Lexikon der Katzenrassen

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Tauche ein in detaillierte Rasseporträts und entdecke alles über Wesen, Erscheinungsbild und Herkunft der eleganten Samtpfoten. Finde fundierte Ratgeber-Artikel zur optimalen Ernährung, liebevollen Pflege und zum Verständnis des Katzenverhaltens.

Egal, ob du die perfekte Katzenrasse für deinen Lebensstil finden oder dein Wissen über deinen treuen Begleiter vertiefen möchten – hier wirst du fündig.

Russisch Blau

Elegante Katze mit dem silbergrauen Fell

Titelbild: Nickolas Titkov | Wikimedia Commons

Rasseprofil

Körpergröße: mittel

Gewicht: 3 - 5,5 kg

Farbe: Grau mit silbrigem Glanz

Fell: kurz, dicht, weich, plüschig, doppelt

Charakter: freundlich, sanft, intelligent, verspielt, neugierig

Anspruch an Haltung: gering

Lebenserwartung: 15 - 20 Jahre (Medianwert laut Studie jedoch nur 9,65 Jahre²)

Anerkennung durch Verbände: FIFe, CFA, TICA, WCF

Herkunft: Russland

Synonym: Archangelsk Katze

Spitzname: Blaues Wunder, Russenkätzchen

Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über die Eigenschaften der Russisch Blau. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist die Eigenschaft ausgeprägt¹’²’³’⁴’⁵. Die Russisch Blau ist z.B. sehr selbstständig und nicht krankheitsanfällig.

Russisch Blau sind mittelgroße, graue Katzen mit grünen Augen.

Bild: Doug Miller | Wikimedia Commons

Aussehen: Wie sieht eine Russisch Blau aus?

Die Russisch Blau ist eine mittelgroße Katze, deren Aussehen von Eleganz und Anmut geprägt ist. Sie wiegt zwischen 3 und 5,5 kg, wobei die Kater in der Regel größer sind als die Katzen.

Ihr einzigartiges Fell ist ein herausragendes Merkmal. Es ist sehr dicht, kurz und doppelt mit einer plüschigen und seidigen Textur. Die einzige akzeptierte Farbe ist ein unverwechselbares Blau-Grau. Der besondere silberne Schimmer entsteht durch die silberne Tippung der Grannenhaare (Deckhaare), wobei ein hellerer Grundton bevorzugt wird. Weiße Haare im Fell sind nicht erlaubt. Junge Kätzchen können manchmal eine schwache Tabby-Zeichnung haben, die jedoch mit der Zeit verschwindet. Die Nasenspiegel sind grau und die Ballen zeigen Lavendel- bis Mauve-Töne.

Russisch Blau Kitten

Bild: ruskis | Wikimedia Commons

Sie hat einen geschmeidigen, langen und schlanken Körper. Ihr Knochenbau ist fein, die Beine sind lang und die Pfoten sind klein und oval. Der Kopf hat eine mittlere Keilform mit einer geraden, langen Nase. Der Fang ist stumpf und hat keinen „Break” (Absatz), was zu einem flachen Profil führt. Die ovalen Augen sind weit auseinandergesetzt und haben eine lebendige grüne Farbe. Bei Kätzchen ist die Augenfarbe anfangs gelblich und entwickelt sich erst mit etwa zwei Jahren zu ihrem vollen, leuchtenden Grün. Die Ohren sind groß, weit auseinanderliegend, haben wenig Haare und sind an den Spitzen leicht abgerundet.

Wie unterscheiden sich die Rassen Russisch Blau, Kartäuser und Britisch Kurzhaar?

Diese drei Rassen werden oft verwechselt, da sie alle die Farbvariante „Blau“ aufweisen. Es gibt jedoch deutliche Unterschiede in Bezug auf Körperbau, Fellstruktur und Kopf-/Gesichtsform. Im Folgenden sind die wichtigsten Merkmale aufgeführt, anhand derer sich die Rassen voneinander unterscheiden lassen:

1. Russisch Blau

  • Körperbau: sehr schlank, elegant und graziös. Es ist eine mittelgroße Katze mit einem feinen Knochenbau. Die Beine sind lang und die Pfoten sind klein und oval. Ihr Gang ist leicht und fast schwebend.

  • Fell: Das Fell ist kurz, sehr dicht und plüschig. Es handelt sich um ein doppeltes Fell, das vom Körper absteht. Die Textur fühlt sich extrem weich, fast wie Samt, an. Die Fellfarbe ist ein klares Blau mit einem auffälligen, silbernen Schimmer, der durch die Silbertippung an den Spitzen jedes einzelnen Haares entsteht.

  • Kopf und Gesichtsform: Der Kopf ist keilförmig und länglich. Das Profil ist gerade und die Ohren sind groß und spitz. Der leicht nach oben gezogene Mundwinkel verleiht ihr einen charakteristischen „lächelnden” Ausdruck.

  • Augenfarbe: Die Augenfarbe ist ein leuchtendes, sattes Smaragdgrün. Dies ist das wichtigste und unverwechselbare Merkmal der Russisch Blau.

