Lexikon der Katzenrassen
Tauche ein in detaillierte Rasseporträts und entdecke alles über Wesen, Erscheinungsbild und Herkunft der eleganten Samtpfoten. Finde fundierte Ratgeber-Artikel zur optimalen Ernährung, liebevollen Pflege und zum Verständnis des Katzenverhaltens.
Egal, ob du die perfekte Katzenrasse für deinen Lebensstil finden oder dein Wissen über deinen treuen Begleiter vertiefen möchten – hier wirst du fündig.
Britisch Kurzhaar
Gemütlicher Teddybär mit dem unerschütterlichen Gemüt
Titelbild: Alexas_Fotos | Pixabay
Inhaltsverzeichnis
Rasseprofil
Körpergröße: mittel bis groß
Gewicht: 4 - 8 kg
Farbe: variabel, klassisch ist Blau-Grau ("British Blue")
Fell: kurz, sehr dicht, plüschig, griffig ("crisp")
Charakter: ausgeglichen, ruhig, sanftmütig, geduldig, nicht aufdringlich
Anspruch an Haltung: gering
Lebenserwartung: 12 bis 18 Jahre (Medianwert laut Studie jedoch nur 9,58 Jahre²)
Anerkennung durch Verbände: FIFe, TICA, CFA, WCF
Herkunft: Großbritannien
Spitzname: Teddybär
Synonym: BKH
Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über die Eigenschaften der BKH. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist die Eigenschaft ausgeprägt¹’²’³’⁴’⁵. Die BKH hat z.B. ein niedriges Aktivitätslevel und ist sehr gelehrig.
Bild: Ben Collins | Unsplash
Aussehen: Wie sieht eine Britisch Kurzhaar aus?
Die Britisch Kurzhaar (BKH) ist eine mittelgroße bis große Katze mit einem stämmigen, kompakten und muskulösen Körperbau, der als „cobby” bezeichnet wird. Die BKH hat ein unverwechselbares Erscheinungsbild, das oft an einen Teddybären erinnert. Sie wiegt zwischen 4 und 8 kg, die Kater sind meist größer als die Katzen. Das Fell ist das Aushängeschild der Rasse: Es ist kurz, extrem dicht und unvergleichlich plüschig. Die Textur ist dabei fest und griffig („crisp”), nicht wollig. Das einzelne Haar steht vom Körper ab, was den plüschigen Eindruck verstärkt. Das dichte Unterfell macht das Fell zudem wasserabweisend.
BKH werden in einer riesigen Vielfalt von Farben und Mustern gezüchtet. Am bekanntesten und häufigsten ist die Farbe Britisch Blau, ein gleichmäßiges, edles Schiefergrau. Bei Kitten kann hier noch eine leichte Tabby-Zeichnung sichtbar sein („Geisterzeichnung“), die aber nach etwa sechs Monaten verblasst. Während die meisten Farben anerkannt sind, gibt es je nach Zuchtverband Unterschiede: Die CFA (Cat Fanciers' Association) erlaubt beispielsweise keine Farben wie Chocolate, Lavender oder Point-Zeichnungen (Himalayan), während die TICA (The International Cat Association) diese zulässt.
Das markanteste Merkmal der BKH ist ihr großer, runder Kopf mit vollen Wangen. Die kleinen, weit auseinanderstehenden Ohren mit ihren abgerundeten Spitzen unterstreichen die runde Kopfform zusätzlich. Das Gesicht ist kurz und breit mit einer kurzen, breiten Nase, die einen leichten „Dip“ (eine sanfte Einbuchtung) aufweist. Besonders charakteristisch sind die ausgeprägten, runden Schnurrhaarkissen, die der Katze ihr berühmtes und liebenswertes „Cheshire-Grinsen” verleihen. Es erinnert an die Grinsekatze aus „Alice im Wunderland”.
Die Augen der BKH sind groß, rund und weit geöffnet, was ihren sanften und aufmerksamen Ausdruck prägt. Am häufigsten sind die Farben Kupfer und Gold. Eine wichtige Ausnahme bilden Katzen mit silbernem Fell (z.B. Silver Shaded oder Silver Tabby), bei denen grüne oder haselnussbraune Augen die Regel sind.
Der breite Brustkorb ruht auf kurzen, kräftigen Beinen mit dicken Knochen, die in runden, festen Pfoten enden. Dieser Eindruck wird durch einen mittellangen, sehr dicken Schwanz abgerundet, der in einer breiten, runden Spitze ausläuft.
Russisch Blau
Bild: Doug Miller | Wikimedia Commons
Was ist der Unterschied zwischen Britisch Kurzhaar und Russisch Blau?
Obwohl die Britisch Kurzhaar und die Russisch Blau auf den ersten Blick durch ihre oft ähnliche blaugraue Fellfarbe leicht zu verwechseln sind, handelt es sich um zwei grundverschiedene Rassen, die sich in Körperbau, Gesichtszügen und Charakter deutlich unterscheiden. Die einfachste Eselsbrücke lautet: Die Britisch Kurzhaar ist der Teddybär unter den Katzen, die Russisch Blau hingegen die elegante Ballerina.
1. Körperbau und Erscheinung
Der markanteste Unterschied liegt in der Statur. Die Britisch Kurzhaar ist eine mittelgroße bis große Katze mit einem stämmigen, muskulösen und kompakten Körperbau, der als „cobby” bezeichnet wird. Sie steht auf kurzen, kräftigen Beinen, hat einen breiten Brustkorb und wirkt insgesamt robust und kraftvoll.
Im direkten Gegensatz dazu ist die Russisch Blau eine mittelgroße, schlanke und anmutige Katze. Ihr Körperbau ist elegant und fast grazil mit langen Beinen und einem feineren Knochenbau, der ihr einen aristokratischen und tänzerischen Gang verleiht.
2. Kopf und Augen – die Schlüsselmerkmale
Auch im Gesicht zeigen sich klare Unterschiede. Die BKH hat einen großen, runden Kopf mit vollen Wangen, kleinen, abgerundeten Ohren und einem kurzen, breiten Näschen. Ihre großen, runden Augen leuchten in der Regel in einem intensiven Kupfer- oder Goldton.
Die Russisch Blau hingegen hat einen keilförmigen, längeren Kopf mit großen, spitz zulaufenden Ohren. Ihr unverkennbares Markenzeichen sind ihre mandelförmigen, leuchtend smaragdgrünen Augen. Allein anhand der Augenfarbe lassen sich die beiden Rassen zweifelsfrei unterscheiden.
3. Fell und Farbe
Das Fell der BKH ist kurz, extrem dicht und fühlt sich plüschig und griffig an. Zwar ist „Britisch Blau” die bekannteste Farbe, doch es gibt die Rasse in einer riesigen Vielfalt an Farben und Mustern.
Die Russisch Blau hat ein einzigartiges, seidiges Doppelfell, das vom Körper absteht. Ihre Farbe ist ein gleichmäßiges Blaugrau, das durch farblose Haarspitzen einen charakteristischen Silberschimmer erhält.
4. Charakter und Wesen
Der Unterschied in der Erscheinung setzt sich im Wesen fort. Die Britisch Kurzhaar ist der Inbegriff der Gelassenheit: Sie ist ruhig, sanftmütig, geduldig und unerschütterlich. Ihre gemütliche Art macht sie zur perfekten Familienkatze.
Die Russisch Blau ist hingegen intelligent, sensibel und oft etwas zurückhaltend gegenüber Fremden. Sie baut eine sehr enge Bindung zu ihren Bezugspersonen auf, ist verspielt und benötigt auch geistige Anregung.
Wie stark haaren Britisch Kurzhaar Katzen?
Aufgrund dieser dichten Unterwolle haaren Britisch Kurzhaar-Katzen durchaus merklich, der Haarausfall kann als moderat bezeichnet werden. Besonders stark ist das Haaren während des saisonalen Fellwechsels im Frühjahr und Herbst, wenn sie ihr Winter- bzw. Sommerfell abstoßen. In dieser Zeit finden sich die feinen, plüschigen Haare vermehrt auf Möbeln und Kleidung.
Um lose Haare zu entfernen und die Menge an herumfliegenden Haaren in der Wohnung deutlich zu reduzieren, ist regelmäßiges Bürsten daher unerlässlich. Mindestens einmal pro Woche und während des Fellwechsels auch häufiger.
Bild: Oscar Fickel | Unsplash
Charakter und Verhalten: Wie ist das Wesen der Britisch Kurzhaar?
Die Britisch Kurzhaar ist der Inbegriff eines sanften Riesen: Eine Katze, deren Charakter so rund und gemütlich ist wie ihr Erscheinungsbild. Das Netzdiagramm zeichnet das Bild eines unerschütterlichen, ausgeglichenen und liebevollen Begleiters, der wie ein Fels in der Brandung des Alltags ruht.
Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über das Verhalten der BKH. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist das Verhalten ausgeprägt.¹ Die BKH ist z.B. sehr oft verträglich mit Kindern und hat ein niedriges Aktivitätslevel.
Bewegung & Charakter (hellblaue Zone)
Der Kern des BKH-Wesens ist Gelassenheit. Ihr Aktivitätslevel ist, wie im Diagramm deutlich zu sehen, eher niedrig. Sie ist keine Katze für hektische Jagdspiele, sondern bevorzugt eine ruhige und würdevolle Herangehensweise an das Leben. Ihre Verspieltheit ist moderat – sie schätzt eine tägliche, nicht zu wilde Spieleinheit, um geistig und körperlich fit zu bleiben, und fordert diese nicht pausenlos ein. Bemerkenswert sind ihre hohe Gelehrigkeit und Intelligenz: Sie beobachtet genau, lernt schnell und versteht Routinen, ohne jedoch den Eifer zu zeigen, ständig neue Tricks lernen zu wollen.
Sozialverhalten (dunkelblaue Zone)
Das Sozialverhalten der BKH ist von einer faszinierenden Mischung aus Zuneigung und Unabhängigkeit geprägt. Das Diagramm zeigt eine sehr hohe Selbstständigkeit bei gleichzeitig nur moderatem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Das macht sie zur perfekten Katze für Menschen, die einen liebevollen, aber nicht aufdringlichen Begleiter suchen. Sie ist keine klassische Schoßkatze, die ständig am Menschen klebt, sondern eher ein „Beisitzer“, der zufrieden in der Nähe seiner Menschen ruht. Passend zu ihrer stoischen Art ist ihre Vokalisierung extrem gering – sie ist eine sehr leise und angenehm ruhige Mitbewohnerin.
Verträglichkeit (gelbe Zone)
Hier spielt die Britisch Kurzhaar ihre größten Stärken aus. Das Diagramm zeigt eine ausgezeichnete Verträglichkeit mit Kindern sowie eine hohe Verträglichkeit mit anderen Haustieren. Ihre unerschütterliche Geduld, Gutmütigkeit und geringe Stress- bzw. Panikneigung machen sie zu einem idealen und sicheren Partner in einem lebhaften Familienhaushalt. Sie lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen und reagiert auf Trubel meist mit einem gelassenen Rückzug.
Wichtiger Hinweis zur Verträglichkeit: Auch bei einer von Natur aus so verträglichen Rasse wie der BKH ist eine positive Sozialisierung in den ersten Lebenswochen entscheidend. Der respektvolle Umgang mit der Katze und das Bereitstellen von sicheren Rückzugsorten sind unerlässlich, damit sie ihr wundervolles, geduldiges Wesen voll entfalten kann.
Sind Britisch Kurzhaar schlau?
Ja, BKH sind intelligent, aber auf ihre eigene pragmatische Art. Sie sind keine Zirkusartisten, die ständig neue Tricks lernen wollen. Dafür sind sie exzellente Beobachter und lernen sehr schnell durch Routine. Sie verstehen genau, wann es Futter gibt, wie sie ihre Menschen mit einem bestimmten Blick um den Finger wickeln können oder welche Geräusche die Ankunft ihrer Lieblingsperson ankündigen. Ihre Intelligenz ist eher unauffällig und auf Komfort ausgerichtet: Sie finden schnell den gemütlichsten und wärmsten Platz im Haus und wissen, wie sie bekommen, was sie wollen, ohne sich groß anzustrengen.
Sind BKH verschmust?
