Lexikon der Katzenrassen
Tauche ein in detaillierte Rasseporträts und entdecke alles über Wesen, Erscheinungsbild und Herkunft der eleganten Samtpfoten. Finde fundierte Ratgeber-Artikel zur optimalen Ernährung, liebevollen Pflege und zum Verständnis des Katzenverhaltens.
Egal, ob du die perfekte Katzenrasse für deinen Lebensstil finden oder dein Wissen über deinen treuen Begleiter vertiefen möchten – hier wirst du fündig.
Sphynx
Nackte Katze mit dem warmen Wesen und kalten Füßen
Titelbild: Kekyalyaynen | Shutterstock
Inhaltsverzeichnis
Rasseprofil
Körpergröße: mittel
Gewicht: 3,5 - 7 kg
Farbe: variabel
Fell: haarlos, z.T. feiner, weicher Flaum vorhanden
Charakter: sehr anhänglich, gesellig, intelligent, neugierig, verspielt, sucht aktiv Körperkontakt
Anspruch an Haltung: hoch
Lebenserwartung: 8 bis 14 Jahre(Medianwert laut Studie 6,68 Jahre²)
Anerkennung durch Verbände: TICA, CFA, FIFe, WCF
Herkunft: Kanada
Synonym: Kanadische Sphynx, Sphinx, Nacktkatze
Spitzname: haarlose Katze, Nackedei, Wildlederkind
Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über die Eigenschaften der Sphynx. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist die Eigenschaft ausgeprägt¹’²’³’⁴’⁵. Die Sphynx ist z.B. wenig selbstständig und trägt Qualzuchtmerkmale, die ihre Gesundheit stark beeinträchtigen.
Sphynx-Katzen haben nur einen dünnen Flaum und oft verkrümmte oder keine Schnurrhaare.
Bild: Diana_Lazartseva | Pixabay
Aussehen: Wie sieht eine Sphynx aus?
Die Sphynx ist eine mittelgroße, markante Katzenrasse, die sich vor allem durch ihre markante Haarlosigkeit auszeichnet. Sie wiegt zwischen 3,5 und 7 kg, wobei die Kater in der Regel größer sind als die Katzen.
Die Rasse ist nicht wirklich haarlos. Ihre Haut ist von einem sehr feinen, weichen Flaum bedeckt, der sich wie Wildleder oder Pfirsichhaut anfühlt. Die Härchen sind kürzer als 3 mm. Manchmal finden sich kleine Haarbüschel an der Schwanzspitze, am Hodensack, an den Augenbrauen, auf dem Nasenrücken, hinter den Ohren oder an den Pfoten. Alle Farben und Muster sind zugelassen. Die Schnurrhaare (Vibrissen) können fehlen, verkrümmt oder kurz und brüchig sein.
Sphynx-Katze ohne Schnurrhaare (links) und mit geknickten Schnurrhaaren (rechts)
In Deutschland ist die Zucht von Katzen ohne funktionierende Schnurrhaare gemäß § 11b des Tierschutzgesetzes als Qualzucht verboten. Seriöse, bei deutschen Vereinen registrierte Züchter:innen bieten daher nur Sphynx-Katzen mit intakten Schnurrhaaren an.
Die Kanadische Sphynx hat einen athletischen und schlanken Körperbau. Die Haut um das Gesicht, den Nacken und die Schultern ist etwas locker und faltig. Der Bauch ist voll und rundlich, was ihr ein etwas „pummeliges” Aussehen verleiht, das sich von orientalischen Rassen unterscheidet.
Der Kopf hat eine modifizierte Keilform mit hohen Wangenknochen und einem mäßig langen Nasenrücken. Die Ohren sind sehr groß und ohne Fellbüschel. Die Augen sind groß, schrägstehend und zitronengelb, wobei auch andere Farben akzeptiert werden.
Welche Farben können Sphynx-Katzen haben?
Grundsätzlich sind alle Farben und Muster, die bei Katzen üblich sind, bei der Sphynx zugelassen und anerkannt. Die Pigmente befinden sich dabei nicht im Fell, sondern direkt in der Haut sowie im feinen Flaum, der die Katze bedeckt.
Dazu gehören:
einfarbige Töne: z.B. Schwarz, Weiß, Blau (Grau), Rot, Crème und Schokolade
gemusterte Varianten: Dazu zählen die bekannten Tabby-Muster (getigert), Bicolor (zweifarbig), Tricolor (dreifarbig) und Schildpatt (Tortie). Die Muster sind als unterschiedliche Pigmentierungen auf der Haut erkennbar.
„Pointed“-Farben: Auch Farbschläge wie bei den Siamkatzen (Seal Point, Blue Point) sind möglich. Bei diesen Katzen ist die Haut an den kühleren Stellen des Körpers dunkler pigmentiert.
Sphynx-Katze mit gut erkennbarem Flaum und ohne Schnurrhaare
Bild: Hanna Listek | Unsplash
Warum ist die Sphynx-Katze haarlos?
Die Kanadische Sphynx verdankt ihr Aussehen einer spontanen, natürlichen Genmutation, die zur Haarlosigkeit führt. Das für dieses Merkmal verantwortliche Gen ist rezessiv. Das bedeutet, dass ein Kätzchen zwei Kopien davon erben muss – eine von jedem Elternteil –, um das entsprechende Merkmal (in diesem Fall die Haarlosigkeit) zu zeigen.
Wenn eine Katze von beiden Elternteilen das rezessive Gen erbt, ist sie haarlos. Wenn eine Katze das Gen nur von einem Elternteil erbt, ist sie nicht haarlos. Sie hat ein normales Fell, trägt das Gen aber in sich. Solche Tiere werden Trägertiere genannt.
Das macht die Zucht der Kanadischen Sphynx anspruchsvoller. Züchter:innen können nur dann sicher haarlose Kätzchen erwarten, wenn er zwei haarlose Katzen oder eine haarlose Katze mit einem Trägertier verpaart. Dies unterscheidet sie grundlegend von der Don Sphynx, bei der das Gen für Haarlosigkeit dominant ist, sodass nur ein Elternteil das Gen tragen muss (siehe unten).
Varianten der haarlosen Katze
Neben der bekannten Kanadischen Sphynx gibt es weitere haarlose Rassen, die genetisch und in ihrer Herkunft eigenständig sind. Die bekanntesten sind die Don Sphynx und die Bambino-Katze.
Don Sphynx-Katze, auch Donskoy genannt
Bild: CC0 Public Domain | PxHere
Don Sphynx
Die Don Sphynx, auch Donskoy genannt, ist eine russische Rasse, die in den 1980er Jahren in Rostow am Don entdeckt wurde. Der entscheidende Unterschied zur kanadischen Sphynx liegt in der Genetik: Ihre Haarlosigkeit wird durch ein dominantes Gen verursacht. Das bedeutet, dass bereits ein Elternteil das Gen vererben muss, damit die Haarlosigkeit auftritt.
Die Don Sphynx hat einen kräftigeren, muskulöseren Körperbau und eine sehr faltige Haut. Ihr Kopf ist keilförmiger und ihre Ohren sind oft auffallend groß. Je nach Genetik können sie bei der Geburt ganz haarlos („Rubber Bald”) sein oder einen Flaum, samtartige oder bürstenähnliche Haare entwickeln, die manchmal im Alter ausfallen.
Bambino-Katze mit typisch kurzen Beinen
Bild: Linn Currie | Shutterstock
Bambino-Katze
Die Bambino-Katze ist keine eigenständige Naturrasse, sondern eine Züchtung, die aus der Kreuzung der Rassen Sphynx und Munchkin hervorgegangen ist. Der Name „Bambino” ist italienisch und bedeutet „Baby” oder „Kind”, eine Anspielung auf ihr einzigartiges Erscheinungsbild.
Das auffälligste Merkmal der Bambino sind ihre extrem kurzen Beine, die sie von der Munchkin-Rasse geerbt hat. Gleichzeitig hat sie den haarlosen, runzeligen Körperbau und das Wesen der Sphynx.
Die Bambino-Katze gilt vielen Tierschützern als Qualzucht. Das von der Munchkin-Rasse vererbte Merkmal der kurzen Beine (Zwergwuchs) kann zu Wirbelsäulenproblemen, Gelenkschmerzen und einer eingeschränkten Beweglichkeit führen. Die Katze ist in ihrer natürlichen Fortbewegungsart behindert.
Elf Cat (Elfenkatze)
Bild: Max Simonov | Unsplash
Elf Cats (Elfenkatzen)
Es gibt haarlose Katzen mit Faltenohren. Es handelt sich dabei um eine Hybridrasse, die aus der gezielten Kreuzung der Rassen Sphynx und American Curl gezüchtet wurde. Das Ziel der Züchter:innen war es, die beiden einzigartigen Merkmale der Rassen – die Haarlosigkeit der Sphynx und die nach hinten gekrümmten Ohren der American Curl – zu kombinieren.
Die Haarlosigkeit der Sphynx wird durch ein rezessives Gen verursacht. Das bedeutet, dass ein Kätzchen das Gen von beiden Eltern erben muss, um haarlos zu sein. Die gekräuselten Ohren der American Curl werden hingegen durch ein dominantes Gen verursacht. Hier reicht es aus, wenn das Gen von nur einem Elternteil geerbt wird.
Durch die Verpaarung der beiden Rassen können Kätzchen entstehen, die sowohl das Gen für Haarlosigkeit als auch das für gekräuselte Ohren tragen. Um jedoch Kitten zu erhalten, die sowohl haarlos sind als auch die gekräuselten Ohren besitzen, müssen Züchter:innen gezielt weiterzüchten. Die Rasse ist noch relativ neu und wird von den meisten großen Katzenverbänden offiziell nicht anerkannt.
Bei der Elf Cat sind die gekräuselten Ohren ein Merkmal, das bei einer zu extremen Ausprägung ebenfalls zu Problemen führen kann. Eine übermäßige Krümmung kann den Gehörgang verengen, was das Risiko für schmerzhafte Ohrenentzündungen erhöht. Während die Scottish Fold-Mutation das Knorpelwachstum im gesamten Körper beeinträchtigt und zu Gelenkerkrankungen führt, ist die Mutation der American Curl auf die Ohren beschränkt.
Vergleich der haarlosen Rassen:
Merkmal | Sphynx | Don Sphynx | Bambino | Elf Cat |
---|---|---|---|---|
Herkunft | Kanada | Russland | USA (Kreuzung) | USA (Kreuzung) |
Genetik | rezessives Gen | dominantes Gen | Kreuzung aus Sphynx & Munchkin | Kreuzung aus Sphynx & American Curl |
Hauptmerkmal | Haarlosigkeit | Haarlosigkeit | Haarlosigkeit & kurze Beine | Haarlosigkeit & Faltenohren |
Körperbau | schlank, elegant | kräftig, robust | kurzbeinig, gedrungen | schlank, elegant |
Fell | feiner Flaum | variable Haartypen | feiner Flaum | feiner Flaum |
Sphynx-Katzen suchen oft Körpernähe, da sie sonst frieren.
Bild: freepik | Freepik
Wesen und Verhalten: Wie ist der Charakter der Sphynx?
Die Sphynx ist eine außergewöhnliche Katzenrasse, deren anhängliches und extrovertiertes Wesen sie zu besonderen Begleitern macht. Ihr Charakter wird oft als „hundeähnlich“ beschrieben, da sie sehr menschenbezogen ist und die Nähe ihrer Familie sucht.
Die Sphynx ist für ihre Intelligenz, Neugier und Verspieltheit bekannt. Sie ist eine sanfte Katze, die nicht nur sehr menschenorientiert ist, sondern auch gerne und viel schnurrt. Sie ist im Allgemeinen gutmütig, unkompliziert und passt sich leicht an verschiedene Situationen an.
Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über das Verhalten der Sphynx. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist das Verhalten ausgeprägt.¹ Die Sphynx ist z.B. sehr verspielt und wenig selbstständig.
Bewegung & Charakter (hellblaue Zone)
Wie das Netzdiagramm zeigt, haben Sphynx-Katzen einen sehr hohen Aktivitätslevel und sind extrem verspielt. Sie sind wahre Akrobaten und lieben es zu springen und zu klettern. Sie sind neugierig, intelligent und gelehrig, sodass es ihnen leicht fällt, Tricks zu lernen und neue Herausforderungen anzunehmen.
Sozialverhalten (dunkelblaue Zone)
Im Gegensatz zu vielen anderen Rassen sind Sphynx-Katzen sehr aufmerksamkeitsbedürftig. Sie sind sehr wenig selbstständig und haben ein sehr hohes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Sie folgen ihren Menschen oft auf Schritt und Tritt durch die Wohnung und fordern aktiv Streicheleinheiten ein. Trotz ihrer Geselligkeit sind sie nicht übermäßig laut, ihr Vokabular und ihre Lautstärke sind eher gering.
Verträglichkeit (gelbe Zone)
Die Sphynx ist eine sehr gesellige Katze, die sich hervorragend in das Familienleben einfügt. Sie ist verträglich mit anderen Haustieren und kommt auch mit Hunden gut zurecht. Ihre Sanftheit und Gutmütigkeit machen sie auch zu einer idealen Katze für Familien mit Kindern, wie die hohe Bewertung bei der Verträglichkeit mit Kindern im Diagramm zeigt.
Wichtiger Hinweis zur Verträglichkeit: Auch wenn die Sphynx von Natur aus ein sehr sanftes und tolerantes Wesen hat, ist eine gute und frühe Sozialisierung für ihre Entwicklung entscheidend. Damit sie ihre friedliebende Art voll entfalten kann, sollte sie bereits als Kitten positive Erfahrungen mit verschiedenen Menschen – insbesondere Kindern –, anderen Haustieren und alltäglichen Haushaltsgeräuschen machen.
Ebenso wichtig ist es, dass die Katze im neuen Zuhause stets eine sichere Rückzugsmöglichkeit hat und alle Familienmitglieder, insbesondere die Kinder, den respektvollen Umgang mit ihr lernen. Unter diesen fairen Bedingungen ist sie ein herausragender Sozialpartner.
Miauen Sphynx-Katzen viel?
Sphynx-Katzen gelten als gesprächig. Sie nutzen ihre Stimme, um mit ihren Menschen zu kommunizieren. Aufgrund ihrer anhänglichen Natur und ihres hohen Bedürfnisses nach Aufmerksamkeit können sie miauen, um Streicheleinheiten, Futter oder einfach nur Gesellschaft zu fordern. Ihre Stimmen sind in der Regel sanft und nicht fordernd.
Ägyptische Sphinx-Statue im Louvre, Paris
Bild: DEZALB | Pixabay
Geschichte: Ursprung der Sphynx
Die Geschichte der modernen Sphynx-Katze, wie wir sie heute kennen, begann nicht in Ägypten, sondern in den 1960er Jahren in Kanada. Obwohl es schon seit Langem Berichte über haarlose Katzen in anderen Teilen der Welt gab, ist die kanadische Sphynx auf eine spezifische, spontane Genmutation zurückzuführen.
Im Jahr 1966 wurde in einem Wurf einer gewöhnlichen Hauskatze in Ontario, Kanada, ein haarloses Kätzchen geboren. Diese erste Mutation markiert den offiziellen Beginn der Zuchtgeschichte. 1978 in Toronto, Kanada, fand eine Züchterin von Siamkatzen zwei streunende haarlose Katzen, von denen die heutige Rasse abstammt. Sie verpaarte sie mit einem Kater der Rasse Devon Rex, um den Genpool zu erweitern. 1975 soll auch in Minnesota, USA eine weitere Mutation aufgetreten sein, deren Nachkommen ebenfalls für die Zuchtlinie genutzt wurden.
Anfangs wurde die Rasse von den Zuchtverbänden aus dem Register genommen, aber in den 1980er Jahren erneut eingeführt. 1986 akzeptierte die TICA (The International Cat Association) die Rasse für den Champion-Status, 1991 folgte die CCA (Canadian Cat Association). 1998 wurde sie bei der CFA (Cat Fanciers' Association) in die „Miscellaneous Class” aufgenommen und hat dort mittlerweile den Champion-Status erreicht. Um die genetische Vielfalt zu erhöhen, wurden zeitweise Einkreuzungen mit Amerikanisch-Kurzhaar-Katzen erlaubt.
Die Kanadische Sphynx ist heute die einzige weit verbreitete und anerkannte Rasse haarloser Katzen. Ihre Popularität wurde unter anderem durch ihren Auftritt in Filmen wie „Austin Powers” als Katze von Dr. Evil gefördert.
Der Name der Rasse ist eine direkte Anspielung auf die mythologische Figur der Sphinx aus Ägypten. Diese wird als Fabelwesen mit dem Körper eines Löwen und dem Kopf eines Menschen beschrieben. Die haarlose Katze wurde nach diesem Fabelwesen benannt, da ihre majestätische und einzigartige Erscheinung die Menschen an die mystische und elegante Figur der Sphinx erinnert. Es handelte sich um eine rein symbolische Namensgebung, um die besondere und exotische Optik der Katze zu betonen. Denn wie bereits erwähnt, hat die Rasse keinerlei Verbindung zum alten Ägypten.
Was muss man über Sphynx-Katzen wissen?
Die einzigartige Erscheinung der Sphynx geht mit einer Reihe medizinischer und pflegerischer Besonderheiten einher, die bei ihrer Haltung unbedingt beachtet werden müssen:
Stoffwechsel und Temperaturregulierung: Da der Sphynx das isolierende Fell fehlt, muss ihr Körper ständig mehr Energie aufwenden, um sich warm zu halten. Dies führt zu einem erhöhten Kalorienbedarf. Aus demselben Grund haben sie auch eine schlechte Temperaturtoleranz und benötigen in kühleren Umgebungen Pullover oder Kleidung. Da sie anfällig für Sonnenbrand sind, sollten sie ausschließlich als Wohnungskatzen gehalten werden. Die Haut der Katze fühlt sich in der Regel sehr warm an.
Hautpflege und Hygiene: Sphynx-Katzen besitzen aktive Talgdrüsen auf ihrem gesamten Körper. Diese öligen Absonderungen können eine bräunliche Farbe haben und einen ranzigen Geruch abgeben, wenn die Haut nicht durch regelmäßiges Abwischen und Baden gereinigt wird.
Fell: Kätzchen können mit etwas Fell entlang der Wirbelsäule geboren werden, das später verschwindet.
Fortpflanzung: Weibliche Sphynx-Katzen werden seltener rollig als andere Kätzinnen. Das muss bei der Zucht berücksichtigt werden. Zusammen mit der meist kleinen Wurfgröße ist dies ein Grund für den hohen Preis der Tiere.
Damit Sphynx-Katzen in kühler Umgebung nicht frieren, brauchen sie Kleidung.
Bild: ki Zhang | Unsplash
Haltung und Lebensraum: Welche Ansprüche hat die Sphynx?
Zubehör: Was braucht die Sphynx?
Die Sphynx ist eine charakterlich unkomplizierte Katze. Aufgrund ihrer einzigartigen genetischen Veranlagung für die Haarlosigkeit stellt sie jedoch besondere Anforderungen an Haltung und Ausstattung. Das Ziel besteht darin, ihr ein komfortables und gesundes Leben zu ermöglichen.
Um deine Sphynx glücklich, gesund und artgerecht zu halten, benötigst du eine durchdachte Grundausstattung. Hier ist eine Checkliste, die speziell auf die Bedürfnisse dieser Rasse zugeschnitten ist:
Futter- und Wassernäpfe: Wähle am besten flache Näpfe aus Keramik, Glas oder Edelstahl. Diese sind hygienisch und leicht zu reinigen. Plastiknäpfe können Gerüche annehmen und bei manchen Katzen Kinnakne verursachen. Stelle die Näpfe nicht direkt nebeneinander und nicht neben die Katzentoilette. Viele Katzen trinken lieber fließendes Wasser. Ein Trinkbrunnen animiert zum Trinken und kann helfen, Harnwegserkrankungen vorzubeugen.
Katzentoilette: Die Faustregel lautet: Mindestens eine Toilette pro Katze, plus eine zusätzliche. Wähle eine ausreichend große, offene Schale. Viele Katzen mögen keine Toiletten mit Haube und Klappe, da sie sich darin eingeengt fühlen und Gerüche sich stauen. Um die beste Katzenstreu zu finden, musst du eventuell etwas experimentieren. Viele Katzen bevorzugen feine, sandähnliche Klumpstreu ohne starken Duft. Wichtig ist, dass du bei der Sorte bleibst, die deine Katze akzeptiert.
Kratzmöglichkeiten: Dies ist der vielleicht wichtigste Punkt, um deine Möbel zu schonen und deine Katze glücklich zu machen! Investiere in einen deckenhohen oder zumindest sehr stabilen Kratzbaum mit dicken Stämmen, der deiner Katze ermöglicht, sich beim Kratzen komplett auszustrecken. Biete an strategischen Orten (z.B. neben dem Sofa) weitere Optionen wie Kratzbretter, Kratztonnen oder Kratzmatten an.
Schlaf- und Rückzugsorte: Weiche, warme und leicht erreichbare Plätze sind entscheidend, da die Sphynx ihr Fell zur Isolation nicht nutzen kann. Ideal sind gut gepolsterte Kissen, Kuschelhöhlen und Hängematten am Fenster. Platziere die Schlafplätze so, dass deine Katze jederzeit Zugang hat.
Spiel und Beschäftigung: Katzen brauchen mentale und körperliche Auslastung. Interaktives Spielzeug wie Katzenangeln mit Federn oder Wedeln sind perfekt, um gemeinsam zu spielen und den Jagdinstinkt zu befriedigen. Selbstständiges Spielzeug wie kleine Spielmäuse, Bälle oder Rascheltunnel sorgen für Beschäftigung, wenn du mal nicht da bist. Intelligenzspielzeug wie Fummelbretter oder Snackbälle fordern den Kopf deiner Katze und machen ihr großen Spaß.
Kleidung: Aufgrund ihrer Haarlosigkeit hat die Sphynx kaum Schutz vor Kälte. Besonders in kühleren Räumen oder im Winter ist es daher sinnvoll, sie mit Kleidung (z.B. weichen Pullovern) zu bekleiden, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Achte darauf, dass die Kleidung aus atmungsaktivem Material besteht, um eine Überhitzung zu vermeiden.
spezielle Pflegemittel: Da die Haut der Sphynx fettig wird, benötigst du spezielle, milde Shampoos, um sie regelmäßig (alle ein bis zwei Wochen) zu baden. Zur täglichen Pflege kannst du ein weiches Tuch, wie ein Fensterleder, verwenden, um überschüssiges Öl zu entfernen.
Sonnenschutz: Wenn die Sphynx der Sonne ausgesetzt ist, zum Beispiel an einem Fensterplatz, sollte ihre Haut mit einem speziellen, für Katzen sicheren Sonnenschutzmittel geschützt werden, um Sonnenbrand zu vermeiden.
Zahnputzutensilien: Gewöhne deine Katze am besten schon als Kitten an eine spezielle Katzenzahnbürste und -pasta. Das ist die beste Vorsorge gegen Zahnstein und Zahnerkrankungen.