Kartäuser-Kater

Bild: 4028mdk09| Wikimedia Commons

2. Kartäuser (Chartreux)

  • Körperbau: Der Körper ist robust, kräftig und muskulös. Er ist stämmiger als der der Russisch Blau, aber nicht so kompakt wie der der Britisch Kurzhaar. Oft wird sie als „Kartoffel auf Zahnstochern” beschrieben, was ihren robusten Körperbau und die vergleichsweise schlanken Beine gut beschreibt.

  • Fell: Das Fell ist kurz bis mittellang, dicht und leicht wollig. Die Textur ist weniger plüschig als bei der Russisch Blau. Die Farbe ist ein reines, ungetipptes Blau-Grau ohne silbernen Schimmer.

  • Kopf und Gesichtsform: Der Kopf und die Gesichtsform sind rundlich und kräftig mit ausgeprägten Wangen. Sie hat eine breite Stirn und einen starken Kiefer. Wie die Russisch Blau hat auch die Kartäuser oft einen „lächelnden” Ausdruck.

  • Augenfarbe: Die Augen haben ein intensives Gelb bis Orange.

graue Britisch Kurzhaar

Bild: Ben Collins | Unsplash

3. Britisch Kurzhaar (blaue Variante)

  • Körperbau: Der Körper ist massiv, kompakt und stämmig („cobby”). Sie wird auch als „Teddybär unter den Katzen” bezeichnet. Der Körper ist breit und muskulös, die Beine sind kurz und dick. Die Brust ist breit und der Schwanz ist kurz und kräftig.

  • Fell: Das Fell ist sehr kurz, extrem dicht und fest. Es steht vom Körper ab und fühlt sich „knackig” an, nicht weich wie Plüsch. Es ist ein reines, gleichmäßiges Blau ohne jede Zeichnung oder Silbertippung.

  • Kopf und Gesichtsform: Kopf und Gesichtsform sind sehr rund. Der Schädel ist breit und voll, die Wangen sind kräftig und rundlich. Das „Teddybär-Gesicht“ ist das unverwechselbare Markenzeichen der Britisch Kurzhaar.

  • Augenfarbe: Die Augen sind groß, rund und in kräftigem Kupfer bis Orange.

Nebelung-Katze

Bild: Maryam Tello | Unsplash

Was ist die Nebelung-Katze?

Die Nebelung ist eine vergleichsweise junge Katzenrasse, die eng mit der Russisch Blau verwandt ist. Im Grunde handelt es sich um die langhaarige Variante dieser Rasse. Sie entstand in den 1980er Jahren in den USA, als aus der Verpaarung zweier Kurzhaarkatzen aus Russland ein Wurf mit langhaarigen, blauen Kätzchen hervorging.

Der Name „Nebelung” leitet sich von dem deutschen Sagenepos „Das Nibelungenlied” ab. Dies ist eine direkte Anspielung auf die Namen der ersten beiden Katzen dieser Rasse, Siegfried und Brunhilde. Die Züchterin Cora Cobb wählte den Namen „Nebelung”, der einerseits einen Bezug zu den mythologischen Namen der Stammtiere herstellt und andererseits die mystische und nebelartige Anmutung des langen, silbrigen Fells der Katzen treffend beschreibt.

Im Aussehen und Charakter ähnelt die Nebelung stark der Russisch Blau: Sie hat denselben schlanken Körperbau, die keilförmige Kopfform und die leuchtend grünen Augen. Der Hauptunterschied liegt im Fell: Es ist mittellang, seidig und dicht und weist oft eine Mähne und eine buschige Schwanzfeder auf.

Wie sehr haaren Russisch Blau?

Die Russisch Blau gilt als Rasse, die eher weniger haart, ihr kurzes, dichtes Doppelfell ist relativ pflegeleicht. In der Regel reicht es, das Fell etwa einmal pro Woche zu bürsten, um es gesund zu halten und lose Haare zu entfernen.

Bild: Sunny22 | Pixabay

Wesen und Charakter: Wie verhalten sich Russisch Blau?

Russisch Blau-Katzen sind in der Regel ruhig und haben eine sanfte, leise Stimme. Sie gelten als intelligent und können lernen, Türen zu öffnen. Obwohl sie sich stark an ihre menschliche Familie binden und ihre Nähe schätzen, können sie gegenüber Fremden zurückhaltend und scheu sein. Einige Tiere sind von Natur aus eher vorsichtig und leicht zu erschrecken.

Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über das Verhalten der Russisch Blau. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist das Verhalten ausgeprägt.¹ Die Russisch Blau ist z.B. verspielt und sehr intelligent.

Bewegung & Charakter (hellblaue Zone)

Diese sportlichen Katzen lieben es zu springen und zu klettern und sind sehr verspielt. Wie das Diagramm zeigt, haben sie einen mittleren bis hohen Aktivitätslevel. Ihre Gelehrigkeit und Intelligenz sind ebenfalls stark ausgeprägt, was sie zu aufmerksamen und schlauen Gefährten macht.

