Lexikon der Katzenrassen

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Tauche ein in detaillierte Rasseporträts und entdecke alles über Wesen, Erscheinungsbild und Herkunft der eleganten Samtpfoten. Finde fundierte Ratgeber-Artikel zur optimalen Ernährung, liebevollen Pflege und zum Verständnis des Katzenverhaltens.

Egal, ob du die perfekte Katzenrasse für deinen Lebensstil finden oder dein Wissen über deinen treuen Begleiter vertiefen möchten – hier wirst du fündig.

Maine Coon

Sanfter Riese aus den Wäldern Amerikas

Titelbild: Samuel Jerónimo | Pexels

Rasseprofil

Körpergröße: groß

Gewicht: 4,5 - 10 kg

Farbe: variabel

Fell: halblang, dicht und zottelig

Charakter: sanftmütig, sozial, neugierig, kommunikativ, menschenbezogen, verspielt

Anspruch an Haltung: mäßig

Lebenserwartung: 12 bis 15 Jahre (Medianwert laut Studie jedoch nur 9,71 Jahre²)

Anerkennung durch Verbände: FIFe, TICA, CFA, WCF

Herkunft: USA, Bundesstaat Maine

Spitzname: Gentle Giant (Sanfter Riese), Hundekatze

Synonym: Maine Cat, American Longhair (historisch)

Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über die Eigenschaften der Maine Coon. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist die Eigenschaft ausgeprägt¹’²’³’⁴’⁵. Die Maine Coon hat z.B. ein moderates Aktivitätslevel und ist sehr gelehrig.

Bild: Rhameley | Unsplash

Aussehen: Wie sieht eine Maine Coon aus?

Das Aussehen der Maine Coon ist geprägt von ihrer beeindruckenden Größe und ihrem kräftigen, muskulösen Körperbau. Ihre kraftvolle Muskulatur verleiht diesen großen Katzen eine majestätische und zugleich robuste Erscheinung. Mit einem Gewicht von in der Regel 4,5 bis 10 kg gehören sie zu den größten Hauskatzenrassen. Dabei sind die Kätzinnen tendenziell kleiner und feiner gebaut als die stattlichen Kater.

Das Fell der Maine Coon ist eines ihrer markantesten Merkmale. Das glänzende Deckhaar ist am Körper länger als an Kopf und Schultern. Auch am Bauch und an den Beinen, den sogenannten „Hosen”, ist es länger. Vor allem bei Katern bildet sich eine ausgeprägte Halskrause. Die Maine Coon besitzt ein doppellagiges Fell, das dicht, zottelig, aber von weicher Textur ist und Wasser abweist. Nahezu alle Farben und Muster sind anerkannt, wobei das klassische Brown Tabby (braun-getigert) am bekanntesten ist. Nicht erlaubt sind die Farben Chocolate, Lavender und Cinnamon sowie Point-Abzeichen und das Ticking des Agouti-Musters.

Bild: Rodion Kutsaiev | Pexels

Ihr Kopf ist groß und keilförmig. Im Profil zeigt sich eine mittellange Nase mit einer leichten, konkaven Wölbung. Ihre großen, gut behaarten Ohren laufen spitz zu und sind oft mit den charakteristischen Luchspinseln versehen, die ihnen ein wildes Aussehen verleihen. Ihre Augen sind groß und ausdrucksstark, wobei alle Farben erlaubt sind. Bei reinweißen Tieren können auch blaue oder verschiedenfarbige Augen (Odd-Eye-Phänomen) vorkommen.

Ein weiteres Highlight ist der lange, buschige Schwanz. Er ist an der Basis breit und läuft spitz zu. Dieser dichte, stark behaarte Schwanz, der bei Tabbys Ringe aufweist, soll der Legende nach für den „Coon“-Teil des Namens verantwortlich sein (in Anlehnung an den Waschbären, engl. „raccoon“). Die Pfoten sind groß, rund und ebenfalls gut behaart, oft mit Haarbüscheln zwischen den Zehen, die als „Schneeschuhe” dienen.

Bild: Kanashi | Unsplash

Wie groß wird eine XXL Maine Coon?

Die „XXL Maine Coon” ist keine offiziell anerkannte Rassevariante oder Klassifizierung durch Zuchtverbände. Es handelt sich um einen Marketingbegriff, den einige Züchter:innen verwenden, um Tiere zu beschreiben, die den Rassestandards für Größe und Gewicht in puncto Gewicht und Größe überdurchschnittlich entsprechen.

Eine normale, große Maine Coon ist bereits eine beeindruckende Erscheinung. Der Begriff „XXL” oder „Giant” soll diese Eigenschaft noch übersteigern. Ein stattlicher, normaler Maine-Coon-Kater kann bereits 9 kg wiegen, „XXL“-Züchtungen zielen jedoch auf noch extremere Maße ab.

XXL-Kater können ein Gewicht von 10 bis 13 kg erreichen, in seltenen Ausnahmefällen sogar noch mehr. Es ist jedoch extrem wichtig, hier zwischen einem gesunden, muskulösen Gewicht und Übergewicht zu unterscheiden.

Die Gesamtlänge von der Nasenspitze bis zur Schwanzspitze kann bei diesen Tieren beeindruckend sein. Während 120 cm für einen normalen Kater schon beachtlich sind, können XXL-Exemplare eine Länge von bis zu 130 cm erreichen. Die Schulterhöhe kann von den üblichen 41 cm auf bis zu 45 cm oder sogar mehr ansteigen.

Die Faszination für die „sanften Riesen” hat jedoch eine Kehrseite. Eine Zucht, die ausschließlich auf maximale Größe abzielt, ist tierschutzrechtlich bedenklich und birgt erhebliche Gesundheitsrisiken für die Tiere. Ein extremes Körpergewicht belastet die Gelenke enorm. Das Risiko für Hüftdysplasie (HD) und Arthrose steigt dadurch signifikant. Die Katze kann Schmerzen beim Springen und Laufen entwickeln und in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sein. Auch das Herz einer Katze ist nicht für ein solch extremes Körpergewicht ausgelegt. Die Belastung für das Herz ist immens, was das Risiko für Herzerkrankungen wie die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) erhöht. HCM ist bei Maine Coons ohnehin schon eine relevante Erbkrankheit. Durch die erhöhte Belastung des gesamten Organismus haben überzüchtete, extrem große Katzen oft eine geringere Lebenserwartung.

Wie stark haaren Maine Coons?

Aufgrund ihres dichten, halblangen Fells mit Unterwolle gehören Maine Coons zu den Rassen mit moderatem bis starkem Fellverlust, der aber gut handhabbar ist. Die Intensität hängt stark von der Jahreszeit ab.

Maine Coons sind eine Naturrasse, die sich an kalte Winter angepasst hat. Ihr Fell unterliegt daher einem deutlichen Wechsel zwischen den Jahreszeiten. Im Frühjahr wenn die Tage länger und wärmer werden, werfen sie ihre dichte Winterunterwolle ab. In dieser Zeit (meist März bis Mai) haaren sie am stärksten. Die Unterwolle lässt sich in dieser Zeit oft büschelweise auskämmen. Vor dem Winter legen sie sich wieder ein dickeres Fellkleid zu. Dabei wird das leichtere Sommerfell abgestoßen, was ebenfalls zu vermehrtem Haaren führt, jedoch nicht so extrem wie im Frühjahr.

Auch außerhalb des Fellwechsels verlieren Maine Coons wie fast alle Katzen kontinuierlich Haare. Bei reinen Wohnungskatzen, die keinen starken Temperaturschwankungen ausgesetzt sind, kann der saisonale Unterschied weniger ausgeprägt sein. Sie neigen dann dazu, das ganze Jahr über relativ gleichmäßig zu haaren.

Bild: Rhameley | Unsplash

Charakter und Verhalten: Wie ist das Wesen der Maine Coon?

Ihr Spitzname „Gentle Giant” (Sanfter Riese) beschreibt das Wesen der Maine Coon perfekt. Hinter ihrer imposanten, wilden Erscheinung verbirgt sich ein außergewöhnlich sanftmütiger, ruhiger und intelligenter Charakter. Sie sind anpassungsfähig und unglaublich gute Begleiter, was sie zu einer der beliebtesten Familienkatzen weltweit macht.

Die Maine Coon vereint das Beste aus zwei Welten: Sie ist verspielt und aktiv wie ein Kätzchen, besitzt aber gleichzeitig eine ruhige und gelassene Art. Ihre hohe Intelligenz und ihr menschenbezogenes Wesen machen die Interaktion mit ihr zu einer täglichen Freude. Eine Besonderheit ist ihre Vorliebe für Wasser. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine Maine Coon gerne mit dem Wasserhahn spielt oder sogar schwimmt.

Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über das Verhalten der Maine Coon. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist das Verhalten ausgeprägt.¹ Die Maine Coon ist z.B. sehr oft verträglich mit Kindern und vokalisiert wenig.

Bewegung & Charakter (hellblaue Zone)

Wie das Diagramm mit hohen Werten zeigt, sind Maine Coons sehr verspielt und behalten diese Eigenschaft oft bis ins hohe Alter bei. Sie haben ein moderates bis hohes Aktivitätslevel und benötigen regelmäßige Bewegung sowie Möglichkeiten zum Klettern und Springen, zum Beispiel stabile, hohe Kratzbäume oder Regale. Viele Maine Coons apportieren gerne und verhalten sich dabei fast wie ein Hund.

Maine Coons sind außerordentlich intelligent und gelehrig. Ihre Fähigkeit, schnell zu lernen, ermöglicht es, sie an die Leine zu gewöhnen und ihnen verschiedene Tricks beizubringen. Diese Kombination aus Intelligenz und dem Wunsch, mit ihren Menschen zu interagieren, macht das Training mit ihnen besonders lohnend.

Sozialverhalten (dunkelblaue Zone)

Maine Coons haben ein hohes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und sind wenig selbstständig. Sie genießen die Gesellschaft von Menschen sehr und folgen ihren Besitzern oft von Raum zu Raum. Sie wollen am Familienleben teilhaben und sind nicht gerne allein. Dennoch gelten sie nicht als typische Schoßkatzen – sie liegen lieber neben als auf ihren Menschen.

Trotz ihrer Größe ist ihre Stimme erstaunlich leise. Anstelle eines lauten Miauens kommunizieren Maine Coons meist durch ein sanftes, zwitscherndes „Gurren” oder „Trillern”. Das Diagramm zeigt hier einen niedrigen bis mittleren Wert, was ihre angenehme und unaufdringliche Art der Vokalisation unterstreicht.

Verträglichkeit (gelbe Zone)

Maine Coons sind für ihre exzellente Verträglichkeit mit Kindern und anderen Haustieren, einschließlich Hunden, bekannt. Ihre geduldige, robuste und ruhige Natur macht sie zu idealen tierischen Mitbewohnern in einer belebten Familie. Selbstverständlich wird eine sorgfältige Vergesellschaftung vorausgesetzt.

Wichtiger Hinweiszur Verträglichkeit: Auch bei einer von Natur aus so verträglichen Rasse wie der Maine Coon ist eine positive Sozialisierung in den ersten Lebenswochen entscheidend. Der respektvolle Umgang mit der Katze und das Bereitstellen von sicheren Rückzugsorten sind unerlässlich, damit sie ihr wundervolles, geduldiges Wesen voll entfalten kann.

Bild: Rhameley | Unsplash

Sind Maine Coons Schmusekatzen?

Ja und nein, das kommt auf die Definition an. Wenn man unter „Schmusekatze” eine Katze versteht, die stundenlang auf dem Schoß liegt, dann ist die Maine Coon das eher selten. Sie zeigt ihre Zuneigung auf eine andere, aber nicht weniger intensive Weise. Sie ist eine klassische „Dabei-Katze“:

  • Sie wird dir von Raum zu Raum folgen.

  • Sie wird neben dir auf dem Sofa liegen, statt auf dir.

  • Sie begrüßt dich an der Tür und möchte in deine Aktivitäten einbezogen werden.

  • Sie schenkt dir sanfte „Köpfchen” und reibt sich an deinen Beinen.

Ihre Liebe ist also präsent und konstant, aber weniger aufdringlich als die einer Schoßkatze. Sie ist ein loyaler Begleiter, der deine Nähe sucht, aber auch seine Unabhängigkeit schätzt.

Sind Maine Coons aggressiv?

Nein. Aggressivität ist eines der untypischsten Merkmale für eine Maine Coon. Ihr Spitzname „Gentle Giant” (Sanfter Riese) beschreibt ihren Charakter perfekt.