Ja, sie sind auf eine unaufdringliche Art verschmust. Die meisten BKH sind keine klassischen Schoßkatzen, die stundenlang auf einem liegen. Sie zeigen ihre Zuneigung eher dadurch, dass sie immer in der Nähe ihrer Menschen sind – sie folgen einem von Raum zu Raum und legen sich daneben auf das Sofa. Man nennt sie deshalb oft liebevoll „Beisitzer“. Kurze, intensive Streicheleinheiten genießen sie sehr, wobei sie meist selbst entscheiden, wann die Kuschelzeit beginnt und endet. Man kann sagen: Sie sind sehr anhänglich, haben aber auch ein Bedürfnis nach persönlichem Freiraum.
Wie lange schläft eine BKH Katze?
Wie die meisten Katzen schläft auch eine Britisch Kurzhaar-Katze sehr viel. Ein erwachsenes Tier kommt auf durchschnittlich 12 bis 16 Stunden Schlaf pro Tag. Kitten und ältere Katzen können sogar bis zu 20 Stunden schlafen. Aufgrund ihres ruhigen und gemütlichen Naturells neigen BKH dazu, wahre Meister des Nickerchens zu sein und die obere Spanne dieser Zeit voll auszunutzen. Dieser Schlaf verteilt sich über den ganzen Tag in Form vieler kurzer Dösephasen und einiger Tiefschlafperioden.
Ist die Britisch Kurzhaar wasserscheu?
Ja, in der Regel ist die Britisch Kurzhaar wasserscheu. Das gilt jedoch für fast alle Hauskatzen. Der Hauptgrund liegt in ihrem Fell: Es ist extrem dicht und plüschig mit viel Unterwolle, würde sich mit Wasser vollsaugen, sehr schwer werden und nur extrem langsam trocknen. Das wäre für die Katze nicht nur unangenehm, sondern könnte sie auch schnell auskühlen lassen. Einige neugierige Exemplare mögen vielleicht fasziniert einem tropfenden Wasserhahn zusehen, doch ein Vollbad ist für eine BKH normalerweise keine erfreuliche Erfahrung.
Bild: Nothing Ahead | Pexels
Geschichte: Ursprung der Britisch Kurzhaar
Die Geschichte der Britisch Kurzhaar ist älter als die der meisten anderen Katzenrassen. Sie beginnt nicht in den Salons von Züchter:innen, sondern auf den staubigen Straßen des Römischen Reichs.
Als die Römer im Jahr 43 n. Chr. Britannien eroberten, brachten sie nicht nur ihre Legionen, Waffen und Kultur, sondern auch ihre domestizierten Katzen mit. Diese hatten eine klare und lebenswichtige Aufgabe: Sie sollten die Getreidelager und Siedlungen frei von Mäusen, Ratten und anderen Schädlingen halten. Es handelte sich um robuste, pragmatische Arbeitskatzen, die für ihre Jagdfähigkeiten und nicht für ihre Schönheit geschätzt wurden.
Über die nächsten Jahrhunderte entwickelten sich diese Katzen, isoliert auf der britischen Insel, weiter. Sie passten sich dem oft rauen, feuchten Klima an und vermischten sich vermutlich mit den einheimischen europäischen Wildkatzen. Durch diesen natürlichen Selektionsprozess entstand eine Katze, die perfekt an ihre Umgebung angepasst war: Sie war stämmig und muskulös gebaut und hatte ein extrem dichtes, kurzes und wetterfestes Fell, das sie vor Kälte und Nässe schützte.
Lange Zeit waren diese Katzen einfach die typischen britischen Haus- und Hofkatzen – die „Moggies“, wie man sie in England nennt. Das änderte sich im späten 19. Jahrhundert durch Harrison Weir, der als „Vater der Katzenzucht“ gilt. Weir war fasziniert von der Schönheit und dem robusten Charme dieser einheimischen Katzen. Er begann, die schönsten und typvollsten Exemplare gezielt zu selektieren und einen einheitlichen Rassestandard zu schaffen.
Britisch Kurzhaar-Katze bei Katzenausstellung auf den Philippinen
Bild: Valenzuela400 | Wikimedia Commons
Der große Durchbruch kam im Jahr 1871 auf der ersten offiziellen Katzenausstellung der Welt im Londoner Crystal Palace. Dort wurde eine 14-jährige blau-graue Britisch Kurzhaar-Kätzin als „Best in Show“ ausgezeichnet. Die Rasse eroberte die Herzen der Öffentlichkeit im Sturm und wurde offiziell als „British Shorthair“ etabliert.
Die beiden Weltkriege stellten eine existenzielle Bedrohung für die Rasse dar. In den schwierigen Zeiten kam die Zucht fast vollständig zum Erliegen und der Bestand schrumpfte dramatisch. Um die Britisch Kurzhaar nach dem Zweiten Weltkrieg vor dem Aussterben zu bewahren und den Genpool zu erweitern, kreuzten engagierte Züchter:innen andere Rassen, wie Perserkatzen, Russisch Blau und Kartäuser, ein. Durch diese Einkreuzungen wurden der heute so typische runde Kopf, die stämmige Statur und die Vielfalt an Fellfarben gefestigt.
Warum sind Britisch Kurzhaar so beliebt?
Die enorme Popularität der Britisch Kurzhaar ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis einer nahezu perfekten Kombination aus Aussehen, Charakter und unkomplizierter Haltung. All das macht sie zur idealen Katze für viele moderne Lebensstile. Die Gründe dafür lassen sich in mehreren Schlüsselpunkten zusammenfassen:
1. Unwiderstehliches „Teddybär-Image”
Der erste Eindruck zählt, und der einer BKH ist unschlagbar. Mit ihrem runden Kopf, den großen, ausdrucksstarken Kulleraugen und den vollen „Pausbäckchen” erinnert sie stark an einen knuddeligen Teddybären. Dieses kindliche Schema weckt bei vielen Menschen sofort einen Beschützer- und Zuneigungsinstinkt. Ihr dichtes, plüschiges Fell lädt förmlich zum Streicheln ein und verstärkt diesen Eindruck.
2. Unerschütterlicher und ausgeglichener Charakter
In unserer oft hektischen und lauten Welt ist die BKH ein Fels in der Brandung. Ihr Markenzeichen ist ihre stoische Gelassenheit. Sie ist:
ruhig: Sie neigt nicht zu Hyperaktivität oder Zerstörungswut.
geduldig: Sie ist extrem tolerant, was sie zu einer fantastischen Familienkatze macht, die auch mit Kindern gut zurechtkommt.
unkompliziert: Sie stellt keine hohen Ansprüche und passt sich leicht an den Rhythmus ihres Haushalts an.
3. Perfekte Balance aus Nähe und Unabhängigkeit
Eine BKH ist der Inbegriff des „Beisitzers“. Sie ist sehr menschenbezogen und liebt es, in der Nähe ihrer Familie zu sein, ohne dabei aufdringlich oder fordernd zu werden. Sie muss nicht ständig auf dem Schoß liegen, sondern ist glücklich, wenn sie im selben Raum auf dem Sofa oder in ihrem Sessel dösen kann. Das macht sie zur idealen Begleiterin für Berufstätige, die sich einen liebevollen Mitbewohner wünschen, der aber auch einige Stunden allein gut überbrücken kann.
4. Ideale Wohnungskatze
Dank ihres gemäßigten Bewegungsdrangs und ihrer ruhigen Natur ist sie perfekt für die reine Wohnungshaltung geeignet. Sie hat kein starkes Bedürfnis, draußen weite Reviere zu durchstreifen, und fühlt sich in einer sicheren Umgebung mit stabilen Kratzmöbeln und gemütlichen Rückzugsorten pudelwohl. Ein gesicherter Balkon wird gerne angenommen, ist aber kein Muss.
5. Geringer Pflegeaufwand und Robustheit
Obwohl ihr Fell dicht ist, ist der Pflegeaufwand im Vergleich zu Langhaarkatzen überschaubar. Regelmäßiges Bürsten, besonders während des Fellwechsels, reicht aus. Zudem gilt die Rasse (von seriösen Züchter:innen) als grundsätzlich robust und gesund. Diese unkomplizierte Haltung macht sie auch für Katzenanfänger:innen sehr attraktiv.
Bild: John D | Unsplash
Haltung und Lebensraum: Welche Ansprüche hat die Britisch Kurzhaar?
Zubehör: Was braucht die Britisch Kurzhaar?
Die Britisch Kurzhaar ist unkompliziert, aber um sie glücklich, gesund und artgerecht zu halten, brauchst du eine durchdachte Grundausstattung. Hier ist eine Checkliste, was deine BKH von Anfang an benötigt, damit sie sich bei dir rundum wohlfühlt.
Futter- und Wassernäpfe: Wähle am besten flache Näpfe aus Keramik, Glas oder Edelstahl. Diese sind hygienisch und leicht zu reinigen. Plastiknäpfe können Gerüche annehmen und bei manchen Katzen Kinnakne verursachen. Stelle die Näpfe nicht direkt nebeneinander und nicht neben die Katzentoilette. Viele Katzen trinken lieber fließendes Wasser. Ein Trinkbrunnen animiert zum Trinken und kann helfen, Harnwegserkrankungen vorzubeugen.
Katzentoilette: Die Faustregel lautet: Mindestens eine Toilette pro Katze, plus eine zusätzliche. Wähle eine ausreichend große, offene Schale. Viele Katzen mögen keine Toiletten mit Haube und Klappe, da sie sich darin eingeengt fühlen und Gerüche sich stauen. Um die beste Katzenstreu zu finden, musst du eventuell etwas experimentieren. Viele Katzen bevorzugen feine, sandähnliche Klumpstreu ohne starken Duft. Wichtig ist, dass du bei der Sorte bleibst, die deine Katze akzeptiert.
Kratzmöglichkeiten: Dies ist der vielleicht wichtigste Punkt, um deine Möbel zu schonen und deine Katze glücklich zu machen! Investiere in einen deckenhohen oder zumindest sehr stabilen Kratzbaum mit dicken Stämmen, der deiner Katze ermöglicht, sich beim Kratzen komplett auszustrecken. Biete an strategischen Orten (z.B. neben dem Sofa) weitere Optionen wie Kratzbretter, Kratztonnen oder Kratzmatten an.
Schlaf- und Rückzugsorte: Auch wenn sich deine Katze ihre Lieblingsplätze oft selbst sucht (dein Bett, die Couch, ein Sonnenfleck), schätzt sie eigene Rückzugsorte. Eine kuschelige Höhle, ein weiches Kissen auf der Fensterbank oder ein Katzenbett sind ideal.
Spiel und Beschäftigung: Katzen brauchen mentale und körperliche Auslastung. Interaktives Spielzeug wie Katzenangeln mit Federn oder Wedeln sind perfekt, um gemeinsam zu spielen und den Jagdinstinkt zu befriedigen. Selbstständiges Spielzeug wie kleine Spielmäuse, Bälle oder Rascheltunnel sorgen für Beschäftigung, wenn du mal nicht da bist. Intelligenzspielzeug wie Fummelbretter oder Snackbälle fordern den Kopf deiner Katze und machen ihr großen Spaß.
Bürste oder Pflegehandschuh: Das Fell der BKH ist dicht, plüschig und verfügt über eine massive Unterwolle. Um Verfilzungen zu vermeiden und die Menge an Haaren im Haushalt zu reduzieren, ist eine konsequente Pflegeroutine erforderlich. Idealerweise wird es einmal pro Woche gründlich gebürstet. Am besten eignen sich eine weiche Zupfbürste (Slicker Brush), ein Metallkamm mit abgerundeten Zinken sowie ein Gummistriegel oder Pflegehandschuh.
Flohkamm und Zeckenzange: Unverzichtbar, besonders wenn deine Katze gesicherten Freigang genießt. Damit kannst du das Fell schnell auf Parasiten kontrollieren und diese sicher entfernen.
Zahnputzutensilien: Gewöhne deine Katze am besten schon als Kitten an eine spezielle Katzenzahnbürste und -pasta. Das ist die beste Vorsorge gegen Zahnstein und Zahnerkrankungen.
Transportbox: Absolut notwendig für Tierarztbesuche. Achte auf eine gute Belüftung und darauf, dass sie sich leicht und sicher verschließen lässt. Modelle, die sich auch von oben öffnen lassen, sind oft stressfreier für die Katze. Modelle wie Körbe sind leider sehr unpraktisch und sind nicht empfehlenswert.