Sozialverhalten (dunkelblaue Zone)

Russisch Blau sind keine großen „Schwätzer”. Ihr Vokabular und ihre Lautstärke sind gering. Sie sind sehr selbstständig, fordern nicht ständig Aufmerksamkeit ein, können ihre Besitzer:innen aber gerne auf Schritt und Tritt begleiten. Ihr Bedürfnis nach Aufmerksamkeit ist moderat. Sie genießen die Gesellschaft, brauchen aber keine ständige Bespaßung.

Verträglichkeit (gelbe Zone)

Ihr ausgeglichenes Temperament macht sie zu guten Familienmitgliedern. Sie sind relativ gut verträglich mit anderen Haustieren und kommen auch mit Kindern gut zurecht, sofern diese ihren ruhigen Charakter respektieren. Dank ihrer gutmütigen Art können sie sich harmonisch in einen Mehrkatzenhaushalt oder eine Familie eingliedern.

Wichtiger Hinweis zur Verträglichkeit: Eine gute und frühe Sozialisierung ist für ihre Entwicklung entscheidend. Sie sollte bereits als Kitten positive Erfahrungen mit verschiedenen Menschen – insbesondere Kindern –, anderen Haustieren und alltäglichen Haushaltsgeräuschen machen.

Ebenso wichtig ist es, dass die Katze im neuen Zuhause stets eine sichere Rückzugsmöglichkeit hat und alle Familienmitglieder, insbesondere die Kinder, den respektvollen Umgang mit ihr lernen. Unter diesen fairen Bedingungen ist sie ein herausragender Sozialpartner.

Warum miauen Russisch Blau-Katzen?

Russisch Blau sind dafür bekannt, sehr leise und zurückhaltend zu sein. Sie gehören nicht zu den „großen Schwätzern” unter den Katzenrassen. Ihr Miauen ist sanft, leise und kaum hörbar. Wenn sie miauen, dann in der Regel, um mit ihren Menschen zu kommunizieren. Gründe dafür können sein:

  • Begrüßung: Wenn sie nach Hause kommen oder das Zimmer betreten.

  • Aufforderung: Sie möchten Futter oder Wasser oder Sie sollen mit ihnen spielen.

  • Aufmerksamkeit: Sie genießen ihre Nähe und möchten gestreichelt werden.

Sind Russisch Blau verschmust und anhänglich?

Ja, Russisch Blau-Katzen sind anhänglich und können auch sehr verschmust sein. Sie sind bekannt dafür, eine außergewöhnlich starke Bindung zu ihren Bezugspersonen aufzubauen.

Historische Abbildung einer Russisch Blau aus dem Buch “Cats and All About Them” von 1902

Bild: Frances Simpson | Wikimedia Commons

Geschichte: Ursprung der Russisch Blau

Die Russisch Blau zählt zu den ältesten Naturrassen. Ihr Ursprung liegt vermutlich im russischen Seehafen Archangelsk. Bereits in den späten 1800er Jahren brachten Seeleute erste Exemplare dieser Katzen nach Westeuropa. Die frühen Bestände dieser Katzen waren verwildert, aber ihre einzigartige Schönheit wurde schnell erkannt. Die ersten Aufzeichnungen von Katzenausstellungen in England stammen aus dem Jahr 1875, bei denen die Russisch Blau in einer allgemeinen Klasse für blaue Katzen gezeigt wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Bestand dieser Rasse stark dezimiert. Um sie zu erhalten, wurden in England vereinzelt Siamkatzen eingekreuzt, was zu einem schlankeren, „orientalischeren” Typ führte. Ab 1966 begannen die meisten Züchter:innen jedoch, den ursprünglichen, eleganteren Typ wiederherzustellen. Dazu wurden skandinavische Zuchtlinien integriert, um die leuchtende Augenfarbe und die charakteristische Kopfform der Rasse zu festigen. In Verbänden wie der CFA (Cat Fanciers' Association) sind heutzutage keine Einkreuzungen mehr erlaubt. Die Rasse ist vergleichsweise selten geblieben, wobei der europäische Typ im Allgemeinen größer und stämmiger ist als der amerikanische.

Welche Nachteile hat die Russisch Blau-Katze?

Wie jede Rasse hat auch die Russisch Blau bestimmte Merkmale, die für potenzielle Halter:innen weniger ideal sein könnten:

  • zurückhaltend gegenüber Fremden: Ihre anfängliche Schüchternheit kann eine Herausforderung sein, wenn du oft Besuch hast oder eine Katze wünschst, die sofort auf jeden zugeht.

  • empfindlich gegenüber Veränderungen: Sie sind Gewohnheitstiere, die Routine schätzen. Größere Veränderungen im Haushalt oder Umzüge können sie stressen.

  • anfällig für Trennungsangst: Aufgrund ihrer starken Bindung zu Menschen können sie nicht gut mit längeren Phasen des Alleinseins umgehen. Für Berufstätige, die ganztägig außer Haus sind, ist die Haltung einer Russisch Blau ohne einen weiteren tierischen Spielgefährten daher weniger geeignet.

  • hoher Bedarf an geistiger Anregung: Aufgrund ihrer Intelligenz langweilen sie sich schnell, wenn sie nicht genügend Beschäftigung in Form von Spielen, Klettergelegenheiten und Denkspielen erhalten.

Woher stammt die Nebelung Katze?

