bessere, attraktivere Alternative anzubieten.
Fallbeispiel: Kratzen am Sofa
Warum kratzt sie? Nicht, um dich zu ärgern! Sie tut es aus drei Gründen:
Krallenpflege: Sie streift alte Krallenhülsen ab.
Reviermarkierung: Sie hinterlässt sichtbare Spuren und Duftmarken aus ihren Pfotendrüsen („Hier wohne ich!“).
Dehnung: Es ist eine wohltuende Streckübung für ihre Muskeln.
Wie lenkst du es um?
unterbrechen: Wenn du sie auf dem Sofa erwischst, mache ein kurzes, klares Geräusch (z.B. ein festes „Nein!” oder ein lautes Klatschen), um sie zu irritieren.
umlenken: Hebe sie dann sofort und ohne sie zu bestrafen hoch und setze sie an einen stabilen, attraktiven Kratzbaum.
loben: Sobald sie den Kratzbaum benutzt, auch wenn es nur kurz ist, lobe sie überschwänglich und gib ihr ein Leckerli. Sie muss lernen: „Kratzen am Sofa = Störung. Kratzen am Baum = Party!”
Alternative schaffen: Stelle den Kratzbaum an einen strategisch klugen Ort (z.B. in die Nähe des Sofas oder an einen Laufweg), um eine Alternative zu schaffen. Mache das Sofa unattraktiv, indem du es vorübergehend mit doppelseitigem Klebeband beklebst oder mit einem für Katzen unangenehmen Zitrusduft einsprühen.
Dieses Prinzip des Verstehens, Unterbrechens, Umlenkens und Belohnens kannst du auf fast jedes unerwünschte Verhalten anwenden. So förderst du ein harmonisches Zusammenleben, das auf Kooperation statt Konfrontation beruht.
Bild: Janayara Machado | Unsplash
Ernährung: Was ist das beste Futter für die Siamkatze?
Die kurze Antwort lautet: ein hochwertiges Nassfutter mit einem sehr hohen Fleischanteil. Katzen sind von Natur aus Fleischfresser, ihr gesamter Verdauungstrakt ist auf die Verwertung von tierischem Protein ausgelegt, nicht auf Getreide oder Zucker.
Doch was macht eigentlich gutes Katzenfutter aus? Vergiss bunte Verpackungen und Werbeversprechen. Der einzige Weg, um die Qualität zu beurteilen, ist ein kritischer Blick auf die Deklaration (Zusammensetzung) auf der Dose oder dem Beutel.
hoher, klar definierter Fleischanteil: An erster Stelle der Zutatenliste muss Fleisch stehen. Achte auf klare Angaben wie „70 % bestehend aus Hühnerherzen, Hühnerfleisch, Hühnerleber ...”. Sei misstrauisch bei schwammigen Formulierungen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse” ohne genaue Aufschlüsselung.
kein Zucker, kein Getreide: Zucker (oft getarnt als Karamell oder Rübenschnitzel) ist schädlich und fördert Krankheiten wie Diabetes mellitus. Getreide (Weizen, Mais, Soja) ist ein billiger Füllstoff, den Katzen nicht effizient verwerten können und der oft Allergien oder Verdauungsprobleme auslöst.
ausreichend Taurin: Diese Aminosäure ist für Katzen lebenswichtig und muss über die Nahrung zugeführt werden. Ein Taurinmangel führt zu Herzerkrankungen und Erblindung. In jedem Alleinfuttermittel muss es enthalten sein. In der Liste der "Ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe" findest du die Menge. Es sollten 1.000 mg/kg bis 1.500 mg/kg enthalten sein.
Da Katzen von Natur aus schlechte Trinker sind und ihren Flüssigkeitsbedarf ursprünglich über ihre Beutetiere deckten, sollte Nassfutter die Hauptnahrungsquelle sein. Aufgrund seines hohen Feuchtigkeitsgehalts (ca. 80 %) hilft Nassfutter, die Nieren gesund zu halten und Harnwegserkrankungen vorzubeugen. Gutes Nassfutter enthält ca. 10–12 % Rohprotein und ca. 5–8 % Rohfett (siehe „Analytische Bestandteile”). Achtung: Lass dich nicht verwirren. Der Rohprotein-Wert ist nicht gleichbedeutend mit dem Fleischanteil. Es handelt sich um einen analytischen Wert, der den reinen Proteingehalt im Labor misst.
Trockenfutter eignet sich hingegen als Leckerli oder für Intelligenzspielzeug. Es ist zwar praktisch, entzieht dem Körper bei der Verdauung jedoch Wasser. Eine ausschließliche Fütterung mit Trockenfutter stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Nieren deiner Katze dar.
Um Übergewicht zu vermeiden, solltest du die Portionen abwiegen. Füttere mehrere kleine Mahlzeiten. Füttere mindestens zwei bis drei (besser vier bis fünf) kleine Portionen über den Tag verteilt. Dies entspricht dem natürlichen Fressverhalten der Katze, die als Jägerin viele kleine Beutetiere fängt, und hält ihren Stoffwechsel stabil.
Wie viel Futter braucht eine Siamkatze?
Diese Frage hat keine allgemeingültige Antwort in Gramm, denn der individuelle Bedarf einer Siamkatze ist so einzigartig wie ihr Charakter. Die richtige Futtermenge hängt von vielen Faktoren ab. Das oberste Ziel ist dabei immer, ein gesundes Gewicht zu halten. Die entscheidenden Faktoren für die Futtermenge sind:
Alter:
Kitten (bis 12 Monate): Im Wachstum haben sie einen enormen Energiebedarf. Sie dürfen und sollen so viel fressen, wie sie möchten („ad libitum”). Biete ihnen drei bis fünf Mahlzeiten über den Tag verteilt an, damit ihr kleiner Magen nicht überfordert wird.
erwachsene Katze (1–9 Jahre): Der Energiebedarf sinkt. Hier ist eine genaue Kontrolle entscheidend, um Übergewicht zu vermeiden.
Seniorenkatzen (ab 9–13 Jahren): Der Stoffwechsel wird oft langsamer, der Energiebedarf sinkt weiter und der Bedarf an hochwertigen Nährstoffen steigt.
Aktivitätslevel:
Eine gemütliche Wohnungskatze, die den Tag dösend verbringt, braucht deutlich weniger Kalorien als eine Siamkatze, die täglich ausgiebig spielt oder gesicherten Freigang genießt.
Kastrationsstatus:
Kastrierte Katzen haben einen um bis zu 30 % geringeren Energiebedarf als unkastrierte Katzen. Nach dem Eingriff muss ihre Futtermenge unbedingt angepasst werden, um eine schnelle Gewichtszunahme zu verhindern.
Art des Futters (Nass- vs. Trockenfutter):
Nassfutter hat einen hohen Wassergehalt (ca. 80 %) und dadurch eine geringere Kaloriendichte. Eine Katze kann davon größere Mengen fressen, um satt zu werden.
Trockenfutter ist dagegen extrem energiereich. Hier müssen schon wenige Gramm zu viel oder zu wenig genau abgewogen werden.