Sie sind von Natur aus extrem geduldig, gutmütig und ruhig. Ihre Toleranzschwelle ist sehr hoch, weshalb sie sich auch so gut mit Kindern und anderen Tieren verstehen. Eine gut sozialisierte Maine Coon wird einer Konfrontation eher aus dem Weg gehen, als aggressiv zu reagieren. Sie nutzt ihre Größe nicht zur Einschüchterung.

Wichtig: Wie jedes Tier kann auch eine Maine Coon aggressiv reagieren, wenn sie starke Schmerzen hat, in die Enge getrieben wird oder extrem schlechte Erfahrungen gemacht hat. Dieses Verhalten wäre aber untypisch und ein klares Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt – es ist kein Merkmal der Rasse.

Miaut eine Maine Coon viel?

Ihre Stimme ist eine der größten Überraschungen bei dieser Rasse. Man erwartet bei einem solchen Riesen eine laute, tiefe Stimme, doch sie miauen sehr leise. Ihre Hauptkommunikation besteht jedoch aus einer Reihe von leisen, melodischen Lauten. Am bekanntesten ist ihr sanftes „Gurren” oder „Trillern”, das sie zur Begrüßung, zum Ausdruck von Freude oder zur Aufforderung zum Spielen einsetzen.

Ist die Maine Coon menschenbezogen?

Ja. Sie ist eine der menschenbezogensten Katzenrassen überhaupt und wird deshalb oft als „Hundekatze” bezeichnet. Die Maine Coon baut eine tiefe und loyale Beziehung zu ihrer Familie auf und ist oft auf eine bestimmte Bezugsperson fixiert. Sie ist sozial und involviert und will aktiv am Familienleben teilnehmen. Ob du kochst, am Computer arbeitest oder entspannst – deine Maine Coon wird in deiner Nähe sein, um alles zu beobachten.

Wird eine Maine-Coon-Katze ihren Besitzer beschützen?

Hier muss man zwischen dem Schutzinstinkt eines Hundes und dem Verhalten einer Katze unterscheiden. Eine Maine Coon wird nicht wie ein Wachhund die Tür bewachen, aber sie zeigt auf ihre eigene Art beschützendes Verhalten.

  • Aufmerksamkeit und Alarmbereitschaft: Aufgrund ihrer Intelligenz und der engen Bindung zu ihren Besitzer:innen bemerkt sie sofort, wenn etwas nicht stimmt. Sie reagiert auf fremde Geräusche oder unbekannte Besucher oft mit wachsamer Neugier. Aufgrund ihrer Größe können Fremde sich bereits eingeschüchtert fühlen.

  • sozialer Schutz: Noch ausgeprägter ist ihr Verhalten, wenn sie spürt, dass ihr Mensch emotionalen Stress hat oder krank ist. Viele Besitzer:innen berichten, dass ihre Maine Coon in solchen Zeiten nicht von ihrer Seite weicht, sich ankuschelt und versucht, Trost zu spenden.

  • Loyalität: Dieses Verhalten entspringt weniger einem „Wachinstinkt” als vielmehr ihrer tiefen Loyalität und der engen Bindung zu ihrem Menschen. Sie nimmt die Stimmungen ihrer Besitzer:innen sensibel wahr und reagiert darauf.

Maine, USA - die Heimat der Maine Coon Katzen

Bild: G Johansen | Pixabay

Geschichte: Ursprung der Maine Coon

Die Maine Coon ist eine amerikanische Legende und gilt als die einzige ursprünglich in Nordamerika lebende Langhaarkatze. Ihre Wurzeln sind so tief im Nordosten der USA verankert, dass sie heute den Titel der offiziellen Staatskatze von Maine trägt. Um ihren Ursprung ranken sich zahlreiche Theorien, die von plausiblen Szenarien bis hin zu fantasievollen Mythen reichen.

Die wahrscheinlichste Entstehungsgeschichte ist eine ganz natürliche: Es wird vermutet, dass die Rasse aus Kreuzungen zwischen den robusten Hauskatzen der ersten Siedler:innen und langhaarigen Katzen, wie den Angoras, entstand, die auf dem Seeweg nach Neuengland gebracht wurden.

Ein entscheidender Faktor für die Entwicklung ihres charakteristischen Aussehens war das raue Klima. Es ist gut möglich, dass bereits die Pilger:innen langhaarige Katzen mitbrachten, die als Urahnen der Rasse gelten. Die strengen Winter Maines begünstigten durch natürliche Selektion ein langes, dichtes und wasserabweisendes Fell. Nur die kräftigsten und widerstandsfähigsten Katzen überlebten und gaben ihre Gene weiter. So wurden ihr großer Körperbau und das luxuriöse Fell zu Markenzeichen der Rasse.

Einige Theorien führen die Ähnlichkeit im Phänotyp auch auf eine mögliche frühe Einkreuzung mit importierten sibirischen oder norwegischen Waldkatzen zurück, die ebenfalls an kalte Klimate angepasst sind.

Gut zu wissen: Hartnäckig halten sich auch biologisch unmögliche Legenden wie die einer Kreuzung zwischen einer Katze und einem Waschbären (engl. „racoon”, was den „Coon”-Teil des Namens erklären soll) oder einem Luchs („Bobcat”).

Maine Coon wird auf einer Katzenausstellung vorgestellt

Bild: Nickolas Titkov | Wikimedia Commons

Bevor sie zum Ausstellungsliebling wurde, war die Maine Coon vor allem eine geschätzte Arbeitskatze auf Farmen. Als robuste und talentierte Jägerin wurde sie ausgiebig zur Kontrolle von Mäusen und anderen Nagetieren eingesetzt. Ihre Intelligenz und ihr anpassungsfähiger Charakter machten sie zu einem unschätzbaren Begleiter im ländlichen Leben.

Die Maine Coon ist eine der ersten anerkannten amerikanischen Katzenrassen mit ersten offiziellen Aufzeichnungen, die bis in die 1860er-Jahre zurückreichen. Sie war auf den frühen amerikanischen Katzenausstellungen sehr beliebt. Nachdem sie zeitweise von exotischeren Rassen wie der Perserkatze in den Hintergrund gedrängt worden war, feierte sie Mitte des 20. Jahrhunderts ein großes Comeback.

Ein entscheidender Meilenstein war das Jahr 1976, als die einflussreiche Cat Fanciers' Association (CFA) ihr den Championship-Status verlieh. Heute zählt die Maine Coon zu den größten Hauskatzen der Welt und rangiert in den Beliebtheitslisten der Zuchtverbände konstant an der Spitze. Um die genetische Reinheit der Rasse zu wahren, ist eine Einkreuzung mit anderen Rassen heute nicht mehr erlaubt.

Was ist das Besondere an Maine Coon Katzen?

Das Besondere an der Maine Coon ist die faszinierende Mischung aus Gegensätzen, die in dieser Rasse vereint sind. Sie stellt viele Erwartungen auf den Kopf und zieht gerade deshalb so viele Menschen in ihren Bann.

Hier sind die fünf Punkte, die sie wirklich einzigartig machen:

1. Der „Gentle Giant“: Die Diskrepanz zwischen Aussehen und Charakter

Ihr Aussehen ist das eines wilden, imposanten Jägers aus den Wäldern: Sie ist groß, muskulös, hat Luchspinseln an den Ohren und ein majestätisches Auftreten. Ihr Charakter ist jedoch das genaue Gegenteil: Sie ist unfassbar sanftmütig, geduldig und gutmütig. Diese Kombination aus wilder Optik und sanfter Seele ist ihr markantestes Merkmal.

2. Die „Hundekatze“: Ihre außergewöhnliche Persönlichkeit

Eine Maine Coon verhält sich oft eher wie ein Hund als wie eine typische Katze. Sie ist extrem menschenbezogen, loyal und folgt ihren Besitzer:innen auf Schritt und Tritt. Viele apportieren gerne Spielzeug, lassen sich an der Leine führen und sind sehr gelehrig. Sie möchte nicht nur versorgt werden, sondern ein aktives Mitglied der Familie sein.

3. Die überraschende Stimme: Sanftes Gurren statt lautes Miauen

Angesichts ihrer Größe erwartet man eine tiefe, laute Stimme. Stattdessen kommuniziert die Maine Coon mit einer Reihe von erstaunlich leisen, melodischen Lauten. Ihr charakteristisches „Gurren” oder „Trillern” ist einzigartig und unterstreicht ihre sanfte Natur auf charmante und unerwartete Weise.

4. Ihre robuste, natürliche Herkunft

Im Gegensatz zu vielen anderen Rassekatzen ist die Maine Coon keine „Designerrasse”, sondern wurde von der Natur selbst geformt. Ihr dichtes, wasserabweisendes Fell, die großen „Schneeschuh”-Pfoten und ihr kräftiger Körperbau sind das Ergebnis der Anpassung an die rauen Winter Neuenglands. So bringt sie ein Stück authentische amerikanische Wildnis in jedes Zuhause.

5. Der perfekte soziale Begleiter

Ihre hohe soziale Kompetenz macht sie zu einer der verträglichsten Katzenrassen überhaupt. In der Regel kommt sie hervorragend mit Kindern, anderen Katzen und sogar Hunden aus. Dank ihrer geduldigen und ruhigen Art ist sie der ideale ruhende Pol in einer lebhaften Familie.

Bild: Magali Merzougui | Unsplash

Haltung und Lebensraum: Welche Ansprüche hat die Maine Coon?

Zubehör: Was braucht die Maine Coon?

Um eine Maine Coon artgerecht und glücklich zu halten, musst du ihren Körperbau und ihre Größe berücksichtigen. Ihre Bedürfnisse gehen über die einer durchschnittlichen Hauskatze hinaus. Im Folgenden findest du eine Checkliste mit allem, was deine Maine Coon von Anfang an benötigt, damit sie sich bei dir rundum wohlfühlt:

  • Futter- und Wassernäpfe: Am besten eignen sich große, schwere Näpfe aus Keramik, Glas oder Edelstahl, die standfest sind und nicht umkippen. Stelle die Näpfe nicht direkt nebeneinander und nicht neben die Katzentoilette. Viele Maine Coons sind fasziniert von Wasser. Ein Trinkbrunnen animiert zum Trinken und kann helfen, Harnwegserkrankungen vorzubeugen.

  • Katzentoilette: Die Faustregel lautet: Mindestens eine Toilette pro Katze plus eine zusätzliche. Achte bei einer Maine Coon unbedingt darauf, eine extra große Katzentoilette zu kaufen, damit sie sich darin bequem umdrehen kann. Viele Katzen bevorzugen feine, sandähnliche Klumpstreu ohne starken Duft.

  • Kratzmöglichkeiten: Als große, kräftige Katze braucht die Maine Coon einen sehr stabilen, extragroßen Kratzbaum mit dicken Stämmen, der ihr Gewicht tragen kann. Sie liebt es, sich komplett auszustrecken und zu klettern. Biete an strategischen Orten weitere Optionen wie Kratzbretter, Kratztonnen oder Kratzmatten an.

  • Schlaf- und Rückzugsorte: Auch wenn sich deine Katze ihre Lieblingsplätze oft selbst sucht, schätzt sie eigene Rückzugsorte. Wähle ausreichend große Katzenbetten und kuschelige Höhlen, die ihrem stattlichen Körperbau gerecht werden.

  • Spiel und Beschäftigung: Maine Coons sind verspielt und intelligent. Interaktives Spielzeug wie Katzenangeln ist perfekt, um ihren Jagdinstinkt zu befriedigen. Selbstständiges Spielzeug wie Bälle oder Rascheltunnel sorgt für zusätzliche Beschäftigung. Da viele Maine Coons gerne mit Wasser spielen, können Schwimmbälle in einer flachen Schale für Abwechslung sorgen. Achte darauf, dass das Spielzeug groß genug ist, damit es nicht verschluckt werden kann.

  • Bürste oder Kamm: Das halblange Fell der Maine Coon muss regelmäßig gepflegt werden. In der Regel genügt es, die Katze außerhalb des Fellwechsels ein- bis zweimal pro Woche gründlich zu bürsten und zu kämmen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ist eine intensivere Pflege erforderlich. Du benötigst einen grobzinkigen Metallkamm, eine Zupfbürste (Slicker Brush) und gegebenenfalls ein Entfilzungsmesser.

  • Flohkamm und Zeckenzange: Unverzichtbar, besonders wenn deine Katze gesicherten Freigang genießt. Damit kannst du das Fell schnell auf Parasiten kontrollieren und diese sicher entfernen.

  • Zahnputzutensilien: Gewöhne deine Katze am besten schon als Kitten an eine spezielle Katzenzahnbürste und -pasta. Das ist die beste Vorsorge gegen Zahnstein und Zahnerkrankungen.