Die Nebelung ist eine eigenständige, aber eng mit der Russisch Blau verwandte Rasse, die in den USA entstand. Sie entstand in den 1980er Jahren in Colorado aus einem gezielten Zuchtprogramm. Die beiden Stammtiere waren die Katzen Siegfried und Brunhilde, deren Namen auf die deutsche Nibelungensage zurückgehen. Die Nebelung gilt als langhaarige Variante der Russisch Blau und unterscheidet sich von dieser lediglich durch ihr mittellanges, seidiges Fell.

Bild: minajimmy | Pixabay

Haltung und Lebensraum: Welche Ansprüche hat die Russisch Blau?

Zubehör: Was braucht eine Russisch Blau?

Russisch Blau brauchen unter anderem viel geistige Anregung. Um sie glücklich, gesund und artgerecht zu halten, ist eine durchdachte Grundausstattung daher unerlässlich. Im Folgenden findest du eine Checkliste mit allem, was deine Katze von Anfang an benötigt, damit sie sich bei dir rundum wohlfühlt.

  • Futter- und Wassernäpfe: Wähle am besten flache Näpfe aus Keramik, Glas oder Edelstahl. Diese sind hygienisch und leicht zu reinigen. Plastiknäpfe können Gerüche annehmen und bei manchen Katzen Kinnakne verursachen. Stelle die Näpfe nicht direkt nebeneinander und nicht neben die Katzentoilette. Viele Katzen trinken lieber fließendes Wasser. Ein Trinkbrunnen animiert zum Trinken und kann helfen, Harnwegserkrankungen vorzubeugen.

  • Katzentoilette: Die Faustregel lautet: Mindestens eine Toilette pro Katze, plus eine zusätzliche. Wähle eine ausreichend große, offene Schale. Viele Katzen mögen keine Toiletten mit Haube und Klappe, da sie sich darin eingeengt fühlen und Gerüche sich stauen. Um die beste Katzenstreu zu finden, musst du eventuell etwas experimentieren. Viele Katzen bevorzugen feine, sandähnliche Klumpstreu ohne starken Duft. Wichtig ist, dass du bei der Sorte bleibst, die deine Katze akzeptiert.

  • Kratzmöglichkeiten: Dies ist der vielleicht wichtigste Punkt, um deine Möbel zu schonen und deine Katze glücklich zu machen! Investiere in einen deckenhohen oder zumindest sehr stabilen Kratzbaum mit dicken Stämmen, der deiner Katze ermöglicht, sich beim Kratzen komplett auszustrecken. Biete an strategischen Orten (z.B. neben dem Sofa) weitere Optionen wie Kratzbretter, Kratztonnen oder Kratzmatten an.

  • Schlaf- und Rückzugsorte: Auch wenn sich deine Katze ihre Lieblingsplätze oft selbst sucht (dein Bett, die Couch, ein Sonnenfleck), schätzt sie eigene Rückzugsorte. Eine kuschelige Höhle, ein weiches Kissen auf der Fensterbank oder ein Katzenbett sind ideal.

  • Spiel und Beschäftigung: Katzen brauchen mentale und körperliche Auslastung. Interaktives Spielzeug wie Katzenangeln mit Federn oder Wedeln sind perfekt, um gemeinsam zu spielen und den Jagdinstinkt zu befriedigen. Selbstständiges Spielzeug wie kleine Spielmäuse, Bälle oder Rascheltunnel sorgen für Beschäftigung, wenn du mal nicht da bist. Intelligenzspielzeug wie Fummelbretter oder Snackbälle fordern den Kopf deiner Katze und machen ihr großen Spaß.

  • Bürste und Pflegehandschuh: Das kurze Fell der Russisch Blau sollte einmal pro Woche gründlich gebürstet werden, im Frühling und Herbst eventuell öfter. Verwende dazu eine Softbürste oder Gummibürste und einen einfachen Pflegehandschuh mit Gumminoppen.

  • Flohkamm und Zeckenzange: Unverzichtbar, besonders wenn deine Katze gesicherten Freigang genießt. Damit kannst du das Fell schnell auf Parasiten kontrollieren und diese sicher entfernen.

  • Zahnputzutensilien: Gewöhne deine Katze am besten schon als Kitten an eine spezielle Katzenzahnbürste und -pasta. Das ist die beste Vorsorge gegen Zahnstein und Zahnerkrankungen.

  • Transportbox: Absolut notwendig für Tierarztbesuche. Achte auf eine gute Belüftung und darauf, dass sie sich leicht und sicher verschließen lässt. Modelle, die sich auch von oben öffnen lassen, sind oft stressfreier für die Katze. Modelle wie Körbe sind leider sehr unpraktisch und sind nicht empfehlenswert.

  • Kippfensterschutz & Balkonnetz: Gekippte Fenster sind eine tödliche Falle für Katzen! Sichere sie unbedingt mit einem speziellen Schutz. Ein Balkon sollte mit einem Katzennetz gesichert werden, bevor deine Katze ihn betreten darf.

Bild: Tigeresse | Wikimedia Commons

Kann man eine Russisch Blau alleine halten?