Transportbox: Absolut notwendig für Tierarztbesuche. Achte auf eine gute Belüftung und darauf, dass sie sich leicht und sicher verschließen lässt. Modelle, die sich auch von oben öffnen lassen, sind oft stressfreier für die Katze. Modelle wie Körbe sind leider sehr unpraktisch und sind nicht empfehlenswert.
Kippfensterschutz & Balkonnetz: Gekippte Fenster sind eine tödliche Falle für Katzen! Sichere sie unbedingt mit einem speziellen Schutz. Ein Balkon sollte mit einem Katzennetz gesichert werden, bevor deine Katze ihn betreten darf.
Bild: mrviktorzolotukhin | Pixabay
Kann man eine Sphynx-Katze alleine halten?
Jein. Sphynx-Katzen haben ein sehr hohes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Sie gelten als sehr menschenbezogen und haben einen geringen Drang zur Selbstständigkeit. Aus diesem Grund ist es nicht empfehlenswert, eine Sphynx-Katze über längere Zeit allein zu halten. Am wohlsten fühlen sie sich in Gesellschaft, sei es durch ihre Menschen oder einen Artgenossen.
Wie lange kann eine Sphynx alleine bleiben?
Aufgrund ihres sehr geselligen Charakters sind Sphynx-Katzen nicht gut dafür geeignet, lange Zeit alleine zu bleiben. Sie haben ein hohes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und sind wenig selbstständig. Aus diesem Grund sollten sie nicht über einen ganzen Arbeitstag hinweg ohne menschliche oder tierische Gesellschaft sein. Ideal sind Haushalte, in denen die Katze nur für kurze Zeitspannen allein ist.
Wenn du ganztags berufstätig bist, ist es empfehlenswert, eine zweite Sphynx-Katze oder einen anderen Artgenossen als Gefährten zu halten.
Ausgaben: Wie viel kostet eine Sphynx?
Diese Frage muss unter einem wichtigen ethischen Vorbehalt beantwortet werden. In Deutschland ist die Zucht von Katzen ohne funktionierende Schnurrhaare (Vibrissen) gemäß § 11b des Tierschutzgesetzes als Qualzucht verboten. Seriöse, bei deutschen Vereinen registrierte Züchter:innen bieten daher nur Sphynx-Katzen mit intakten Schnurrhaaren an.
Wenn man ein Kitten bei seriösen Züchter:innen erwirbt, liegen die Preise oft zwischen 1.200 und 2.000 €. Der Kaufpreis ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Die eigentlichen Kosten entstehen durch die lebenslange Pflege, die für das Wohlbefinden dieser Rasse unerlässlich ist.
Mögliche Folgekosten sind:
regelmäßige Bäder und spezielle Pflegeprodukte für die Haut
Kosten für Kleidung, die die Katze vor Kälte schützt
potenziell höhere Heizkosten, da die Katze immer einen warmen Platz braucht
Sonnenschutzmittel, um die Haut vor Sonnenbrand zu schützen
Tierarztbesuche, die bei Haut-, Ohren- oder Zahnproblemen notwendig sein können
Diese „versteckten” Kosten können die Anschaffungskosten über die Lebenszeit der Katze hinweg um ein Vielfaches übersteigen.
Wie viel kostet eine Bambino-Katze?
Da die Bambino-Katze eine seltenere Hybridrasse ist und oft aus sehr spezifischen Zuchtprogrammen stammt, können die Kosten höher sein. Der Preis für eine Bambino-Katze liegt in der Regel zwischen 2.000 und 3.000 €.
Da die Bambino-Katze jedoch mehrere Qualzuchtmerkmale trägt, ist ein artgerechtes Katzenleben für sie nahezu unmöglich. Wir raten daher dringend davon ab, Bambino-Katzen zu kaufen und somit die Zucht zu unterstützen.
Bild: Erin Agius | Unsplash
Ist die Sphynx für mich geeignet?
Ist die Sphynx eine Anfängerkatze?
Ja, die Sphynx kann eine gute Wahl für Katzenanfänger:innen sein, wenn man sich ihrer speziellen Bedürfnisse bewusst ist. Ihr Charakter wird als intelligent, neugierig und unkompliziert beschrieben. Sie sind sanft und nicht übermäßig laut. Allerdings benötigen sie viel Aufmerksamkeit, vertragen Einsamkeit schlecht und haben aufgrund ihrer Haut einen hohen Pflegeaufwand.
Ist eine Sphynx eine Familienkatze?
Ja, die Sphynx gilt als ausgezeichnete Familienkatze, da sie sehr verträglich mit Kindern und Haustieren ist. Sie sind sanft, verspielt und genießen die Gesellschaft von Kindern sehr.
Die goldenen Regeln für ein harmonisches Zusammenleben:
Der Erfolg hängt entscheidend vom Verhalten der menschlichen Familienmitglieder ab.
Respekt ist das oberste Gebot: Kinder müssen von Anfang an lernen, dass eine Katze kein Spielzeug ist. Am Schwanz ziehen, grobes Anfassen oder das Stören beim Schlafen sind absolut tabu. Die Eltern stehen in der Verantwortung, dies klar zu vermitteln und zu beaufsichtigen.
Rückzugsorte sind heilig: Die Katze braucht mindestens einen Ort (z.B. die Spitze des Kratzbaums oder eine Höhle), an den sie sich zurückziehen kann und an dem sie von den Kindern garantiert in Ruhe gelassen wird. Dieser „Safe Space” ist nicht verhandelbar.
Sind Sphynx-Katzen für Allergiker geeignet?
Nein. Entgegen der landläufigen Meinung sind Sphynx-Katzen nicht hypoallergen. Die meisten Katzenallergien werden nicht durch das Fell selbst, sondern durch ein Protein (Fel d 1) ausgelöst, das im Speichel und in den Hautdrüsen der Katze vorkommt. Da die Sphynx dieses Protein ebenfalls produziert, kann sie Allergien auslösen. Allerdings verteilt sie das Allergen nicht so stark in der Wohnung, da sie kaum Haare verliert. Die notwendige regelmäßige Hautpflege (Baden) kann zudem dazu beitragen, die Menge der Allergene auf ihrer Haut zu reduzieren, was manche Allergiker:innen als Erleichterung empfinden. Eine Garantie, dass sie keine allergischen Reaktionen auslösen, gibt es jedoch nicht.
Der einzig verlässliche Weg ist der Selbsttest. Wenn du oder ein Familienmitglied unter einer Katzenallergie leidet, der Wunsch nach einer Katze aber riesig ist, gibt es nur einen verantwortungsvollen Weg:
Suche den Kontakt zu dem/der Züchter:in. Erkläre deine Situation offen.
Besuche die Zucht mehrfach und jeweils für mehrere Stunden. Verbringe bei mehreren Besuchen jeweils ein bis zwei Stunden in unmittelbarer Nähe der Katzen und des speziellen Kittens, für das du dich interessierst.
Warte die Reaktion ab: Treten allergische Symptome wie Niesen, juckende Augen oder Atemnot auf? Wenn ja, ist das Projekt „Katze” an dieser Stelle leider beendet. Deine Gesundheit geht vor.
Alles andere wäre unverantwortlich und endet meist damit, dass die Katze schweren Herzens wieder abgegeben werden muss – eine traumatische Erfahrung für Tier und Mensch.
Bild: Dmitry Makeev | Wikimedia Commons
Sozialisierung und Zusammenleben
Das Sozialverhalten der Sphynx ist genauso sanft und unkompliziert wie ihr Charakter. Sie sind von Natur aus sehr gesellige und liebevolle Tiere. Ihr Zusammenleben mit Menschen und anderen Haustieren wird maßgeblich von ihrem Bedürfnis nach Wärme und Gesellschaft beeinflusst. Ein harmonisches Zusammenleben hängt davon ab, dass ihre sozialen und emotionalen Bedürfnisse stets respektiert werden.
Aufgrund ihrer Haarlosigkeit suchen Sphynx-Katzen aktiv die Nähe zu Menschen oder anderen Tieren, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Dieses Bedürfnis macht sie zu sehr anhänglichen und kuscheligen Begleitern. Da sie nur ungern alleine sind und die Gesellschaft ihrer Familie sehr schätzen, sind sie nicht sehr selbstständig.
Ihre hohe Verträglichkeit mit Kindern und anderen Haustieren macht sie zu idealen Familienkatzen. Sie sind neugierig, verspielt und können sich gut in ein Rudelgefüge einfügen. Das Zusammenleben mit einem Artgenossen, der ebenfalls Wärme spendet, ist für eine Sphynx-Katze oft die beste Lösung, um ihre Bedürfnisse nach Nähe zu erfüllen.
Die entscheidende Rolle der frühen Sozialisierung
Der wichtigste Grundstein für eine ausgeglichene und furchtlose Katze wird lange vor ihrem Einzug bei dir gelegt, nämlich in der Prägephase bei dem/der Züchter:in. Eine Katze von verantwortungsvollen Züchter:innen bleibt bis zur 12., manchmal sogar bis zur 14. Lebenswoche bei ihrer Mutter und den Geschwistern. In dieser Zeit lernt sie die fundamentalen Lektionen des Katzenlebens: spielerisches Raufen, die Grenzen der Beißhemmung und die Katzensprache.
Gute Züchter:innen sorgen zudem dafür, dass das Kitten in dieser sensiblen Phase positive Erfahrungen mit Menschen macht. Es lernt Alltagsgeräusche wie den Staubsauger, verschiedene Menschen (Männer, Frauen, Kinder) und das Hochgehobenwerden als etwas Normales kennen. Frage die Züchter:innen gezielt danach, wie die Kitten aufwachsen. Ein gut sozialisiertes Kitten ist der beste Schutz vor zukünftigem Angst- oder Aggressionsverhalten.
Positive Verstärkung: Mehr als nur „Erziehung“
Vergiss Strafen wie Anschreien, Wasserspritzer oder gar körperliche Zurechtweisungen. Solche Methoden zerstören das Vertrauen deiner Katze und führen dazu, dass sie dich als unberechenbar und bedrohlich empfindet. Der Schlüssel zu einem harmonischen Zusammenleben ist die positive Verstärkung.
Das Prinzip ist einfach: Jedes erwünschte Verhalten wird sofort belohnt. Als Belohnung eignen sich besondere Leckerlis, ein anerkennendes „Fein gemacht!” oder eine kurze, intensive Spieleinheit.
Clickertraining ist eine fantastische Methode, um mit deiner Katze zu kommunizieren. Der „Click“ ist ein präzises Signal, das deiner Katze im exakten Moment sagt: „Genau das war richtig!“ Unmittelbar nach dem Click folgt die Belohnung. Du kannst deiner Katze damit nicht nur lustige Tricks wie „High Five” beibringen, sondern auch sehr Nützliches.
Beim Medical Training übst du mit deiner Katze spielerisch, dass sie sich überall anfassen lässt, ihre Pfoten gibt oder freiwillig in die Transportbox geht. Belohne jeden kleinen Schritt. Das nimmt Tierarztbesuchen ihren Schrecken und macht notwendige Pflegemaßnahmen stressfrei für alle.
Das stille Örtchen: Der Schlüssel zur Stubenreinheit
Katzen sind von Natur aus sehr saubere Tiere. Wenn eine Katze unsauber wird, ist das fast immer ein Hilfeschrei. Entweder hat sie ein medizinisches Problem (z.B. eine Blasenentzündung – dies sollte immer zuerst tierärztlich abgeklärt werden!) oder ihre Toilette entspricht nicht ihren Ansprüchen.
Die Formel für die perfekte Katzentoilette lautet:
Anzahl: Die goldene Regel lautet: Es sollte immer eine Toilette mehr vorhanden sein als Katzen im Haushalt leben. Für eine Katze also zwei, für zwei Katzen drei usw.
Typ: Wähle eine große, offene Schale ohne Haube. Haubentoiletten fühlen sich für viele Katzen wie eine enge, stinkende Falle an.