Kippfensterschutz & Balkonnetz: Gekippte Fenster sind eine tödliche Falle für Katzen! Sichere sie unbedingt mit einem speziellen Schutz. Ein Balkon sollte mit einem Katzennetz gesichert werden, bevor deine Katze ihn betreten darf.
Bild: Marek Studzinski | Unsplash
Kann man eine BKH alleine halten?
Grundsätzlich lautet die Empfehlung: Nein, auch wenn ihr ruhiger und unabhängiger Charakter dazu verleiten könnte. Sie ist und bleibt ein soziales Tier. Die Gesellschaft eines Artgenossen ist für ein ausgeglichenes Katzenleben essenziell.
Sozialverhalten: Katzen kommunizieren, spielen und pflegen sich auf eine Art und Weise, die ein Mensch niemals ersetzen kann. Eine zweite Katze beugt Einsamkeit, Langeweile und Verhaltensproblemen wie Unsauberkeit oder Aggression vor.
Charakterfrage: Der Spruch „ruhig heißt nicht einsam“ trifft auf die BKH perfekt zu. Ihre Gelassenheit kann darüber hinwegtäuschen, dass sie sich innerlich langweilt oder unglücklich ist.
Ausnahmen bestätigen die Regel: Es gibt jedoch Ausnahmen, in denen eine Einzelhaltung vertretbar ist. Dies betrifft meist ältere Katzen, die schon immer alleine gelebt haben und sich nicht mehr an Gesellschaft gewöhnen können, sowie Tiere mit Krankheiten (z.B. FIV), die eine separate Haltung erfordern.
Haltungsform: Wohnungshaltung vs. gesicherter Freigang
Die Britisch Kurzhaar ist aufgrund ihres Wesens und ihrer Konstitution die ideale Wohnungskatze.
Wohnungshaltung: Aufgrund ihres gemäßigten Bewegungsdrangs und ihres ruhigen Gemüts verspürt sie keinen starken Drang, nach draußen zu gehen. In einer artgerecht eingerichteten Wohnung mit ausreichend Kratz-, Spiel- und Klettermöglichkeiten (stabile, nicht zu hohe Kratzbäume) ist sie vollkommen zufrieden. Sie schätzt die Sicherheit und den Komfort eines Zuhauses.
gesicherter Freigang: Dies ist die Premium-Variante und eine wunderbare Bereicherung. Ein eingenetzter Balkon oder ein sicheres Katzengehege im Garten bietet ihr die Möglichkeit, frische Luft, neue Gerüche und die Sonne zu genießen, ohne den Gefahren des ungesicherten Freigangs ausgesetzt zu sein.
ungesicherter Freigang: Davon wird bei der BKH dringend abgeraten. Mehrere Gründe sprechen dagegen:
Gefahren: Sie ist dem Risiko von Verkehr, Kämpfen mit anderen Tieren, Krankheiten und Gift ausgesetzt.
Vertrauensseligkeit: Ihr oft naives und gutmütiges Wesen macht sie anfällig dafür, von fremden Menschen mitgenommen zu werden.
geringer Orientierungssinn: Im Vergleich zu aktiveren Rassen hat sie oft einen weniger ausgeprägten Orientierungssinn und könnte sich leichter verlaufen.
Wie lange kann eine BKH alleine bleiben?
Die Antwort hängt entscheidend davon ab, ob die Katze alleine oder mit einem Artgenossen gehalten wird:
mit einem Artgenossen: Wenn eine BKH mit einer anderen Katze zusammenlebt, können sie sich gegenseitig beschäftigen. Ein normaler Arbeitstag von acht bis zehn Stunden ist daher in der Regel unproblematisch. Auch eine Abwesenheit über Nacht ist im Notfall möglich, vorausgesetzt, es stehen ausreichend Futter, frisches Wasser und saubere Katzentoiletten zur Verfügung. Für längere Zeiträume (z.B. ein Wochenende oder den Urlaub) ist zwingend ein Katzensitter erforderlich, der mindestens einmal täglich nach dem Rechten sieht.
als Einzelkatze: Hier ist die Situation deutlich kritischer. Eine einzeln gehaltene BKH ist für jegliche soziale Interaktion komplett von ihrem Menschen abhängig. Eine tägliche Abwesenheit, die einem normalen Arbeitstag entspricht, sollte hier das absolute Maximum sein. Längere und regelmäßige Abwesenheiten können zu starkem Stress, Einsamkeit und Verhaltensstörungen führen. Eine BKH über Nacht oder gar ein ganzes Wochenende alleine zu lassen, ist nicht artgerecht und sollte unter allen Umständen vermieden werden.
Ausgaben: Wie teuer ist eine Britisch Kurzhaar?
Die Kosten lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: die einmaligen Anschaffungskosten und die laufenden Kosten.
Anschaffungskosten:
Der Preis für ein BKH-Kitten von seriösen, registrierten Züchter:innen liegt in der Regel zwischen 1.000 und 1.600 €. Dieser Preis mag hoch erscheinen, deckt aber die hohen Ausgaben und die Sorgfalt der Züchter:innen ab.
Gesundheitsvorsorge: Gentests der Elterntiere auf Erbkrankheiten (HCM, PKD), regelmäßige tierärztliche Betreuung
Aufzucht: hochwertiges Futter, Sozialisierung, Impfungen, Entwurmung und ein Mikrochip
Papiere: ein offizieller Stammbaum, der die Abstammung nachweist
Warnung: Angebote, die deutlich unter diesem Preis liegen (z.B. auf Kleinanzeigenportalen), stammen oft von unseriösen Vermehrer:innen. Hier wird an der Gesundheit und Sozialisierung gespart, was später zu hohen Tierarztkosten und Verhaltensproblemen führen kann. Eine gute Alternative ist der Tierschutz: Manchmal suchen auch reinrassige BKH oder Mixe im Tierheim ein neues Zuhause. Die Schutzgebühr liegt hier meist bei 150 bis 250 €.
Laufende Kosten:
Die Haltung einer Katze ist eine langfristige finanzielle Verpflichtung. Man sollte mit monatlichen Kosten von ca. 50 bis 80 € für folgende Posten rechnen:
Futter: hochwertiges Nass- und Trockenfutter
Katzenstreu
Tierarztkosten: Jährliche Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen, Parasitenbehandlungen (ca. 150-200 € pro Jahr). Zusätzlich sollte man ein finanzielles Polster für unvorhergesehene Krankheiten oder eine Katzenkrankenversicherung einplanen.
Bild: Akira | Unsplash
Ist die Britisch Kurzhaar für mich geeignet?
Ist die Britisch Kurzhaar eine Anfängerkatze?
Ja, absolut. Sie gilt als eine der besten Katzenrassen für Anfänger:innen. Ihre unkomplizierte und verzeihende Art erleichtert den Einstieg in die Katzenhaltung. Gründe dafür sind:
ausgeglichener Charakter: Sie ist nicht übermäßig fordernd, hektisch oder launisch. Das hilft Anfängern, das Verhalten einer Katze in Ruhe kennenzulernen.
pflegeleicht: Ihr kurzes Fell benötigt zwar regelmäßige Pflege, ist aber deutlich weniger aufwendig als das von Langhaarkatzen.
Anpassungsfähigkeit: Sie gewöhnt sich gut an das Leben in einer Wohnung und an den Rhythmus ihrer Menschen.
Worauf Anfänger:innen achten müssen: Auch eine Anfängerkatze hat Bedürfnisse. Man muss sich der Verantwortung für die Fellpflege, die konsequente Gewichtskontrolle durch Fütterung und Spiel sowie die Notwendigkeit einer zweiten Katze als Gesellschaft bewusst sein.
Ist eine Britisch Kurzhaar eine Familienkatze?
Ja, sie ist eine exzellente Familienkatze. Ihre legendäre Geduld und Gelassenheit machen sie zu einer idealen Mitbewohnerin in einem lebhaften Haushalt mit Kindern. Ihre Stärken in der Familie:
Geduld: Lärm und die typische Unruhe eines Familienalltags bringen eine BKH selten aus dem Konzept.
Sanftmut: Sie ist nicht aggressiv und zieht sich zurück, wenn ihr etwas zu viel wird, anstatt die Krallen auszufahren.
Robustheit: Ihr stämmiger Körperbau macht sie etwas widerstandsfähiger als zierlichere Rassen.
Die goldenen Regeln für ein harmonisches Zusammenleben:
Der Erfolg hängt entscheidend vom Verhalten der menschlichen Familienmitglieder ab.
Respekt ist das oberste Gebot: Kinder müssen von Anfang an lernen, dass eine Katze kein Spielzeug ist. Am Schwanz ziehen, grobes Anfassen oder das Stören beim Schlafen sind absolut tabu. Die Eltern stehen in der Verantwortung, dies klar zu vermitteln und zu beaufsichtigen.
Rückzugsorte sind heilig: Die Katze braucht mindestens einen Ort (z.B. die Spitze des Kratzbaums oder eine Höhle), an den sie sich zurückziehen kann und an dem sie von den Kindern garantiert in Ruhe gelassen wird. Dieser „Safe Space” ist nicht verhandelbar.
Wenn diese Regeln befolgt werden, baut die BKH oft eine tiefe und liebevolle Bindung zu den Kindern auf und wird zu einem geduldigen, schnurrenden Spielkameraden.
Sind Britisch Kurzhaar für Allergiker geeignet?
Leider nein. Dies ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Es gibt keine Katzenrasse, die zu 100 % hypoallergen ist. Es gibt keine wissenschaftlich anerkannte „hypoallergene” Katzenrasse und die BKH bildet da keine Ausnahme.
Die Allergie wird nicht durch die Katzenhaare selbst ausgelöst, sondern primär durch das Protein „Fel d 1”. Dieses befindet sich im Speichel, in den Hautschuppen und im Urin der Katze. Beim Putzen verteilt die Katze den Speichel auf ihrem Fell. Trocknet dieser, werden die winzigen Allergene in die Luft gewirbelt und können eingeatmet werden.
Die BKH gehört nicht zu den wenigen Rassen (wie z.B. die Sibirische Katze), bei denen eine natürlich geringere Produktion von „Fel d 1” nachgewiesen wurde. Sie produziert eine normale Menge des Allergens. Der Mythos, dass Kurzhaarkatzen besser für Allergiker:innen geeignet seien, ist somit falsch. Zwar haaren sie anders, aber sie verteilen das allergieauslösende Protein genauso in der Wohnung wie Langhaarkatzen.
Der einzig verlässliche Weg ist der Selbsttest. Wenn du oder ein Familienmitglied unter einer Katzenallergie leidet, der Wunsch nach einer Katze aber riesig ist, gibt es nur einen verantwortungsvollen Weg:
Suche den Kontakt zu dem/der Züchter:in. Erkläre deine Situation offen.
Besuche die Zucht mehrfach und jeweils für mehrere Stunden. Verbringe bei mehreren Besuchen jeweils ein bis zwei Stunden in unmittelbarer Nähe der Katzen und des speziellen Kittens, für das du dich interessierst.
Warte die Reaktion ab: Treten allergische Symptome wie Niesen, juckende Augen oder Atemnot auf? Wenn ja, ist das Projekt „Katze” an dieser Stelle leider beendet. Deine Gesundheit geht vor.
Alles andere wäre unverantwortlich und endet meist damit, dass die Katze schweren Herzens wieder abgegeben werden muss – eine traumatische Erfahrung für Tier und Mensch.
Bild: Beyzaa Yurtkuran | Pexels
Sozialisierung und Zusammenleben
Das harmonische Zusammenleben mit einer Britisch Kurzhaar beginnt lange vor ihrem Einzug. Dank ihres sanften und ausgeglichenen Wesens ist sie eine der am einfachsten zu sozialisierenden Katzenrassen. Ihre Anpassungsfähigkeit macht die Zusammenführung mit anderen Haustieren oft unkompliziert. Ob mit einer zweiten, ebenfalls ruhigen Katze oder sogar mit einem an Katzen gewöhnten Hund – die BKH bevorzugt eine friedliche Koexistenz und beobachtet das Treiben lieber mit gelassener Neugier, als Konflikte zu suchen. Der Schlüssel zu einem glücklichen Miteinander liegt in einer geduldigen und schrittweisen Eingewöhnung in ihr neues, liebevolles Zuhause.