  • Transportbox: Sie ist absolut notwendig für Tierarztbesuche. Wähle eine extra große und sehr stabile Transportbox, die das Gewicht deiner ausgewachsenen Maine Coon sicher tragen kann. Modelle, die sich auch von oben öffnen lassen, sind für die Katze oft stressfreier.

  • Kippfensterschutz & Balkonnetz: Gekippte Fenster sind eine tödliche Falle für Katzen! Sichere sie unbedingt mit einem speziellen Schutz. Ein Balkon sollte mit einem Katzennetz gesichert werden, bevor deine Katze ihn betreten darf.

Kann man eine Maine Coon alleine halten?

Die klare Empfehlung lautet: Eine Maine Coon sollte nicht alleine gehalten werden.

Obwohl sie sehr menschenbezogen ist, kann ein Mensch einen tierischen Artgenossen nicht vollständig ersetzen. Aufgrund ihrer hochsozialen und verspielten Natur braucht sie die Gesellschaft einer anderen Katze.

Einsamkeit kann bei einer Maine Coon zu ernsthaften Verhaltensproblemen führen. Dazu gehören Unsauberkeit, Zerstörungswut aus Frustration, Depressionen und Apathie. Sie würde seelisch verkümmern.

Am besten versteht sie sich mit einer zweiten Maine Coon, da sie ein ähnliches Spielverhalten und Kommunikationsniveau haben. Aber auch andere gesellige und selbstbewusste Katzenrassen können gute Partner sein.

Eine seltene Ausnahme könnte eine ältere Katze aus dem Tierschutz sein, die nachweislich ihr Leben lang allein gehalten wurde und keine anderen Katzen mehr akzeptiert. In einem solchen Fall müssten die Halter:innen aber extrem viel Zeit haben – beispielsweise im Homeoffice oder als Rentner:innen –, um den Mangel an sozialer Interaktion auszugleichen.

Bild: Amber Kipp | Unsplash

Sind Maine Coons Freigänger?

Dieses Thema wird unter Haltern heiß diskutiert. Während die Maine Coon eine robuste Naturkatze ist, birgt der ungesicherte Freigang für sie besondere Gefahren:

  • Diebstahlgefahr: Ihre beeindruckende Erscheinung und ihr freundliches Wesen machen sie zu einem leichten Ziel für Katzendiebe.

  • geringes Gefahrenbewusstsein: Sie sind oft sehr zutraulich und naiv, auch gegenüber fremden Menschen und potenziellen Gefahren wie dem Straßenverkehr.

  • Revierkämpfe: Ihre sanfte Natur kann in Auseinandersetzungen mit aggressiveren Nachbarskatzen zum Nachteil werden.

Die ideale Lösung ist daher der gesicherte Freigang. Damit gibst du deiner Katze die Möglichkeit, die Natur sicher zu genießen, beispielsweise in einem katzensicher eingezäunten Garten, in einem großen Außengehege (Catio) oder auf einem gut gesicherten Balkon. Auch Spaziergänge an der Leine sind möglich, wenn die Katze entsprechend trainiert wurde.

Ein Leben als reine Wohnungskatze ist bei ausreichend Platz und Beschäftigung ebenfalls möglich. Ein gesicherter Zugang nach draußen ist jedoch der Idealfall.

Wie lange kann eine Maine Coon alleine bleiben?

Die Antwort hängt entscheidend davon ab, ob die Katze alleine oder mit einem Artgenossen gehalten wird:

  • mit einem Artgenossen: Wenn eine Maine Coon mit einer anderen Katze zusammenlebt, können sie sich gegenseitig beschäftigen. Ein normaler Arbeitstag von acht bis zehn Stunden ist daher in der Regel unproblematisch. Auch eine Abwesenheit über Nacht ist im Notfall möglich, vorausgesetzt, es stehen ausreichend Futter, frisches Wasser und saubere Katzentoiletten zur Verfügung. Für längere Zeiträume (z.B. ein Wochenende oder den Urlaub) ist zwingend ein Katzensitter erforderlich, der mindestens einmal täglich nach dem Rechten sieht.

  • als Einzelkatze: Hier ist die Situation deutlich kritischer. Eine einzeln gehaltene Maine Coon ist für jegliche soziale Interaktion komplett von ihrem Menschen abhängig. Eine tägliche Abwesenheit, die einem normalen Arbeitstag entspricht, sollte hier das absolute Maximum sein. Längere und regelmäßige Abwesenheiten können zu starkem Stress, Einsamkeit und Verhaltensstörungen führen. Eine Maine Coon über Nacht oder gar ein ganzes Wochenende alleine zu lassen, ist nicht artgerecht und sollte unter allen Umständen vermieden werden.

Was ist bei Maine Coon Katzen zu beachten?

Die Maine Coon ist eine wundervolle, aber auch anspruchsvolle Rasse. Hier die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Platz & Ausstattung: Sie brauchen viel Platz zum Toben. Kratzbäume müssen besonders groß, hoch und stabil sein. Auch die Katzentoiletten sollten eine Nummer größer gewählt werden.

  • Gesellschaft: Plane die Haltung von mindestens zwei Katzen ein.

  • Zeit und Beschäftigung: Katzen sind keine Deko-Objekte. Planen Sie deshalb täglich aktive Spiel- und Schmuseeinheiten ein. Intelligente Beschäftigung wie Clickertraining lieben sie.

  • Fellpflege: Regelmäßiges Bürsten (ca. ein bis zwei Mal pro Woche, im Fellwechsel täglich) ist Pflicht, um Verfilzungen zu vermeiden.

  • Kosten: Bedenke, dass die Anschaffungs-, Futter- und Tierarztkosten höher sind als bei einer kleineren Katze. Sie fressen mehr und benötigen bei Medikamenten oft eine höhere Dosis.

  • Gesundheit: Achte bei der Auswahl eines/einer Züchter:in auf Seriosität und darauf, dass die Tiere auf Erbkrankheiten wie HCM (Herzerkrankung), HD (Hüftdysplasie) und PKD (Nierenerkrankung) getestet wurden.

Ausgaben: Was kostet die Katze Maine Coon?

Die Kosten lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: die einmaligen Anschaffungskosten und die laufenden Kosten.

Anschaffungskosten:

Der Preis für ein Maine Coon-Kitten von seriösen, registrierten Züchter:innen liegt in der Regel zwischen 1.000 und 1.500 €. Dieser Preis mag hoch erscheinen, deckt aber die hohen Ausgaben und die Sorgfalt der Züchter:innen ab.

  • Gesundheitsvorsorge: Gentests der Elterntiere auf Erbkrankheiten (HCM, PKD), regelmäßige tierärztliche Betreuung

  • Aufzucht: hochwertiges Futter, Sozialisierung, Impfungen, Entwurmung und ein Mikrochip

  • Papiere: ein offizieller Stammbaum, der die Abstammung nachweist

Warnung: Angebote, die deutlich unter diesem Preis liegen (z.B. auf Kleinanzeigenportalen), stammen oft von unseriösen Vermehrer:innen. Hier wird an der Gesundheit und Sozialisierung gespart, was später zu hohen Tierarztkosten und Verhaltensproblemen führen kann. Eine gute Alternative ist der Tierschutz: Manchmal suchen auch reinrassige Maine Coon oder Mixe im Tierheim ein neues Zuhause. Die Schutzgebühr liegt hier meist bei 150 bis 250 €.

Laufende Kosten:

Die Haltung einer Katze ist eine langfristige finanzielle Verpflichtung. Man sollte mit monatlichen Kosten von ca. 100 bis 150 € für folgende Posten rechnen:

  • Futter: hochwertiges Nass- und Trockenfutter

  • Katzenstreu

  • Tierarztkosten: Jährliche Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen, Parasitenbehandlungen (ca. 150-200 € pro Jahr). Zusätzlich sollte man ein finanzielles Polster für unvorhergesehene Krankheiten oder eine Katzenkrankenversicherung einplanen.

Bild: Rhameley | Unsplash

Ist die Maine Coon für mich geeignet?

Sind Maine Coon Katzen in Deutschland erlaubt?

Ja, selbstverständlich. Die Haltung und Zucht dieser Katzenrasse ist hierzulande uneingeschränkt erlaubt. Sie ist eine international anerkannte und etablierte Katzenrasse, die unter keine Verbote oder besonderen Auflagen fällt.

Eine wichtige Anmerkung betrifft jedoch den Trend zur „XXL“-Zucht: Sollte eine Zucht ausschließlich auf extreme Größe abzielen und dabei die Gesundheit der Tiere (z.B. Gelenke, Herz) nachweislich beeinträchtigen, könnte sie unter den sogenannten Qualzuchtparagrafen (§ 11b des Tierschutzgesetzes) fallen. Seriöse Züchter:innen orientieren sich am Rassestandard, bei dem die Harmonie der Proportionen und die Gesundheit Vorrang vor reiner Größe haben.

Ist die Maine Coon eine Anfängerkatze?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen ist die Maine Coon eine ausgezeichnete Anfängerkatze. Ihr sanftmütiger, geduldiger und menschenbezogener Charakter erleichtert den Einstieg in die Katzenhaltung oft im Vergleich zu scheuen oder sehr unabhängigen Rassen. Man kann ihr Wesen oft gut „lesen”.

Entscheidend sind jedoch die Voraussetzungen der potenziellen Besitzer:innen:

  • Informationsbereitschaft: Du musst bereit sein, sich intensiv mit den spezifischen Bedürfnissen der Rasse auseinanderzusetzen (Platz, Pflege, Gesundheit, Ernährung).

  • Verantwortungsbewusstsein: Du musst verstehen, dass die Haltung von mindestens zwei Katzen die Regel ist und die damit verbundenen Kosten tragen können.

  • Zeitinvestment: Du musst die Zeit und Lust haben, dich täglich aktiv mit den Tieren zu beschäftigen.

Für engagierte Anfänger:innen, die sich dieser Verantwortung bewusst sind, ist die Maine Coon eine wundervolle und lohnende Wahl.

Ist eine Maine Coon eine Familienkatze?

Ja, absolut. Sie gilt als eine der besten Familienkatzen überhaupt. Ihr Spitzname „Gentle Giant” kommt nicht von ungefähr. Ihre robuste Statur gepaart mit ihrer unendlichen Geduld macht sie zu einem idealen Partner für Haushalte mit Kindern. Sie lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen und zieht sich eher zurück, als die Krallen auszufahren.

Die goldenen Regeln für ein harmonisches Zusammenleben:

  • Der Erfolg hängt entscheidend vom Verhalten der menschlichen Familienmitglieder ab.

  • Respekt ist das oberste Gebot: Kinder müssen von Anfang an lernen, dass eine Katze kein Spielzeug ist. Am Schwanz ziehen, grobes Anfassen oder das Stören beim Schlafen sind absolut tabu. Die Eltern stehen in der Verantwortung, dies klar zu vermitteln und zu beaufsichtigen.

  • Rückzugsorte sind heilig: Die Katze braucht mindestens einen Ort (z.B. die Spitze des Kratzbaums oder eine Höhle), an den sie sich zurückziehen kann und an dem sie von den Kindern garantiert in Ruhe gelassen wird. Dieser „Safe Space” ist nicht verhandelbar.

Sind Maine Coon für Allergiker geeignet?

Nein, die Maine Coon ist für Katzenhaarallergiker:innen nicht geeignet. Es gibt generell keine Katzenrasse, die zu 100 % hypoallergen ist. Es gibt keine wissenschaftlich anerkannte „hypoallergene” Katzenrasse und die Maine Coon bildet da keine Ausnahme.

Die Allergie wird nicht durch die Katzenhaare selbst ausgelöst, sondern primär durch das Protein „Fel d 1”. Dieses befindet sich im Speichel, in den Hautschuppen und im Urin der Katze. Beim Putzen verteilt die Katze den Speichel auf ihrem Fell. Trocknet dieser, werden die winzigen Allergene in die Luft gewirbelt und können eingeatmet werden.

Die Maine Coon gehört nicht zu den wenigen Rassen (wie z.B. die Sibirische Katze), bei denen eine natürlich geringere Produktion von „Fel d 1” nachgewiesen wurde. Sie produziert eine normale Menge des Allergens.

Der einzig verlässliche Weg ist der Selbsttest. Wenn du oder ein Familienmitglied unter einer Katzenallergie leidet, der Wunsch nach einer Katze aber riesig ist, gibt es nur einen verantwortungsvollen Weg:

  • Suche den Kontakt zu dem/der Züchter:in. Erkläre deine Situation offen.