Streu: Die meisten Katzen bevorzugen eine feine, sandähnliche Klumpstreu ohne Parfüm. Die Streu sollte hoch genug eingefüllt sein, damit die Katze richtig scharren kann (ca. 7–10 cm).
Standort: Der Standort sollte ruhig, jederzeit zugänglich und weit weg vom Futter- und Wasserplatz sein. Niemand isst gerne neben seiner Toilette.
Bild: Oh Hi Mish | Unsplash
Unerwünschtes Verhalten verstehen und umlenken
Problemverhalten ist oft nur ein normales Katzenverhalten am falschen Ort. Der Trick besteht also nicht darin, das Verhalten zu unterbinden, sondern zu verstehen, warum deine Katze es zeigt und ihr eine bessere, attraktivere Alternative anzubieten.
Fallbeispiel: Kratzen am Sofa
Warum kratzt sie? Nicht, um dich zu ärgern! Sie tut es aus drei Gründen:
Krallenpflege: Sie streift alte Krallenhülsen ab.
Reviermarkierung: Sie hinterlässt sichtbare Spuren und Duftmarken aus ihren Pfotendrüsen („Hier wohne ich!“).
Dehnung: Es ist eine wohltuende Streckübung für ihre Muskeln.
Wie lenkst du es um?
unterbrechen: Wenn du sie auf dem Sofa erwischst, mache ein kurzes, klares Geräusch (z.B. ein festes „Nein!” oder ein lautes Klatschen), um sie zu irritieren.
umlenken: Hebe sie dann sofort und ohne sie zu bestrafen hoch und setze sie an einen stabilen, attraktiven Kratzbaum.
loben: Sobald sie den Kratzbaum benutzt, auch wenn es nur kurz ist, lobe sie überschwänglich und gib ihr ein Leckerli. Sie muss lernen: „Kratzen am Sofa = Störung. Kratzen am Baum = Party!”
Alternative schaffen: Stelle den Kratzbaum an einen strategisch klugen Ort (z.B. in die Nähe des Sofas oder an einen Laufweg), um eine Alternative zu schaffen. Mache das Sofa unattraktiv, indem du es vorübergehend mit doppelseitigem Klebeband beklebst oder mit einem für Katzen unangenehmen Zitrusduft einsprühen.
Dieses Prinzip des Verstehens, Unterbrechens, Umlenkens und Belohnens kannst du auf fast jedes unerwünschte Verhalten anwenden. So förderst du ein harmonisches Zusammenleben, das auf Kooperation statt Konfrontation beruht.
Bild: freepik | Freepik
Ernährung: Was ist das beste Futter für die Sphynx?
Die kurze Antwort lautet: ein hochwertiges Nassfutter mit einem sehr hohen Fleischanteil. Katzen sind von Natur aus Fleischfresser, ihr gesamter Verdauungstrakt ist auf die Verwertung von tierischem Protein ausgelegt, nicht auf Getreide oder Zucker.
Doch was macht eigentlich gutes Katzenfutter aus? Vergiss bunte Verpackungen und Werbeversprechen. Der einzige Weg, um die Qualität zu beurteilen, ist ein kritischer Blick auf die Deklaration (Zusammensetzung) auf der Dose oder dem Beutel.
hoher, klar definierter Fleischanteil: An erster Stelle der Zutatenliste muss Fleisch stehen. Achte auf klare Angaben wie „70 % bestehend aus Hühnerherzen, Hühnerfleisch, Hühnerleber ...”. Sei misstrauisch bei schwammigen Formulierungen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse” ohne genaue Aufschlüsselung.
kein Zucker, kein Getreide: Zucker (oft getarnt als Karamell oder Rübenschnitzel) ist schädlich und fördert Krankheiten wie Diabetes mellitus. Getreide (Weizen, Mais, Soja) ist ein billiger Füllstoff, den Katzen nicht effizient verwerten können und der oft Allergien oder Verdauungsprobleme auslöst.
ausreichend Taurin: Diese Aminosäure ist für Katzen lebenswichtig und muss über die Nahrung zugeführt werden. Ein Taurinmangel führt zu Herzerkrankungen und Erblindung. In jedem Alleinfuttermittel muss es enthalten sein. In der Liste der "Ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe" findest du die Menge. Es sollten 1.000 mg/kg bis 1.500 mg/kg enthalten sein.
Da Katzen von Natur aus schlechte Trinker sind und ihren Flüssigkeitsbedarf ursprünglich über ihre Beutetiere deckten, sollte Nassfutter die Hauptnahrungsquelle sein. Aufgrund seines hohen Feuchtigkeitsgehalts (ca. 80 %) hilft Nassfutter, die Nieren gesund zu halten und Harnwegserkrankungen vorzubeugen. Gutes Nassfutter enthält ca. 10–12 % Rohprotein und ca. 5–8 % Rohfett (siehe „Analytische Bestandteile”). Achtung: Lass dich nicht verwirren. Der Rohprotein-Wert ist nicht gleichbedeutend mit dem Fleischanteil. Es handelt sich um einen analytischen Wert, der den reinen Proteingehalt im Labor misst.
Trockenfutter eignet sich hingegen als Leckerli oder für Intelligenzspielzeug. Es ist zwar praktisch, entzieht dem Körper bei der Verdauung jedoch Wasser. Eine ausschließliche Fütterung mit Trockenfutter stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Nieren deiner Katze dar.
Um Übergewicht zu vermeiden, solltest du die Portionen abwiegen. Füttere mehrere kleine Mahlzeiten. Füttere mindestens zwei bis drei (besser vier bis fünf) kleine Portionen über den Tag verteilt. Dies entspricht dem natürlichen Fressverhalten der Katze, die als Jägerin viele kleine Beutetiere fängt, und hält ihren Stoffwechsel stabil.
Wie viel Futter braucht eine Sphynx?
Diese Frage hat keine allgemeingültige Antwort in Gramm, denn der individuelle Bedarf ist so einzigartig wie ihr Charakter. Die richtige Futtermenge hängt von vielen Faktoren ab. Aufgrund ihres fehlenden Fells hat die Sphynx einen deutlich höheren Stoffwechsel, um ihre Körpertemperatur zu halten. Sie benötigen oft mehr Kalorien als eine gleich große Katze mit Fell. Das oberste Ziel ist dabei immer, ein gesundes Gewicht zu halten. Die entscheidenden Faktoren für die Futtermenge sind:
Alter:
Kitten (bis 12 Monate): Im Wachstum haben sie einen enormen Energiebedarf. Sie dürfen und sollen so viel fressen, wie sie möchten („ad libitum”). Biete ihnen drei bis fünf Mahlzeiten über den Tag verteilt an, damit ihr kleiner Magen nicht überfordert wird.
erwachsene Katze (1–9 Jahre): Der Energiebedarf sinkt. Hier ist eine genaue Kontrolle entscheidend, um Übergewicht zu vermeiden.
Seniorenkatzen (ab 9–13 Jahren): Der Stoffwechsel wird oft langsamer, der Energiebedarf sinkt weiter und der Bedarf an hochwertigen Nährstoffen steigt.
Aktivitätslevel:
Eine gemütliche Wohnungskatze, die den Tag dösend verbringt, braucht deutlich weniger Kalorien als eine Sphynx, die täglich ausgiebig spielt und klettert. Ihr von Natur aus hoher Aktivitätslevel muss bei der Fütterung berücksichtigt werden.
Kastrationsstatus:
Kastrierte Katzen haben einen um bis zu 30 % geringeren Energiebedarf als unkastrierte Katzen. Nach dem Eingriff muss ihre Futtermenge unbedingt angepasst werden, um eine schnelle Gewichtszunahme zu verhindern.
Art des Futters (Nass- vs. Trockenfutter):
Nassfutter hat einen hohen Wassergehalt (ca. 80 %) und dadurch eine geringere Kaloriendichte. Eine Katze kann davon größere Mengen fressen, um satt zu werden.
Trockenfutter ist dagegen extrem energiereich. Hier müssen schon wenige Gramm zu viel oder zu wenig genau abgewogen werden.
Praktische Anleitung zur Fütterung:
Jede Futterverpackung enthält eine Fütterungsempfehlung (z.B. Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag). Dies ist jedoch nur ein grober Richtwert! Beginne mit der empfohlenen Menge für das Idealgewicht deiner Katze.
Ein Beispiel für eine 5 kg schwere, kastrierte Sphynx mit normaler Aktivität:
nur hochwertiges Nassfutter: ca. 250 g pro Tag
nur Trockenfutter (hochwertig): ca. 65 g pro Tag
Mischfütterung: beispielsweise 100 g Nassfutter und 30 g Trockenfutter
Starte mit dem unteren Wert und verteile diese Menge auf mindestens drei bis vier Mahlzeiten. Wichtig ist dann die regelmäßige Kontrolle des Körperzustands deiner Katze über mehrere Wochen hinweg mit dem sogenannten Rippentest:
Streiche dazu sanft über den Brustkorb deiner Katze.
ideal: Du kannst die Rippen leicht fühlen, ohne sie zu sehen, ähnlich wie bei deinem Handrücken.
zu dünn: Die Rippen sind deutlich sichtbar oder fühlen sich spitz an.
zu dick: Du musst fest drücken, um die Rippen unter einer Fettschicht überhaupt zu spüren.
Passe die Futtermenge in kleinen Schritten (ca. 10 % weniger oder mehr) an, wenn du eine Veränderung feststellst, und beobachte das Gewicht über die nächsten zwei bis drei Wochen.
übergewichtige Don Sphynx Katze mit Hängebauch
Bild: margo1778 | Shutterstock
Neigt die Sphynx zu Übergewicht?
Jein. Aufgrund ihres fehlenden Fells haben sie einen schnelleren Stoffwechsel, um ihre Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Das bedeutet, dass sie oft mehr Nahrung benötigen als andere Katzen gleicher Größe, um ihren Grundbedarf zu decken. Wenn sie jedoch nicht ausreichend Bewegung bekommen oder zu viel Futter erhalten, kann dies trotzdem zu Übergewicht führen. Dies ist bei ihnen aufgrund der Haarlosigkeit besonders gut sichtbar.
Wie du Übergewicht effektiv vermeidest:
kontrollierte Portionen: Halte dich an feste Fütterungszeiten und wiege das Futter ab.
sanfte, schmerzfreie Aktivität fördern: Das Ziel ist nicht, deine Katze zu Höchstleistungen anzuspornen, sondern sie zu sanfter Bewegung zu animieren, die ihre Gelenke schont. Tägliche, kurze Spieleinheiten mit einer Katzenangel, die du langsam über den Boden ziehst, oder das Rollen von leichten Bällen sind ideal. Vermeide Spiele, die zum Springen auf hohe Möbel oder Kratzbäume animieren. Sorge für eine interessante Umgebung mit Kratzbrettern am Boden, niedrigen Kratztonnen und leicht erreichbaren Aussichtspunkten (z.B. über Rampen).
intelligente Fütterung: Nutze Fummelbretter oder Snackbälle, für die sich deine Katze ihr (Trocken-)Futter erarbeiten muss. Das beschäftigt sie geistig und körperlich.
Leckerlis bewusst einsetzen: Leckerlis sollten für das Training oder als besondere Belohnung reserviert werden und von der täglichen Futterration abgezogen werden.
Ist die Sphynx anfällig für Futtermittelallergien?
Nein, die Sphynx gilt nicht als Rasse, die eine besondere oder genetisch bedingte Anfälligkeit für Futtermittelallergien und -unverträglichkeiten hat. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege oder verbreiteten Beobachtungen, die darauf hindeuten würden. Allerdings können sie bei jeder Katze auftreten, unabhängig von der Rasse.