Praktische Anleitung zur Fütterung:
Jede Futterverpackung enthält eine Fütterungsempfehlung (z.B. Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag). Dies ist jedoch nur ein grober Richtwert! Beginne mit der empfohlenen Menge für das Idealgewicht deiner Katze.
Ein Beispiel für eine 5 kg schwere, kastrierte Siamkatze mit normaler Aktivität:
nur hochwertiges Nassfutter: ca. 200-250 g pro Tag
nur Trockenfutter (hochwertig): ca. 50-65 g pro Tag
Mischfütterung: beispielsweise 100 g Nassfutter und 25-30 g Trockenfutter
Starte mit dem unteren Wert und verteile diese Menge auf mindestens drei bis vier Mahlzeiten. Wichtig ist dann die regelmäßige Kontrolle des Körperzustands deiner Katze über mehrere Wochen hinweg mit dem sogenannten Rippentest:
Streiche dazu sanft über den Brustkorb deiner Katze.
ideal: Du kannst die Rippen leicht fühlen, ohne sie zu sehen, ähnlich wie bei deinem Handrücken.
zu dünn: Die Rippen sind deutlich sichtbar oder fühlen sich spitz an.
zu dick: Du musst fest drücken, um die Rippen unter einer Fettschicht überhaupt zu spüren.
Passe die Futtermenge in kleinen Schritten (ca. 10 % weniger oder mehr) an, wenn du eine Veränderung feststellst, und beobachte das Gewicht über die nächsten zwei bis drei Wochen.
Siamkatzen sind sehr aktiv und weniger anfällig für Übergewicht.
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Neigt die Siamkatze zu Übergewicht?
Nein, in der Regel nicht. Die Siamkatze ist von Natur aus ein schlankes, elegantes und hochaktives Energiebündel. Ihr gesamter Körperbau ist auf Bewegung und Agilität ausgelegt und ihr Stoffwechsel ist entsprechend hoch. Übergewicht ist bei dieser Rasse daher eher selten, sofern sie artgerecht gehalten wird.
Obwohl sie keine genetische Prädisposition dafür hat, ist auch eine Siamkatze nicht vor Übergewicht gefeit. Wenn eine Siamkatze übergewichtig wird, ist das fast immer ein ernstes Alarmsignal für gravierende Haltungsfehler. Die Hauptrisikofaktoren für Übergewicht sind:
Kastration: Nach der Kastration verlangsamt sich der Stoffwechsel um bis zu 30 %, während der Appetit oft steigt. Dies ist der häufigste Grund für eine Gewichtszunahme.
Wohnungshaltung: Eine reine Wohnungskatze verbraucht deutlich weniger Energie als ein Freigänger.
freie Fütterung (Ad-libitum-Fütterung): Ein ständig gefüllter Napf, insbesondere mit energiereichem Trockenfutter, führt fast zwangsläufig zu Übergewicht.
Langeweile und zu viele Leckerlis: Fressen wird zur Hauptbeschäftigung
Wie du Übergewicht effektiv vermeidest:
kontrollierte Portionen: Halte dich an feste Fütterungszeiten und wiege das Futter ab.
Aktivität fördern: Tägliche, aktive Spieleinheiten mit der Katzenangel sind Pflicht! Sorge außerdem für eine anregende Umgebung mit Klettermöglichkeiten.
intelligente Fütterung: Nutze Fummelbretter oder Snackbälle, für die sich deine Katze ihr (Trocken-)Futter erarbeiten muss. Das beschäftigt sie geistig und körperlich.
Leckerlis bewusst einsetzen: Leckerlis sollten für das Training oder als besondere Belohnung reserviert werden und von der täglichen Futterration abgezogen werden.
Ist die Siamkatze anfällig für Futtermittelallergien?
Nein, die Siamkatze gilt nicht als Rasse, die überdurchschnittlich anfällig für Futtermittelallergien ist. Allerdings können Allergien und Unverträglichkeiten bei jeder Katze auftreten, unabhängig von der Rasse.
Dabei muss zwischen einer echten Allergie und einer Unverträglichkeit unterschieden werden:
Allergie: Eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Proteine im Futter. Die häufigsten Auslöser sind gängige Proteinquellen wie Rind, Huhn oder Fisch, manchmal auch Getreide. Symptome sind oft starker Juckreiz, Hautentzündungen und Haarausfall, aber auch Verdauungsprobleme.
Unverträglichkeit: Hier reagiert der Verdauungstrakt auf einen bestimmten Inhaltsstoff, ohne dass das Immunsystem beteiligt ist. Die Symptome sind meist Durchfall und Erbrechen.
Besteht der Verdacht auf eine Futtermittelallergie (z.B. durch ständiges Kratzen oder Verdauungsprobleme), kann eine Ausschlussdiät helfen, den genauen Auslöser zu identifizieren.
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Pflege: Wie pflege ich eine Siamkatze?
Zur Routinepflege einer Katze gehören das Fell, die Zähne, die Ohren und die Krallen. Im Allgemeinen benötigt die Siamkatze eine geringe Pflege.
Fellpflege
Die Fellpflege der Siamkatze ist extrem einfach. Dank ihres kurzen Fells ohne nennenswerte Unterwolle neigt es weder zu Verfilzungen noch zu starkem Haaren. Die Siamkatze ist eine sehr saubere Rasse und erledigt den Großteil der Pflege selbst. Einmal pro Woche reicht es völlig aus, sie mit einer weichen Bürste, einem Noppenhandschuh oder einem feuchten Ledertuch sanft abzustreicheln.
Betrachte das Bürsten dabei nicht als lästige Pflicht, sondern als Wellness- und Bindungsritual. Die meisten Siamkatzen lieben die zusätzlichen Streicheleinheiten und die ungeteilte Aufmerksamkeit. Es ist eine wunderbare Möglichkeit, die enge Beziehung zu deiner Katze zu stärken und gleichzeitig ihren Haut- und Fellzustand zu kontrollieren.
Baden ist in der Regel nicht notwendig und sollte nur in absoluten Ausnahmefällen erfolgen, wenn die Katze stark verschmutzt ist.
Zahnpflege
Dies ist der wichtigste, aber auch am häufigsten vernachlässigte Punkt der Katzenpflege! Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und Zahnerkrankungen sind bei Katzen weit verbreitet. Sie verursachen starke Schmerzen und können zu schweren Folgeerkrankungen im ganzen Körper führen. Prävention ist hier alles.
Warum Zähneputzen? Regelmäßiges Zähneputzen ist die mit Abstand effektivste Methode, um Zahnbelag (Plaque) zu entfernen, bevor er zu hartem Zahnstein wird.
Wie geht das? Gewöhne deine Katze am besten schon als Kitten spielerisch an diese Prozedur.
Besorge eine spezielle Katzenzahnbürste (oder eine sehr weiche Babyzahnbürste) und eine für Katzen geeignete Zahnpasta mit Geschmack, zum Beispiel Leber oder Geflügel.
Lass sie zuerst nur die Paste vom Finger schlecken.
Im nächsten Schritt berührst du mit dem Finger sanft ihre Zähne.
Wenn das klappt, führst du die Zahnbürste ein und putzt vorsichtig die Außenseiten der Zähne.
Wie oft? Ideal wäre täglich, aber auch zwei- bis dreimal pro Woche ist schon ein großer Gewinn für die Gesundheit deiner Katze.