  • Besuche die Zucht mehrfach und jeweils für mehrere Stunden. Verbringe bei mehreren Besuchen jeweils ein bis zwei Stunden in unmittelbarer Nähe der Katzen und des speziellen Kittens, für das du dich interessierst.

  • Warte die Reaktion ab: Treten allergische Symptome wie Niesen, juckende Augen oder Atemnot auf? Wenn ja, ist das Projekt „Katze” an dieser Stelle leider beendet. Deine Gesundheit geht vor.

Alles andere wäre unverantwortlich und endet meist damit, dass die Katze schweren Herzens wieder abgegeben werden muss – eine traumatische Erfahrung für Tier und Mensch.

Bild: Rhameley | Unsplash

Sozialisierung und Zusammenleben

Das harmonische Zusammenleben mit einer Maine Coon beginnt lange vor ihrem Einzug. Dank ihres sanften und ausgeglichenen Wesens ist sie eine der am einfachsten zu sozialisierenden Katzenrassen. Ihre Anpassungsfähigkeit macht die Zusammenführung mit anderen Haustieren oft unkompliziert. Ob mit einer zweiten, ebenfalls ruhigen Katze oder sogar mit einem an Katzen gewöhnten Hund – die Maine Coon bevorzugt eine friedliche Koexistenz und beobachtet das Treiben lieber mit gelassener Neugier, als Konflikte zu suchen. Der Schlüssel zu einem glücklichen Miteinander liegt in einer geduldigen und schrittweisen Eingewöhnung in ihr neues, liebevolles Zuhause.

Die entscheidende Rolle der frühen Sozialisierung

Der wichtigste Grundstein für eine ausgeglichene und furchtlose Katze wird lange vor ihrem Einzug bei dir gelegt, nämlich in der Prägephase bei dem/der Züchter:in. Eine Katze von verantwortungsvollen Züchter:innen bleibt bis zur 12., manchmal sogar bis zur 14. Lebenswoche bei ihrer Mutter und den Geschwistern. In dieser Zeit lernt sie die fundamentalen Lektionen des Katzenlebens: spielerisches Raufen, die Grenzen der Beißhemmung und die Katzensprache.

Gute Züchter:innen sorgen zudem dafür, dass das Kitten in dieser sensiblen Phase positive Erfahrungen mit Menschen macht. Es lernt Alltagsgeräusche wie den Staubsauger, verschiedene Menschen (Männer, Frauen, Kinder) und das Hochgehobenwerden als etwas Normales kennen. Frage die Züchter:innen gezielt danach, wie die Kitten aufwachsen. Ein gut sozialisiertes Kitten ist der beste Schutz vor zukünftigem Angst- oder Aggressionsverhalten.

Positive Verstärkung: Mehr als nur „Erziehung“

Vergiss Strafen wie Anschreien, Wasserspritzer oder gar körperliche Zurechtweisungen. Solche Methoden zerstören das Vertrauen deiner Katze und führen dazu, dass sie dich als unberechenbar und bedrohlich empfindet. Der Schlüssel zu einem harmonischen Zusammenleben ist die positive Verstärkung.

Das Prinzip ist einfach: Jedes erwünschte Verhalten wird sofort belohnt. Als Belohnung eignen sich besondere Leckerlis, ein anerkennendes „Fein gemacht!” oder eine kurze, intensive Spieleinheit.

Clickertraining ist eine fantastische Methode, um mit deiner Katze zu kommunizieren. Der „Click“ ist ein präzises Signal, das deiner Katze im exakten Moment sagt: „Genau das war richtig!“ Unmittelbar nach dem Click folgt die Belohnung. Du kannst deiner Katze damit nicht nur lustige Tricks wie „High Five” beibringen, sondern auch sehr Nützliches.

Beim Medical Training übst du mit deiner Katze spielerisch, dass sie sich überall anfassen lässt, ihre Pfoten gibt oder freiwillig in die Transportbox geht. Belohne jeden kleinen Schritt. Das nimmt Tierarztbesuchen ihren Schrecken und macht notwendige Pflegemaßnahmen stressfrei für alle.

Das stille Örtchen: Der Schlüssel zur Stubenreinheit

Katzen sind von Natur aus sehr saubere Tiere. Wenn eine Katze unsauber wird, ist das fast immer ein Hilfeschrei. Entweder hat sie ein medizinisches Problem (z.B. eine Blasenentzündung – dies sollte immer zuerst tierärztlich abgeklärt werden!) oder ihre Toilette entspricht nicht ihren Ansprüchen.

Die Formel für die perfekte Katzentoilette lautet:

  • Anzahl: Die goldene Regel lautet: Es sollte immer eine Toilette mehr vorhanden sein als Katzen im Haushalt leben. Für eine Katze also zwei, für zwei Katzen drei usw.

  • Typ: Wähle eine große, offene Schale ohne Haube. Haubentoiletten fühlen sich für viele Katzen wie eine enge, stinkende Falle an.

  • Streu: Die meisten Katzen bevorzugen eine feine, sandähnliche Klumpstreu ohne Parfüm. Die Streu sollte hoch genug eingefüllt sein, damit die Katze richtig scharren kann (ca. 7–10 cm).

  • Standort: Der Standort sollte ruhig, jederzeit zugänglich und weit weg vom Futter- und Wasserplatz sein. Niemand isst gerne neben seiner Toilette.

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Unerwünschtes Verhalten verstehen und umlenken

Problemverhalten ist oft nur ein normales Katzenverhalten am falschen Ort. Der Trick besteht also nicht darin, das Verhalten zu unterbinden, sondern zu verstehen, warum deine Katze es zeigt und ihr eine bessere, attraktivere Alternative anzubieten.

Fallbeispiel: Kratzen am Sofa

Warum kratzt sie? Nicht, um dich zu ärgern! Sie tut es aus drei Gründen:

  • Krallenpflege: Sie streift alte Krallenhülsen ab.

  • Reviermarkierung: Sie hinterlässt sichtbare Spuren und Duftmarken aus ihren Pfotendrüsen („Hier wohne ich!“).

  • Dehnung: Es ist eine wohltuende Streckübung für ihre Muskeln.

Wie lenkst du es um?

  • unterbrechen: Wenn du sie auf dem Sofa erwischst, mache ein kurzes, klares Geräusch (z.B. ein festes „Nein!” oder ein lautes Klatschen), um sie zu irritieren.

  • umlenken: Hebe sie dann sofort und ohne sie zu bestrafen hoch und setze sie an einen stabilen, attraktiven Kratzbaum.

  • loben: Sobald sie den Kratzbaum benutzt, auch wenn es nur kurz ist, lobe sie überschwänglich und gib ihr ein Leckerli. Sie muss lernen: „Kratzen am Sofa = Störung. Kratzen am Baum = Party!”

  • Alternative schaffen: Stelle den Kratzbaum an einen strategisch klugen Ort (z.B. in die Nähe des Sofas oder an einen Laufweg), um eine Alternative zu schaffen. Mache das Sofa unattraktiv, indem du es vorübergehend mit doppelseitigem Klebeband beklebst oder mit einem für Katzen unangenehmen Zitrusduft einsprühen.

Dieses Prinzip des Verstehens, Unterbrechens, Umlenkens und Belohnens kannst du auf fast jedes unerwünschte Verhalten anwenden. So förderst du ein harmonisches Zusammenleben, das auf Kooperation statt Konfrontation beruht.

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Ernährung: Was ist das beste Futter für die Maine Coon?

Die kurze Antwort lautet: ein hochwertiges Nassfutter mit einem sehr hohen Fleischanteil. Katzen sind von Natur aus Fleischfresser, ihr gesamter Verdauungstrakt ist auf die Verwertung von tierischem Protein ausgelegt, nicht auf Getreide oder Zucker.

Doch was macht eigentlich gutes Katzenfutter aus? Vergiss bunte Verpackungen und Werbeversprechen. Der einzige Weg, um die Qualität zu beurteilen, ist ein kritischer Blick auf die Deklaration (Zusammensetzung) auf der Dose oder dem Beutel.

  • hoher, klar definierter Fleischanteil: An erster Stelle der Zutatenliste muss Fleisch stehen. Achte auf klare Angaben wie „70 % bestehend aus Hühnerherzen, Hühnerfleisch, Hühnerleber ...”. Sei misstrauisch bei schwammigen Formulierungen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse” ohne genaue Aufschlüsselung.

  • kein Zucker, kein Getreide: Zucker (oft getarnt als Karamell oder Rübenschnitzel) ist schädlich und fördert Krankheiten wie Diabetes mellitus. Getreide (Weizen, Mais, Soja) ist ein billiger Füllstoff, den Katzen nicht effizient verwerten können und der oft Allergien oder Verdauungsprobleme auslöst.

  • ausreichend Taurin: Diese Aminosäure ist für Katzen lebenswichtig und muss über die Nahrung zugeführt werden. Ein Taurinmangel führt zu Herzerkrankungen und Erblindung. In jedem Alleinfuttermittel muss es enthalten sein. In der Liste der "Ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe" findest du die Menge. Es sollten 1.000 mg/kg bis 1.500 mg/kg enthalten sein.

Da Katzen von Natur aus schlechte Trinker sind und ihren Flüssigkeitsbedarf ursprünglich über ihre Beutetiere deckten, sollte Nassfutter die Hauptnahrungsquelle sein. Aufgrund seines hohen Feuchtigkeitsgehalts (ca. 80 %) hilft Nassfutter, die Nieren gesund zu halten und Harnwegserkrankungen vorzubeugen. Gutes Nassfutter enthält ca. 10–12 % Rohprotein und ca. 5–8 % Rohfett (siehe „Analytische Bestandteile”). Achtung: Lass dich nicht verwirren. Der Rohprotein-Wert ist nicht gleichbedeutend mit dem Fleischanteil. Es handelt sich um einen analytischen Wert, der den reinen Proteingehalt im Labor misst.

Trockenfutter eignet sich hingegen als Leckerli oder für Intelligenzspielzeug. Es ist zwar praktisch, entzieht dem Körper bei der Verdauung jedoch Wasser. Eine ausschließliche Fütterung mit Trockenfutter stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Nieren deiner Katze dar.

Um Übergewicht zu vermeiden, solltest du die Portionen abwiegen. Füttere mehrere kleine Mahlzeiten. Füttere mindestens zwei bis drei (besser vier bis fünf) kleine Portionen über den Tag verteilt. Dies entspricht dem natürlichen Fressverhalten der Katze, die als Jägerin viele kleine Beutetiere fängt, und hält ihren Stoffwechsel stabil.

Wie viel frisst eine Maine Coon am Tag?

Diese Frage hat keine allgemeingültige Antwort in Gramm, denn der individuelle Bedarf einer Maine Coon ist so einzigartig wie ihr Charakter. Die richtige Futtermenge hängt von vielen Faktoren ab. Das oberste Ziel ist dabei immer, ein gesundes Gewicht zu halten und die rassetypische Neigung zu Übergewicht aktiv zu managen. Die entscheidenden Faktoren für die Futtermenge sind:

Alter:

  • Kitten (bis 12 Monate): Im Wachstum haben sie einen enormen Energiebedarf. Sie dürfen und sollen so viel fressen, wie sie möchten („ad libitum”). Biete ihnen drei bis fünf Mahlzeiten über den Tag verteilt an, damit ihr kleiner Magen nicht überfordert wird.

  • erwachsene Katze (1–9 Jahre): Der Energiebedarf sinkt. Hier ist eine genaue Kontrolle entscheidend, um Übergewicht zu vermeiden.

  • Seniorenkatzen (ab 9–13 Jahren): Der Stoffwechsel wird oft langsamer, der Energiebedarf sinkt weiter und der Bedarf an hochwertigen Nährstoffen steigt.

Aktivitätslevel:

  • Eine gemütliche Wohnungskatze, die den Tag dösend verbringt, braucht deutlich weniger Kalorien als eine Maine Coon, die täglich ausgiebig spielt oder gesicherten Freigang genießt.

Kastrationsstatus:

  • Kastrierte Katzen haben einen um bis zu 30 % geringeren Energiebedarf als unkastrierte Katzen. Nach dem Eingriff muss ihre Futtermenge unbedingt angepasst werden, um eine schnelle Gewichtszunahme zu verhindern.

Art des Futters (Nass- vs. Trockenfutter):

  • Nassfutter hat einen hohen Wassergehalt (ca. 80 %) und dadurch eine geringere Kaloriendichte. Eine Katze kann davon größere Mengen fressen, um satt zu werden.