Ja. Die Russisch Blau gilt als sehr menschenbezogen und anhänglich. Zwar ist sie nicht übermäßig fordernd, aber sie bildet eine sehr enge Bindung zu ihren Bezugspersonen. Eine Einzelhaltung ist grundsätzlich möglich, sofern die Katze nicht regelmäßig über viele Stunden am Tag allein ist.

Dennoch fühlen sich Russisch-Blau-Katzen in der Regel wohler und sind ausgeglichener, wenn sie einen Artgenossen an ihrer Seite haben – besonders, wenn ihre Halter:innen voll berufstätig sind. Ein zweiter Artgenosse kann Einsamkeit und Langeweile vorbeugen.

Wie lange kann eine Russisch Blau alleine bleiben?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da sie maßgeblich davon abhängt, ob die Katze einen Artgenossen hat und wie sie an das Alleinsein gewöhnt wurde.

Wenn deine Russisch Blau mit einem Artgenossen zusammenlebt, können sie sich gegenseitig Gesellschaft leisten. Eine Abwesenheit von 8 bis 10 Stunden während eines normalen Arbeitstages ist daher in der Regel unproblematisch. Die Katzen haben einander und sind nicht komplett auf menschliche Interaktion angewiesen.

Als Einzelkatze ist die Situation deutlich kritischer. Da die Katze für jede Form von sozialer Stimulation auf Sie angewiesen ist, sollten die Zeiten der Abwesenheit so kurz wie möglich gehalten werden. Regelmäßige, lange Arbeitstage können bereits zu erheblichem Stress und Einsamkeit führen. Längere Abwesenheiten über Nacht oder gar ein ganzes Wochenende sind bei Einzelhaltung absolut tabu und tierschutzrelevant.

Ausgaben: Wie viel kostet eine Russisch Blau?

Die Kosten lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: die einmaligen Anschaffungskosten und die laufenden Kosten.

Anschaffungskosten:

Der Preis für ein Russisch Blau-Kitten von seriösen, registrierten Züchter:innen liegt in der Regel zwischen 1.000 und 1.600 €. Dieser Preis mag hoch erscheinen, deckt aber die hohen Ausgaben und die Sorgfalt der Züchter:innen ab.

Warnung: Angebote, die deutlich unter diesem Preis liegen (z.B. auf Kleinanzeigenportalen), stammen oft von unseriösen Vermehrer:innen. Hier wird an der Gesundheit und Sozialisierung gespart, was später zu hohen Tierarztkosten und Verhaltensproblemen führen kann. Eine gute Alternative ist der Tierschutz: Manchmal suchen auch reinrassige Russisch Blau oder Mixe im Tierheim ein neues Zuhause. Die Schutzgebühr liegt hier meist bei 150 bis 250 €.

Laufende Kosten:

Die Haltung einer Katze ist eine langfristige finanzielle Verpflichtung. Man sollte mit monatlichen Kosten von ca. 50 bis 80 € für folgende Posten rechnen:

  • Futter: hochwertiges Nass- und Trockenfutter

  • Katzenstreu

  • Tierarztkosten: Jährliche Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen, Parasitenbehandlungen (ca. 150-200 € pro Jahr). Zusätzlich sollte man ein finanzielles Polster für unvorhergesehene Krankheiten oder eine Katzenkrankenversicherung einplanen.

Warum sind Russisch Blau so teuer?

Der Preis einer Rassekatze wie der Russisch Blau ist nicht willkürlich, sondern spiegelt die erheblichen Kosten und den Aufwand wider, die seriöse Züchter:innen investieren. Die wichtigsten Faktoren sind:

  • Zucht und Gesundheitsvorsorge: Züchter:innen sind in der Regel Mitglied in einem Rassekatzenverein. Sie investieren in die Gesundheit der Zuchttiere (Impfungen, Entwurmungen, Tierarztbesuche, genetische Tests), um Erbkrankheiten auszuschließen.

  • Aufzucht und Sozialisierung: Die Kitten bleiben mindestens zwölf Wochen bei der Mutter und werden in dieser Zeit umfassend sozialisiert. So lernt das Kätzchen den Umgang mit Menschen, anderen Tieren und Umwelteinflüssen, was für sein späteres, stabiles Wesen entscheidend ist.

  • Qualität und Ernährung: Die Züchter:innen stellen eine hochwertige und artgerechte Ernährung für Mutter und Kitten sicher.

  • Papiere und Registrierung: Im Preis sind die Kosten für die Stammbäume und die Registrierung der Katzen beim jeweiligen Verband enthalten.

  • Zeit und Leidenschaft: Für die Züchter:innen ist die Aufzucht oft ein zeitintensives Hobby. Die vielen Stunden für die Pflege, Betreuung und Sozialisierung der Tiere können im Preis nur begrenzt berücksichtigt werden.

Bild: Yukiko Kanada | Unsplash

Ist die Russisch Blau für mich geeignet?

Ist die Russisch Blau eine Anfängerkatze?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen kann sie eine gute Wahl für Katzenanfänger:innen sein. Sie ist pflegeleicht, hat ein sanftes Wesen und ist nicht übermäßig fordernd. Ihr ruhiger Charakter und ihre leise Stimme machen sie zu angenehmen Mitbewohnern.