Ganz wichtig: Verwende niemals Zahnpasta für Menschen! Das darin enthaltene Fluorid und die Süßstoffe sind für Katzen giftig.
Ohrenpflege
Die Ohren einer gesunden Katze reinigen sich in der Regel von selbst. Deine Aufgabe ist es, sie regelmäßig zu kontrollieren. So sieht ein gesundes Ohr aus: Es ist blassrosa (außer bei pigmentierten Katzen), sauber und frei von starken Gerüchen.
Worauf musst du achten? Schau einmal pro Woche kurz in die Ohren. Achte auf übermäßiges Ohrenschmalz, Schmutz oder schwarze, krümelige Ablagerungen, die ein typisches Zeichen für Ohrmilben sind. Wenn deine Katze häufig den Kopf schüttelt oder sich an den Ohren kratzt, solltest du genauer hinsehen.
Wie reinigst du? Entferne sichtbaren Schmutz in der äußeren Ohrmuschel vorsichtig mit einem weichen, leicht angefeuchteten Tuch.
Absolutes Tabu: Verwende niemals Wattestäbchen (Q-Tips)! Du riskierst sonst, das empfindliche Trommelfell zu verletzen oder den Schmutz noch tiefer in den Gehörgang zu schieben. Bei Verdacht auf Milben oder eine Entzündung ist der/die Tierärzt:in dein:e Ansprechpartner:in.
Krallenpflege
Eine aktive Katze, die Zugang zu guten Kratzmöglichkeiten hat, kümmert sich in der Regel selbst um ihre Krallenpflege.
Warum ist Kratzen wichtig? Durch das Wetzen an Kratzbäumen, -brettern oder -tonnen entfernen Katzen die äußeren, alten Krallenhülsen und halten ihre „Werkzeuge” scharf.
Wann musst du nachhelfen? Bei reinen Wohnungskatzen oder älteren, weniger aktiven Tieren kann es sein, dass sich die Krallen nicht ausreichend abnutzen. Wenn du hörst, dass die Krallen auf dem Parkett oder Laminat „klicken”, sind sie wahrscheinlich zu lang.
Wie schneidet man die Krallen?
Verwende eine spezielle Krallenschere oder einen Knipser für Katzen.
Drücke sanft auf den Ballen, damit die Kralle ausfährt.
Kürze nur die vorderste, durchsichtige Spitze.
Achte unbedingt auf den rosa schimmernden Teil der Kralle – das ist „das Leben”, der durchblutete und mit Nerven durchzogene Bereich. Wenn du hier hineinschneidest, verursacht das starke Schmerzen und Blutungen!
Tipp: Mache das Krallenschneiden zu einer stressfreien Routine. Beginne mit nur einer Kralle pro Tag und belohne deine Katze im Anschluss ausgiebig. Wenn du dir unsicher bist, lass es dir beim ersten Mal von deinem/deiner Tierärzt:in zeigen.
Medizinische Besonderheiten bei der Siamkatze
Siamkatzen haben einige medizinische Besonderheiten, die beachtet werden müssen. Einige Messwerte sind z.B. im Vergleich zu anderen Katzenrassen höher oder niedriger und nicht krankhaft.
Blutgruppen
Eine interessante und wichtige medizinische Besonderheit der Siamkatze betrifft ihre Blutgruppe. Studien und Züchterdatenbanken zeigen, dass reinrassige Siamkatzen nahezu ausnahmslos die Blutgruppe A haben.ᵇ
Was bedeutet das und warum ist es wichtig? Um dies zu verstehen, muss man wissen, dass es bei Katzen hauptsächlich drei Blutgruppen gibt: A, B und die sehr seltene Gruppe AB. Blutgruppe A ist gegenüber B dominant. Die Tatsache, dass Siamkatzen fast ausschließlich die Blutgruppe A haben, hat zwei bedeutende praktische Vorteile:
1. Sicherheit bei Bluttransfusionen:
Sollte eine Siamkatze aufgrund eines Unfalls oder einer schweren Krankheit eine Bluttransfusion benötigen, ist es relativ einfach, einen passenden Spender zu finden. Da eine andere reinrassige Siamkatze mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ebenfalls Blutgruppe A hat, ist sie ein geeigneter Spender. Die Verabreichung einer falschen Blutgruppe kann bei Katzen zu einer tödlichen Abstoßungsreaktion führen.
2. Verhinderung der neonatalen Isoerythrolyse (NID) in der Zucht:
Dies ist die wichtigste und folgenreichste Konsequenz. Die Neonatale Isoerythrolyse (NI), auch „Fading-Kitten-Syndrom” genannt, ist eine lebensbedrohliche Erkrankung für neugeborene Kätzchen.
Das Problem: NI tritt auf, wenn eine Kätzin mit Blutgruppe B mit einem Kater mit Blutgruppe A verpaart wird. Die Kitten können die dominante Blutgruppe A vom Vater erben. Das Problem dabei ist, dass die Mutterkätzin mit Blutgruppe B in ihrer ersten Milch (Kolostrum) sehr starke Antikörper gegen die Blutgruppe A hat.
Wenn die neugeborenen Kitten mit Blutgruppe A diese Milch trinken, zerstören die Antikörper der Mutter ihre roten Blutkörperchen, was tödlich enden kann. Die Kitten werden schwach, entwickeln Gelbsucht und sterben oft innerhalb der ersten Lebenstage.
Der Vorteil für die Siamkatze: Da sowohl Siam-Kater als auch -Kätzinnen die Blutgruppe A haben, kann dieses Problem in der reinrassigen Siamzucht nicht auftreten. Eine A-Mutter hat keine gefährlichen Antikörper gegen A-Blut. Dies macht die Zucht in diesem spezifischen Punkt deutlich sicherer und unkomplizierter als bei Rassen, bei denen die Blutgruppe B häufig vorkommt (zum Beispiel Britisch Kurzhaar).
Probleme bei der Geburt
Bei einer Untersuchung von 2.928 Würfen (mehrere Katzenrassen) wurde eine Überrepräsentation von Siamkatzen festgestellt. Insgesamt wurden 571 Siam-Würfe analysiert. Die durchschnittliche Dystokierate in einer Mischlingskolonie lag bei 0,4 % der Würfe. Bei Siamkatzen wurde eine Rate von 10 % festgestellt.ᵇ
Siamkatze gelten als sehr krankheitsanfällige Rasse. Diese Katze schielt.
Bild: Los Muertos Crew | Pexels
Gesundheit: Sind Siamkatzen anfällig für Krankheiten?
Ja, das Netzdiagramm zeigt, dass die Siamkatze eine hohe Anfälligkeit für bestimmte Erkrankungen, insbesondere solche mit genetischem Ursprung, hat. Eine gute Gesundheit steht und fällt daher mit einer verantwortungsvollen Zucht.
Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über die Gesundheit der Siamkatze. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist das Merkmal ausgeprägt²’³’⁴’⁵. Die Siamkatze ist z.B. sehr anfällig für Erkrankungen und hat eine mäßige Lebenserwartung.