  • Trockenfutter ist dagegen extrem energiereich. Hier müssen schon wenige Gramm zu viel oder zu wenig genau abgewogen werden.

Praktische Anleitung zur Fütterung:

Jede Futterverpackung enthält eine Fütterungsempfehlung (z.B. Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag). Dies ist jedoch nur ein grober Richtwert! Beginne mit der empfohlenen Menge für das Idealgewicht deiner Katze.

Ein Beispiel für eine 5 kg schwere, kastrierte Maine Coon mit normaler Aktivität:

  • nur hochwertiges Nassfutter: ca. 200-250 g pro Tag

  • nur Trockenfutter (hochwertig): ca. 50-65 g pro Tag

  • Mischfütterung: beispielsweise 100 g Nassfutter und 25-30 g Trockenfutter

Starte mit dem unteren Wert und verteile diese Menge auf mindestens drei bis vier Mahlzeiten. Wichtig ist dann die regelmäßige Kontrolle des Körperzustands deiner Katze über mehrere Wochen hinweg mit dem sogenannten Rippentest:

  • Streiche dazu sanft über den Brustkorb deiner Katze.

  • ideal: Du kannst die Rippen leicht fühlen, ohne sie zu sehen, ähnlich wie bei deinem Handrücken.

  • zu dünn: Die Rippen sind deutlich sichtbar oder fühlen sich spitz an.

  • zu dick: Du musst fest drücken, um die Rippen unter einer Fettschicht überhaupt zu spüren.

Passe die Futtermenge in kleinen Schritten (ca. 10 % weniger oder mehr) an, wenn du eine Veränderung feststellst, und beobachte das Gewicht über die nächsten zwei bis drei Wochen.

Übergewichtige Maine Coon

Bild: Andriy Blokhin | Shutterstock

Neigt die Maine Coon zu Übergewicht?

Ja, die Maine Coon neigt zu Übergewicht. Dies liegt an einer Kombination aus ihrem natürlichen Körperbau, ihrem großen Appetit und den heutigen Haltungsbedingungen. Verantwortungsvolle Halter:innen müssen sich dieses Risikos bewusst sein und aktiv gegensteuern.

Die Hauptgründe für diese Tendenz sind:

  • großer Appetit: Als große, muskulöse Katze hat die Maine Coon einen kräftigen Appetit. Dieser war für ihr Überleben als aktive Jägerin in der Natur notwendig.

  • Haltungsbedingungen: Viele Maine Coons werden heute als reine Wohnungskatzen gehalten. Wenn die tägliche Bewegung und Jagdsimulation nicht ausreicht, wird die aufgenommene Energie nicht verbrannt, sondern als Fett gespeichert. Besonders nach der Kastration sinkt der Energiebedarf, während der Appetit oft gleich bleibt oder sogar steigt.

  • Verwechslung von "groß" und "dick": Es ist ein fataler Fehler, eine Maine Coon bewusst zu überfüttern, um sie zu einem beeindruckenden „XXL-Kater” zu machen, denn dabei wird „groß” mit „dick” verwechselt. Ein gesundes Gewicht erkennt man nicht auf der Waage, sondern an der Körperform. Die Rippen sollten bei leichtem Druck spürbar sein und von oben betrachtet sollte eine Taille erkennbar sein.

Übergewicht ist kein Schönheitsfehler, sondern eine ernsthafte Gesundheitsgefahr. Es erhöht das Risiko für Diabetes mellitus, belastet die Gelenke (was eine bestehende Hüftdysplasie verschlimmern kann) und das Herz-Kreislauf-System.

Wie du Übergewicht effektiv vermeidest:

  • kontrollierte Portionen: Halte dich an feste Fütterungszeiten und wiege das Futter ab.

  • Aktivität fördern: Tägliche, aktive Spieleinheiten mit der Katzenangel sind Pflicht! Sorge außerdem für eine anregende Umgebung mit Klettermöglichkeiten.

  • intelligente Fütterung: Nutze Fummelbretter oder Snackbälle, für die sich deine Katze ihr (Trocken-)Futter erarbeiten muss. Das beschäftigt sie geistig und körperlich.

  • Leckerlis bewusst einsetzen: Leckerlis sollten für das Training oder als besondere Belohnung reserviert werden und von der täglichen Futterration abgezogen werden.

Ist die Maine Coon anfällig für Futtermittelallergien?

Nein, die Maine Coon gilt nicht als Rasse, die überdurchschnittlich anfällig für Futtermittelallergien ist. Allerdings können Allergien und Unverträglichkeiten bei jeder Katze auftreten, unabhängig von der Rasse.

Dabei muss zwischen einer echten Allergie und einer Unverträglichkeit unterschieden werden:

  • Allergie: Eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Proteine im Futter. Die häufigsten Auslöser sind gängige Proteinquellen wie Rind, Huhn oder Fisch, manchmal auch Getreide. Symptome sind oft starker Juckreiz, Hautentzündungen und Haarausfall, aber auch Verdauungsprobleme.

  • Unverträglichkeit: Hier reagiert der Verdauungstrakt auf einen bestimmten Inhaltsstoff, ohne dass das Immunsystem beteiligt ist. Die Symptome sind meist Durchfall und Erbrechen.

Besteht der Verdacht auf eine Futtermittelallergie (z.B. durch ständiges Kratzen oder Verdauungsprobleme), kann eine Ausschlussdiät helfen, den genauen Auslöser zu identifizieren.

Bild: Maria Vlasova | Unsplash

Pflege: Wie pflege ich eine Maine Coon?

Zur Routinepflege einer Katze gehören das Fell, die Zähne, die Ohren und die Krallen. Im Allgemeinen benötigt die Maine Coon einen moderaten Pflegeaufwand.

Fellpflege

Das prächtige, halblange Fell der Maine Coon ist ihr Markenzeichen. Es bedarf jedoch regelmäßiger Aufmerksamkeit, um glänzend, gesund und frei von Verfilzungen zu bleiben. Außerhalb des Fellwechsels genügt es in der Regel, die Katze ein- bis zweimal pro Woche gründlich zu bürsten und zu kämmen.

Während des Fellwechsels (Frühjahr und Herbst) ist eine intensivere Pflege erforderlich. In diesen Phasen verliert die Maine Coon sehr viel Unterwolle. Eine tägliche, kurze Pflegeeinheit ist nun unerlässlich, um lose Haare zu entfernen und die Bildung von Knoten zu verhindern.

Die Investition in gutes Werkzeug ist entscheidend. Du benötigst:

  • einen grobzinkigen Metallkamm: Das wichtigste Werkzeug. Damit können Sie das Fell bis auf die Haut durchkämmen und kleine Knoten sowie beginnende Verfilzungen aufspüren, bevor sie zu einem Problem werden.

  • eine Zupfbürste (Slicker Brush): Ideal, um die lose Unterwolle sanft zu entfernen, besonders während des Fellwechsels.

  • optional ein Entfilzungsmesser: Nur für den Notfall bei bereits vorhandenen kleinen Knoten. Hier ist äußerste Vorsicht geboten, um die Katze nicht zu verletzen.

Von sogenannten „De-Shedding-Tools” (wie dem „Furminator”) ist abzuraten, da sie für das Fell der Maine Coon oft ungeeignet sind. Ihre Klingen können nicht nur die lose Unterwolle, sondern auch das gesunde, wasserabweisende Deckhaar abschneiden und beschädigen.

Die richtige Technik – Schritt für Schritt:

  • Atmosphäre schaffen: Gewöhne deine Katze von klein auf an die Prozedur. Wähle einen ruhigen Moment, in dem die Katze entspannt ist.

  • Kämmen: Beginne immer mit dem grobzinkigen Kamm. Kämme das gesamte Fell Strähne für Strähne durch. So entwirrst du das Haar und spürst Verfilzungen auf.

  • Bürsten: Anschließend nutzt du die Zupfbürste, um die Unterwolle herauszuarbeiten. Gehe dabei sanft vor.

  • Beachte die Problemzonen: Besondere Aufmerksamkeit benötigen die Stellen, die schnell verfilzen, wie zum Beispiel hinter den Ohren, unter den „Achseln”, am Bauch und an den „Hosen” (längeres Fell an den Hinterbeinen).

  • positiv abschließen: Beenden Sie die Pflege immer mit einer Belohnung, beispielsweise einem Leckerli, einer Streicheleinheit oder einem Spiel.

Solltest du eine Verfilzung entdecken, versuche niemals, diese mit einer Schere direkt an der Haut abzuschneiden, da die Verletzungsgefahr viel zu groß ist! Kleine Knoten können vorsichtig mit den Fingern oder einem Entfilzungskamm gelockert werden. Große, feste Filzplatten, die bereits auf der Haut ziehen, müssen von einem/einer Tierärzt:in oder in einem professionellen Hunde-/Katzensalon entfernt werden. Dort wird der Filz mit einer Schermaschine sicher entfernt.

Zahnpflege

Dies ist der wichtigste, aber auch am häufigsten vernachlässigte Punkt der Katzenpflege! Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und Zahnerkrankungen sind bei Katzen weit verbreitet. Sie verursachen starke Schmerzen und können zu schweren Folgeerkrankungen im ganzen Körper führen. Prävention ist hier alles.

Warum Zähneputzen? Regelmäßiges Zähneputzen ist die mit Abstand effektivste Methode, um Zahnbelag (Plaque) zu entfernen, bevor er zu hartem Zahnstein wird.

Wie geht das? Gewöhne deine Katze am besten schon als Kitten spielerisch an diese Prozedur.

  1. Besorge eine spezielle Katzenzahnbürste (oder eine sehr weiche Babyzahnbürste) und eine für Katzen geeignete Zahnpasta mit Geschmack, zum Beispiel Leber oder Geflügel.

  2. Lass sie zuerst nur die Paste vom Finger schlecken.

  3. Im nächsten Schritt berührst du mit dem Finger sanft ihre Zähne.

  4. Wenn das klappt, führst du die Zahnbürste ein und putzt vorsichtig die Außenseiten der Zähne.

Wie oft? Ideal wäre täglich, aber auch zwei- bis dreimal pro Woche ist schon ein großer Gewinn für die Gesundheit deiner Katze.

Ganz wichtig: Verwende niemals Zahnpasta für Menschen! Das darin enthaltene Fluorid und die Süßstoffe sind für Katzen giftig.

Ohrenpflege

Die Ohren einer gesunden Katze reinigen sich in der Regel von selbst. Deine Aufgabe ist es, sie regelmäßig zu kontrollieren. So sieht ein gesundes Ohr aus: Es ist blassrosa (außer bei pigmentierten Katzen), sauber und frei von starken Gerüchen.

Worauf musst du achten? Schau einmal pro Woche kurz in die Ohren. Achte auf übermäßiges Ohrenschmalz, Schmutz oder schwarze, krümelige Ablagerungen, die ein typisches Zeichen für Ohrmilben sind. Wenn deine Katze häufig den Kopf schüttelt oder sich an den Ohren kratzt, solltest du genauer hinsehen.

Wie reinigst du? Entferne sichtbaren Schmutz in der äußeren Ohrmuschel vorsichtig mit einem weichen, leicht angefeuchteten Tuch.

Absolutes Tabu: Verwende niemals Wattestäbchen (Q-Tips)! Du riskierst sonst, das empfindliche Trommelfell zu verletzen oder den Schmutz noch tiefer in den Gehörgang zu schieben. Bei Verdacht auf Milben oder eine Entzündung ist der/die Tierärzt:in dein:e Ansprechpartner:in.

Krallenpflege

Eine aktive Katze, die Zugang zu guten Kratzmöglichkeiten hat, kümmert sich in der Regel selbst um ihre Krallenpflege.

Warum ist Kratzen wichtig? Durch das Wetzen an Kratzbäumen, -brettern oder -tonnen entfernen Katzen die äußeren, alten Krallenhülsen und halten ihre „Werkzeuge” scharf.

Wann musst du nachhelfen? Bei reinen Wohnungskatzen oder älteren, weniger aktiven Tieren kann es sein, dass sich die Krallen nicht ausreichend abnutzen. Wenn du hörst, dass die Krallen auf dem Parkett oder Laminat „klicken”, sind sie wahrscheinlich zu lang.

Wie schneidet man die Krallen?

  1. Verwende eine spezielle Krallenschere oder einen Knipser für Katzen.

  2. Drücke sanft auf den Ballen, damit die Kralle ausfährt.

  3. Kürze nur die vorderste, durchsichtige Spitze.

  4. Achte unbedingt auf den rosa schimmernden Teil der Kralle – das ist „das Leben”, der durchblutete und mit Nerven durchzogene Bereich. Wenn du hier hineinschneidest, verursacht das starke Schmerzen und Blutungen!