Allerdings hat sie auch spezielle Bedürfnisse, die Anfänger:innen kennen sollten: Sie ist sensibel, braucht eine feste Routine und mag keine abrupten Veränderungen oder viel Lärm. Unerfahrene Halter:innen müssen bereit sein, sich mit diesen Eigenheiten auseinanderzusetzen und die Bedürfnisse der Katze zu respektieren, insbesondere ihre Abneigung gegen längeres Alleinsein und ihre Zurückhaltung gegenüber Fremden.

Ist die Russisch Blau eine geeignete Familienkatze?

Ja, die Russisch Blau gilt als sehr geeignete Familienkatze, solange die Familie ihre ruhige und sanfte Art respektiert. Sie ist geduldig und hat eine hohe Toleranz gegenüber Kindern. Selbst wenn sie sich unwohl fühlt, wird sie selten aggressiv, sondern zieht sich eher zurück.

Die goldenen Regeln für ein harmonisches Zusammenleben:

  • Der Erfolg hängt entscheidend vom Verhalten der menschlichen Familienmitglieder ab.

  • Respekt ist das oberste Gebot: Kinder müssen von Anfang an lernen, dass eine Katze kein Spielzeug ist. Am Schwanz ziehen, grobes Anfassen oder das Stören beim Schlafen sind absolut tabu. Die Eltern stehen in der Verantwortung, dies klar zu vermitteln und zu beaufsichtigen.

  • Rückzugsorte sind heilig: Die Katze braucht mindestens einen Ort (z.B. die Spitze des Kratzbaums oder eine Höhle), an den sie sich zurückziehen kann und an dem sie von den Kindern garantiert in Ruhe gelassen wird. Dieser „Safe Space” ist nicht verhandelbar.

Sind Russisch Blau für Allergiker geeignet?

Nein. Es gibt keine Katzenrasse, die zu 100 % hypoallergen ist.

Die Allergie wird nicht durch die Katzenhaare selbst ausgelöst, sondern primär durch das Protein „Fel d 1”. Dieses befindet sich im Speichel, in den Hautschuppen und im Urin der Katze. Beim Putzen verteilt die Katze den Speichel auf ihrem Fell. Trocknet dieser, werden die winzigen Allergene in die Luft gewirbelt und können eingeatmet werden.

Die Russisch Blau gehört nicht zu den wenigen Rassen (wie z.B. die Sibirische Katze), bei denen eine natürlich geringere Produktion von „Fel d 1” nachgewiesen wurde. Sie produziert eine normale Menge des Allergens. Der Mythos, dass Kurzhaarkatzen besser für Allergiker:innen geeignet seien, ist somit falsch. Zwar haaren sie anders, aber sie verteilen das allergieauslösende Protein genauso in der Wohnung wie Langhaarkatzen.

Der einzig verlässliche Weg ist der Selbsttest. Wenn du oder ein Familienmitglied unter einer Katzenallergie leidet, der Wunsch nach einer Katze aber riesig ist, gibt es nur einen verantwortungsvollen Weg:

  • Suche den Kontakt zu dem/der Züchter:in. Erkläre deine Situation offen.

  • Besuche die Zucht mehrfach und jeweils für mehrere Stunden. Verbringe bei mehreren Besuchen jeweils ein bis zwei Stunden in unmittelbarer Nähe der Katzen und des speziellen Kittens, für das du dich interessierst.

  • Warte die Reaktion ab: Treten allergische Symptome wie Niesen, juckende Augen oder Atemnot auf? Wenn ja, ist das Projekt „Katze” an dieser Stelle leider beendet. Deine Gesundheit geht vor.

Alles andere wäre unverantwortlich und endet meist damit, dass die Katze schweren Herzens wieder abgegeben werden muss – eine traumatische Erfahrung für Tier und Mensch.

Bild: Alexandra Bilham | Pexels

Sozialisierung und Zusammenleben

Die Sozialisierung und das Zusammenleben mit einer Russisch Blau sind von einigen rassetypischen Verhaltensweisen geprägt:

  • Bindung an die Familie: Sie ist für ihre starke, loyale Bindung zu ihrer menschlichen Familie bekannt. Sie ist ein schattenähnlicher Begleiter, der sich gerne in der Nähe seiner Menschen aufhält.

  • Umgang mit Fremden: Sie ist von Natur aus scheu und zurückhaltend gegenüber Unbekannten. Es kann eine Weile dauern, bis sie sich an neue Gesichter gewöhnt hat. Sie wird sich wahrscheinlich zurückziehen, wenn Gäste kommen.

  • Umgang mit Artgenossen: In der Regel kommt die Russisch Blau gut mit anderen Haustieren aus, insbesondere mit ruhigen Katzen oder Hunden. Die Haltung mit einem Artgenossen wird oft empfohlen, da dies ihrem Bedürfnis nach Gesellschaft entgegenkommt und Langeweile vorbeugt.

  • Ruhe und Routine: Sie fühlt sich in einer ruhigen, stabilen und geordneten Umgebung am wohlsten. Plötzliche laute Geräusche, Chaos oder häufige Veränderungen können Stress verursachen.