Der Schlüssel zum Verständnis vieler siamspezifischer Gesundheitsthemen ist ihr einzigartiges Gen für die Point-Färbung (ein Teilalbinismus, Genotyp cs cs). Dieses Gen beeinflusst nicht nur die Fellfarbe, sondern hat auch direkte Auswirkungen auf die Augen und das Sehvermögen.
Die für die Pigmentierung zuständigen Gene spielen auch eine Rolle bei der Entwicklung der Nervenbahnen vom Auge zum Gehirn. Bei allen Siamkatzen sind diese Bahnen anders verschaltet als bei normal gefärbten Katzen.
Um diesen „Sehfehler” auszugleichen, entwickelten viele Siamkatzen früher ein deutliches Einwärtsschielen (Strabismus) oder ein Augenzittern (Nystagmus). Diese Merkmale gelten heute als unerwünscht und wurden durch Zucht stark reduziert. Die anormale Verschaltung im Gehirn bleibt jedoch bestehen.
Interessanterweise zeigt sich bei all den Anfälligkeiten auch ein positiver Aspekt: Das Risiko, an einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) zu erkranken, ist bei Siamkatzen fast zehnmal niedriger als bei anderen Katzen.
Schielende Siamkatze
Bild: Butterflye222 | Wikimedia Commons
Ist die Siamkatze eine Qualzucht?
Diese Frage wird unter Expert:innen und Liebhaber:innen kontrovers diskutiert. Bei der Siamkatze gibt es zwei Hauptaspekte, die kritisch betrachtet werden müssen:
1. Der „moderne” vs. der „traditionelle” Typ
Hier liegt der Kern der Debatte. Die Siamkatze an sich ist keine Qualzucht, bestimmte Zuchtrichtungen können es jedoch sein.
traditioneller Typ („Applehead” oder Thai-Katze): Dieser ursprüngliche Typ der Siamkatze mit seinem runderen Kopf und dem kräftigeren, harmonischen Körperbau gilt als gesund und robust. Er entspricht dem Erscheinungsbild der Katzen, die ursprünglich aus Thailand kamen, und stellt keine Qualzucht dar.
moderner, „extremer” Ausstellungstyp: In den letzten Jahrzehnten hat sich ein Zuchttrend zu immer extremeren Merkmalen entwickelt. Diese Tiere haben einen extrem langen und schmalen, keilförmigen Kopf, eine übertrieben lange Nase, riesige, tief angesetzte Ohren („Fledermausohren”) und einen extrem grazilen, fast mager wirkenden Körperbau. Diese Übertypisierung wird von vielen Tierschützer:innen und Tierärzt:innen als Qualzucht eingestuft. Die extremen körperlichen Merkmale können zu gesundheitlichen Problemen wie einer erhöhten Anfälligkeit für Zahnfehlstellungen oder Atemwegsprobleme führen.
2. Das Gen für die Point-Färbung und seine Folgen
Dieser Aspekt betrifft alle Siamkatzen, unabhängig vom Typ. Das für die charakteristische Point-Färbung verantwortliche Gen (cs) ist eine Form des Teilalbinismus. Es hat nicht nur Einfluss auf die Fellfarbe, sondern führt zwangsläufig auch zu einem neurologischen Defekt.
Bei allen Siamkatzen sind die Nervenbahnen, die vom Auge zum Gehirn führen, fehlerhaft verschaltet. Die Folge ist ein stark eingeschränktes räumliches Sehen. Um diesen angeborenen Sehfehler auszugleichen, entwickeln die Katzen oft Schielen (Strabismus) oder Augenzittern (Nystagmus).
Obwohl die Katzen lernen, mit diesem Defizit zu leben, handelt es sich um einen unveränderbaren, angeborenen Schaden. Allein dieser Fakt ist nach strenger Auslegung des Tierschutzgesetzes bereits ein Merkmal, das eine Zucht als problematisch einstufen lässt.
Für potenzielle Halter:innen bedeutet das: Wer sich für eine Siamkatze entscheidet, sollte unbedingt Züchter:innen suchen, der den traditionellen, gemäßigten Typ züchtet und nachweislich Wert auf Gesundheit und umfassende Gentests statt auf extreme Show-Merkmale legt.
Was bedeutet Qualzucht? Laut Tierschutzgesetz (§ 11b) ist es verboten, Tiere so zu züchten, dass bei den Nachkommen mit Schmerzen, Leiden oder Schäden zu rechnen ist. Eine Qualzucht liegt also vor, wenn ein bestimmtes Schönheitsideal (z.B. eine extrem flache Nase, gefaltete Ohren oder Haarlosigkeit) über die Gesundheit und das Wohlbefinden des Tieres gestellt wird.
Beispiele für Qualzucht-Merkmale bei anderen Rassen:
Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit): Die extrem flachen Gesichter mancher Perser- oder Exotisch-Kurzhaar-Linien führen zu verengten Atemwegen, ständig tränenden Augen und Zahnfehlstellungen.
Knickohren (Fold-Gen): Das für die gefalteten Ohren der Scottish Fold verantwortliche Gen verursacht zwangsläufig die unheilbare und schmerzhafte Knochen- und Knorpelerkrankung Osteochondrodysplasie (OCD).
Schwanzlosigkeit (Manx-Gen): Das Fehlen des Schwanzes kann zu schweren Missbildungen der Wirbelsäule, zu Nervenschäden und zu Inkontinenz führen. Zudem wird das natürliche Springverhalten der Katze eingeschränkt.
extrem dichtes Fell: Katzen mit langem und dichtem Fell, insbesondere mit viel Unterwolle, können sich nicht artgerecht selbst pflegen. Sie sind vollständig von der täglichen Pflege durch den Menschen abhängig. Betroffen sind bspw. Perserkatzen und moderne Zuchtlinien der Britisch Kurzhaar.
Haarlosigkeit: Wenn Katzen kein Fell haben, beispielsweise Sphynx-Katzen, sind sie nicht mehr vor Kälte, Sonnenbrand und Verletzungen geschützt. Ihre Fähigkeit zur Thermoregulation ist stark eingeschränkt. Zudem sind die Tiere oft auf unnatürliche und für sie stressige Pflegemaßnahmen wie regelmäßiges Baden angewiesen, um Hautprobleme durch übermäßige Talgproduktion zu vermeiden.
deformierte oder fehlende Schnurrhaare: Schnurrhaare (Vibrissen) sind für Katzen lebenswichtige Sinnesorgane zur Orientierung, zur Messung von Öffnungen und zur Jagd. Gekräuselte, brüchige oder fehlende Schnurrhaare (wie bei manchen Rex- oder Nacktkatzen) bedeuten eine massive sensorische Einschränkung und behindern die Katze in ihrem artgerechten Verhalten.
Zwergwuchs: Die extrem kurzen Beine (zum Beispiel bei der Munchkin-Katze) sind die Folge eines Gendefekts, der die Knorpelentwicklung stört. Dies schränkt die natürliche Bewegungsfähigkeit der Katze – Rennen, Springen und Klettern – massiv ein und erhöht das Risiko für schmerzhafte Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (zum Beispiel Arthrose oder Lordose).
Junge Siamkatze mit Halskrause
Bild: Leah Newhouse | Pexels
Welche Krankheiten sind bei Siamkatzen häufig?