Tipp: Mache das Krallenschneiden zu einer stressfreien Routine. Beginne mit nur einer Kralle pro Tag und belohne deine Katze im Anschluss ausgiebig. Wenn du dir unsicher bist, lass es dir beim ersten Mal von deinem/deiner Tierärzt:in zeigen.

Bild: miezekieze | Pixabay

Medizinische Besonderheiten bei der Maine Coon

Maine Coons haben einige medizinische Besonderheiten, die beachtet werden müssen. Einige Messwerte sind z.B. im Vergleich zu anderen Katzenrassen höher oder niedriger und nicht krankhaft.

Fellgenetik

Langes Haar ist bei Katzen ein rezessives Merkmal. Das bedeutet, dass ein Kätzchen nur dann langes Fell haben kann, wenn es das entsprechende Gen von beiden Elterntieren erbt. Interessanterweise hat die genetische Forschung Mutationen identifiziert, die für das lange Fell verantwortlich sind. Eine davon (AM412646:c.194C>A) teilen sich die Rassen Maine Coon und Perserkatze. Eine weitere Mutation (AM412646:c.474delT) wurde bisher ausschließlich bei der Maine Coon nachgewiesen, was ihre einzigartige genetische Geschichte unterstreicht.ᵇ

Kleine Wurfgrößen

Maine-Coon-Kätzinnen haben oft relativ kleine Würfe mit nur zwei bis drei Kätzchen. Sie gelten jedoch als hervorragende und fürsorgliche Mütter. Diese geringe Wurfgröße ist einer der Gründe, warum Kätzchen von seriösen Züchter:innen ihren Preis haben.ᵇ

Blutgruppe B

Die Prävalenz der Blutgruppe B liegt bei Maine Coons bei niedrigen 3 %. Das Wissen um die Blutgruppe ist für die Zucht jedoch entscheidend.ᵇ

Die Blutgruppe B ist keine Krankheit, sondern eine genetische Eigenschaft, die jedoch in zwei spezifischen Situationen potenziell lebensbedrohliche Konsequenzen wie die Neonatale Isoerythrolyse und Transfusionsreaktionen haben kann. Der entscheidende Punkt sind die natürlichen Antikörper im Blut. Katzen mit der Blutgruppe A haben nur schwache Antikörper gegen die Blutgruppe B. Katzen mit Blutgruppe B hingegen haben von Natur aus sehr starke und aggressive Antikörper gegen die Blutgruppe A.

Diese starken Antikörper sind die Ursache für die folgenden Risiken:

1. Neonatale Isoerythrolyse (NI): Das Züchterrisiko

Dies ist die größte Gefahr bei der Zucht und der Grund, warum seriöse Züchter:innen die Blutgruppen ihrer Tiere kennen müssen.

  • das Szenario: Eine Mutterkatze mit Blutgruppe B wird von einem Kater mit Blutgruppe A gedeckt. Die Kitten können die Blutgruppe A vom Vater erben.

  • der Mechanismus: Die Mutterkatze gibt ihre starken Anti-A-Antikörper über die erste, extrem antikörperreiche Milch (das Kolostrum) an die neugeborenen Kitten weiter.

  • die Folge: Die Antikörper der Mutter greifen die roten Blutkörperchen der Kitten an und zerstören sie. Dies führt innerhalb der ersten Lebenstage zu Schwäche, Gelbsucht und oft zum schnellen Tod der Kitten. Dieses Phänomen wird auch als „Fading Kitten Syndrome” bezeichnet.

Verantwortungsvolle Züchter:innen lassen ihre Zuchttiere deshalb auf ihre Blutgruppe testen und planen Verpaarungen sorgfältig (so sollte eine B-Katze nur mit einem B-Kater verpaart werden). Sollte dennoch eine Risikoverpaarung erfolgen, muss diese gemanagt werden. Wenn eine B-Katze A-Kitten zur Welt bringt, müssen die Kitten in den ersten 16 bis 24 Stunden von der Mutter getrennt werden. In dieser Zeit werden sie mit Ersatzmilch versorgt, bis sie die gefährlichen Antikörper nicht mehr über den Darm aufnehmen können.

2. Transfusionsreaktionen: Das Besitzerrisiko

Dieses Risiko betrifft alle Maine Coons, die im Laufe ihres Lebens eine Bluttransfusion benötigen könnten, beispielsweise nach einem Unfall oder bei einer schweren Krankheit.

  • das Szenario: Eine Maine Coon mit der Blutgruppe B benötigt eine Bluttransfusion. Im Notfall wird ohne Test Spenderblut der häufigsten Blutgruppe A verwendet.

  • die Folge: Die starken Anti-A-Antikörper der Maine Coon greifen die gespendeten Blutzellen daraufhin sofort massiv an. Dies führt zu einer sofortigen, oft tödlichen Abstoßungsreaktion (anaphylaktischer Schock) und zum Zusammenbruch des Kreislaufs.

Jede:r Maine Coon-Besitzer:in sollte sich dieser Besonderheit bewusst sein und seine:n Tierärzt:in aktiv darauf hinweisen. Vor jeder Bluttransfusion muss bei einer Maine Coon zwingend die Blutgruppe bestimmt werden. Dies ist ein einfacher und schneller Test, der Leben rettet.

Maine Coon gelten als robuste Rasse, leiden aber häufig unter Erbkrankheiten.

Bild: Banesa | Unsplash

Rassetypische Krankheiten: Werden Maine Coon Katzen schnell krank?

Diese Frage lässt sich nur differenziert mit „Jein“ beantworten. Die Maine Coon ist von ihrer Herkunft her eine robuste Naturrasse und nicht grundsätzlich eine „kranke” oder überzüchtete Katze. Das Diagramm zeigt jedoch sehr deutlich die zwei Seiten ihrer Gesundheit.

Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über die Gesundheit der Maine Coon. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist das Merkmal ausgeprägt²’³’⁴’⁵. Die Maine Coon ist z.B. anfällig für Übergewicht sowie Erbkrankheiten und hat eine relativ geringe Lebenserwartung.

Ihre allgemeine Anfälligkeit für Erkrankungen ist gering. Zu den häufiger auftretenden Krankheiten zählt z.B. das Nierenversagen. Das Diagramm hebt jedoch die Neigung zu Übergewicht hervor. Dies ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern es verschärft auch das Risiko für Gelenk- und Herzerkrankungen.

Zudem ist die Häufigkeit spezifischer Erbkrankheiten hoch. Das bedeutet: Eine Maine Coon wird nicht zwangsläufig schnell krank, sie trägt jedoch ein signifikant erhöhtes Risiko für einige sehr ernstzunehmende, genetisch bedingte Krankheiten wie Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), spinale Muskelatrophie (SMA), Hüftdysplasie (HD) und Patellaluxation. Die Gesundheit einer Maine Coon hängt daher entscheidend von der Seriosität der Züchter:innen sowie der proaktiven Vorsorge durch die Halter:innen ab.

Der Schlüssel zur Gesundheit einer Maine Coon ist die Prävention. Wähle Züchter:innen, die umfassende Gesundheitsvorsorge betreiben (Gentests und Schalluntersuchungen!) und lass dir alle Befunde der Elterntiere zeigen. Als Halter:in kannst du am besten in ein langes und gesundes Katzenleben investieren, indem Sie für eine artgerechte Ernährung, Gewichtskontrolle und regelmäßige tierärztliche Untersuchungen sorgen.

Ist die Maine Coon-Katze eine Qualzucht?

Nein. In ihrer ursprünglichen, standardgemäßen Form ist die Maine Coon keine Qualzucht. Bestimmte Zuchttrends und unverantwortliche Praktiken haben die Rasse jedoch an eine kritische Grenze gebracht, die in einigen Fällen eindeutig überschritten wird.

Was bedeutet Qualzucht? Laut Tierschutzgesetz (§ 11b) ist es verboten, Tiere so zu züchten, dass bei den Nachkommen mit Schmerzen, Leiden oder Schäden zu rechnen ist. Eine Qualzucht liegt also vor, wenn ein bestimmtes Schönheitsideal (z.B. eine extrem flache Nase, gefaltete Ohren oder Haarlosigkeit) über die Gesundheit und das Wohlbefinden des Tieres gestellt wird.

Beispiele für Qualzucht-Merkmale bei anderen Rassen:

  • Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit): Die extrem flachen Gesichter mancher Perser- oder Exotisch-Kurzhaar-Linien führen zu verengten Atemwegen, ständig tränenden Augen und Zahnfehlstellungen.

  • Knickohren (Fold-Gen): Das für die gefalteten Ohren der Scottish Fold verantwortliche Gen verursacht zwangsläufig die unheilbare und schmerzhafte Knochen- und Knorpelerkrankung Osteochondrodysplasie (OCD).

  • Schwanzlosigkeit (Manx-Gen): Das Fehlen des Schwanzes kann zu schweren Missbildungen der Wirbelsäule, zu Nervenschäden und zu Inkontinenz führen. Zudem wird das natürliche Springverhalten der Katze eingeschränkt.

  • extrem dichtes Fell: Katzen mit langem und dichtem Fell, insbesondere mit viel Unterwolle, können sich nicht artgerecht selbst pflegen. Sie sind vollständig von der täglichen Pflege durch den Menschen abhängig. Betroffen sind bspw. Perserkatzen und moderne Zuchtlinien der Maine Coon.

  • Haarlosigkeit: Wenn Katzen kein Fell haben, beispielsweise Sphynx-Katzen, sind sie nicht mehr vor Kälte, Sonnenbrand und Verletzungen geschützt. Ihre Fähigkeit zur Thermoregulation ist stark eingeschränkt. Zudem sind die Tiere oft auf unnatürliche und für sie stressige Pflegemaßnahmen wie regelmäßiges Baden angewiesen, um Hautprobleme durch übermäßige Talgproduktion zu vermeiden.

  • deformierte oder fehlende Schnurrhaare: Schnurrhaare (Vibrissen) sind für Katzen lebenswichtige Sinnesorgane zur Orientierung, zur Messung von Öffnungen und zur Jagd. Gekräuselte, brüchige oder fehlende Schnurrhaare (wie bei manchen Rex- oder Nacktkatzen) bedeuten eine massive sensorische Einschränkung und behindern die Katze in ihrem artgerechten Verhalten.

  • Zwergwuchs: Die extrem kurzen Beine (zum Beispiel bei der Munchkin-Katze) sind die Folge eines Gendefekts, der die Knorpelentwicklung stört. Dies schränkt die natürliche Bewegungsfähigkeit der Katze – Rennen, Springen und Klettern – massiv ein und erhöht das Risiko für schmerzhafte Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (zum Beispiel Arthrose oder Lordose).

Das große Aber: Wann wird die Maine Coon zur Qualzucht?

Die Gefahr der Qualzucht entsteht, wenn Züchter:innen den Rassestandard ignorieren und einzelne Merkmale übermäßig stark betonen. Bei der Maine Coon sind das vor allem zwei Bereiche:

1. Der Trend zur „XXL“- oder „Giant“-Maine Coon.

Dies ist der eindeutigste Fall von Qualzucht bei dieser Rasse. Wenn das einzige Zuchtziel maximale Größe und Gewicht ist, werden die Tiere bewusst in einen gesundheitsschädlichen Bereich gezüchtet.

  • Schmerzen und Leiden: Ein extremes Körpergewicht von 12 kg oder mehr führt unweigerlich zu einer massiven Überlastung der Gelenke (Verschlimmerung von HD), des Skeletts und des Herz-Kreislauf-Systems (Verschlimmerung von HCM). Die Tiere leiden unter Schmerzen und haben oft eine deutlich verkürzte Lebenserwartung.

  • eingeschränkte Lebensqualität: Die Agilität, die eine Katze auszeichnet, geht verloren. Springen und Klettern werden zur Qual. Dies widerspricht dem art- und rassetypischen Verhalten.

  • Marketingfalle: Züchter:innen, die mit „XXL” oder „Riesen” werben, signalisieren oft, dass ihnen die Show wichtiger ist als die Gesundheit der Tiere. Dies ist ein klares Warnsignal.

2. Die wissentliche Vermehrung von Erbkrankheiten

Eine Zucht wird ebenfalls zur Qualzucht, wenn Züchter:innen Tiere mit einer Veranlagung für schwere Erbkrankheiten vermehren oder die notwendigen Gesundheitstests unterlassen. Wer ohne HCM-Schall oder HD-Röntgen züchtet, nimmt billigend in Kauf, kranke und leidende Nachkommen zu produzieren. Dies erfüllt den Tatbestand der Qualzucht durch Unterlassung.