Die entscheidende Rolle der frühen Sozialisierung
Der wichtigste Grundstein für eine ausgeglichene und furchtlose Katze wird lange vor ihrem Einzug bei dir gelegt, nämlich in der Prägephase bei dem/der Züchter:in. Eine Katze von verantwortungsvollen Züchter:innen bleibt bis zur 12., manchmal sogar bis zur 14. Lebenswoche bei ihrer Mutter und den Geschwistern. In dieser Zeit lernt sie die fundamentalen Lektionen des Katzenlebens: spielerisches Raufen, die Grenzen der Beißhemmung und die Katzensprache.
Gute Züchter:innen sorgen zudem dafür, dass das Kitten in dieser sensiblen Phase positive Erfahrungen mit Menschen macht. Es lernt Alltagsgeräusche wie den Staubsauger, verschiedene Menschen (Männer, Frauen, Kinder) und das Hochgehobenwerden als etwas Normales kennen. Frage die Züchter:innen gezielt danach, wie die Kitten aufwachsen. Ein gut sozialisiertes Kitten ist der beste Schutz vor zukünftigem Angst- oder Aggressionsverhalten.
Positive Verstärkung: Mehr als nur „Erziehung“
Vergiss Strafen wie Anschreien, Wasserspritzer oder gar körperliche Zurechtweisungen. Solche Methoden zerstören das Vertrauen deiner Katze und führen dazu, dass sie dich als unberechenbar und bedrohlich empfindet. Der Schlüssel zu einem harmonischen Zusammenleben ist die positive Verstärkung.
Das Prinzip ist einfach: Jedes erwünschte Verhalten wird sofort belohnt. Als Belohnung eignen sich besondere Leckerlis, ein anerkennendes „Fein gemacht!” oder eine kurze, intensive Spieleinheit.
Clickertraining ist eine fantastische Methode, um mit deiner Katze zu kommunizieren. Der „Click“ ist ein präzises Signal, das deiner Katze im exakten Moment sagt: „Genau das war richtig!“ Unmittelbar nach dem Click folgt die Belohnung. Du kannst deiner Katze damit nicht nur lustige Tricks wie „High Five” beibringen, sondern auch sehr Nützliches.
Beim Medical Training übst du mit deiner Katze spielerisch, dass sie sich überall anfassen lässt, ihre Pfoten gibt oder freiwillig in die Transportbox geht. Belohne jeden kleinen Schritt. Das nimmt Tierarztbesuchen ihren Schrecken und macht notwendige Pflegemaßnahmen stressfrei für alle.
Das stille Örtchen: Der Schlüssel zur Stubenreinheit
Katzen sind von Natur aus sehr saubere Tiere. Wenn eine Katze unsauber wird, ist das fast immer ein Hilfeschrei. Entweder hat sie ein medizinisches Problem (z.B. eine Blasenentzündung – dies sollte immer zuerst tierärztlich abgeklärt werden!) oder ihre Toilette entspricht nicht ihren Ansprüchen.
Die Formel für die perfekte Katzentoilette lautet:
Anzahl: Die goldene Regel lautet: Es sollte immer eine Toilette mehr vorhanden sein als Katzen im Haushalt leben. Für eine Katze also zwei, für zwei Katzen drei usw.
Typ: Wähle eine große, offene Schale ohne Haube. Haubentoiletten fühlen sich für viele Katzen wie eine enge, stinkende Falle an.
Streu: Die meisten Katzen bevorzugen eine feine, sandähnliche Klumpstreu ohne Parfüm. Die Streu sollte hoch genug eingefüllt sein, damit die Katze richtig scharren kann (ca. 7–10 cm).
Standort: Der Standort sollte ruhig, jederzeit zugänglich und weit weg vom Futter- und Wasserplatz sein. Niemand isst gerne neben seiner Toilette.
Bild: [A] [B] [S] | Pexels
Unerwünschtes Verhalten verstehen und umlenken
Problemverhalten ist oft nur ein normales Katzenverhalten am falschen Ort. Der Trick besteht also nicht darin, das Verhalten zu unterbinden, sondern zu verstehen, warum deine Katze es zeigt und ihr eine bessere, attraktivere Alternative anzubieten.
Fallbeispiel: Kratzen am Sofa
Warum kratzt sie? Nicht, um dich zu ärgern! Sie tut es aus drei Gründen:
Krallenpflege: Sie streift alte Krallenhülsen ab.
Reviermarkierung: Sie hinterlässt sichtbare Spuren und Duftmarken aus ihren Pfotendrüsen („Hier wohne ich!“).
Dehnung: Es ist eine wohltuende Streckübung für ihre Muskeln.
Wie lenkst du es um?
unterbrechen: Wenn du sie auf dem Sofa erwischst, mache ein kurzes, klares Geräusch (z.B. ein festes „Nein!” oder ein lautes Klatschen), um sie zu irritieren.
umlenken: Hebe sie dann sofort und ohne sie zu bestrafen hoch und setze sie an einen stabilen, attraktiven Kratzbaum.
loben: Sobald sie den Kratzbaum benutzt, auch wenn es nur kurz ist, lobe sie überschwänglich und gib ihr ein Leckerli. Sie muss lernen: „Kratzen am Sofa = Störung. Kratzen am Baum = Party!”
Alternative schaffen: Stelle den Kratzbaum an einen strategisch klugen Ort (z.B. in die Nähe des Sofas oder an einen Laufweg), um eine Alternative zu schaffen. Mache das Sofa unattraktiv, indem du es vorübergehend mit doppelseitigem Klebeband beklebst oder mit einem für Katzen unangenehmen Zitrusduft einsprühen.
Dieses Prinzip des Verstehens, Unterbrechens, Umlenkens und Belohnens kannst du auf fast jedes unerwünschte Verhalten anwenden. So förderst du ein harmonisches Zusammenleben, das auf Kooperation statt Konfrontation beruht.
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Ernährung: Was ist das beste Futter für die Britisch Kurzhaar?
Die kurze Antwort lautet: ein hochwertiges Nassfutter mit einem sehr hohen Fleischanteil. Katzen sind von Natur aus Fleischfresser, ihr gesamter Verdauungstrakt ist auf die Verwertung von tierischem Protein ausgelegt, nicht auf Getreide oder Zucker.
Doch was macht eigentlich gutes Katzenfutter aus? Vergiss bunte Verpackungen und Werbeversprechen. Der einzige Weg, um die Qualität zu beurteilen, ist ein kritischer Blick auf die Deklaration (Zusammensetzung) auf der Dose oder dem Beutel.
hoher, klar definierter Fleischanteil: An erster Stelle der Zutatenliste muss Fleisch stehen. Achte auf klare Angaben wie „70 % bestehend aus Hühnerherzen, Hühnerfleisch, Hühnerleber ...”. Sei misstrauisch bei schwammigen Formulierungen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse” ohne genaue Aufschlüsselung.
kein Zucker, kein Getreide: Zucker (oft getarnt als Karamell oder Rübenschnitzel) ist schädlich und fördert Krankheiten wie Diabetes mellitus. Getreide (Weizen, Mais, Soja) ist ein billiger Füllstoff, den Katzen nicht effizient verwerten können und der oft Allergien oder Verdauungsprobleme auslöst.
ausreichend Taurin: Diese Aminosäure ist für Katzen lebenswichtig und muss über die Nahrung zugeführt werden. Ein Taurinmangel führt zu Herzerkrankungen und Erblindung. In jedem Alleinfuttermittel muss es enthalten sein. In der Liste der "Ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe" findest du die Menge. Es sollten 1.000 mg/kg bis 1.500 mg/kg enthalten sein.
Da Katzen von Natur aus schlechte Trinker sind und ihren Flüssigkeitsbedarf ursprünglich über ihre Beutetiere deckten, sollte Nassfutter die Hauptnahrungsquelle sein. Aufgrund seines hohen Feuchtigkeitsgehalts (ca. 80 %) hilft Nassfutter, die Nieren gesund zu halten und Harnwegserkrankungen vorzubeugen. Gutes Nassfutter enthält ca. 10–12 % Rohprotein und ca. 5–8 % Rohfett (siehe „Analytische Bestandteile”). Achtung: Lass dich nicht verwirren. Der Rohprotein-Wert ist nicht gleichbedeutend mit dem Fleischanteil. Es handelt sich um einen analytischen Wert, der den reinen Proteingehalt im Labor misst.
Trockenfutter eignet sich hingegen als Leckerli oder für Intelligenzspielzeug. Es ist zwar praktisch, entzieht dem Körper bei der Verdauung jedoch Wasser. Eine ausschließliche Fütterung mit Trockenfutter stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Nieren deiner Katze dar.
Um Übergewicht zu vermeiden, solltest du die Portionen abwiegen. Füttere mehrere kleine Mahlzeiten. Füttere mindestens zwei bis drei (besser vier bis fünf) kleine Portionen über den Tag verteilt. Dies entspricht dem natürlichen Fressverhalten der Katze, die als Jägerin viele kleine Beutetiere fängt, und hält ihren Stoffwechsel stabil.
Wie viel Futter braucht eine Britisch Kurzhaar?
Diese Frage hat keine allgemeingültige Antwort in Gramm, denn der individuelle Bedarf einer BKH ist so einzigartig wie ihr Charakter. Die richtige Futtermenge hängt von vielen Faktoren ab. Das oberste Ziel ist dabei immer, ein gesundes Gewicht zu halten. Die entscheidenden Faktoren für die Futtermenge sind:
Alter:
Kitten (bis 12 Monate): Im Wachstum haben sie einen enormen Energiebedarf. Sie dürfen und sollen so viel fressen, wie sie möchten („ad libitum”). Biete ihnen drei bis fünf Mahlzeiten über den Tag verteilt an, damit ihr kleiner Magen nicht überfordert wird.
erwachsene Katze (1–9 Jahre): Der Energiebedarf sinkt. Hier ist eine genaue Kontrolle entscheidend, um Übergewicht zu vermeiden.
Seniorenkatzen (ab 9–13 Jahren): Der Stoffwechsel wird oft langsamer, der Energiebedarf sinkt weiter und der Bedarf an hochwertigen Nährstoffen steigt.
Aktivitätslevel:
Eine gemütliche Wohnungskatze, die den Tag dösend verbringt, braucht deutlich weniger Kalorien als eine BKH, die täglich ausgiebig spielt oder gesicherten Freigang genießt.
Kastrationsstatus:
Kastrierte Katzen haben einen um bis zu 30 % geringeren Energiebedarf als unkastrierte Katzen. Nach dem Eingriff muss ihre Futtermenge unbedingt angepasst werden, um eine schnelle Gewichtszunahme zu verhindern.
Art des Futters (Nass- vs. Trockenfutter):
Nassfutter hat einen hohen Wassergehalt (ca. 80 %) und dadurch eine geringere Kaloriendichte. Eine Katze kann davon größere Mengen fressen, um satt zu werden.
Trockenfutter ist dagegen extrem energiereich. Hier müssen schon wenige Gramm zu viel oder zu wenig genau abgewogen werden.
Praktische Anleitung zur Fütterung:
Jede Futterverpackung enthält eine Fütterungsempfehlung (z.B. Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag). Dies ist jedoch nur ein grober Richtwert! Beginne mit der empfohlenen Menge für das Idealgewicht deiner Katze.
Ein Beispiel für eine 5 kg schwere, kastrierte BKH mit normaler Aktivität:
nur hochwertiges Nassfutter: ca. 200-250 g pro Tag
nur Trockenfutter (hochwertig): ca. 50-65 g pro Tag
Mischfütterung: beispielsweise 100 g Nassfutter und 25-30 g Trockenfutter
Starte mit dem unteren Wert und verteile diese Menge auf mindestens drei bis vier Mahlzeiten. Wichtig ist dann die regelmäßige Kontrolle des Körperzustands deiner Katze über mehrere Wochen hinweg mit dem sogenannten Rippentest:
Streiche dazu sanft über den Brustkorb deiner Katze.
ideal: Du kannst die Rippen leicht fühlen, ohne sie zu sehen, ähnlich wie bei deinem Handrücken.
zu dünn: Die Rippen sind deutlich sichtbar oder fühlen sich spitz an.
zu dick: Du musst fest drücken, um die Rippen unter einer Fettschicht überhaupt zu spüren.
Passe die Futtermenge in kleinen Schritten (ca. 10 % weniger oder mehr) an, wenn du eine Veränderung feststellst, und beobachte das Gewicht über die nächsten zwei bis drei Wochen.
Was dürfen BKH Katzen nicht essen?