Siamkatzen tragen ein spezifisches genetisches Erbe in sich, das sie anfälliger für verschiedene Krankheiten macht. Seriöse Züchter:innen testen ihre Tiere auf bekannte Erbkrankheiten. Beim Kauf einer Siamkatze ist es daher entscheidend, nach diesen Tests zu fragen.
Die wichtigsten Erbkrankheiten:
Sehprobleme: Alle Siamkatzen haben von Geburt an eine abnormale Verschaltung der Sehnerven aufgrund des die Fellfarbe bestimmenden Point-Gens (cs). Dies führt zu einem stark reduzierten räumlichen Sehen (Stereopsis). Um diesen Sehfehler auszugleichen, entwickeln viele Siamesen Strabismus (Schielen). Das hilft der Katze, die Bilder im Gehirn korrekt zusammenzufügen. Es ist also eine Kompensationsstrategie, kein primärer Augenmuskelfehler. Früher war dies ein Markenzeichen, heute wird es in der Zucht vermieden. Schnelle, unwillkürliche Augenbewegungen (Nystagmus, Augenzittern) sind ebenfalls eine Strategie, um die fehlerhafte visuelle Information zu verarbeiten.
Progressive Retinaatrophie (PRA): Dies ist eine erbliche Erkrankung, bei der die Netzhaut der Augen nach und nach abstirbt, was unweigerlich zur vollständigen Erblindung führt. Erste Anzeichen sind eine erhöhte Reflektion des Augenhintergrunds („Tapetal-Glow”) und eine abnehmende Sehfähigkeit bei Dämmerung. Ein Gentest (rdAc) ist verfügbar und für Züchter:innen unverzichtbar.
familiäre AA-Amyloidose: Dies ist eine schwere Stoffwechselstörung, bei der sich fehlerhafte Proteine (Amyloide) in den Organen ablagern und deren Funktion zerstören. Bei Siamkatzen ist vor allem die Leber betroffen, was zu Leberversagen und spontanen, tödlichen Leberrissen führen kann. Es gibt noch keinen Gentest, die Krankheit ist jedoch stark erblich bedingt.
Mukopolysaccharidose Typ VI (MPS VI): Hierbei handelt es sich um eine seltene lysosomale Speicherkrankheit, die zu schweren Skelett- und Gelenkveränderungen, Zwergenwuchs und einem veränderten Gesichtsbild führt. Auch hierfür existiert ein Gentest.
Weitere Krankheitsanfälligkeiten:
Pica-Syndrom (Wolle-Saugen): Dabei handelt es sich um eine zwanghafte Verhaltensstörung, bei der Katzen Wolle, andere Stoffe oder sogar Plastik saugen und kauen. In einer Studie waren 55 % aller betroffenen Katzen Siamkatzen. Es beginnt oft nach dem Absetzen vom Muttertier und kann ein Leben lang anhalten.
Trennungsangst: Aufgrund ihrer extremen Menschenbezogenheit neigen Siamkatzen stärker zu Stress, wenn sie allein sind. Dies kann sich bei Kätzinnen durch Unsauberkeit (Kot absetzen) und bei Katern durch exzessives Schreien äußern.
Hornhautsequester (Cornea nigra): Dabei stirbt ein Teil der Hornhaut ab und verfärbt sich braun bis schwarz. Diese abgestorbene Stelle (Sequester) wirkt wie ein Fremdkörper im Auge. Sie kann von leichten Reizungen bis zu tiefen, schmerzhaften Geschwüren führen, die eine Operation erfordern.
Offenwinkelglaukom (Grüner Star): Eine chronische Form des Glaukoms, bei der der Augeninnendruck langsam ansteigt und den Sehnerv schädigt. Siamkatzen scheinen eine Veranlagung dafür zu haben.
Hüftdysplasie (HD) und Patellaluxation (PL): Studien zeigen, dass Siamkatzen eine erhöhte Anfälligkeit für Hüftgelenksdysplasie (7,1 % in einer Studie) und für das Herausspringen der Kniescheibe (Patellaluxation) aufweisen.
Abrutschen der Oberschenkelkopf-Wachstumsfuge (SCFE): Eine Erkrankung junger, oft übergewichtiger Kater im Alter von 4 bis 24 Monaten. Dabei löst sich der Hüftkopf von der Wachstumsfuge des Oberschenkelknochens, was zu starker Lahmheit führt. Ursache ist eine angeborene Schwäche der Wachstumsfuge.
Adenokarzinom des Dünndarms: Siamkatzen haben ein bis zu achtfach erhöhtes Risiko, an dieser aggressiven Form von Darmkrebs zu erkranken. In Studien machen sie einen überproportional hohen Anteil der betroffenen Katzen aus.
Lymphosarkom (LSA): Insbesondere junge Siamkatzen (Durchschnittsalter: 2 Jahre) neigen stark zur Entwicklung von Lymphomen im Brustkorb (mediastinales Lymphom), häufig auch ohne eine FeLV-Infektion (Leukose). Hier wird ein autosomal-rezessiver Erbgang vermutet.
Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung): In mehreren Studien waren Siamkatzen bei den Pankreatitis-Fällen deutlich überrepräsentiert (in einer Studie machten sie 39 % der Fälle aus).
Niereninsuffizienz: Eine große Datenbankstudie ergab für Siamkatzen ein mehr als doppelt so hohes Risiko für Nierenversagen als für andere Rassen.
Harnwegserkrankungen: Bei Siamkatzen wurde eine Neigung zur Bildung bestimmter Harnsteinarten (Oxalat, Urat, Zystin) festgestellt.
Dilatative Kardiomyopathie (DCM): Hierbei handelt es sich um eine Herzerkrankung, bei der der Herzmuskel erschlafft. Obwohl sie durch die Zugabe von Taurin zum Futter seltener geworden ist, scheint bei Siamkatzen eine Prädisposition zu bestehen.
Atemwegserkrankungen: Siamkatzen neigen verstärkt zu Felinem Asthma bzw. chronischer Bronchitis. Der Krankheitsverlauf kann langwierig sein und von Rückfällen geprägt.
Zahnprobleme: Es gibt Hinweise auf eine erhöhte Neigung zu Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) sowie zu Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen (FORL).
Myasthenia gravis: Die angeborene Form dieser Muskelschwäche wurde bei Siamkatzen beobachtet.
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Krankheiten erkennen: Auf welche Symptome muss ich bei der Siamkatze achten?
Der Schlüssel zur Früherkennung von Krankheiten bei Siamkatzen ist, ihre einzigartige Persönlichkeit zu kennen. Jede Abweichung von ihrem normalen, energiegeladenen und „gesprächigen” Verhalten sollte ernst genommen werden.
Achte besonders auf diese Veränderungen:
Apathie und Rückzug: Eine Siamkatze, die plötzlich still wird, nicht mehr „antwortet”, sich versteckt und nicht mehr am Familienleben teilnimmt, ist fast immer krank. Dies ist ein Alarmzeichen Nr. 1 und kann auf Schmerzen (z.B. bei Pankreatitis oder FORL) oder eine schwere systemische Erkrankung wie Niereninsuffizienz oder Amyloidose hindeuten.
zwanghaftes Kauen/Saugen: Wenn die Katze beginnt, an Wolle, Decken oder anderen Stoffen zu saugen oder zu kauen, ist das ein klares Zeichen für das Pica-Syndrom (Wolle-Saugen).