Als Käufer:in hast du die Macht und die Verantwortung, solche Praktiken nicht zu unterstützen. Frage nach den Gesundheitszeugnissen der Elterntiere und lass dich die Ergebnisse von Herz- und Hüftuntersuchungen zeigen. Meide außerdem Züchter:innen, die mit extremen Größen werben. Eine gesunde, glückliche Maine Coon von 8 kg ist weitaus beeindruckender als ein kranker, leidender 13-kg-Kater.

Welche Krankheit kriegen Maine Coon Katzen am häufigsten?

Basierend auf veterinärmedizinischen Studien sind dies die wichtigsten rassetypischen Krankheiten und Anfälligkeiten:

Die wichtigsten Erbkrankheiten:

  • Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): Dies ist die häufigste und wichtigste Herzerkrankung bei der Maine Coon und bei Katzen allgemein. Es handelt sich um eine krankhafte Verdickung des Herzmuskels. Sie kann zu Herzversagen, tödlichen Blutgerinnseln (Thromboembolien) oder plötzlichem Herztod führen. Die Vererbung erfolgt autosomal-dominant. Das bedeutet, dass bereits ein betroffenes Elterntier ausreicht, um die Krankheit mit hoher Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen weiterzugeben. Die Krankheit kann sich schleichend entwickeln. Oft zeigen die Katzen lange Zeit keine klinischen Anzeichen, obwohl die Krankheit schon fortschreitet. Bei schwer betroffenen Tieren kann der Tod innerhalb weniger Monate bis Jahre eintreten. Es gibt einen Gentest für die MYBPC3-A31P-Mutation, der jedoch nicht alle Formen von HCM erfasst. Der Goldstandard ist daher ein regelmäßiges Herzultraschall-Screening (Echokardiogramm) bei einem spezialisierten Kardiologen. Seriöse Züchter:innen lassen ihre Zuchttiere jährlich schallen.

  • spinale Muskelatrophie (SMA): Was ist das? Es handelt sich um eine autosomal-rezessive Erbkrankheit, bei der die Nervenzellen im Rückenmark absterben. Dies führt zu Muskelschwund und Schwäche in der Hinterhand. Betroffene Kätzchen zeigen ab einem Alter von ca. vier Monaten einen zitternden, schwankenden Gang und haben Schwierigkeiten beim Springen. Die Krankheit ist nicht schmerzhaft und die Katzen können bei gutem Management eine normale Lebenserwartung erreichen.Es gibt einen zuverlässigen Gentest, mit dem sich diese Krankheit in der Zucht sehr gut kontrollieren lässt.

  • Hüftdysplasie (HD): Dies ist eine Fehlbildung der Hüftgelenke, die zu Instabilität und Arthrose führt. Die Vererbung ist komplex (polygen). Studien zeigen, dass HD bei Maine Coons weitaus häufiger vorkommt als lange angenommen (in einer Studie waren 21 % der Katzen betroffen, in einer anderen sogar über 50 %). Anders als bei Hunden zeigen viele Katzen mit radiologisch nachgewiesener HD keine oder nur sehr subtile klinische Symptome (sie springen nicht mehr so hoch und laufen etwas geduckt). Zuchttiere sollten geröntgt werden. Eine wichtige Maßnahme für Halter:innen ist die Gewichtskontrolle, da Übergewicht die Gelenke zusätzlich belastet.

Weitere Krankheitsanfälligkeiten:

  • Nierenversagen: Eine eine große Studie zeigte, dass Maine Coons ein mehr als doppelt so hohes Risiko für Nierenversagen haben wie der Durchschnitt aller Katzen. Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Blutuntersuchungen im Alter sind daher besonders wichtig.

Was ist das Maine-Coon-Syndrom?

Zunächst das Wichtigste: Der Begriff „Maine-Coon-Syndrom” ist kein offizieller medizinischer oder wissenschaftlicher Begriff. Es handelt sich um eine umgangssprachliche, von Halter:innen geprägte Bezeichnung für das tragischste und gefürchtetste Gesundheitsproblem der Rasse, den plötzlichen Herztod durch eine unerkannte Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM).

Das Tückische an HCM ist, dass die Krankheit in einer fortschreitenden Verdickung des Herzmuskels besteht. Dadurch kann das Herz nicht mehr effizient pumpen. Tückisch ist, dass die Katze oft monate- oder sogar jahrelang völlig gesund und symptomfrei wirkt. Sie ist aktiv, verspielt und scheint in bester Verfassung zu sein.

Der Begriff „Syndrom“ wird umgangssprachlich verwendet, weil das Ereignis so plötzlich und scheinbar aus dem Nichts eintritt. Eine junge, kräftig wirkende Maine Coon bricht plötzlich zusammen und stirbt – oft durch akutes Herzversagen oder eine Thromboembolie, bei der ein Blutgerinnsel vom Herzen in die Hauptschlagader gespült wird und die Blutversorgung der Hinterbeine blockiert.

Die Symptome des Zusammenbruchs:

  • plötzlicher Kollaps und Tod

  • akute Lähmung der Hinterbeine, begleitet von starken Schmerzen und Schreien (bei einer Thromboembolie)

  • Hecheln und eine Atmung mit offenem Maul sowie bläuliche Schleimhäute sind Zeichen akuter Atemnot durch Wasser in der Lunge (Lungenödem)

Dies kannst du dagegen tun:

  • Kaufe eine Maine Coon nur bei Züchter:innen, die die Elterntiere regelmäßig per Herzultraschall (Echokardiogramm) auf HCM untersuchen lassen und dir die Befunde vorlegen können.

  • Auch wenn deine Katze aus einer guten Zucht stammt, solltest du regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in der Tierarztpraxis wahrnehmen. Bei jedem Verdacht auf ein Herzproblem (z.B. neu entdeckte Herzgeräusche oder schnelle Atmung in Ruhephasen) ist ein Tierarztbesuch unumgänglich.

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Krankheiten erkennen: Auf welche Symptome muss ich bei der Maine Coon achten?

Du kennst deine Katze am besten. Diese enge Verbindung ist entscheidend, denn Katzen sind Meister darin, Schmerzen zu verbergen – eine Eigenschaft, die sie von ihren wilden Vorfahren geerbt haben. Deine wichtigste Aufgabe ist es daher, auf kleinste Veränderungen zu achten. Eine frühzeitige Diagnose kann Leid und bleibende Schäden verhindern und hält zudem die Tierarztkosten niedrig.

Achte auf diese Warnsignale:

  • Verhaltensänderung: plötzlicher Rückzug, Verstecken, Aggressivität oder Apathie

  • Fell: wirkt stumpf, ungepflegt oder fettig

  • Haltung: gekrümmt, angespannt oder eine auffällige Schonhaltung

  • Katzentoilette (dein wichtigstes Diagnose-Tool): ständiger Toilettengang mit nur kleinen Mengen Urin (Alarmzeichen!), Schmerzlaute (Schreien oder Miauen beim Kot- oder Urinabsatz), plötzliches Urinieren außerhalb der Toilette, Durchfall oder Verstopfung, die länger als 24 Stunden anhalten

  • Appetitlosigkeit: frisst deutlich weniger oder verweigert das Futter

  • erhöhter Durst: trinkt plötzlich auffällig viel mehr als sonst

  • Kauprobleme: lässt Futter aus dem Maul fallen oder kaut nur auf einer Seite

  • Gewicht: unerklärlicher Gewichtsverlust oder -zunahme

  • Erbrechen: häufiges oder anhaltendes Erbrechen

  • Auffälligkeiten: tränende Augen, Nasenausfluss, Mundgeruch oder blasses Zahnfleisch

  • Bewegung: Lahmheit, Bewegungsunlust oder das Vermeiden von Sprüngen.

Generell gilt: Vertraue deinem Bauchgefühl. Wenn dir etwas ungewöhnlich vorkommt, auch wenn du nicht genau sagen kannst, was es ist, ist eine Kontaktaufnahme mit Tierärzt:innen immer die richtige Entscheidung.

Was tun, wenn Symptome auftreten?

Du bemerkst ein Symptom bei deiner Katze und fragst dich: „Ist das ein Notfall oder nur eine Kleinigkeit?” Bevor du sofort in die Tierarztpraxis fährst oder abwartest und dir Sorgen machst, gibt es eine moderne erste Anlaufstelle.

Telemedizinische Angebote wie der von Tierärzt:innen entwickelte confidu Diagnose Finder helfen dir, die Situation sofort einzuschätzen.

  • bei leichten Problemen: Du erhältst eine tierärztliche Anleitung, wie du deiner Katze bei Symptomen wie leichtem Durchfall oder Erbrechen selbst helfen kannst – oft reichen schon eine Schonkost oder einfache Hausmittel.

  • zur Ursachenforschung: Du kannst direkt einen Labortest für eine Kotprobe anfordern, um der Ursache selbst auf den Grund zu gehen.

  • bei ernsten Anzeichen: Stuft der Diagnose Finder die Symptome als ernsthaft ein, erhältst du die klare Empfehlung, umgehend eine Tierarztpraxis aufzusuchen.

So erhältst du sofort eine verlässliche Orientierung, vermeidest unnötige Praxisbesuche bei Kleinigkeiten und stellst sicher, dass du bei echten Notfällen keine wertvolle Zeit verlierst.

Wie kann ich Krankheiten vorbeugen?

Als verantwortungsvolle:r Halter:in kannst du aktiv dazu beitragen, das Risiko für viele Krankheiten zu minimieren und die Lebensqualität deiner Katze entscheidend zu verbessern. Die folgenden Punkte sind die Grundpfeiler einer jeden guten Gesundheitsvorsorge.

  • Impfungen: Eine solide Grundimmunisierung gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen und Katzenseuche ist der grundlegende Schutz für jede Katze und sollte niemals vernachlässigt werden.

  • Parasitenschutz: Ein konsequenter Schutz vor Parasiten wie Flöhen, Zecken und Würmern ist unerlässlich, um Folgeerkrankungen wie Hautentzündungen oder einen starken Wurmbefall zu vermeiden.

  • gesunde Ernährung: Eine artgerechte und hochwertige Ernährung mit einem hohen Fleischanteil bildet die Basis für ein starkes Immunsystem und beugt ernährungsbedingten Krankheiten vor.

  • Bewegung und Beschäftigung: Tägliche Spieleinheiten und eine anregende Umgebung mit Klettermöglichkeiten halten deine Katze körperlich fit, geistig ausgelastet und helfen dabei, Übergewicht zu verhindern.

  • regelmäßige Pflege: Durch routinemäßige Pflege, insbesondere das Zähneputzen, erkennst du Veränderungen am Körper deiner Katze frühzeitig und beugst schmerzhaften Erkrankungen vor.

  • Stress minimieren: Ein stabiles, harmonisches Umfeld mit festen Routinen und sicheren Rückzugsorten reduziert chronischen Stress, der das Immunsystem schwächen und Krankheiten auslösen kann.

  • tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen: Ein jährlicher Gesundheits-Check-up in der Tierarztpraxis, auch wenn deine Katze gesund erscheint, ist unerlässlich, um einen professionellen Blick auf ihren Zustand zu werfen und eine Basis für zukünftige Vergleiche zu schaffen.

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Wie kann ich Unfällen und Vergiftungen vorbeugen?

Eine katzensichere Wohnung ist die beste Lebensversicherung für deine neugierige Katze und schützt sie vor den häufigsten Gefahren des Alltags.

  • Fenster und Balkone: Sichere gekippte Fenster mit einem speziellen Schutz und statte Balkone mit einem Katzennetz aus, um tödliche Stürze zu verhindern.

  • giftige Pflanzen: Verbanne alle für Katzen giftigen Zimmerpflanzen, insbesondere hochtoxische Lilien, vollständig aus deinem Haushalt und von deinem Balkon. Im Gift-Lexikon von confidu findest du eine Übersicht sowie detaillierte Beschreibungen der häufigsten Giftpflanzen und weitere Giftstoffe für Hunde und Katzen.

  • gefährliche Substanzen: Bewahre Putzmittel, Medikamente, Chemikalien und Frostschutzmittel immer außer Reichweite in fest verschlossenen Schränken auf.

  • menschliche Lebensmittel: Gib deiner Katze niemals für sie giftige menschliche Lebensmittel wie Schokolade, Zwiebeln oder Weintrauben und lasse Essensreste nicht offen stehen.

  • kleine Gegenstände und Schnüre: Lasse niemals Schnüre, Wollfäden, Haargummis oder kleine Plastikteile unbeaufsichtigt herumliegen, da diese verschluckt zu einem lebensgefährlichen Darmverschluss führen können.