Auch wenn eine BKH einen guten Appetit hat, sollte man sie nicht mit menschlichen Speisen füttern. Viele Lebensmittel, die für uns harmlos sind, können für Katzen giftig oder schädlich sein. Die strikte Regel lautet daher: Was nicht explizit für Katzen bestimmt ist, gehört nicht in den Napf. Im Zweifel sollte man immer darauf verzichten!
Übergewichtige Britisch Kurzhaar-Katze
Bild: Eveline de Bruin | Pixabay
Neigt die Britisch Kurzhaar zu Übergewicht?
Ja, sehr sogar. Die Neigung zu Übergewicht zählt zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen bei dieser Rasse. Diese Tendenz resultiert aus einer ungünstigen Kombination von drei Faktoren:
gemütlicher Charakter: Die BKH ist von Natur aus ruhig und bewegt sich weniger als agilere Rassen. Sie bevorzugt ein Nickerchen auf dem Sofa gegenüber ausgedehnten Klettertouren. Ihr Energieverbrauch ist also relativ niedrig.
guter Appetit: Viele BKH sind unkomplizierte und gute Fresser. Sie genießen ihre Mahlzeiten und neigen dazu, auch dann noch zu fressen, wenn der Hunger eigentlich schon gestillt ist.
kräftiger Körperbau: Ihr stämmiger, muskulöser Körperbau kaschiert beginnendes Übergewicht lange. Besitzer:innen bemerken die zusätzlichen Pfunde oft erst, wenn die Katze bereits deutlich zu viel wiegt.
Wie du Übergewicht effektiv vermeidest:
kontrollierte Portionen: Halte dich an feste Fütterungszeiten und wiege das Futter ab.
Aktivität fördern: Tägliche, aktive Spieleinheiten mit der Katzenangel sind Pflicht! Sorge außerdem für eine anregende Umgebung mit Klettermöglichkeiten.
intelligente Fütterung: Nutze Fummelbretter oder Snackbälle, für die sich deine Katze ihr (Trocken-)Futter erarbeiten muss. Das beschäftigt sie geistig und körperlich.
Leckerlis bewusst einsetzen: Leckerlis sollten für das Training oder als besondere Belohnung reserviert werden und von der täglichen Futterration abgezogen werden.
Ist die Britisch Kurzhaar anfällig für Futtermittelallergien?
Nein, die Britisch Kurzhaar gilt nicht als Rasse, die überdurchschnittlich anfällig für Futtermittelallergien ist. Allerdings können Allergien und Unverträglichkeiten bei jeder Katze auftreten, unabhängig von der Rasse.
Dabei muss zwischen einer echten Allergie und einer Unverträglichkeit unterschieden werden:
Allergie: Eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Proteine im Futter. Die häufigsten Auslöser sind gängige Proteinquellen wie Rind, Huhn oder Fisch, manchmal auch Getreide. Symptome sind oft starker Juckreiz, Hautentzündungen und Haarausfall, aber auch Verdauungsprobleme.
Unverträglichkeit: Hier reagiert der Verdauungstrakt auf einen bestimmten Inhaltsstoff, ohne dass das Immunsystem beteiligt ist. Die Symptome sind meist Durchfall und Erbrechen.
Besteht der Verdacht auf eine Futtermittelallergie (z.B. durch ständiges Kratzen oder Verdauungsprobleme), kann eine Ausschlussdiät helfen, den genauen Auslöser zu identifizieren.
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Pflege: Wie pflege ich eine Britisch Kurzhaar?
Zur Routinepflege einer Katze gehören das Fell, die Zähne, die Ohren und die Krallen. Im Allgemeinen benötigt die Britisch Kurzhaar eine geringe Pflege.
Fellpflege
Das Markenzeichen der BKH ist ihr unglaublich dichtes, plüschiges Fell mit massiver Unterwolle. Es fühlt sich zwar wunderbar an, erfordert aber eine konsequente Pflegeroutine, um Verfilzungen zu vermeiden und die Menge an Haaren im Haushalt zu reduzieren.
Wie oft? Einmal pro Woche gründlich bürsten reicht aus, um lose Haare zu entfernen und die Haut zu massieren. Im Frühjahr und Herbst, wenn die Katze ihr Winter- bzw. Sommerfell abstößt, ist der Haarausfall deutlich stärker. In dieser Zeit sollte die Fellpflege auf zwei bis drei Mal pro Woche oder sogar täglich erhöht werden.
Die richtigen Werkzeuge:
weiche Zupfbürste (Slicker Brush): ideal, um die Unterwolle sanft zu lockern und lose Deckhaare zu entfernen
Metallkamm mit abgerundeten Zinken: perfekt, um nach dem Bürsten durch das Fell zu gehen und eventuelle kleine Knoten zu finden und zu lösen
Gummistriegel oder Pflegehandschuh: hervorragend für eine sanfte Massage und um lose Haare von der Oberfläche zu sammeln. Viele Katzen genießen diese Art der Pflege besonders
Vorsicht bei Deshedding-Tools! Werkzeuge wie der „Furminator” sollten bei der BKH nur mit äußerster Vorsicht oder am besten gar nicht verwendet werden. Sie können das gesunde Deckhaar beschädigen und die dichte Unterwolle ausreißen, statt nur die lose Wolle zu entfernen.
Die richtige Technik:
positive Verknüpfung: Gestalte die Fellpflege so angenehm wie möglich. Beginne mit kurzen Einheiten, wenn die Katze entspannt ist, und belohne sie im Anschluss mit einem Leckerli oder einem Spiel.
mit dem Strich bürsten: Bürste immer in Wuchsrichtung des Fells, um die Katze an das Gefühl zu gewöhnen.
Unterwolle lockern: Um die lose Unterwolle effektiv zu entfernen, kannst du auch vorsichtig gegen den Strich bürsten, wodurch sich das Fell aufstellt. Bürste anschließend wieder glatt.
sanft sein: Sei immer vorsichtig und geduldig, besonders, wenn du auf einen kleinen Knoten triffst. Versuche, ihn sanft mit den Fingern oder einem Kamm zu lösen.
Baden: Eine BKH muss normalerweise nicht gebadet werden. Ihr Fell verfügt über eine schützende Fettschicht und das Baden wäre für sie extrem stressig. Zudem trocknet das dichte Fell nur sehr langsam. Ein Bad ist nur bei starker Verschmutzung, die sich nicht anders entfernen lässt, oder auf tierärztliche Anweisung hin nötig.
Zahnpflege
Dies ist der wichtigste, aber auch am häufigsten vernachlässigte Punkt der Katzenpflege! Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und Zahnerkrankungen sind bei Katzen weit verbreitet. Sie verursachen starke Schmerzen und können zu schweren Folgeerkrankungen im ganzen Körper führen. Prävention ist hier alles.
Warum Zähneputzen? Regelmäßiges Zähneputzen ist die mit Abstand effektivste Methode, um Zahnbelag (Plaque) zu entfernen, bevor er zu hartem Zahnstein wird.
Wie geht das? Gewöhne deine Katze am besten schon als Kitten spielerisch an diese Prozedur.
Besorge eine spezielle Katzenzahnbürste (oder eine sehr weiche Babyzahnbürste) und eine für Katzen geeignete Zahnpasta mit Geschmack, zum Beispiel Leber oder Geflügel.
Lass sie zuerst nur die Paste vom Finger schlecken.
Im nächsten Schritt berührst du mit dem Finger sanft ihre Zähne.
Wenn das klappt, führst du die Zahnbürste ein und putzt vorsichtig die Außenseiten der Zähne.
Wie oft? Ideal wäre täglich, aber auch zwei- bis dreimal pro Woche ist schon ein großer Gewinn für die Gesundheit deiner Katze.
Ganz wichtig: Verwende niemals Zahnpasta für Menschen! Das darin enthaltene Fluorid und die Süßstoffe sind für Katzen giftig.
Ohrenpflege
Die Ohren einer gesunden Katze reinigen sich in der Regel von selbst. Deine Aufgabe ist es, sie regelmäßig zu kontrollieren. So sieht ein gesundes Ohr aus: Es ist blassrosa (außer bei pigmentierten Katzen), sauber und frei von starken Gerüchen.
Worauf musst du achten? Schau einmal pro Woche kurz in die Ohren. Achte auf übermäßiges Ohrenschmalz, Schmutz oder schwarze, krümelige Ablagerungen, die ein typisches Zeichen für Ohrmilben sind. Wenn deine Katze häufig den Kopf schüttelt oder sich an den Ohren kratzt, solltest du genauer hinsehen.
Wie reinigst du? Entferne sichtbaren Schmutz in der äußeren Ohrmuschel vorsichtig mit einem weichen, leicht angefeuchteten Tuch.
Absolutes Tabu: Verwende niemals Wattestäbchen (Q-Tips)! Du riskierst sonst, das empfindliche Trommelfell zu verletzen oder den Schmutz noch tiefer in den Gehörgang zu schieben. Bei Verdacht auf Milben oder eine Entzündung ist der/die Tierärzt:in dein:e Ansprechpartner:in.
Krallenpflege
Eine aktive Katze, die Zugang zu guten Kratzmöglichkeiten hat, kümmert sich in der Regel selbst um ihre Krallenpflege.
Warum ist Kratzen wichtig? Durch das Wetzen an Kratzbäumen, -brettern oder -tonnen entfernen Katzen die äußeren, alten Krallenhülsen und halten ihre „Werkzeuge” scharf.
Wann musst du nachhelfen? Bei reinen Wohnungskatzen oder älteren, weniger aktiven Tieren kann es sein, dass sich die Krallen nicht ausreichend abnutzen. Wenn du hörst, dass die Krallen auf dem Parkett oder Laminat „klicken”, sind sie wahrscheinlich zu lang.
Wie schneidet man die Krallen?
Verwende eine spezielle Krallenschere oder einen Knipser für Katzen.
Drücke sanft auf den Ballen, damit die Kralle ausfährt.
Kürze nur die vorderste, durchsichtige Spitze.
Achte unbedingt auf den rosa schimmernden Teil der Kralle – das ist „das Leben”, der durchblutete und mit Nerven durchzogene Bereich. Wenn du hier hineinschneidest, verursacht das starke Schmerzen und Blutungen!
Tipp: Mache das Krallenschneiden zu einer stressfreien Routine. Beginne mit nur einer Kralle pro Tag und belohne deine Katze im Anschluss ausgiebig. Wenn du dir unsicher bist, lass es dir beim ersten Mal von deinem/deiner Tierärzt:in zeigen.
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Medizinische Besonderheiten bei der Britisch Kurzhaar
Britisch Kurzhaar haben einige medizinische Besonderheiten, die beachtet werden müssen. Einige Messwerte sind z.B. im Vergleich zu anderen Katzenrassen höher oder niedriger und nicht krankhaft.
Blutgruppe B
Während die meisten Hauskatzen weltweit die Blutgruppe A haben, weist die Britisch Kurzhaar eine außergewöhnlich hohe Prävalenz der selteneren Blutgruppe B auf. Eine amerikanische Studie aus dem Jahr 1991 ergab, dass 50 von 85 Katzen die Blutgruppe B aufwiesen, was einem Anteil von 0,588 entspricht. In einem anderen Bericht wurde eine Häufigkeit von 36 % für die Blutgruppe B angegeben. Im Vereinigten Königreich waren 58,7 % einer Studiengruppe von 121 Britisch Kurzhaar-Katzen der Blutgruppe B und 1,6 % der Blutgruppe AB zuzuordnen. Diese Daten zeigen, dass es beträchtliche regionale Unterschiede in der Verteilung des Blutgruppenallels B gibt.ᵇ
Die Blutgruppe B ist keine Krankheit, sondern eine genetische Eigenschaft, die jedoch in zwei spezifischen Situationen potenziell lebensbedrohliche Konsequenzen wie die Neonatale Isoerythrolyse und Transfusionsreaktionen haben kann. Der entscheidende Punkt sind die natürlichen Antikörper im Blut. Katzen mit der Blutgruppe A haben nur schwache Antikörper gegen die Blutgruppe B. Katzen mit Blutgruppe B hingegen haben von Natur aus sehr starke und aggressive Antikörper gegen die Blutgruppe A.