Unsauberkeit und extremes Schreien: Tritt dieses Verhalten auf, wenn die Katze allein ist, kann es ein Symptom für starke Trennungsangst sein.
Appetitlosigkeit: Eine Katze, die Futter verweigert, hat oft starke Schmerzen oder fühlt sich sehr krank. Mögliche Ursachen sind vielfältig: Zahnprobleme, Pankreatitis, Leber- (Amyloidose) oder Nierenerkrankungen sowie Darmkrebs.
Orientierungslosigkeit: Stößt die Katze gegen Möbel, springt sie unsicher oder wirkt sie im Dunkeln verloren? Dies sind typische erste Anzeichen für eine fortschreitende Erblindung durch Progressive Retinaatrophie (PRA).
weite, starre Pupillen: Weit geöffnete Pupillen, die sich bei Lichteinfall kaum noch verengen, sind ein spätes Symptom von PRA.
brauner oder schwarzer Fleck auf der Hornhaut: Ein sichtbarer, dunkler Fleck auf der Augenoberfläche ist das Leitsymptom für einen Hornhautsequester. Dieser ist sehr schmerzhaft.
Husten, Keuchen, pfeifende Geräusche: Dies sind klassische Symptome für Felines Asthma. Der Husten wird oft mit dem Versuch verwechselt, einen Haarballen hochzuwürgen.
Hecheln/Atmen mit offenem Maul: Dies ist bei einer Katze immer ein absoluter Notfall! Es deutet auf akute Atemnot hin, die durch einen schweren Asthmaanfall oder ein Herzproblem wie DCM ausgelöst wurde.
verändertes Fressverhalten: Schmatzen, Speicheln, Kopfschiefhalten beim Kauen oder das Fallenlassen von Futter deuten auf extreme Schmerzen im Maul hin. Dies ist typisch für FORL oder eine starke Zahnfleischentzündung.
chronisches Erbrechen/Durchfall: Dies kann ein Hinweis auf Pankreatitis, aber auch auf eine schwere Erkrankung wie Darmkrebs (Adenokarzinom) sein.
viel Trinken und viel Urinieren: Dies sind die klassischen Symptome einer Niereninsuffizienz.
Gelbfärbung (Ikterus): Eine gelbliche Verfärbung der Haut (z.B. in den Ohren), des Zahnfleisches oder des Augenweiß ist ein ernstes Zeichen für eine Lebererkrankung, z.B. im Rahmen einer Amyloidose.
Lahmheit oder ein steifer Gang: Diese Symptome deuten auf Schmerzen im Bewegungsapparat hin. Bei jungen Katern kann dies ein Hinweis auf eine abgerutschte Oberschenkelkopf-Wachstumsfuge (SCFE) sein, bei anderen auf Hüftdysplasie oder Patellaluxation.
Vermeiden von Sprüngen: Wenn die sonst so kletterfreudige Siam plötzlich hohe Plätze meidet, hat sie entweder Schmerzen oder fühlt sich unsicher.
Gewichtsverlust: Ein unerklärlicher Gewichtsverlust, selbst bei normalem Appetit, ist immer ein Warnsignal für eine ernsthafte Erkrankung, wie beispielsweise Krebs oder Nierenversagen.
ungepflegtes Fell: Wenn eine Katze aufhört, sich zu putzen, ist sie möglicherweise zu krank dafür. Das Fell wirkt stumpf und struppig.
Die goldene Regel für Siam-Halter:innen lautet: Du kennst deine gesprächige, neugierige Katze am besten. Jede Verhaltensänderung, die länger als einen Tag anhält, rechtfertigt einen Anruf in der Tierarztpraxis. Warte nicht ab, bis die Symptome dramatisch werden.
Was tun, wenn Symptome auftreten?
Du bemerkst ein Symptom bei deiner Katze und fragst dich: „Ist das ein Notfall oder nur eine Kleinigkeit?” Bevor du sofort in die Tierarztpraxis fährst oder abwartest und dir Sorgen machst, gibt es eine moderne erste Anlaufstelle.
Telemedizinische Angebote wie der von Tierärzt:innen entwickelte confidu Diagnose Finder helfen dir, die Situation sofort einzuschätzen.
bei leichten Problemen: Du erhältst eine tierärztliche Anleitung, wie du deiner Katze bei Symptomen wie leichtem Durchfall oder Erbrechen selbst helfen kannst – oft reichen schon eine Schonkost oder einfache Hausmittel.
zur Ursachenforschung: Du kannst direkt einen Labortest für eine Kotprobe anfordern, um der Ursache selbst auf den Grund zu gehen.
bei ernsten Anzeichen: Stuft der Diagnose Finder die Symptome als ernsthaft ein, erhältst du die klare Empfehlung, umgehend eine Tierarztpraxis aufzusuchen.
So erhältst du sofort eine verlässliche Orientierung, vermeidest unnötige Praxisbesuche bei Kleinigkeiten und stellst sicher, dass du bei echten Notfällen keine wertvolle Zeit verlierst.
Wie kann ich Krankheiten vorbeugen?
Als verantwortungsvolle:r Halter:in kannst du aktiv dazu beitragen, das Risiko für viele Krankheiten zu minimieren und die Lebensqualität deiner Katze entscheidend zu verbessern. Die folgenden Punkte sind die Grundpfeiler einer jeden guten Gesundheitsvorsorge.
Impfungen: Eine solide Grundimmunisierung gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen und Katzenseuche ist der grundlegende Schutz für jede Katze und sollte niemals vernachlässigt werden.
Parasitenschutz: Ein konsequenter Schutz vor Parasiten wie Flöhen, Zecken und Würmern ist unerlässlich, um Folgeerkrankungen wie Hautentzündungen oder einen starken Wurmbefall zu vermeiden.
gesunde Ernährung: Eine artgerechte und hochwertige Ernährung mit einem hohen Fleischanteil bildet die Basis für ein starkes Immunsystem und beugt ernährungsbedingten Krankheiten vor.
Bewegung und Beschäftigung: Tägliche Spieleinheiten und eine anregende Umgebung mit Klettermöglichkeiten halten deine Katze körperlich fit, geistig ausgelastet und helfen dabei, Übergewicht zu verhindern.
regelmäßige Pflege: Durch routinemäßige Pflege, insbesondere das Zähneputzen, erkennst du Veränderungen am Körper deiner Katze frühzeitig und beugst schmerzhaften Erkrankungen vor.
Stress minimieren: Ein stabiles, harmonisches Umfeld mit festen Routinen und sicheren Rückzugsorten reduziert chronischen Stress, der das Immunsystem schwächen und Krankheiten auslösen kann.
tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen: Ein jährlicher Gesundheits-Check-up in der Tierarztpraxis, auch wenn deine Katze gesund erscheint, ist unerlässlich, um einen professionellen Blick auf ihren Zustand zu werfen und eine Basis für zukünftige Vergleiche zu schaffen.
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Wie kann ich Unfällen und Vergiftungen vorbeugen?