Dabei muss zwischen einer echten Allergie und einer Unverträglichkeit unterschieden werden:
Allergie: Eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Proteine im Futter. Die häufigsten Auslöser sind gängige Proteinquellen wie Rind, Huhn oder Fisch, manchmal auch Getreide. Symptome sind oft starker Juckreiz, Hautentzündungen und Haarausfall, aber auch Verdauungsprobleme.
Unverträglichkeit: Hier reagiert der Verdauungstrakt auf einen bestimmten Inhaltsstoff, ohne dass das Immunsystem beteiligt ist. Die Symptome sind meist Durchfall und Erbrechen.
Besteht der Verdacht auf eine Futtermittelallergie (z.B. durch ständiges Kratzen oder Verdauungsprobleme), kann eine Ausschlussdiät helfen, den genauen Auslöser zu identifizieren.
Sphynx-Katzen haben einen hohen Pflegeaufwand.
Bild: Shannon Badiee | Wikimedia Commons
Pflege: Wie pflege ich eine Sphynx?
Zur Routinepflege einer Sphynx-Katze gehören die Haut, die Zähne, die Ohren und die Krallen. Im Allgemeinen ist die Pflege einer Sphynx sehr aufwändig.
Wie pflege ich die Haut meiner Sphynx-Katze?
Bei der Haltung einer Sphynx ist die Hautpflege der wichtigste Aspekt. Ihre Haut produziert einen öligen Talg, der sich ohne Fell ansammelt.
regelmäßiges Baden: Die meisten Sphynx-Katzen müssen wöchentlich oder alle zwei Wochen gebadet werden. Verwende dafür ein mildes, speziell für Katzen entwickeltes Shampoo.
Vorgehen beim Baden: Fülle eine Wanne mit lauwarmem Wasser. Wasche die Katze sanft und achte dabei besonders auf die Falten. Spüle das Shampoo gründlich aus. Sphynx-Katzen neigen dazu, übermäßig viel Talg zu produzieren, was zu Schmutz und Gestank führt. Daher sollten die Besitzer:innen ihre Katze häufig waschen.
Trocknen: Trockne die Katze nach dem Bad mit einem weichen Handtuch.
tägliche Pflege: Zwischen den Bädern kannst du die Haut mit einem weichen, feuchten Tuch oder einem speziellen Tuch für Katzen abwischen, um überschüssiges Öl zu entfernen.
Sphynx Katze stinkt - was tun?
Wenn eine Sphynx-Katze riecht, liegt das meist an der Ansammlung von Körperölen und Schmutz in den Hautfalten. Die Lösung ist eine konsequente Pflegeroutine. Das Wichtigste ist, die Katze regelmäßig zu baden. Wenn der Geruch anhält, könnte es sich um eine Hautinfektion oder eine Ohrenentzündung handeln, die tierärztlich behandelt werden muss.
Wie oft muss ich meine Don Sphynx baden?
Die Häufigkeit des Badens hängt vom jeweiligen Felltyp der Don Sphynx ab:
haarlose Don Sphynx: Wenn die Katze komplett haarlos ist, muss sie genauso regelmäßig gebadet werden wie eine Kanadische Sphynx.
Don Sphynx mit Flaum oder Haaren: Bei diesen Varianten kann die Häufigkeit des Badens reduziert werden. Dennoch muss die Haut, insbesondere in den Falten, regelmäßig gereinigt werden.
Kann ich meine Sphynx-Katze ölen?
Ja, manche Züchter:innen und Halter:innen verwenden Öl, um die Haut der Sphynx zu pflegen – insbesondere, wenn sie zu Trockenheit neigt. Es sollte aber vorsichtig angewendet werden, da es auch Nachteile hat. Das Öl kann nämlich Schmutz anziehen und die Poren verstopfen.
Sprich vor der Anwendung eines Öls mit deinem/deiner Tierärzt:in. Es sollte nur ein für Katzen unbedenkliches und geeignetes Öl verwendet werden, zum Beispiel Kokosöl. Wenn sich eine fettige Schicht auf dem Körper der Sphynx bildet, kann dies zu Krankheiten und Infektionen führen.
Zahnpflege
Dies ist der wichtigste, aber auch am häufigsten vernachlässigte Punkt der Katzenpflege! Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und Zahnerkrankungen sind bei Katzen weit verbreitet. Sie verursachen starke Schmerzen und können zu schweren Folgeerkrankungen im ganzen Körper führen. Prävention ist hier alles.
Warum Zähneputzen? Regelmäßiges Zähneputzen ist die mit Abstand effektivste Methode, um Zahnbelag (Plaque) zu entfernen, bevor er zu hartem Zahnstein wird.
Wie geht das? Gewöhne deine Katze am besten schon als Kitten spielerisch an diese Prozedur.
Besorge eine spezielle Katzenzahnbürste (oder eine sehr weiche Babyzahnbürste) und eine für Katzen geeignete Zahnpasta mit Geschmack, zum Beispiel Leber oder Geflügel.
Lass sie zuerst nur die Paste vom Finger schlecken.
Im nächsten Schritt berührst du mit dem Finger sanft ihre Zähne.
Wenn das klappt, führst du die Zahnbürste ein und putzt vorsichtig die Außenseiten der Zähne.
Wie oft? Ideal wäre täglich, aber auch zwei- bis dreimal pro Woche ist schon ein großer Gewinn für die Gesundheit deiner Katze.
Ganz wichtig: Verwende niemals Zahnpasta für Menschen! Das darin enthaltene Fluorid und die Süßstoffe sind für Katzen giftig.
Sphynx-Katze mit dreckigen Ohren
Bild: Diana_Lazartseva | Pixabay
Ohrenpflege
Die Ohren einer gesunden Katze reinigen sich in der Regel von selbst. Deine Aufgabe ist es, sie regelmäßig zu kontrollieren. So sieht ein gesundes Ohr aus: Es ist blassrosa (außer bei pigmentierten Katzen), sauber und frei von starken Gerüchen.
Worauf musst du achten? Schau einmal pro Woche kurz in die Ohren. Achte auf übermäßiges Ohrenschmalz, Schmutz oder schwarze, krümelige Ablagerungen, die ein typisches Zeichen für Ohrmilben sind. Wenn deine Katze häufig den Kopf schüttelt oder sich an den Ohren kratzt, solltest du genauer hinsehen.
Wie reinigst du? Entferne sichtbaren Schmutz in der äußeren Ohrmuschel vorsichtig mit einem weichen, leicht angefeuchteten Tuch.
Absolutes Tabu: Verwende niemals Wattestäbchen (Q-Tips)! Du riskierst sonst, das empfindliche Trommelfell zu verletzen oder den Schmutz noch tiefer in den Gehörgang zu schieben. Bei Verdacht auf Milben oder eine Entzündung ist der/die Tierärzt:in dein:e Ansprechpartner:in.
Sphynx-Katzen haben oft schweißige Pfoten
Bild: Alina Vilchenko | Pexels
Krallenpflege
Eine aktive Katze, die Zugang zu guten Kratzmöglichkeiten hat, kümmert sich in der Regel selbst um ihre Krallenpflege.
Warum ist Kratzen wichtig? Durch das Wetzen an Kratzbäumen, -brettern oder -tonnen entfernen Katzen die äußeren, alten Krallenhülsen und halten ihre „Werkzeuge” scharf.
Wann musst du nachhelfen? Bei reinen Wohnungskatzen oder älteren, weniger aktiven Tieren kann es sein, dass sich die Krallen nicht ausreichend abnutzen. Wenn du hörst, dass die Krallen auf dem Parkett oder Laminat „klicken”, sind sie wahrscheinlich zu lang.
Wie schneidet man die Krallen?
Verwende eine spezielle Krallenschere oder einen Knipser für Katzen.
Drücke sanft auf den Ballen, damit die Kralle ausfährt.
Kürze nur die vorderste, durchsichtige Spitze.
Achte unbedingt auf den rosa schimmernden Teil der Kralle – das ist „das Leben”, der durchblutete und mit Nerven durchzogene Bereich. Wenn du hier hineinschneidest, verursacht das starke Schmerzen und Blutungen!
Tipp: Mache das Krallenschneiden zu einer stressfreien Routine. Beginne mit nur einer Kralle pro Tag und belohne deine Katze im Anschluss ausgiebig. Wenn du dir unsicher bist, lass es dir beim ersten Mal von deinem/deiner Tierärzt:in zeigen.
Sibirische Waldkatzen gelten als robuste Rasse.
Bild: Oleksand_Ra | Pixabay
Medizinische Besonderheiten bei der Sphynx
Blutgruppe B
Während die meisten Hauskatzen weltweit die Blutgruppe A haben, weist die Sphynx eine außergewöhnlich hohe Prävalenz der selteneren Blutgruppe B auf. Verschiedene Berichte und Studien zeigen eine Prävalenz von etwa 17 %.ᵇ
Die Blutgruppe B ist keine Krankheit, sondern eine genetische Eigenschaft, die jedoch in zwei spezifischen Situationen potenziell lebensbedrohliche Konsequenzen wie die Neonatale Isoerythrolyse und Transfusionsreaktionen haben kann. Der entscheidende Punkt sind die natürlichen Antikörper im Blut. Katzen mit der Blutgruppe A haben nur schwache Antikörper gegen die Blutgruppe B. Katzen mit Blutgruppe B hingegen haben von Natur aus sehr starke und aggressive Antikörper gegen die Blutgruppe A.
Diese starken Antikörper sind die Ursache für die folgenden Risiken:
1. Neonatale Isoerythrolyse (NI): Das Züchterrisiko
Dies ist die größte Gefahr bei der Zucht und der Grund, warum seriöse Züchter:innen die Blutgruppen ihrer Tiere kennen müssen.
das Szenario: Eine Mutterkatze mit Blutgruppe B wird von einem Kater mit Blutgruppe A gedeckt. Die Kitten können die Blutgruppe A vom Vater erben.
der Mechanismus: Die Mutterkatze gibt ihre starken Anti-A-Antikörper über die erste, extrem antikörperreiche Milch (das Kolostrum) an die neugeborenen Kitten weiter.
die Folge: Die Antikörper der Mutter greifen die roten Blutkörperchen der Kitten an und zerstören sie. Dies führt innerhalb der ersten Lebenstage zu Schwäche, Gelbsucht und oft zum schnellen Tod der Kitten. Dieses Phänomen wird auch als „Fading Kitten Syndrome” bezeichnet.
Verantwortungsvolle Züchter:innen lassen ihre Zuchttiere deshalb auf ihre Blutgruppe testen und planen Verpaarungen sorgfältig (so sollte eine B-Katze nur mit einem B-Kater verpaart werden). Sollte dennoch eine Risikoverpaarung erfolgen, muss diese gemanagt werden. Wenn eine B-Katze A-Kitten zur Welt bringt, müssen die Kitten in den ersten 16 bis 24 Stunden von der Mutter getrennt werden. In dieser Zeit werden sie mit Ersatzmilch versorgt, bis sie die gefährlichen Antikörper nicht mehr über den Darm aufnehmen können.
2. Transfusionsreaktionen: Das Besitzerrisiko
Dieses Risiko betrifft alle Sphynx, die im Laufe ihres Lebens eine Bluttransfusion benötigen könnten, beispielsweise nach einem Unfall oder bei einer schweren Krankheit.
das Szenario: Eine Sphynx mit der Blutgruppe B benötigt eine Bluttransfusion. Im Notfall wird ohne Test Spenderblut der häufigsten Blutgruppe A verwendet.
die Folge: Die starken Anti-A-Antikörper der Sphynx greifen die gespendeten Blutzellen daraufhin sofort massiv an. Dies führt zu einer sofortigen, oft tödlichen Abstoßungsreaktion (anaphylaktischer Schock) und zum Zusammenbruch des Kreislaufs.