Diese starken Antikörper sind die Ursache für die folgenden Risiken:
1. Neonatale Isoerythrolyse (NI): Das Züchterrisiko
Dies ist die größte Gefahr bei der Zucht und der Grund, warum seriöse Züchter:innen die Blutgruppen ihrer Tiere kennen müssen.
das Szenario: Eine Mutterkatze mit Blutgruppe B wird von einem Kater mit Blutgruppe A gedeckt. Die Kitten können die Blutgruppe A vom Vater erben.
der Mechanismus: Die Mutterkatze gibt ihre starken Anti-A-Antikörper über die erste, extrem antikörperreiche Milch (das Kolostrum) an die neugeborenen Kitten weiter.
die Folge: Die Antikörper der Mutter greifen die roten Blutkörperchen der Kitten an und zerstören sie. Dies führt innerhalb der ersten Lebenstage zu Schwäche, Gelbsucht und oft zum schnellen Tod der Kitten. Dieses Phänomen wird auch als „Fading Kitten Syndrome” bezeichnet.
Verantwortungsvolle Züchter:innen lassen ihre Zuchttiere deshalb auf ihre Blutgruppe testen und planen Verpaarungen sorgfältig (so sollte eine B-Katze nur mit einem B-Kater verpaart werden). Sollte dennoch eine Risikoverpaarung erfolgen, muss diese gemanagt werden. Wenn eine B-Katze A-Kitten zur Welt bringt, müssen die Kitten in den ersten 16 bis 24 Stunden von der Mutter getrennt werden. In dieser Zeit werden sie mit Ersatzmilch versorgt, bis sie die gefährlichen Antikörper nicht mehr über den Darm aufnehmen können.
2. Transfusionsreaktionen: Das Besitzerrisiko
Dieses Risiko betrifft alle BKH, die im Laufe ihres Lebens eine Bluttransfusion benötigen könnten, beispielsweise nach einem Unfall oder bei einer schweren Krankheit.
das Szenario: Eine BKH mit der Blutgruppe B benötigt eine Bluttransfusion. Im Notfall wird ohne Test Spenderblut der häufigsten Blutgruppe A verwendet.
die Folge: Die starken Anti-A-Antikörper der BKH greifen die gespendeten Blutzellen daraufhin sofort massiv an. Dies führt zu einer sofortigen, oft tödlichen Abstoßungsreaktion (anaphylaktischer Schock) und zum Zusammenbruch des Kreislaufs.
Jede:r BKH-Besitzer:in sollte sich dieser Besonderheit bewusst sein und seine:n Tierärzt:in aktiv darauf hinweisen. Vor jeder Bluttransfusion muss bei einer Britisch Kurzhaar zwingend die Blutgruppe bestimmt werden. Dies ist ein einfacher und schneller Test, der Leben rettet.
Britisch Kurzhaar gelten als robuste Rasse. Diese Katze schielt leicht.
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Rassetypische Krankheiten: Werden BKH Katzen schnell krank?
Die Britisch Kurzhaar ist im Allgemeinen eine robuste Katze. Wie das Netzdiagramm jedoch zeigt, bringt sie einige bekannte rassetypische Herausforderungen mit sich. Potenzielle Halter:innen sollten sich dieser Aspekte bewusst sein, um ihrer Katze ein langes und gesundes Leben zu ermöglichen.
Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über die Gesundheit der BKH. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist das Merkmal ausgeprägt²’³’⁴’⁵. Die BKH ist z.B. sehr anfällig für Übergewicht und hat eine geringe Lebenserwartung.
Bei der BKH können bestimmte Erbkrankheiten auftreten. Hierzu zählen vor allem die Herzerkrankung HCM (Hypertrophe Kardiomyopathie) und die Nierenerkrankung PKD (Polyzystische Nierenerkrankung). Seriöse Züchter:innen lassen ihre Tiere auf diese Krankheiten testen, um das Risiko für die Nachkommen zu minimieren. Deshalb ist die Wahl von verantwortungsvollen Züchter:innen bei dieser Rasse von größter Bedeutung. Zusätzlich können bei der BKH die Qualzuchtmerkmale Kurzköpfigkeit (Brachyzephalie) sowie extrem dichtes Fell Probleme bereiten.
Das auffälligste Gesundheitsrisiko, das das Diagramm zeigt, ist die extrem hohe Neigung zu Übergewicht. Ihr ruhiges, gemütliches Wesen in Kombination mit einem stämmigen Körperbau und oft gutem Appetit macht sie sehr anfällig dafür, überflüssige Pfunde anzusetzen. Übergewicht ist ein ernstes Thema, da es Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Gelenkprobleme begünstigen kann. Die Anfälligkeit für Erkrankungen ist im mittleren Bereich.
Ist die Britisch Kurzhaar-Katze eine Qualzucht?
Ja, die Britisch Kurzhaar weist in ihrer modernen Zuchtform klare Merkmale einer Qualzucht auf. Zwar ist sie nicht so stark betroffen wie eine Peke-Face-Perserkatze, jedoch werden auch bei ihr Merkmale gezielt gefördert, die zu gesundheitlichen Problemen, Leiden und Einschränkungen artgerechter Verhaltensweisen führen. Die Einstufung als Qualzucht stützt sich auf zwei Hauptmerkmale, die das Idealbild des „Teddybären“ formen: die Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit) und ein extrem dichtes Fell.
Was bedeutet Qualzucht? Laut Tierschutzgesetz (§ 11b) ist es verboten, Tiere so zu züchten, dass bei den Nachkommen mit Schmerzen, Leiden oder Schäden zu rechnen ist. Eine Qualzucht liegt also vor, wenn ein bestimmtes Schönheitsideal (z.B. eine extrem flache Nase, gefaltete Ohren oder Haarlosigkeit) über die Gesundheit und das Wohlbefinden des Tieres gestellt wird.
Beispiele für Qualzucht-Merkmale bei anderen Rassen:
Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit): Die extrem flachen Gesichter mancher Perser- oder Exotisch-Kurzhaar-Linien führen zu verengten Atemwegen, ständig tränenden Augen und Zahnfehlstellungen.
Knickohren (Fold-Gen): Das für die gefalteten Ohren der Scottish Fold verantwortliche Gen verursacht zwangsläufig die unheilbare und schmerzhafte Knochen- und Knorpelerkrankung Osteochondrodysplasie (OCD).
Schwanzlosigkeit (Manx-Gen): Das Fehlen des Schwanzes kann zu schweren Missbildungen der Wirbelsäule, zu Nervenschäden und zu Inkontinenz führen. Zudem wird das natürliche Springverhalten der Katze eingeschränkt.
extrem dichtes Fell: Ein überzüchtetes, unnatürlich dichtes Fell (vor allem die Unterwolle) macht es der Katze unmöglich, sich selbst artgerecht zu pflegen. Dies führt zwangsläufig zu schmerzhaften Verfilzungen, Hautkrankheiten und einer gestörten Wärmeregulierung. Die Katze ist vollständig von der täglichen Pflege durch den Menschen abhängig. Betroffen sind z.B. Perserkatzen und moderne Zuchtlinien der Britisch Kurzhaar.
Haarlosigkeit: Wenn Katzen kein Fell haben, beispielsweise Sphynx-Katzen, sind sie nicht mehr vor Kälte, Sonnenbrand und Verletzungen geschützt. Ihre Fähigkeit zur Thermoregulation ist stark eingeschränkt. Zudem sind die Tiere oft auf unnatürliche und für sie stressige Pflegemaßnahmen wie regelmäßiges Baden angewiesen, um Hautprobleme durch übermäßige Talgproduktion zu vermeiden.
deformierte oder fehlende Schnurrhaare: Schnurrhaare (Vibrissen) sind für Katzen lebenswichtige Sinnesorgane zur Orientierung, zur Messung von Öffnungen und zur Jagd. Gekräuselte, brüchige oder fehlende Schnurrhaare (wie bei manchen Rex- oder Nacktkatzen) bedeuten eine massive sensorische Einschränkung und behindern die Katze in ihrem artgerechten Verhalten.
Zwergwuchs: Die extrem kurzen Beine (zum Beispiel bei der Munchkin-Katze) sind die Folge eines Gendefekts, der die Knorpelentwicklung stört. Dies schränkt die natürliche Bewegungsfähigkeit der Katze – Rennen, Springen und Klettern – massiv ein und erhöht das Risiko für schmerzhafte Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (zum Beispiel Arthrose oder Lordose).
Britisch Kurzhaar mit kurzer Nase
Bild: Mathias Huysmans | Unsplash
Brachyzephalie als Qualzuchtmerkmal bei Katzen
Brachyzephalie ist ein Qualzuchtmerkmal, das bei einigen Katzenrassen auftritt. Die betroffenen Katzen haben einen erblich bedingten, unnatürlich verkürzten und oft verbreiterten Schädel. Dies führt zu einer Einengung der oberen Atemwege und einer Reihe weiterer gravierender Gesundheitsprobleme.
Zu den betroffenen Rassen gehören neben der Perserkatze auch die Exotisch Kurzhaar, die Britisch Kurzhaar (in moderater Ausprägung) und die Scottish Fold, bei der die Brachyzephalie oft zusätzlich zu den Knorpel- und Knochendeformationen auftritt. Die mit der Brachyzephalie verbundenen Merkmale können zum schwerwiegenden Brachyzephalen Obstruktiven Atemwegssyndrom (BOAS) führen. Dieses beeinträchtigt die Lebensqualität der Katze stark und kann sogar lebensbedrohlich sein.
Zu den Auswirkungen der Brachyzephalie bei Katzen gehören:
Atemprobleme: Katzen mit Brachyzephalie haben aufgrund der flachen Nase und des verkürzten Schädels oft stark verengte Nasenlöcher (stenotische Nares) und einen zu langen, dicken weichen Gaumen. Da Katzen obligatorische Nasenatmer sind, haben sie erhebliche Schwierigkeiten, ausreichend Luft zu bekommen. Dies kann zu chronischem Sauerstoffmangel, Schnarchen, lauten Atemgeräuschen (Stridor) und im schlimmsten Fall zu plötzlichen Anfällen von Atemnot mit Kollaps führen.
Hitzestress: Ähnlich wie Hunde können sich auch kurznasige Katzen an warmen Tagen nur schwer abkühlen, da ihre Fähigkeit zur Thermoregulation über die Atmung stark eingeschränkt ist. Sie überhitzen schneller und haben ein deutlich erhöhtes Risiko für einen lebensgefährlichen Hitzschlag.
Augenprobleme: Ein flaches Gesicht kann dazu führen, dass die Augen übermäßig hervortreten (Exophthalmus). Dadurch sind sie anfälliger für Verletzungen, Infektionen und Austrocknung. Ein sehr häufiges Problem ist der chronische Tränenfluss (Epiphora), da die Tränen-Nasen-Kanäle durch die Schädelverformung geknickt oder verengt sind. Dies führt zu permanent feuchten „Tränenstraßen” im Gesicht, die Hautentzündungen und Pilzinfektionen begünstigen. Zudem tritt die extrem schmerzhafte Augenerkrankung Hornhautnekrose (Cornea Nigrum) bei brachyzephalen Katzen überrepräsentiert auf.
Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme und Zahngesundheit: Der verkürzte und oft verformte Kiefer führt unweigerlich zu schweren Zahnfehlstellungen. Die Zähne haben nicht genug Platz, stehen schief oder zu eng. Dies erschwert nicht nur die Aufnahme von Futter, sondern begünstigt auch die Bildung von Plaque und Zahnstein massiv. In der Folge können chronische, schmerzhafte Zahnfleischentzündungen und früher Zahnverlust auftreten.
Diese Probleme können von Katze zu Katze unterschiedlich stark ausgeprägt sein und hängen vom Schweregrad der Brachyzephalie ab. Es ist wichtig, dass sich Katzenbesitzer:innen und vor allem Züchter:innen dieser schwerwiegenden Probleme bewusst sind, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere zu gewährleisten.
Katzen, die am Brachyzephalen Syndrom leiden, können durch aufwändige Operationen entlastet werden, bei denen die Nasenlöcher erweitert und das Gaumensegel gekürzt wird. Diese Eingriffe sind jedoch belastend und kostspielig.
Um die Zucht brachyzephaler Katzen und deren Leiden nicht zu fördern, sollte man bei der Anschaffung einer Rassekatze gezielt nach Tieren mit einer deutlich sichtbaren, längeren Nase suchen. Züchter:innen, die mit einem „besonders niedlichen”, extrem flachen Gesichtsprofil werben, sollten gemieden werden. Die Entscheidung für eine Katze mit einer gesunden Anatomie ist ein aktiver Beitrag zum Tierschutz.