Eine katzensichere Wohnung ist die beste Lebensversicherung für deine neugierige Katze und schützt sie vor den häufigsten Gefahren des Alltags.
Fenster und Balkone: Sichere gekippte Fenster mit einem speziellen Schutz und statte Balkone mit einem Katzennetz aus, um tödliche Stürze zu verhindern.
giftige Pflanzen: Verbanne alle für Katzen giftigen Zimmerpflanzen, insbesondere hochtoxische Lilien, vollständig aus deinem Haushalt und von deinem Balkon. Im Gift-Lexikon von confidu findest du eine Übersicht sowie detaillierte Beschreibungen der häufigsten Giftpflanzen und weitere Giftstoffe für Hunde und Katzen.
gefährliche Substanzen: Bewahre Putzmittel, Medikamente, Chemikalien und Frostschutzmittel immer außer Reichweite in fest verschlossenen Schränken auf.
menschliche Lebensmittel: Gib deiner Katze niemals für sie giftige menschliche Lebensmittel wie Schokolade, Zwiebeln oder Weintrauben und lasse Essensreste nicht offen stehen.
kleine Gegenstände und Schnüre: Lasse niemals Schnüre, Wollfäden, Haargummis oder kleine Plastikteile unbeaufsichtigt herumliegen, da diese verschluckt zu einem lebensgefährlichen Darmverschluss führen können.
Haushaltsgeräte: Kontrolliere vor dem Start immer die Trommel von Waschmaschine und Trockner, da diese bei Katzen beliebte, aber lebensgefährliche Verstecke sind.
Absicherung: Welche Versicherung braucht die Siamkatze?
Angesichts der rassetypischen Anfälligkeiten ist eine gute finanzielle Absicherung für Siamkatzen keine Option, sondern eine dringende Empfehlung. Die Kosten für Diagnostik und Behandlung chronischer oder erblicher Krankheiten können schnell mehrere tausend Euro betragen.
Grundsätzlich gibt es zwei Versicherungsmodelle:
OP-Versicherung: Dies ist die grundlegende Absicherung. Sie übernimmt die Kosten für notwendige chirurgische Eingriffe, sei es nach einem Unfall oder aufgrund einer Krankheit. Oft sind auch die Kosten für Diagnostik und Nachbehandlung im Zusammenhang mit der OP abgedeckt. Diese Variante ist günstiger und sichert die teuersten denkbaren Fälle ab.
Vollkrankenschutz: Er ist das „Rundum-sorglos-Paket”. Zusätzlich zu den Operationskosten deckt diese Versicherung auch die Kosten für reguläre tierärztliche Behandlungen ab, z.B. Diagnostik (Blutuntersuchungen, Ultraschall), Medikamente oder die Behandlung chronischer Krankheiten. Er ist teurer, bietet aber den umfassendsten Schutz.
Eine OP-Versicherung ist das empfohlene Minimum für jede:n Katzenhalter:in. Ein Vollkrankenschutz bietet maximale Sicherheit und ist besonders für Halter:innen sinnvoll, die für alle Eventualitäten gewappnet sein möchten.
Siam Kitten
Bild: ubyquit | Pixabay
Lebensphasen: So altert die Siamkatze
Wie alt wird eine Siamkatze?
Hier muss zwischen zwei Werten unterschieden werden: der potenziellen Lebenserwartung unter optimalen Bedingungen und dem statistischen Median einer großen Population.
Unter idealen Bedingungen wird für die Siamkatze eine Lebenserwartung von 15 bis 20 Jahren angegeben. Dies ist die Spanne, die eine gesunde Siamkatze aus einer seriösen Zucht bei guter Haltung erreichen kann.
Der statistische Median aus einer sehr großen wissenschaftlichen Studie in Großbritannien ergab jedoch nur einen Medianwert von 11,69 Jahren.² Das bedeutet, 50 % der in der Studie erfassten Siamkatzen starben, bevor sie 11,69 Jahre alt wurden und 50 % der in der Studie erfassten Siamkatzen starben, nachdem sie 11,69 Jahre alt geworden waren. Der Median aus einer solchen Studie ist ein ungeschönter „Realitäts-Check”. Er berücksichtigt alle Todesursachen in einer großen, gemischten Population und nicht nur die idealen Fälle.
Wann sind Siamkatze ausgewachsen?
Das Erwachsenwerden einer Siamkatze ist ein mehrphasiger Prozess. Dabei muss man zwischen der Geschlechtsreife und dem vollständigen körperlichen und mentalen Wachstum unterscheiden.
Siamkatzen gehören zu den frühreifen Rassen. Das bedeutet, dass sie bereits in sehr jungem Alter Nachwuchs zeugen bzw. bekommen können. Viele Siamkatzen werden bereits im Alter von 4 bis 6 Monaten geschlechtsreif. Kätzinnen können dann zum ersten Mal rollig werden.
Achtung: Geschlechtsreif bedeutet nicht ausgewachsen! Eine Kätzin, die in diesem Alter trächtig wird, ist selbst noch ein „Kind”, was erhebliche Gesundheitsrisiken für sie und ihre Kitten mit sich bringen kann. Eine frühzeitige Kastration ist daher bei Tieren, die nicht für eine seriöse Zucht vorgesehen sind, dringend zu empfehlen.
Der eigentliche Wachstumsprozess des Skeletts und der grundlegenden Körpermasse dauert jedoch länger. Die meisten Siamkatzen erreichen ihre volle Größe und Länge mit etwa 10 bis 12 Monaten. Ab diesem Zeitpunkt werden sie nicht mehr merklich größer. Obwohl sie ihre volle Größe erreicht haben, sind sie mit einem Jahr oft noch sehr schlaksig und jugendlich. Die Entwicklung der vollen, sehnigen Muskulatur und das Erreichen des endgültigen Gewichts können sich bis zum Alter von 18 Monaten hinziehen.
Der Übergang vom übermütigen Teenager zur souveränen, erwachsenen Katze dauert am längsten. Mental und charakterlich als vollständig „erwachsen” kann man eine Siamkatze oft erst mit etwa zwei Jahren bezeichnen. Die grundlegende Persönlichkeit (gesprächig, anhänglich, intelligent) bleibt erhalten. Das Verhalten wird jedoch oft etwas gesetzter und weniger chaotisch als in der wilden Teenagerphase. Ihre legendäre Verspieltheit und Neugier behalten sie allerdings ein Leben lang.
Ab wann ist eine Siamkatze ein Senior?
Die Siamkatze gilt ab 9 - 13 Jahren als Senior. Ab 13 Jahren erreicht sie die geriatrische Lebensphase. Wenn deine Katze ein höheres Alter erreicht, sind einige liebevolle Anpassungen nötig, um ihre veränderte körperliche und geistige Fitness auszugleichen und ihr einen komfortablen und würdevollen Lebensabend zu ermöglichen:
Barrierefreiheit schaffen: Was früher ein Katzensprung war, kann nun eine Hürde sein. Erleichtere deiner Katze den Zugang zu ihren Lieblingsplätzen (Fensterbank, Sofa) mit kleinen Rampen oder Hockern, die als Stufe dienen. Eine Katzentoilette mit niedrigem Einstieg schont die Gelenke.