Für eine harmonische Beziehung und ein glückliches Katzenleben ist es daher entscheidend, von Anfang an auf eine gute Sozialisierung zu achten.

Die entscheidende Rolle der frühen Sozialisierung

Der wichtigste Grundstein für eine ausgeglichene und furchtlose Katze wird lange vor ihrem Einzug bei dir gelegt, nämlich in der Prägephase bei dem/der Züchter:in. Eine Katze von verantwortungsvollen Züchter:innen bleibt bis zur 12., manchmal sogar bis zur 14. Lebenswoche bei ihrer Mutter und den Geschwistern. In dieser Zeit lernt sie die fundamentalen Lektionen des Katzenlebens: spielerisches Raufen, die Grenzen der Beißhemmung und die Katzensprache.

Gute Züchter:innen sorgen zudem dafür, dass das Kitten in dieser sensiblen Phase positive Erfahrungen mit Menschen macht. Es lernt Alltagsgeräusche wie den Staubsauger, verschiedene Menschen (Männer, Frauen, Kinder) und das Hochgehobenwerden als etwas Normales kennen. Frage die Züchter:innen gezielt danach, wie die Kitten aufwachsen. Ein gut sozialisiertes Kitten ist der beste Schutz vor zukünftigem Angst- oder Aggressionsverhalten.

Positive Verstärkung: Mehr als nur „Erziehung“

Vergiss Strafen wie Anschreien, Wasserspritzer oder gar körperliche Zurechtweisungen. Solche Methoden zerstören das Vertrauen deiner Katze und führen dazu, dass sie dich als unberechenbar und bedrohlich empfindet. Der Schlüssel zu einem harmonischen Zusammenleben ist die positive Verstärkung.

Das Prinzip ist einfach: Jedes erwünschte Verhalten wird sofort belohnt. Als Belohnung eignen sich besondere Leckerlis, ein anerkennendes „Fein gemacht!” oder eine kurze, intensive Spieleinheit.

Clickertraining ist eine fantastische Methode, um mit deiner Katze zu kommunizieren. Der „Click“ ist ein präzises Signal, das deiner Katze im exakten Moment sagt: „Genau das war richtig!“ Unmittelbar nach dem Click folgt die Belohnung. Du kannst deiner Katze damit nicht nur lustige Tricks wie „High Five” beibringen, sondern auch sehr Nützliches.

Beim Medical Training übst du mit deiner Katze spielerisch, dass sie sich überall anfassen lässt, ihre Pfoten gibt oder freiwillig in die Transportbox geht. Belohne jeden kleinen Schritt. Das nimmt Tierarztbesuchen ihren Schrecken und macht notwendige Pflegemaßnahmen stressfrei für alle.

Das stille Örtchen: Der Schlüssel zur Stubenreinheit

Katzen sind von Natur aus sehr saubere Tiere. Wenn eine Katze unsauber wird, ist das fast immer ein Hilfeschrei. Entweder hat sie ein medizinisches Problem (z.B. eine Blasenentzündung – dies sollte immer zuerst tierärztlich abgeklärt werden!) oder ihre Toilette entspricht nicht ihren Ansprüchen.

Die Formel für die perfekte Katzentoilette lautet:

  • Anzahl: Die goldene Regel lautet: Es sollte immer eine Toilette mehr vorhanden sein als Katzen im Haushalt leben. Für eine Katze also zwei, für zwei Katzen drei usw.

  • Typ: Wähle eine große, offene Schale ohne Haube. Haubentoiletten fühlen sich für viele Katzen wie eine enge, stinkende Falle an.

  • Streu: Die meisten Katzen bevorzugen eine feine, sandähnliche Klumpstreu ohne Parfüm. Die Streu sollte hoch genug eingefüllt sein, damit die Katze richtig scharren kann (ca. 7–10 cm).

  • Standort: Der Standort sollte ruhig, jederzeit zugänglich und weit weg vom Futter- und Wasserplatz sein. Niemand isst gerne neben seiner Toilette.

Bild: John Brighenti | Wikimedia Commons

Unerwünschtes Verhalten verstehen und umlenken

Problemverhalten ist oft nur ein normales Katzenverhalten am falschen Ort. Der Trick besteht also nicht darin, das Verhalten zu unterbinden, sondern zu verstehen, warum deine Katze es zeigt und ihr eine bessere, attraktivere Alternative anzubieten.

Fallbeispiel: Kratzen am Sofa

Warum kratzt sie? Nicht, um dich zu ärgern! Sie tut es aus drei Gründen:

  • Krallenpflege: Sie streift alte Krallenhülsen ab.

  • Reviermarkierung: Sie hinterlässt sichtbare Spuren und Duftmarken aus ihren Pfotendrüsen („Hier wohne ich!“).

  • Dehnung: Es ist eine wohltuende Streckübung für ihre Muskeln.

Wie lenkst du es um?

  • unterbrechen: Wenn du sie auf dem Sofa erwischst, mache ein kurzes, klares Geräusch (z.B. ein festes „Nein!” oder ein lautes Klatschen), um sie zu irritieren.