Britisch Kurzhaar brauchen intensive Fellpflege
Bild: Eric Han | Unsplash
Extrem dichtes Fell als Qualzuchtmerkmal
Das Idealbild der Britisch Kurzhaar als plüschiger „Teddybär“ hat dazu geführt, dass ihr Fell in der Zucht immer dichter wurde und die Unterwolle immer stärker ausprägte. Diese Entwicklung hat jedoch eine kritische Grenze überschritten: Das extrem dichte Fell ist zu einem Qualzuchtmerkmal geworden. Selbst wenn das Fell kurz ist, ist die Unterwolle oft so unnatürlich üppig, dass die Katze ihre grundlegenden, angeborenen Verhaltensweisen nicht mehr ausführen kann. Das führt zu Leiden. Weitere betroffene Rassen sind Perserkatze und Selkirk Rex.
Zu den Auswirkungen von extrem dichtem Fell bei Katzen gehören:
Verlust der Fähigkeit zur Selbstpflege: Die Fellpflege (Grooming) ist eine der fundamentalsten Verhaltensweisen einer Katze. Sie dient der Reinigung, dem Stressabbau und der Aufrechterhaltung der Hautgesundheit. Ist das Fell, insbesondere die Unterwolle, jedoch extrem dicht, kann die Zunge der Katze nicht mehr bis zur Haut vordringen. Die Katze ist physisch nicht in der Lage, lose Haare effektiv zu entfernen und ihre Haut sauber zu halten. Die Folge ist eine vollständige Abhängigkeit von der täglichen, intensiven Pflege durch den Menschen. Der Verlust dieser Fähigkeit zur autonomen Selbstfürsorge bedeutet einen massiven Eingriff in das artgerechte Leben des Tieres.
Verfilzung und Hautkrankheiten: Wird diese notwendige Pflege auch nur für kurze Zeit vernachlässigt, führt dies direkt zu Tierleid. Die lose, nicht entfernte Unterwolle verknotet sich und bildet harte, dichte Filzplatten. Diese sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern verursachen chronische Schmerzen, da die Filzplatten permanent an der empfindlichen Haut ziehen, schränken die Bewegung ein (besonders an den Gelenken und unter den Achseln können sie die Beweglichkeit stark einschränken) und können zu Hautkrankheiten führen. Unter dem Filz kann die Haut nicht mehr atmen. So entsteht ein feuchtwarmes Klima, das Bakterien, Hefepilze und Parasiten ideal zum Gedeihen bringt. Dies kann zu schmerzhaften Ekzemen und Abszessen führen.
beeinträchtigte Thermoregulation und Hitzestress: Ein Fell ist ein natürlicher Schutz vor Kälte und Wärme. Ein überzüchtetes, extrem dichtes Fell wirkt jedoch wie ein permanenter Wintermantel, den die Katze nicht ablegen kann. Dies schränkt ihre Fähigkeit zur Thermoregulation ein. Im Sommer kann sie überschüssige Körperwärme nur schwer abgeben, was das Risiko für Überhitzung und einen lebensgefährlichen Hitzschlag deutlich erhöht.
Züchter:innen tragen die Verantwortung, die Gesundheit über extreme optische Merkmale zu stellen. Potenzielle Käufer:innen müssen sich des immensen, lebenslangen Pflegeaufwands bewusst sein.
Welche Krankheiten treten gehäuft bei der Britisch Kurzhaar auf?
Basierend auf veterinärmedizinischen Studienᵇ sind dies die wichtigsten rassetypischen Krankheiten und Anfälligkeiten:
Die wichtigsten Erbkrankheiten:
Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): HCM ist die häufigste Herzerkrankung bei Katzen. Es handelt sich um eine krankhafte Verdickung des Herzmuskels, die dazu führt, dass das Herz nicht mehr effizient pumpen kann. Dies kann zu schweren Komplikationen wie Blutgerinnseln (Thrombosen) oder Wasser in der Lunge führen. Die BKH zeigt eine deutliche Anfälligkeit für HCM, die Krankheit tritt hier häufiger auf und ist wahrscheinlich erblich. Meist erkranken Katzen mittleren bis höheren Alters, wobei Kater öfter klinische Symptome zeigen. Der Goldstandard zur Früherkennung ist ein regelmäßiger Herzultraschall (Echokardiographie) bei einem spezialisierten Tierkardiologen. Seriöse Züchter:innen lassen ihre Zuchttiere regelmäßig schallen und nehmen betroffene Tiere aus der Zucht.
Polyzystische Nierenerkrankung (PKD): Bei PKD bilden sich von Geburt an flüssigkeitsgefüllte Zysten in den Nieren. Diese wachsen im Laufe des Lebens und verdrängen und zerstören nach und nach das gesunde Nierengewebe, was letztendlich zu chronischem Nierenversagen führt. Das Gen für PKD wurde ursprünglich durch die Einkreuzung von Perserkatzen in die BKH-Zucht eingebracht. Die gute Nachricht ist, dass es einen zuverlässigen Gentest für PKD gibt. Seriöse Züchter:innen können durch einen einfachen Test nachweisen, dass die Elterntiere frei von diesem Gendefekt sind und ihn somit nicht an die Kitten weitergeben können. Bestehe auf diesen Nachweis!
Weitere Krankheitsanfälligkeiten:
Kalziumoxalat-Harnsteine: Eine große Studie hat gezeigt, dass Britisch Kurzhaar ein erhöhtes Risiko für die Bildung dieser speziellen Art von Blasen- und Nierensteinen haben. Eine gute Flüssigkeitszufuhr (vor allem durch Nassfutter) und eine ausgewogene Ernährung sind hier wichtige vorbeugende Maßnahmen.
FIP-Anfälligkeit: Eine australische Studie bestätigte, dass die BKH zu den Rassen gehört, die überrepräsentiert sind, wenn es um die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) geht. FIP ist eine komplexe Viruserkrankung, deren Ausbruch von vielen Faktoren (Genetik, Stress, Immunsystem) abhängt.
Gingivitis (Zahnfleischentzündung): Es gibt anekdotische Berichte (also häufige Beobachtungen von Tierärzt:innen und Züchter:innen, aber keine großen Studien) über eine erhöhte Neigung zu Zahnfleischentzündungen. Eine gute Zahnpflege ist daher besonders wichtig.
Bild: Shiva Mardahi | Unsplash
Krankheiten erkennen: Auf welche Symptome muss ich bei der Britisch Kurzhaar achten?
Du kennst deine Katze am besten. Diese enge Verbindung ist entscheidend, denn Katzen sind Meister darin, Schmerzen zu verbergen – eine Eigenschaft, die sie von ihren wilden Vorfahren geerbt haben. Deine wichtigste Aufgabe ist es daher, auf kleinste Veränderungen zu achten. Eine frühzeitige Diagnose kann Leid und bleibende Schäden verhindern und hält zudem die Tierarztkosten niedrig.
Achte auf diese Warnsignale:
Verhaltensänderung: plötzlicher Rückzug, Verstecken, Aggressivität oder Apathie
Fell: wirkt stumpf, ungepflegt oder fettig
Haltung: gekrümmt, angespannt oder eine auffällige Schonhaltung
Katzentoilette (dein wichtigstes Diagnose-Tool): ständiger Toilettengang mit nur kleinen Mengen Urin (Alarmzeichen!), Schmerzlaute (Schreien oder Miauen beim Kot- oder Urinabsatz), plötzliches Urinieren außerhalb der Toilette, Durchfall oder Verstopfung, die länger als 24 Stunden anhalten
Appetitlosigkeit: frisst deutlich weniger oder verweigert das Futter
erhöhter Durst: trinkt plötzlich auffällig viel mehr als sonst
Kauprobleme: lässt Futter aus dem Maul fallen oder kaut nur auf einer Seite
Gewicht: unerklärlicher Gewichtsverlust oder -zunahme
Erbrechen: häufiges oder anhaltendes Erbrechen
Auffälligkeiten: tränende Augen, Nasenausfluss, Mundgeruch oder blasses Zahnfleisch
Bewegung: Lahmheit, Bewegungsunlust oder das Vermeiden von Sprüngen.
Generell gilt: Vertraue deinem Bauchgefühl. Wenn dir etwas ungewöhnlich vorkommt, auch wenn du nicht genau sagen kannst, was es ist, ist eine Kontaktaufnahme mit Tierärzt:innen immer die richtige Entscheidung.
Was tun, wenn Symptome auftreten?
Du bemerkst ein Symptom bei deiner Katze und fragst dich: „Ist das ein Notfall oder nur eine Kleinigkeit?” Bevor du sofort in die Tierarztpraxis fährst oder abwartest und dir Sorgen machst, gibt es eine moderne erste Anlaufstelle.
Telemedizinische Angebote wie der von Tierärzt:innen entwickelte confidu Diagnose Finder helfen dir, die Situation sofort einzuschätzen.
bei leichten Problemen: Du erhältst eine tierärztliche Anleitung, wie du deiner Katze bei Symptomen wie leichtem Durchfall oder Erbrechen selbst helfen kannst – oft reichen schon eine Schonkost oder einfache Hausmittel.
zur Ursachenforschung: Du kannst direkt einen Labortest für eine Kotprobe anfordern, um der Ursache selbst auf den Grund zu gehen.
bei ernsten Anzeichen: Stuft der Diagnose Finder die Symptome als ernsthaft ein, erhältst du die klare Empfehlung, umgehend eine Tierarztpraxis aufzusuchen.
So erhältst du sofort eine verlässliche Orientierung, vermeidest unnötige Praxisbesuche bei Kleinigkeiten und stellst sicher, dass du bei echten Notfällen keine wertvolle Zeit verlierst.
Wie kann ich Krankheiten vorbeugen?
Als verantwortungsvolle:r Halter:in kannst du aktiv dazu beitragen, das Risiko für viele Krankheiten zu minimieren und die Lebensqualität deiner Katze entscheidend zu verbessern. Die folgenden Punkte sind die Grundpfeiler einer jeden guten Gesundheitsvorsorge.
Impfungen: Eine solide Grundimmunisierung gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen und Katzenseuche ist der grundlegende Schutz für jede Katze und sollte niemals vernachlässigt werden.
Parasitenschutz: Ein konsequenter Schutz vor Parasiten wie Flöhen, Zecken und Würmern ist unerlässlich, um Folgeerkrankungen wie Hautentzündungen oder einen starken Wurmbefall zu vermeiden.
gesunde Ernährung: Eine artgerechte und hochwertige Ernährung mit einem hohen Fleischanteil bildet die Basis für ein starkes Immunsystem und beugt ernährungsbedingten Krankheiten vor.
Bewegung und Beschäftigung: Tägliche Spieleinheiten und eine anregende Umgebung mit Klettermöglichkeiten halten deine Katze körperlich fit, geistig ausgelastet und helfen dabei, Übergewicht zu verhindern.
regelmäßige Pflege: Durch routinemäßige Pflege, insbesondere das Zähneputzen, erkennst du Veränderungen am Körper deiner Katze frühzeitig und beugst schmerzhaften Erkrankungen vor.
Stress minimieren: Ein stabiles, harmonisches Umfeld mit festen Routinen und sicheren Rückzugsorten reduziert chronischen Stress, der das Immunsystem schwächen und Krankheiten auslösen kann.
tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen: Ein jährlicher Gesundheits-Check-up in der Tierarztpraxis, auch wenn deine Katze gesund erscheint, ist unerlässlich, um einen professionellen Blick auf ihren Zustand zu werfen und eine Basis für zukünftige Vergleiche zu schaffen.
Bild: Oscar Fickel | Unsplash
Wie kann ich Unfällen und Vergiftungen vorbeugen?
Eine katzensichere Wohnung ist die beste Lebensversicherung für deine neugierige Katze und schützt sie vor den häufigsten Gefahren des Alltags.