  • Haushaltsgeräte: Kontrolliere vor dem Start immer die Trommel von Waschmaschine und Trockner, da diese bei Katzen beliebte, aber lebensgefährliche Verstecke sind.

Absicherung: Welche Versicherung braucht die Maine Coon?

Bei einer Rassekatze wie der Maine Coon, die eine Veranlagung für einige kostspielige Erbkrankheiten mitbringt und aufgrund ihrer Größe auch bei Standardbehandlungen höhere Kosten verursacht, ist eine gute Versicherung keine Nebensache, sondern dringend zu empfehlen. Sie ist eine Investition in die Gesundheit des Tieres und in den eigenen finanziellen Frieden. Es geht darum, im Ernstfall niemals eine medizinische Entscheidung vom Kontostand abhängig machen zu müssen.

Man unterscheidet hauptsächlich zwischen zwei Arten von Versicherungen: der Kranken- und der Haftpflichtversicherung.

  • Krankenversicherung (Vollversicherung): Dies ist das „Rundum-sorglos-Paket” und für eine Maine Coon die empfehlenswerteste Option. Eine Vollversicherung deckt sowohl die Kosten für ambulante Behandlungen (also den normalen Tierarztbesuch bei Krankheit) als auch für Operationen. Das umfasst typischerweise tierärztliche Untersuchungen und Behandlungen, Kosten für Medikamente, umfangreiche Diagnostik wie Röntgen, Ultraschall, CT oder MRT und Operationskosten inklusive Narkose, Klinikaufenthalt und Nachsorge.

  • OP-Versicherung: Dies ist die „Basis-Absicherung” und eine gute Alternative, wenn das Budget für eine Vollversicherung nicht ausreicht. Eine reine OP-Versicherung deckt ausschließlich die Kosten, die in direktem Zusammenhang mit einer Operation stehen. Ambulante Behandlungen, Diagnostik ohne anschließende Operation oder Medikamente für chronische Leiden sind hier nicht versichert.

Lies das Kleingedruckte! Einige Versicherungen schließen die Behandlung von angeborenen und erblichen Krankheiten aus. Schließe die Versicherung am besten direkt nach der Aufnahme des Tieres ab.

Die OP-Versicherung ist eine Minimalabsicherung, die zumindest gegen die höchsten Einmalkosten schützt. Für einen geringen monatlichen Beitrag erhält man die Gewissheit, im Fall der Fälle immer das Beste für seinen sanften Riesen tun zu können.

Maine Coon Kitten

Bild: Rhameley | Unsplash

Lebensphasen: So altert die Maine Coon

Wie lange lebt eine Maine Coon Katze?

Hier muss zwischen zwei Werten unterschieden werden: der potenziellen Lebenserwartung unter optimalen Bedingungen und dem statistischen Median einer großen Population.

Unter idealen Bedingungen wird für die Maine Coon eine Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren, teilweise sogar bis zu 20 Jahren, angegeben. Dies ist die Spanne, die eine gesunde Maine Coon aus einer seriösen Zucht bei guter Haltung erreichen kann.

Der statistische Median aus einer sehr großen wissenschaftlichen Studie in Großbritannien ergab jedoch nur einen Medianwert von 9,71 Jahren.² Das bedeutet, 50 % der in der Studie erfassten Maine Coon-Katzen starben, bevor sie 9,71 Jahre alt wurden und 50 % der in der Studie erfassten Maine Coon starben, nachdem sie 9,71 Jahre alt geworden waren. Der Median aus einer solchen Studie ist ein ungeschönter „Realitäts-Check”. Er berücksichtigt alle Todesursachen in einer großen, gemischten Population und nicht nur die idealen Fälle.

Wann sind Maine Coons ausgewachsen?

Maine Coons sind Spätentwickler. Sie sind erst mit circa drei bis vier Jahren vollständig ausgewachsen. Auch die Geschlechtsreife (Pubertät) tritt oft später ein als bei anderen Rassen. Das bedeutet, dass sie länger hochwertiges Kitten- oder Wachstumsfutter benötigen, um ihren Nährstoffbedarf für den Knochen- und Muskelaufbau zu decken.

Ab wann ist eine Maine Coon ein Senior?

Die Maine Coon gilt ab 9 - 13 Jahren als Senior. Ab 13 Jahren erreicht sie die geriatrische Lebensphase. Wenn deine Katze ein höheres Alter erreicht, sind einige liebevolle Anpassungen nötig, um ihre veränderte körperliche und geistige Fitness auszugleichen und ihr einen komfortablen und würdevollen Lebensabend zu ermöglichen:

  • Barrierefreiheit schaffen: Was früher ein Katzensprung war, kann nun eine Hürde sein. Erleichtere deiner Katze den Zugang zu ihren Lieblingsplätzen (Fensterbank, Sofa) mit kleinen Rampen oder Hockern, die als Stufe dienen. Eine Katzentoilette mit niedrigem Einstieg schont die Gelenke.

  • Ernährung anpassen: Wechsle zu einem hochwertigen Senior-Futter. Dieses ist oft kalorienreduziert, um Übergewicht vorzubeugen. Es enthält hochverdauliche Proteine, die die Nieren schützen, und ist mit Nährstoffen angereichert, die die Gelenke unterstützen. Für ältere Katzen mit eventuellen Zahnproblemen ist Nassfutter oft angenehmer zu fressen.

  • intensiviere die Gesundheitsvorsorge: Der jährliche Gesundheits-Check-up wird nun zum halbjährlichen Senioren-Check-up. Eine regelmäßige Blutuntersuchung ist jetzt entscheidend, um altersbedingte Krankheiten wie Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenüberfunktion frühzeitig zu erkennen.

  • Pflege unterstützen: Arthrose kann die Fellpflege erschweren. Hilf deiner Katze deshalb mit sanften Bürsten-Einheiten, ihr Fell sauber und filzfrei zu halten. Achte auch vermehrt auf die Krallen, die sich eventuell nicht mehr so gut abnutzen.

  • Ruhe und Komfort bieten: Ein Senior schläft mehr und schätzt seine Ruhe. Sorge deshalb für viele warme, weiche und zugluftfreie Schlafplätze. Eine Heizdecke oder ein Wärmekissen werden oft dankbar angenommen.

  • Spiel und Geist fit halten: Die wilden Jagdspiele werden weniger, aber geistige Anregung bleibt wichtig. Biete ihm ruhigere Spiele am Boden an, nutze Fummelbretter oder gönne ihm einfach mehr Zeit für gemütliche Schmuse- und Kuscheleinheiten.

Kastration: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Bei langsam wachsenden Rassen wie der Maine Coon ist der richtige Zeitpunkt für eine Kastration ein wichtiges Thema, das sich von der Empfehlung für kleinere, schneller reifende Katzenrassen unterscheidet. Während früher oft eine Kastration im Alter von 6 Monaten empfohlen wurde, raten viele Tierärzt:innen und Züchter:innen bei diesen Rassen mittlerweile dazu, damit länger zu warten.

Entscheidend sind die Größe und der kräftige Körperbau der Maine Coon. Geschlechtshormone spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Knochen, Gelenke und Muskeln.

  • Reifung des Skeletts: Eine zu frühe Kastration kann das Schließen der Wachstumsfugen in den langen Knochen verzögern. Dies kann zu übermäßig langen, dünnen Knochen und einem schwächeren Skelett führen. Dadurch erhöht sich das Risiko für orthopädische Probleme im späteren Leben.

  • vollständige körperliche Entwicklung: Wenn man wartet, kann die Katze ihre volle, rassetypische Größe und Muskelmasse entwickeln. Dies ist besonders bei Maine-Coon-Katern wichtig, da sich erst so der typisch breite Kopf vollständig ausbildet.

Bei Katern wird oft empfohlen, bis zum Alter von 12 bis 18 Monaten zu warten. Bei Kätzinnen wird eine Kastration oft nach der ersten Rolligkeit, d.h. im Alter von 8 bis 12 Monaten, empfohlen.


Das confidu Katzenrassen-Lexikon wird von unseren Tierärzt:innen nach aktuellem wissenschaftlichen Standard mithilfe von aktueller Literatur und neuesten Studien verfasst.

Quellen:

a The Cat Encyclopedia: The Definitive Visual Guide, Dorling Kindersley, 2014 Dorling Kindersley Limited

b Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds, J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia

1 Zur Beurteilung des Verhaltens wurden verschiedene Merkmale berücksichtigt, darunter Aktivitätslevel, Verspieltheit, Gelehrigkeit, Intelligenz, Vokalisieren und Lautstärke, Selbstständigkeit, Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Verträglichkeit mit Kindern und Verträglichkeit mit Haustieren. Jede Katzenrasse wurde anhand dieser Eigenschaften auf einer Skala von 1 (am wenigsten ausgeprägt) bis 10 (am stärksten ausgeprägt) bewertet. (Quelle: Encyclopedia of Cat Breeds, 2nd Edition by J. Anne Helgren, April 2013)

2 Die Lebenserwartung wurde in Anlehnung an "Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds", J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia sowie "Life tables of annual life expectancy and risk factors for mortality in cats in the UK", Kendy Tzu-yun Teng et al., Februar 2024, Journal of Feline Medicine and Surgery erstellt.

3 Die Gesundheitsparameter Anfälligkeit für Krankheiten, Auftreten von Erbkrankheiten und Anfälligkeit für Übergewicht wurden in Anlehnung an "Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds", J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia erstellt.

Die Klassifizierung der Krankheitsanfälligkeit basiert auf der Anzahl und Häufigkeit von Krankheiten.

Basierend auf der durchschnittlichen Anzahl von Krankheiten pro Rasse wurde eine Einteilung in 10 Klassen vorgenommen. Rassen, bei denen 0-10 Krankheiten auftreten, werden der Klasse 1 zugeordnet, Rassen mit mehr als 90 Krankheiten der Klasse 10.

Abhängig von der Häufigkeit des Auftretens der Krankheiten wurde eine weitere Einteilung in 10 Klassen vorgenommen. Dazu wurden alle bekannten Häufigkeiten pro Rasse addiert und das Minimum (Summe aller Häufigkeiten, 1) berechnet. Daraus wurde eine Klasse zwischen 1 (Wert liegt zwischen 0-10%) und 10 (Wert liegt über 90%) gebildet.

Aus den beiden Klassen (Anzahl der Erkrankungen und Häufigkeit der Erkrankungen) ergibt sich die Gesamteinstufung der Krankheitsanfälligkeit als Maximum.

Die Einstufung der Erbkrankheiten erfolgt analog zur Einstufung der Krankheitsanfälligkeit.

4 Die Einstufung hinsichtlich der Qualzuchtmerkmale erfolgt auf der Grundlage der Anzahl und Ausprägung der Qualzuchtmerkmale, die in einer Rasse häufig auftreten. Dazu gehören Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit), Knickohren (Fold-Gen), Schwanzlosigkeit (Manx-Gen), extrem dichtes Fell, Haarlosigkeit, deformierte oder fehlende Schnurrhaare, Zwergwuchs, Vielfingrigkeit, helle Fell- und Augenfarbe. Rassen mit einem Qualzuchtmerkmal wurden in Klasse 4, Rassen mit 2 Merkmalen in Klasse 7 und Rassen mit 3 und mehr oder stark das Leben beeinträchtigenden Merkmalen in Klasse 10 eingestuft. Als Quelle wurde https://www.bundestieraerztekammer.de/tierhalter/qualzuchten/ verwendet.

5 Der Pflegeaufwand wurde "The Cat Encyclopedia, Dorling Kindersley", First American Edition, DK, 2014 entnommen. Ein besonders hoher Pflegeaufwand wurde mit maximal 10 Punkten bewertet, ein besonders niedriger mit einem Punkt. Dies setzt sich wie folgt zusammen: Die Angabe zur Fellpflege wurde in maximal 6 Punkte umgewandelt, wobei wöchentlich 1 Punkt, wöchentlich bis 2–4-mal wöchentlich 2 Punkte, wöchentlich bis täglich 3 Punkte , 2–4-mal wöchentlich 4 Punkte, 2–4-mal wöchentlich bis täglich = 5 Punkte und täglich 6 Punkte entspricht. Zusätzliche Punkte wurden für eine erforderliche Augenpflege vergeben: 1 Punkt, wenn regelmäßige Augenpflege nötig, und 2 Punkte, wenn täglich Augenpflege nötig ist. Für eine über das normale Maß hinausgehende Pflege von Krallen, Zähnen, Ohren oder Haut gibt es zusätzlich maximal 2 Punkte.