Ernährung anpassen: Wechsle zu einem hochwertigen Senior-Futter. Dieses ist oft kalorienreduziert, um Übergewicht vorzubeugen. Es enthält hochverdauliche Proteine, die die Nieren schützen, und ist mit Nährstoffen angereichert, die die Gelenke unterstützen. Für ältere Katzen mit eventuellen Zahnproblemen ist Nassfutter oft angenehmer zu fressen.
intensiviere die Gesundheitsvorsorge: Der jährliche Gesundheits-Check-up wird nun zum halbjährlichen Senioren-Check-up. Eine regelmäßige Blutuntersuchung ist jetzt entscheidend, um altersbedingte Krankheiten wie Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenüberfunktion frühzeitig zu erkennen.
Pflege unterstützen: Arthrose kann die Fellpflege erschweren. Hilf deiner Katze deshalb mit sanften Bürsten-Einheiten, ihr Fell sauber und filzfrei zu halten. Achte auch vermehrt auf die Krallen, die sich eventuell nicht mehr so gut abnutzen.
Ruhe und Komfort bieten: Ein Senior schläft mehr und schätzt seine Ruhe. Sorge deshalb für viele warme, weiche und zugluftfreie Schlafplätze. Eine Heizdecke oder ein Wärmekissen werden oft dankbar angenommen.
Spiel und Geist fit halten: Die wilden Jagdspiele werden weniger, aber geistige Anregung bleibt wichtig. Biete ihm ruhigere Spiele am Boden an, nutze Fummelbretter oder gönne ihm einfach mehr Zeit für gemütliche Schmuse- und Kuscheleinheiten.
Kastration: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Die Kastration ist kein optionaler, sondern ein fundamentaler und unverzichtbarer Bestandteil einer verantwortungsvollen Katzenhaltung.
Idealerweise erfolgt die Kastration vor der Geschlechtsreife, die je nach Katze zwischen dem 4. und 9. Lebensmonat eintritt. Die meisten Tierärzt:innen empfehlen eine Kastration im Alter von etwa 5 bis 8 Monaten. Viele Tierheime und Züchter:innen praktizieren die sogenannte Frühkastration (bereits mit 10 bis 14 Wochen). Diese ist nachweislich sicher und hat viele Vorteile.
Ein wichtiger Mythos ist die Vorstellung, eine Katze müsse „einmal rollig werden” oder „einmal Junge bekommen”. Dies ist ein rein menschlicher Gedanke, der keinerlei gesundheitlichen oder psychologischen Nutzen für das Tier hat – im Gegenteil, er birgt nur Risiken.
Das confidu Katzenrassen-Lexikon wird von unseren Tierärzt:innen nach aktuellem wissenschaftlichen Standard mithilfe von aktueller Literatur und neuesten Studien verfasst.
Quellen:
a The Cat Encyclopedia: The Definitive Visual Guide, Dorling Kindersley, 2014 Dorling Kindersley Limited
b Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds, J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia
1 Zur Beurteilung des Verhaltens wurden verschiedene Merkmale berücksichtigt, darunter Aktivitätslevel, Verspieltheit, Gelehrigkeit, Intelligenz, Vokalisieren und Lautstärke, Selbstständigkeit, Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Verträglichkeit mit Kindern und Verträglichkeit mit Haustieren. Jede Katzenrasse wurde anhand dieser Eigenschaften auf einer Skala von 1 (am wenigsten ausgeprägt) bis 10 (am stärksten ausgeprägt) bewertet. (Quelle: Encyclopedia of Cat Breeds, 2nd Edition by J. Anne Helgren, April 2013)
2 Die Lebenserwartung wurde in Anlehnung an "Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds", J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia sowie "Life tables of annual life expectancy and risk factors for mortality in cats in the UK", Kendy Tzu-yun Teng et al., Februar 2024, Journal of Feline Medicine and Surgery erstellt.
3 Die Gesundheitsparameter Anfälligkeit für Krankheiten, Auftreten von Erbkrankheiten und Anfälligkeit für Übergewicht wurden in Anlehnung an "Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds", J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia erstellt.
Die Klassifizierung der Krankheitsanfälligkeit basiert auf der Anzahl und Häufigkeit von Krankheiten.
Basierend auf der durchschnittlichen Anzahl von Krankheiten pro Rasse wurde eine Einteilung in 10 Klassen vorgenommen. Rassen, bei denen 0-10 Krankheiten auftreten, werden der Klasse 1 zugeordnet, Rassen mit mehr als 90 Krankheiten der Klasse 10.
Abhängig von der Häufigkeit des Auftretens der Krankheiten wurde eine weitere Einteilung in 10 Klassen vorgenommen. Dazu wurden alle bekannten Häufigkeiten pro Rasse addiert und das Minimum (Summe aller Häufigkeiten, 1) berechnet. Daraus wurde eine Klasse zwischen 1 (Wert liegt zwischen 0-10%) und 10 (Wert liegt über 90%) gebildet.
Aus den beiden Klassen (Anzahl der Erkrankungen und Häufigkeit der Erkrankungen) ergibt sich die Gesamteinstufung der Krankheitsanfälligkeit als Maximum.
Die Einstufung der Erbkrankheiten erfolgt analog zur Einstufung der Krankheitsanfälligkeit.
4 Die Einstufung hinsichtlich der Qualzuchtmerkmale erfolgt auf der Grundlage der Anzahl und Ausprägung der Qualzuchtmerkmale, die in einer Rasse häufig auftreten. Dazu gehören Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit), Knickohren (Fold-Gen), Schwanzlosigkeit (Manx-Gen), extrem dichtes Fell, Haarlosigkeit, deformierte oder fehlende Schnurrhaare, Zwergwuchs, Vielfingrigkeit, helle Fell- und Augenfarbe. Rassen mit einem Qualzuchtmerkmal wurden in Klasse 4, Rassen mit 2 Merkmalen in Klasse 7 und Rassen mit 3 und mehr oder stark das Leben beeinträchtigenden Merkmalen in Klasse 10 eingestuft. Als Quelle wurde https://www.bundestieraerztekammer.de/tierhalter/qualzuchten/ verwendet.
5 Der Pflegeaufwand wurde "The Cat Encyclopedia, Dorling Kindersley", First American Edition, DK, 2014 entnommen. Ein besonders hoher Pflegeaufwand wurde mit maximal 10 Punkten bewertet, ein besonders niedriger mit einem Punkt. Dies setzt sich wie folgt zusammen: Die Angabe zur Fellpflege wurde in maximal 6 Punkte umgewandelt, wobei wöchentlich 1 Punkt, wöchentlich bis 2–4-mal wöchentlich 2 Punkte, wöchentlich bis täglich 3 Punkte , 2–4-mal wöchentlich 4 Punkte, 2–4-mal wöchentlich bis täglich = 5 Punkte und täglich 6 Punkte entspricht. Zusätzliche Punkte wurden für eine erforderliche Augenpflege vergeben: 1 Punkt, wenn regelmäßige Augenpflege nötig, und 2 Punkte, wenn täglich Augenpflege nötig ist. Für eine über das normale Maß hinausgehende Pflege von Krallen, Zähnen, Ohren oder Haut gibt es zusätzlich maximal 2 Punkte.