Fenster und Balkone: Sichere gekippte Fenster mit einem speziellen Schutz und statte Balkone mit einem Katzennetz aus, um tödliche Stürze zu verhindern.
giftige Pflanzen: Verbanne alle für Katzen giftigen Zimmerpflanzen, insbesondere hochtoxische Lilien, vollständig aus deinem Haushalt und von deinem Balkon. Im Gift-Lexikon von confidu findest du eine Übersicht sowie detaillierte Beschreibungen der häufigsten Giftpflanzen und weitere Giftstoffe für Hunde und Katzen.
gefährliche Substanzen: Bewahre Putzmittel, Medikamente, Chemikalien und Frostschutzmittel immer außer Reichweite in fest verschlossenen Schränken auf.
menschliche Lebensmittel: Gib deiner Katze niemals für sie giftige menschliche Lebensmittel wie Schokolade, Zwiebeln oder Weintrauben und lasse Essensreste nicht offen stehen.
kleine Gegenstände und Schnüre: Lasse niemals Schnüre, Wollfäden, Haargummis oder kleine Plastikteile unbeaufsichtigt herumliegen, da diese verschluckt zu einem lebensgefährlichen Darmverschluss führen können.
Haushaltsgeräte: Kontrolliere vor dem Start immer die Trommel von Waschmaschine und Trockner, da diese bei Katzen beliebte, aber lebensgefährliche Verstecke sind.
Absicherung: Welche Versicherung braucht die Britisch Kurzhaar?
Auch für eine so robuste Katze ist eine Krankenversicherung eine sinnvolle Investition in ihre Gesundheit und deine finanzielle Sicherheit. Ein unerwarteter Unfall oder eine chronische Krankheit im Alter können schnell Kosten im vierstelligen Bereich verursachen. Eine Versicherung stellt sicher, dass du deiner Katze immer die bestmögliche Behandlung ermöglichen kannst, ohne dir Sorgen über die Rechnung machen zu müssen.
Grundsätzlich gibt es zwei Versicherungsmodelle:
OP-Versicherung: Dies ist die grundlegende Absicherung. Sie übernimmt die Kosten für notwendige chirurgische Eingriffe, sei es nach einem Unfall oder aufgrund einer Krankheit. Oft sind auch die Kosten für Diagnostik und Nachbehandlung im Zusammenhang mit der OP abgedeckt. Diese Variante ist günstiger und sichert die teuersten denkbaren Fälle ab.
Vollkrankenschutz: Er ist das „Rundum-sorglos-Paket”. Zusätzlich zu den Operationskosten deckt diese Versicherung auch die Kosten für reguläre tierärztliche Behandlungen ab, z.B. Diagnostik (Blutuntersuchungen, Ultraschall), Medikamente oder die Behandlung chronischer Krankheiten. Er ist teurer, bietet aber den umfassendsten Schutz.
Eine OP-Versicherung ist das empfohlene Minimum für jede:n Katzenhalter:in. Ein Vollkrankenschutz bietet maximale Sicherheit und ist besonders für Halter:innen sinnvoll, die für alle Eventualitäten gewappnet sein möchten.
Britisch Kurzhaar Kitten
Bild: Uschi Leonhartsberger-Schrott | Pixabay
Lebensphasen: So altert die Britisch Kurzhaar
Wie lange lebt die Britisch Kurzhaar?
Hier muss zwischen zwei Werten unterschieden werden: der potenziellen Lebenserwartung unter optimalen Bedingungen und dem statistischen Median einer großen Population.
Unter idealen Bedingungen wird für die Britisch Kurzhaar eine Lebenserwartung von 12 bis 18 Jahren, teilweise sogar bis zu 20 Jahren, angegeben. Dies ist die Spanne, die eine gesunde BKH aus einer seriösen Zucht bei guter Haltung erreichen kann.
Der statistische Median aus einer sehr großen wissenschaftlichen Studie in Großbritannien ergab jedoch nur einen Medianwert von 9,58 Jahren.² Das bedeutet, 50 % der in der Studie erfassten BKH-Katzen starben, bevor sie 9,58 Jahre alt wurden und 50 % der in der Studie erfassten BKH-Katzen starben, nachdem sie 9,58 Jahre alt geworden waren. Der Median aus einer solchen Studie ist ein ungeschönter „Realitäts-Check”. Er berücksichtigt alle Todesursachen in einer großen, gemischten Population und nicht nur die idealen Fälle.
Wann sind Britisch Kurzhaar ausgewachsen?
Hier muss zwischen körperlicher und geistiger Reife unterschieden werden:
Körperlich erreicht eine BKH ihre volle Größe und ihr endgültiges Gewicht in der Regel mit etwa 12 Monaten. Oft festigen sich ihre Persönlichkeit und ihr Charakter erst vollständig, wenn sie zwei bis drei Jahre alt ist. Die Phase dazwischen kann als ihre „Teenager-Zeit” bezeichnet werden, in der sie noch sehr verspielt und manchmal auch etwas stürmisch ist.
Ab wann ist eine Britisch Kurzhaar ein Senior?
Die Britisch Kurzhaar gilt ab 9 - 13 Jahren als Senior. Ab 13 Jahren erreicht sie die geriatrische Lebensphase. Wenn deine Katze ein höheres Alter erreicht, sind einige liebevolle Anpassungen nötig, um ihre veränderte körperliche und geistige Fitness auszugleichen und ihr einen komfortablen und würdevollen Lebensabend zu ermöglichen:
Barrierefreiheit schaffen: Was früher ein Katzensprung war, kann nun eine Hürde sein. Erleichtere deiner Katze den Zugang zu ihren Lieblingsplätzen (Fensterbank, Sofa) mit kleinen Rampen oder Hockern, die als Stufe dienen. Eine Katzentoilette mit niedrigem Einstieg schont die Gelenke.
Ernährung anpassen: Wechsle zu einem hochwertigen Senior-Futter. Dieses ist oft kalorienreduziert, um Übergewicht vorzubeugen. Es enthält hochverdauliche Proteine, die die Nieren schützen, und ist mit Nährstoffen angereichert, die die Gelenke unterstützen. Für ältere Katzen mit eventuellen Zahnproblemen ist Nassfutter oft angenehmer zu fressen.
intensiviere die Gesundheitsvorsorge: Der jährliche Gesundheits-Check-up wird nun zum halbjährlichen Senioren-Check-up. Eine regelmäßige Blutuntersuchung ist jetzt entscheidend, um altersbedingte Krankheiten wie Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenüberfunktion frühzeitig zu erkennen.
Pflege unterstützen: Arthrose kann die Fellpflege erschweren. Hilf deiner Katze deshalb mit sanften Bürsten-Einheiten, ihr Fell sauber und filzfrei zu halten. Achte auch vermehrt auf die Krallen, die sich eventuell nicht mehr so gut abnutzen.
Ruhe und Komfort bieten: Ein Senior schläft mehr und schätzt seine Ruhe. Sorge deshalb für viele warme, weiche und zugluftfreie Schlafplätze. Eine Heizdecke oder ein Wärmekissen werden oft dankbar angenommen.
Spiel und Geist fit halten: Die wilden Jagdspiele werden weniger, aber geistige Anregung bleibt wichtig. Biete ihm ruhigere Spiele am Boden an, nutze Fummelbretter oder gönne ihm einfach mehr Zeit für gemütliche Schmuse- und Kuscheleinheiten.
Kastration: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Die Kastration ist kein optionaler, sondern ein fundamentaler und unverzichtbarer Bestandteil einer verantwortungsvollen Katzenhaltung.
Idealerweise erfolgt die Kastration vor der Geschlechtsreife, die je nach Katze zwischen dem 4. und 9. Lebensmonat eintritt. Die meisten Tierärzt:innen empfehlen eine Kastration im Alter von etwa 5 bis 8 Monaten. Viele Tierheime und Züchter:innen praktizieren die sogenannte Frühkastration (bereits mit 10 bis 14 Wochen). Diese ist nachweislich sicher und hat viele Vorteile.
Ein wichtiger Mythos ist die Vorstellung, eine Katze müsse „einmal rollig werden” oder „einmal Junge bekommen”. Dies ist ein rein menschlicher Gedanke, der keinerlei gesundheitlichen oder psychologischen Nutzen für das Tier hat – im Gegenteil, er birgt nur Risiken.
Das confidu Katzenrassen-Lexikon wird von unseren Tierärzt:innen nach aktuellem wissenschaftlichen Standard mithilfe von aktueller Literatur und neuesten Studien verfasst.
Quellen:
a The Cat Encyclopedia: The Definitive Visual Guide, Dorling Kindersley, 2014 Dorling Kindersley Limited
b Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds, J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia
1 Zur Beurteilung des Verhaltens wurden verschiedene Merkmale berücksichtigt, darunter Aktivitätslevel, Verspieltheit, Gelehrigkeit, Intelligenz, Vokalisieren und Lautstärke, Selbstständigkeit, Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Verträglichkeit mit Kindern und Verträglichkeit mit Haustieren. Jede Katzenrasse wurde anhand dieser Eigenschaften auf einer Skala von 1 (am wenigsten ausgeprägt) bis 10 (am stärksten ausgeprägt) bewertet. (Quelle: Encyclopedia of Cat Breeds, 2nd Edition by J. Anne Helgren, April 2013)
2 Die Lebenserwartung wurde in Anlehnung an "Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds", J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia sowie "Life tables of annual life expectancy and risk factors for mortality in cats in the UK", Kendy Tzu-yun Teng et al., Februar 2024, Journal of Feline Medicine and Surgery erstellt.
3 Die Gesundheitsparameter Anfälligkeit für Krankheiten, Auftreten von Erbkrankheiten und Anfälligkeit für Übergewicht wurden in Anlehnung an "Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds", J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia erstellt.
Die Klassifizierung der Krankheitsanfälligkeit basiert auf der Anzahl und Häufigkeit von Krankheiten.
Basierend auf der durchschnittlichen Anzahl von Krankheiten pro Rasse wurde eine Einteilung in 10 Klassen vorgenommen. Rassen, bei denen 0-10 Krankheiten auftreten, werden der Klasse 1 zugeordnet, Rassen mit mehr als 90 Krankheiten der Klasse 10.
Abhängig von der Häufigkeit des Auftretens der Krankheiten wurde eine weitere Einteilung in 10 Klassen vorgenommen. Dazu wurden alle bekannten Häufigkeiten pro Rasse addiert und das Minimum (Summe aller Häufigkeiten, 1) berechnet. Daraus wurde eine Klasse zwischen 1 (Wert liegt zwischen 0-10%) und 10 (Wert liegt über 90%) gebildet.
Aus den beiden Klassen (Anzahl der Erkrankungen und Häufigkeit der Erkrankungen) ergibt sich die Gesamteinstufung der Krankheitsanfälligkeit als Maximum.
Die Einstufung der Erbkrankheiten erfolgt analog zur Einstufung der Krankheitsanfälligkeit.
4 Die Einstufung hinsichtlich der Qualzuchtmerkmale erfolgt auf der Grundlage der Anzahl und Ausprägung der Qualzuchtmerkmale, die in einer Rasse häufig auftreten. Dazu gehören Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit), Knickohren (Fold-Gen), Schwanzlosigkeit (Manx-Gen), extrem dichtes Fell, Haarlosigkeit, deformierte oder fehlende Schnurrhaare, Zwergwuchs, Vielfingrigkeit, helle Fell- und Augenfarbe. Rassen mit einem Qualzuchtmerkmal wurden in Klasse 4, Rassen mit 2 Merkmalen in Klasse 7 und Rassen mit 3 und mehr oder stark das Leben beeinträchtigenden Merkmalen in Klasse 10 eingestuft. Als Quelle wurde https://www.bundestieraerztekammer.de/tierhalter/qualzuchten/ verwendet.
5 Der Pflegeaufwand wurde "The Cat Encyclopedia, Dorling Kindersley", First American Edition, DK, 2014 entnommen. Ein besonders hoher Pflegeaufwand wurde mit maximal 10 Punkten bewertet, ein besonders niedriger mit einem Punkt. Dies setzt sich wie folgt zusammen: Die Angabe zur Fellpflege wurde in maximal 6 Punkte umgewandelt, wobei wöchentlich 1 Punkt, wöchentlich bis 2–4-mal wöchentlich 2 Punkte, wöchentlich bis täglich 3 Punkte , 2–4-mal wöchentlich 4 Punkte, 2–4-mal wöchentlich bis täglich = 5 Punkte und täglich 6 Punkte entspricht. Zusätzliche Punkte wurden für eine erforderliche Augenpflege vergeben: 1 Punkt, wenn regelmäßige Augenpflege nötig, und 2 Punkte, wenn täglich Augenpflege nötig ist. Für eine über das normale Maß hinausgehende Pflege von Krallen, Zähnen, Ohren oder Haut gibt es zusätzlich maximal 2 Punkte.