Jede:r Sphynx-Besitzer:in sollte sich dieser Besonderheit bewusst sein und seine:n Tierärzt:in aktiv darauf hinweisen. Vor jeder Bluttransfusion muss bei einer Sphynx zwingend die Blutgruppe bestimmt werden. Dies ist ein einfacher und schneller Test, der Leben rettet.
Probleme bei der Geburt
Eine große, internetbasierte Umfrage unter Züchter:innen („Sphynx Kitten Information Project:”)ᵇ hat Daten geliefert, die Einblicke in die typischen Geburtsprobleme geben.
Basierend auf den Daten von 50 Würfen wurden folgende Schwierigkeiten dokumentiert:
Wurfgröße: Die durchschnittliche Wurfgröße liegt bei vier Kätzchen, was relativ wenig ist.
Totgeburtenrate: Die erfasste Rate an Totgeburten lag bei 5 %.
Kaiserschnittrate: In 7 % der Fälle war ein Kaiserschnitt notwendig. Dies zeigt, dass es immer wieder zu Geburtskomplikationen kommt, die einen chirurgischen Eingriff erfordern, um das Leben der Mutterkatze und ihrer Kitten zu retten.
angeborene Defekte: Bei 2,5 % der Würfe traten angeborene Fehlbildungen wie Gaumenspalten und Nabelbrüche auf.
Bild: Masha Koko | Unsplash
Gesundheit und rassetypische Krankheiten: Sind Sphynx-Katzen anfällig für Krankheiten?
Sphynx-Katzen sind aufgrund ihrer einzigartigen Merkmale anfällig für bestimmte gesundheitliche Probleme, die für die Haltung entscheidend sind. Die Abwesenheit eines Fells ist nicht nur ein optisches Merkmal, sondern auch die Hauptursache für die meisten gesundheitlichen Besonderheiten dieser Katzenrasse.
Temperaturempfindlichkeit: Ohne schützendes Fell kann die Sphynx ihre Körpertemperatur nur schwer halten. Sie ist anfällig für Kälte und Sonnenbrand. Daher muss sie ausschließlich in der Wohnung gehalten werden und benötigt in kühlen Räumen warme Kleidung.
Hautprobleme: Die Haut der Sphynx produziert Talg, der sich ohne Fell ansammelt und eine ölige Schicht bilden kann. Wenn die Haut nicht durch regelmäßiges Baden gereinigt wird, kann dies zu einem unangenehmen Geruch sowie zu Hautinfektionen, wie der Malassezia-Dermatitis, führen.
beeinträchtigte Sinneswahrnehmung: Das Fehlen von Schnurrhaaren (Vibrissen) beeinträchtigt ihre Sinneswahrnehmung und schränkt ihre Fähigkeit ein, sich zu orientieren und Entfernungen abzuschätzen. Die Zucht von vibrissenlosen Katzen gilt in Deutschland als Qualzucht.
Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über die Gesundheit der Sphynx. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist das Merkmal ausgeprägt²’³’⁴’⁵. Die Sphynx hat z.B. einen hohen Pflegeaufwand und eine geringe Lebenserwartung.
Ist die Sphynx eine Qualzucht?
Die Kanadische Sphynx ist nicht per se eine Qualzucht, allerdings können bestimmte Merkmale, die bei der Zucht auftreten oder angestrebt werden, als solche eingestuft werden. Das Hauptproblem sind die Vibrissen (Schnurrhaare). In Deutschland gilt die Zucht von Katzen, die erblich bedingt keine oder nur sehr verkümmerte Vibrissen besitzen, gemäß § 11b des Tierschutzgesetzes als Qualzucht.
Warum? Vibrissen sind für Katzen unverzichtbare Sinnesorgane. Ohne sie ist eine Katze in ihrer Orientierung stark beeinträchtigt. Sie kann Abstände nicht richtig einschätzen und stößt im Dunkeln oft an Hindernisse. Züchter:innen, die gezielt auf das Fehlen von Schnurrhaaren züchten, handeln somit tierschutzwidrig. Sie schränken die Sinneswahrnehmung der Tiere dauerhaft und unnötig ein.
Obwohl die Haarlosigkeit der Sphynx in Deutschland nicht unter dem Begriff der Qualzucht verboten ist, betrachten viele Tierärzt:innen, Katzenliebhaber:innen und Tierschützer:innen diese Rasse aufgrund der damit verbundenen tierschutzwidrigen Folgen als problematisch. Ohne ihr natürliches Fell ist die Katze nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur selbst zu regulieren. Sie kann sich nicht vor Kälte, Hitze oder Verletzungen schützen und ist auf ständige menschliche Fürsorge sowie Hilfsmittel wie Kleidung angewiesen. Dieses Defizit ihrer artgerechten Bedürfnisse betrachten viele als Verstoß gegen den Tierschutz.
Was bedeutet Qualzucht? Laut Tierschutzgesetz (§ 11b) ist es verboten, Tiere so zu züchten, dass bei den Nachkommen mit Schmerzen, Leiden oder Schäden zu rechnen ist. Eine Qualzucht liegt also vor, wenn ein bestimmtes Schönheitsideal (z.B. eine extrem flache Nase, gefaltete Ohren oder Haarlosigkeit) über die Gesundheit und das Wohlbefinden des Tieres gestellt wird.
Beispiele für Qualzucht-Merkmale bei anderen Rassen:
Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit): Die extrem flachen Gesichter mancher Sphynx- oder Exotisch-Kurzhaar-Linien führen zu verengten Atemwegen, ständig tränenden Augen und Zahnfehlstellungen.
Knickohren (Fold-Gen): Das für die gefalteten Ohren der Sphynx verantwortliche Gen verursacht zwangsläufig die unheilbare und schmerzhafte Knochen- und Knorpelerkrankung Osteochondrodysplasie (OCD).
Schwanzlosigkeit (Manx-Gen): Das Fehlen des Schwanzes kann zu schweren Missbildungen der Wirbelsäule, zu Nervenschäden und zu Inkontinenz führen. Zudem wird das natürliche Springverhalten der Katze eingeschränkt.
extrem dichtes Fell: Katzen mit langem und dichtem Fell, insbesondere mit viel Unterwolle, können sich nicht artgerecht selbst pflegen. Sie sind vollständig von der täglichen Pflege durch den Menschen abhängig. Betroffen sind bspw. Sphynx und moderne Zuchtlinien der Britisch Kurzhaar.
Haarlosigkeit: Wenn Katzen kein Fell haben, beispielsweise Sphynx-Katzen, sind sie nicht mehr vor Kälte, Sonnenbrand und Verletzungen geschützt. Ihre Fähigkeit zur Thermoregulation ist stark eingeschränkt. Zudem sind die Tiere oft auf unnatürliche und für sie stressige Pflegemaßnahmen wie regelmäßiges Baden angewiesen, um Hautprobleme durch übermäßige Talgproduktion zu vermeiden.
deformierte oder fehlende Schnurrhaare: Schnurrhaare (Vibrissen) sind für Katzen lebenswichtige Sinnesorgane zur Orientierung, zur Messung von Öffnungen und zur Jagd. Gekräuselte, brüchige oder fehlende Schnurrhaare (wie bei manchen Rex- oder Nacktkatzen) bedeuten eine massive sensorische Einschränkung und behindern die Katze in ihrem artgerechten Verhalten.
Zwergwuchs: Die extrem kurzen Beine (zum Beispiel bei der Munchkin-Katze) sind die Folge eines Gendefekts, der die Knorpelentwicklung stört. Dies schränkt die natürliche Bewegungsfähigkeit der Katze – Rennen, Springen und Klettern – massiv ein und erhöht das Risiko für schmerzhafte Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (zum Beispiel Arthrose oder Lordose).
Die Verantwortung liegt bei den Käufer:innen. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Solange Käufer:innen bereit sind, für das „niedliche” Aussehen der Faltohrkatzen zu bezahlen, wird es Züchter:innen geben, die diese Tiere produzieren. Wir raten daher davon ab, sich eine Sphynx anzuschaffen, und empfehlen stattdessen, auf robustere Rassen wie die Europäisch Kurzhaar zurückzugreifen.
Sphynx-Katze ohne Schnurrhaare
Bild: CC0 Public Domain | PxHere
Haarlosigkeit als Qualzuchtmerkmal
Viele Menschen betrachten Haarlosigkeit bei Katzen als Qualzuchtmerkmal, da sie die artgerechte Lebensweise der Tiere erheblich einschränkt und zu gesundheitlichen Problemen führt. In Deutschland gibt es zwar kein generelles Verbot der Zucht von haarlosen Katzen, die gezielte Zucht von Tieren ohne Schnurrhaare (Vibrissen) ist jedoch gesetzlich verboten.
Die Auswirkungen der Haarlosigkeit umfassen mehrere Bereiche:
fehlende Schutzfunktion: Das Fell dient einer Katze als natürliche Schutzschicht. Ohne diese ist das Tier schutzlos gegenüber Umwelteinflüssen. Die Katze kann ihre Körpertemperatur nicht selbstständig regulieren und ist ständig von Unterkühlung oder Überhitzung bedroht. Zudem ist ihre ungeschützte Haut sehr anfällig für Sonnenbrand und kleinere Verletzungen wie Kratzer.
Hygieneprobleme: Die Haut der Katze produziert weiterhin natürliche Öle (Talg). Da diese nicht vom Fell aufgenommen werden, sammeln sie sich auf der Haut an. Dies kann nicht nur zu einem unangenehmen Geruch führen, sondern begünstigt auch Hautinfektionen, die in den Falten und am ganzen Körper auftreten können.
eingeschränkte Sinneswahrnehmung: Betrifft die Haarlosigkeit auch die Schnurrhaare (Vibrissen), ist die Katze in ihrer Orientierung massiv beeinträchtigt. Vibrissen sind nämlich entscheidend für die Wahrnehmung von Abständen, die Orientierung im Dunkeln und das Vermeiden von Hindernissen. Das Fehlen dieser Sinnesorgane bedeutet eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität.
Aus Tierschutzsicht ist das Tier durch die Haarlosigkeit in seiner Autonomie eingeschränkt. Es kann nicht mehr auf natürliche Weise überleben und ist fortan auf ständige menschliche Fürsorge angewiesen, um seine grundlegenden Körperfunktionen aufrechtzuerhalten und sich zu schützen.
Bambino-Katze (Mitte) neben Sphynx-Katzen, alle ohne Schnurrhaare
Bild: Jaroslaw Kurek | Shutterstock
Zwergwuchs als Qualzuchtmerkmal
Die Zucht von Katzen mit Zwergwuchs, wie beispielsweise der Bambino-Katze und der Munchkin, gilt in Deutschland und vielen anderen Ländern als Qualzucht. Dieses Merkmal, das durch verkürzte Beine gekennzeichnet ist, beeinträchtigt die Tiere so stark in ihrer Lebensweise, dass es unnötiges Leid verursacht.
Die Zucht von Tieren mit Zwergwuchs ist gemäß § 11b des Tierschutzgesetzes verboten, da es sich um eine erblich bedingte Einschränkung handelt, die den artgemäßen Gebrauch der Gliedmaßen unmöglich macht.
Zwergwuchs ist nicht nur ein kosmetisches Detail, sondern hat schwerwiegende gesundheitliche Folgen für die betroffenen Tiere. Auswirkungen des Zwergwuchses auf die Katze:
eingeschränkte Mobilität: Katzen sind von Natur aus athletische Tiere, die rennen, springen und klettern. Die kurzen Beine des Zwernwuchses schränken diese natürlichen Bewegungsabläufe massiv ein. Viele Tiere können nicht normal springen oder schnell rennen, was ihre Fähigkeit zur Bewegung und zum Spiel stark beeinträchtigt.
Skelett- und Gelenkprobleme: Zwergwuchs ist eine Folge von Fehlentwicklungen der Knochen und des Knorpels. Dies führt zu einer unnatürlichen Belastung der Gelenke und der Wirbelsäule. Häufige Folgen sind Arthrose (Gelenkverschleiß) im frühen Alter sowie Fehlstellungen der Wirbelsäule (wie Lordose oder Skoliose), die zu chronischen Schmerzen führen.
chronische Schmerzen: Die Fehlbelastungen und Gelenkveränderungen verursachen den Katzen lebenslange Schmerzen. Ein ruhiges oder scheinbar faules Verhalten kann ein Zeichen dafür sein, dass das Tier versucht, Schmerzen zu vermeiden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zucht von Katzen mit Zwergwuchs absichtlich Tiere mit einer genetischen Behinderung hervorbringt, die zu lebenslangem Leid und der Unfähigkeit führt, sich artgerecht zu bewegen.
Bild: Dmitry Makeev | Wikimedia Commons
Welche Krankheiten können Sphynx-Katzen bekommen?
Basierend auf veterinärmedizinischen Studienᵇ sind dies die wichtigsten rassetypischen Krankheiten und Anfälligkeiten:
Die wichtigsten Erbkrankheiten:
Alopecia universalis: Die Haarlosigkeit ist selbst eine genetisch bedingte Veranlagung, für die die Rasse selektiert wurde. Es besteht keine Verbindung zu anderen Anomalien der Hautanhangsgebilde.
Neonatale Isoerythrolyse (NI): Aufgrund des Vorkommens der Blutgruppe B bei dieser Rasse besteht ein erhöhtes Risiko für diese lebensgefährliche Immunreaktion bei neugeborenen Kitten. Ein Risiko für NI besteht, wenn eine Katze mit Blutgruppe B mit einem Kater mit einer anderen Blutgruppe verpaart wird. Eine Umfrage ergab, dass 16 % aller Paarungen ein solches Risiko bergen.
Weitere Krankheitsanfälligkeiten:
Transfusionsreaktionen: Katzen mit der Blutgruppe B (die bei der Sphynx-Rasse mit einer Häufigkeit von 17 % vorkommt) haben ein erhöhtes Risiko für schwere allergische Reaktionen bei Bluttransfusionen.
Malassezia-Dermatitis: Eine Anfälligkeit für diese Pilzinfektion, insbesondere im Bereich der Krallen (Paronychie), besteht. Eine regelmäßige Pflege ist hier essenziell.
Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): Es gibt anekdotische Berichte über das Vorkommen dieser Herzkrankheit bei dieser Rasse. Sie gilt jedoch nicht als erwiesene rassetypische Krankheit, da es an wissenschaftlichen Beweisen fehlt.
Sphynx Katze mit Hautproblemen im Gesicht
Bild: lory12nicoleta40 | Pixabay
Krankheiten erkennen: Auf welche Symptome muss ich bei der Sphynx achten?
Aufgrund ihrer einzigartigen Merkmale ist es wichtig, die Sphynx genau zu beobachten, um mögliche gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen. Achte besonders auf die folgenden Symptome:
Rötungen oder Ausschlag: Rötliche, entzündete Stellen können auf Sonnenbrand, eine allergische Reaktion oder eine Hautinfektion hinweisen.
starker Geruch: Ein ranziger oder unangenehmer Geruch deutet darauf hin, dass die Haut nicht ausreichend gereinigt wird und sich Talg ansammelt.
Zittern: Zittern ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Katze friert und ihre Körpertemperatur nicht selbstständig halten kann.
viel Ohrenschmalz: Die großen Ohren der Sphynx produzieren viel Ohrenschmalz. Dunkle, klebrige Ablagerungen oder ein unangenehmer Geruch können auf eine Ohrenentzündung hinweisen.
tränende oder gerötete Augen: Dies kann ein Zeichen für eine Entzündung oder verstopfte Tränenkanäle sein.
Mundgeruch: Ein starker Mundgeruch kann auf Zahnfleischentzündungen oder andere Zahnprobleme hindeuten.
Schwierigkeiten beim Fressen: Wenn die Katze zögerlich frisst oder Futter fallen lässt, können Schmerzen im Maul die Ursache sein.
Lethargie: Eine Sphynx ist von Natur aus aktiv und neugierig. Plötzliche Müdigkeit oder ein vermindertes Interesse am Spielen können ein Warnsignal sein.
Gewichtszu- oder -abnahme: Veränderungen des Appetits oder des Gewichts können auf Stoffwechselprobleme, Verdauungsstörungen oder andere Krankheiten hindeuten.
Was tun, wenn Symptome auftreten?
Du bemerkst ein Symptom bei deiner Katze und fragst dich: „Ist das ein Notfall oder nur eine Kleinigkeit?” Bevor du sofort in die Tierarztpraxis fährst oder abwartest und dir Sorgen machst, gibt es eine moderne erste Anlaufstelle.
Telemedizinische Angebote wie der von Tierärzt:innen entwickelte confidu Diagnose Finder helfen dir, die Situation sofort einzuschätzen.
bei leichten Problemen: Du erhältst eine tierärztliche Anleitung, wie du deiner Katze bei Symptomen wie leichtem Durchfall oder Erbrechen selbst helfen kannst – oft reichen schon eine Schonkost oder einfache Hausmittel.
zur Ursachenforschung: Du kannst direkt einen Labortest für eine Kotprobe anfordern, um der Ursache selbst auf den Grund zu gehen.
bei ernsten Anzeichen: Stuft der Diagnose Finder die Symptome als ernsthaft ein, erhältst du die klare Empfehlung, umgehend eine Tierarztpraxis aufzusuchen.
So erhältst du sofort eine verlässliche Orientierung, vermeidest unnötige Praxisbesuche bei Kleinigkeiten und stellst sicher, dass du bei echten Notfällen keine wertvolle Zeit verlierst.
Wie kann ich Krankheiten vorbeugen?
Als verantwortungsvolle:r Halter:in kannst du aktiv dazu beitragen, das Risiko für viele Krankheiten zu minimieren und die Lebensqualität deiner Katze entscheidend zu verbessern. Die folgenden Punkte sind die Grundpfeiler einer jeden guten Gesundheitsvorsorge.
Impfungen: Eine solide Grundimmunisierung gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen und Katzenseuche ist der grundlegende Schutz für jede Katze und sollte niemals vernachlässigt werden.
Parasitenschutz: Ein konsequenter Schutz vor Parasiten wie Flöhen, Zecken und Würmern ist unerlässlich, um Folgeerkrankungen wie Hautentzündungen oder einen starken Wurmbefall zu vermeiden.
gesunde Ernährung: Eine artgerechte und hochwertige Ernährung mit einem hohen Fleischanteil bildet die Basis für ein starkes Immunsystem und beugt ernährungsbedingten Krankheiten vor.
Bewegung und Beschäftigung: Tägliche Spieleinheiten und eine anregende Umgebung mit Klettermöglichkeiten halten deine Katze körperlich fit, geistig ausgelastet und helfen dabei, Übergewicht zu verhindern.
regelmäßige Pflege: Durch routinemäßige Pflege, insbesondere das Zähneputzen, erkennst du Veränderungen am Körper deiner Katze frühzeitig und beugst schmerzhaften Erkrankungen vor.
Stress minimieren: Ein stabiles, harmonisches Umfeld mit festen Routinen und sicheren Rückzugsorten reduziert chronischen Stress, der das Immunsystem schwächen und Krankheiten auslösen kann.
tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen: Ein jährlicher Gesundheits-Check-up in der Tierarztpraxis, auch wenn deine Katze gesund erscheint, ist unerlässlich, um einen professionellen Blick auf ihren Zustand zu werfen und eine Basis für zukünftige Vergleiche zu schaffen.
Lilien sind ein schönes Fotomotiv, aber hochgiftig für Katzen.
Bild: Diana_Lazartseva | Pixabay
Wie kann ich Unfällen und Vergiftungen vorbeugen?
Eine katzensichere Wohnung ist die beste Lebensversicherung für deine neugierige Katze und schützt sie vor den häufigsten Gefahren des Alltags.
Fenster und Balkone: Sichere gekippte Fenster mit einem speziellen Schutz und statte Balkone mit einem Katzennetz aus, um tödliche Stürze zu verhindern.
giftige Pflanzen: Verbanne alle für Katzen giftigen Zimmerpflanzen, insbesondere hochtoxische Lilien, vollständig aus deinem Haushalt und von deinem Balkon. Im Gift-Lexikon von confidu findest du eine Übersicht sowie detaillierte Beschreibungen der häufigsten Giftpflanzen und weitere Giftstoffe für Hunde und Katzen.
gefährliche Substanzen: Bewahre Putzmittel, Medikamente, Chemikalien und Frostschutzmittel immer außer Reichweite in fest verschlossenen Schränken auf.
menschliche Lebensmittel: Gib deiner Katze niemals für sie giftige menschliche Lebensmittel wie Schokolade, Zwiebeln oder Weintrauben und lasse Essensreste nicht offen stehen.
kleine Gegenstände und Schnüre: Lasse niemals Schnüre, Wollfäden, Haargummis oder kleine Plastikteile unbeaufsichtigt herumliegen, da diese verschluckt zu einem lebensgefährlichen Darmverschluss führen können.
Haushaltsgeräte: Kontrolliere vor dem Start immer die Trommel von Waschmaschine und Trockner, da diese bei Katzen beliebte, aber lebensgefährliche Verstecke sind.
Absicherung: Welche Versicherung braucht die Sphynx?
Aufgrund ihrer rassetypischen Besonderheiten ist eine Versicherung für die Sphynx eine sinnvolle finanzielle Absicherung. Sie kann dabei helfen, unerwartet hohe Tierarztkosten abzudecken. Grundsätzlich gibt es drei Arten von Versicherungen, die für eine Sphynx infrage kommen:
Tierkrankenversicherung: Dies ist die umfassendste Option. Sie deckt die Kosten für tiermedizinische Behandlungen bei Krankheiten und Verletzungen einschließlich diagnostischer Maßnahmen, Medikamenten und stationärer Aufenthalte. Für die Sphynx ist diese Versicherung besonders empfehlenswert, da sie die Kosten für die Behandlung von Hautproblemen (z.B. Malassezia-Dermatitis) oder Herzproblemen (HCM) sowie anderer rassetypischer Erkrankungen übernimmt.
Tier-OP-Versicherung: Diese Versicherung ist eine kostengünstigere Alternative zur Tierkrankenversicherung. Sie deckt ausschließlich die Kosten für Operationen und die damit verbundenen Behandlungen ab. Somit sind Sie vor den teuersten Eventualitäten wie Unfällen oder chirurgischen Eingriffen geschützt.
Tierhalterhaftpflichtversicherung: Eine Tierhalterhaftpflichtversicherung ist für die Absicherung von Schäden gedacht, die Ihre Katze bei Dritten anrichtet. Obwohl Katzen seltener Schäden verursachen als Hunde, kann es sinnvoll sein, sich abzusichern, falls Ihre Sphynx beispielsweise Eigentum beschädigt.
Aufgrund der speziellen Bedürfnisse und medizinischen Besonderheiten dieser Rasse ist eine Tierkrankenversicherung die beste Wahl. Angesichts der Anfälligkeit für Hautkrankheiten und der möglichen Herzerkrankungen kann sie dabei helfen, die oft hohen Kosten für tierärztliche Behandlungen zu kontrollieren und sicherzustellen, dass Ihre Katze immer die beste medizinische Versorgung erhält.
Sphynx Kitten
Bild: mjlovesmm | Pixabay
Lebensphasen: So altert die Sphynx
Wie lange lebt eine Sphynx-Katze?
Hier muss zwischen zwei Werten unterschieden werden: der potenziellen Lebenserwartung unter optimalen Bedingungen und dem statistischen Median einer großen Population.
Unter idealen Bedingungen wird für die Sphynx eine relativ niedrige Lebenserwartung von 8 bis 14 Jahren angegeben.
Der statistische Median aus einer sehr großen wissenschaftlichen Studie in Großbritannien ergab jedoch nur einen Medianwert von 6,68 Jahren.² Das bedeutet, 50 % der in der Studie erfassten Sphynx-Katzen starben, bevor sie 6,68 Jahre alt wurden und 50 % der in der Studie erfassten Sphynx-Katzen starben, nachdem sie 6,68 Jahre alt geworden waren. Der Median aus einer solchen Studie ist ein ungeschönter „Realitäts-Check”. Er berücksichtigt alle Todesursachen in einer großen, gemischten Population und nicht nur die idealen Fälle.
Die vergleichsweise geringe Lebenserwartung der Sphynx kann auf eine Reihe von Faktoren zurückgeführt werden, die mit den spezifischen Merkmalen und Zuchtpraktiken der Rasse zusammenhängen. Die Haarlosigkeit selbst ist zwar nicht tödlich, bringt jedoch eine Reihe von gesundheitlichen Herausforderungen mit sich, die die Lebensdauer beeinflussen können.
hoher Stoffwechsel und Mangelernährung: Um ihre Körpertemperatur aufrechtzuerhalten, haben Sphynx-Katzen einen sehr hohen Stoffwechsel. Wenn dieser erhöhte Energiebedarf nicht durch eine konsequente und hochwertige Fütterung gedeckt wird, kann es zu Mangelerscheinungen und Gesundheitsproblemen kommen.
Hautprobleme: Die Anfälligkeit für Hautinfektionen, wie die Malassezia-Dermatitis, erfordert eine konsequente und oft aufwändige Pflege. Unbehandelte oder chronische Hautprobleme können die Lebensqualität und die allgemeine Gesundheit beeinträchtigen.
Atemwegserkrankungen: Die fehlende Behaarung macht die Rasse anfälliger für Atemwegsinfektionen, insbesondere bei Zugluft oder in kühlen Umgebungen.
Vibrissen (Schnurrhaare): Bei Katzen, denen Schnurrhaare fehlen oder die stark verkümmerte haben, sind die Orientierung und die Fähigkeit, sich in der Umgebung zurechtzufinden, stark eingeschränkt. Dies erhöht das Risiko für Verletzungen.
Neben diesen rassetypischen Merkmalen können auch genetische Dispositionen zu einer geringeren Lebenserwartung beitragen.
Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): Es gibt anekdotische Hinweise auf ein erhöhtes Vorkommen dieser Herzkrankheit bei der Sphynx, obwohl dies nicht wissenschaftlich gesichert ist. Eine unerkannte oder unbehandelte HCM kann zu einem plötzlichen Herztod führen.
Zuchtpraktiken: Der niedrige statistische Median der Studie kann auch auf Tiere aus unseriösen Zuchten zurückzuführen sein, bei denen weniger Wert auf Gesundheit und genetische Vielfalt gelegt wird. Solche Katzen sind anfälliger für Krankheiten und haben oft eine kürzere Lebenserwartung.
Wann sind Sphynx ausgewachsen?
Hier muss zwischen körperlicher und geistiger Reife unterschieden werden:
Körperlich erreicht eine Sphynx ihre volle Größe und ihr endgültiges Gewicht in der Regel mit etwa 12 Monaten. Oft festigen sich ihre Persönlichkeit und ihr Charakter erst vollständig, wenn sie zwei bis drei Jahre alt ist. Die Phase dazwischen kann als ihre „Teenager-Zeit” bezeichnet werden, in der sie noch sehr verspielt und manchmal auch etwas stürmisch ist.
Ab wann ist eine Sphynx ein Senior?
Die Sphynx gilt ab 9 - 13 Jahren als Senior. Ab 13 Jahren erreicht sie die geriatrische Lebensphase. Wenn deine Katze ein höheres Alter erreicht, sind einige liebevolle Anpassungen nötig, um ihre veränderte körperliche und geistige Fitness auszugleichen und ihr einen komfortablen und würdevollen Lebensabend zu ermöglichen:
Barrierefreiheit schaffen: Was früher ein Katzensprung war, kann nun eine Hürde sein. Erleichtere deiner Katze den Zugang zu ihren Lieblingsplätzen (Fensterbank, Sofa) mit kleinen Rampen oder Hockern, die als Stufe dienen. Eine Katzentoilette mit niedrigem Einstieg schont die Gelenke.
Ernährung anpassen: Wechsle zu einem hochwertigen Senior-Futter. Dieses ist oft kalorienreduziert, um Übergewicht vorzubeugen. Es enthält hochverdauliche Proteine, die die Nieren schützen, und ist mit Nährstoffen angereichert, die die Gelenke unterstützen. Für ältere Katzen mit eventuellen Zahnproblemen ist Nassfutter oft angenehmer zu fressen.
intensiviere die Gesundheitsvorsorge: Der jährliche Gesundheits-Check-up wird nun zum halbjährlichen Senioren-Check-up. Eine regelmäßige Blutuntersuchung ist jetzt entscheidend, um altersbedingte Krankheiten wie Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenüberfunktion frühzeitig zu erkennen.
Pflege unterstützen: Arthrose kann die Fellpflege erschweren. Hilf deiner Katze deshalb mit sanften Bürsten-Einheiten, ihr Fell sauber und filzfrei zu halten. Achte auch vermehrt auf die Krallen, die sich eventuell nicht mehr so gut abnutzen.
Ruhe und Komfort bieten: Ein Senior schläft mehr und schätzt seine Ruhe. Sorge deshalb für viele warme, weiche und zugluftfreie Schlafplätze. Eine Heizdecke oder ein Wärmekissen werden oft dankbar angenommen.
Spiel und Geist fit halten: Die wilden Jagdspiele werden weniger, aber geistige Anregung bleibt wichtig. Biete ihm ruhigere Spiele am Boden an, nutze Fummelbretter oder gönne ihm einfach mehr Zeit für gemütliche Schmuse- und Kuscheleinheiten.
Kastration: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Die Kastration ist kein optionaler, sondern ein fundamentaler und unverzichtbarer Bestandteil einer verantwortungsvollen Katzenhaltung.
Idealerweise erfolgt die Kastration vor der Geschlechtsreife, die je nach Katze zwischen dem 4. und 9. Lebensmonat eintritt. Die meisten Tierärzt:innen empfehlen eine Kastration im Alter von etwa 5 bis 8 Monaten. Viele Tierheime und Züchter:innen praktizieren die sogenannte Frühkastration (bereits mit 10 bis 14 Wochen). Diese ist nachweislich sicher und hat viele Vorteile.
Ein wichtiger Mythos ist die Vorstellung, eine Katze müsse „einmal rollig werden” oder „einmal Junge bekommen”. Dies ist ein rein menschlicher Gedanke, der keinerlei gesundheitlichen oder psychologischen Nutzen für das Tier hat – im Gegenteil, er birgt nur Risiken.
Das confidu Katzenrassen-Lexikon wird von unseren Tierärzt:innen nach aktuellem wissenschaftlichen Standard mithilfe von aktueller Literatur und neuesten Studien verfasst.
Quellen:
a The Cat Encyclopedia: The Definitive Visual Guide, Dorling Kindersley, 2014 Dorling Kindersley Limited
b Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds, J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia
1 Zur Beurteilung des Verhaltens wurden verschiedene Merkmale berücksichtigt, darunter Aktivitätslevel, Verspieltheit, Gelehrigkeit, Intelligenz, Vokalisieren und Lautstärke, Selbstständigkeit, Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Verträglichkeit mit Kindern und Verträglichkeit mit Haustieren. Jede Katzenrasse wurde anhand dieser Eigenschaften auf einer Skala von 1 (am wenigsten ausgeprägt) bis 10 (am stärksten ausgeprägt) bewertet. (Quelle: Encyclopedia of Cat Breeds, 2nd Edition by J. Anne Helgren, April 2013)
2 Die Lebenserwartung wurde in Anlehnung an "Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds", J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia sowie "Life tables of annual life expectancy and risk factors for mortality in cats in the UK", Kendy Tzu-yun Teng et al., Februar 2024, Journal of Feline Medicine and Surgery erstellt.
3 Die Gesundheitsparameter Anfälligkeit für Krankheiten, Auftreten von Erbkrankheiten und Anfälligkeit für Übergewicht wurden in Anlehnung an "Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds", J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia erstellt.
Die Klassifizierung der Krankheitsanfälligkeit basiert auf der Anzahl und Häufigkeit von Krankheiten.
Basierend auf der durchschnittlichen Anzahl von Krankheiten pro Rasse wurde eine Einteilung in 10 Klassen vorgenommen. Rassen, bei denen 0-10 Krankheiten auftreten, werden der Klasse 1 zugeordnet, Rassen mit mehr als 90 Krankheiten der Klasse 10.
Abhängig von der Häufigkeit des Auftretens der Krankheiten wurde eine weitere Einteilung in 10 Klassen vorgenommen. Dazu wurden alle bekannten Häufigkeiten pro Rasse addiert und das Minimum (Summe aller Häufigkeiten, 1) berechnet. Daraus wurde eine Klasse zwischen 1 (Wert liegt zwischen 0-10%) und 10 (Wert liegt über 90%) gebildet.
Aus den beiden Klassen (Anzahl der Erkrankungen und Häufigkeit der Erkrankungen) ergibt sich die Gesamteinstufung der Krankheitsanfälligkeit als Maximum.
Die Einstufung der Erbkrankheiten erfolgt analog zur Einstufung der Krankheitsanfälligkeit.
4 Die Einstufung hinsichtlich der Qualzuchtmerkmale erfolgt auf der Grundlage der Anzahl und Ausprägung der Qualzuchtmerkmale, die in einer Rasse häufig auftreten. Dazu gehören Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit), Knickohren (Fold-Gen), Schwanzlosigkeit (Manx-Gen), extrem dichtes Fell, Haarlosigkeit, deformierte oder fehlende Schnurrhaare, Zwergwuchs, Vielfingrigkeit, helle Fell- und Augenfarbe. Rassen mit einem Qualzuchtmerkmal wurden in Klasse 4, Rassen mit 2 Merkmalen in Klasse 7 und Rassen mit 3 und mehr oder stark das Leben beeinträchtigenden Merkmalen in Klasse 10 eingestuft. Als Quelle wurde https://www.bundestieraerztekammer.de/tierhalter/qualzuchten/ verwendet.
5 Der Pflegeaufwand wurde "The Cat Encyclopedia, Dorling Kindersley", First American Edition, DK, 2014 entnommen. Ein besonders hoher Pflegeaufwand wurde mit maximal 10 Punkten bewertet, ein besonders niedriger mit einem Punkt. Dies setzt sich wie folgt zusammen: Die Angabe zur Fellpflege wurde in maximal 6 Punkte umgewandelt, wobei wöchentlich 1 Punkt, wöchentlich bis 2–4-mal wöchentlich 2 Punkte, wöchentlich bis täglich 3 Punkte , 2–4-mal wöchentlich 4 Punkte, 2–4-mal wöchentlich bis täglich = 5 Punkte und täglich 6 Punkte entspricht. Zusätzliche Punkte wurden für eine erforderliche Augenpflege vergeben: 1 Punkt, wenn regelmäßige Augenpflege nötig, und 2 Punkte, wenn täglich Augenpflege nötig ist. Für eine über das normale Maß hinausgehende Pflege von Krallen, Zähnen, Ohren oder Haut gibt es zusätzlich maximal 2 Punkte.