  • umlenken: Hebe sie dann sofort und ohne sie zu bestrafen hoch und setze sie an einen stabilen, attraktiven Kratzbaum.

  • loben: Sobald sie den Kratzbaum benutzt, auch wenn es nur kurz ist, lobe sie überschwänglich und gib ihr ein Leckerli. Sie muss lernen: „Kratzen am Sofa = Störung. Kratzen am Baum = Party!”

  • Alternative schaffen: Stelle den Kratzbaum an einen strategisch klugen Ort (z.B. in die Nähe des Sofas oder an einen Laufweg), um eine Alternative zu schaffen. Mache das Sofa unattraktiv, indem du es vorübergehend mit doppelseitigem Klebeband beklebst oder mit einem für Katzen unangenehmen Zitrusduft einsprühen.

Dieses Prinzip des Verstehens, Unterbrechens, Umlenkens und Belohnens kannst du auf fast jedes unerwünschte Verhalten anwenden. So förderst du ein harmonisches Zusammenleben, das auf Kooperation statt Konfrontation beruht.

Bild: COMM112RachelM | Wikimedia Commons

Ernährung: Was ist das beste Futter für die Russisch Blau?

Die kurze Antwort lautet: ein hochwertiges Nassfutter mit einem sehr hohen Fleischanteil. Katzen sind von Natur aus Fleischfresser, ihr gesamter Verdauungstrakt ist auf die Verwertung von tierischem Protein ausgelegt, nicht auf Getreide oder Zucker.

Doch was macht eigentlich gutes Katzenfutter aus? Vergiss bunte Verpackungen und Werbeversprechen. Der einzige Weg, um die Qualität zu beurteilen, ist ein kritischer Blick auf die Deklaration (Zusammensetzung) auf der Dose oder dem Beutel.

  • hoher, klar definierter Fleischanteil: An erster Stelle der Zutatenliste muss Fleisch stehen. Achte auf klare Angaben wie „70 % bestehend aus Hühnerherzen, Hühnerfleisch, Hühnerleber ...”. Sei misstrauisch bei schwammigen Formulierungen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse” ohne genaue Aufschlüsselung.

  • kein Zucker, kein Getreide: Zucker (oft getarnt als Karamell oder Rübenschnitzel) ist schädlich und fördert Krankheiten wie Diabetes mellitus. Getreide (Weizen, Mais, Soja) ist ein billiger Füllstoff, den Katzen nicht effizient verwerten können und der oft Allergien oder Verdauungsprobleme auslöst.

  • ausreichend Taurin: Diese Aminosäure ist für Katzen lebenswichtig und muss über die Nahrung zugeführt werden. Ein Taurinmangel führt zu Herzerkrankungen und Erblindung. In jedem Alleinfuttermittel muss es enthalten sein. In der Liste der "Ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe" findest du die Menge. Es sollten 1.000 mg/kg bis 1.500 mg/kg enthalten sein.

Da Katzen von Natur aus schlechte Trinker sind und ihren Flüssigkeitsbedarf ursprünglich über ihre Beutetiere deckten, sollte Nassfutter die Hauptnahrungsquelle sein. Aufgrund seines hohen Feuchtigkeitsgehalts (ca. 80 %) hilft Nassfutter, die Nieren gesund zu halten und Harnwegserkrankungen vorzubeugen. Gutes Nassfutter enthält ca. 10–12 % Rohprotein und ca. 5–8 % Rohfett (siehe „Analytische Bestandteile”). Achtung: Lass dich nicht verwirren. Der Rohprotein-Wert ist nicht gleichbedeutend mit dem Fleischanteil. Es handelt sich um einen analytischen Wert, der den reinen Proteingehalt im Labor misst.

Trockenfutter eignet sich hingegen als Leckerli oder für Intelligenzspielzeug. Es ist zwar praktisch, entzieht dem Körper bei der Verdauung jedoch Wasser. Eine ausschließliche Fütterung mit Trockenfutter stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Nieren deiner Katze dar.

Um Übergewicht zu vermeiden, solltest du die Portionen abwiegen. Füttere mehrere kleine Mahlzeiten. Füttere mindestens zwei bis drei (besser vier bis fünf) kleine Portionen über den Tag verteilt. Dies entspricht dem natürlichen Fressverhalten der Katze, die als Jägerin viele kleine Beutetiere fängt, und hält ihren Stoffwechsel stabil.

Wie viel Futter braucht eine Russisch Blau?

Diese Frage hat keine allgemeingültige Antwort in Gramm, denn der individuelle Bedarf einer Russisch Blau ist so einzigartig wie ihr Charakter. Die richtige Futtermenge hängt von vielen Faktoren ab. Das oberste Ziel ist dabei immer, ein gesundes Gewicht zu halten. Die entscheidenden Faktoren für die Futtermenge sind:

Alter:

  • Kitten (bis 12 Monate): Im Wachstum haben sie einen enormen Energiebedarf. Sie dürfen und sollen so viel fressen, wie sie möchten („ad libitum”). Biete ihnen drei bis fünf Mahlzeiten über den Tag verteilt an, damit ihr kleiner Magen nicht überfordert wird.

  • erwachsene Katze (1–9 Jahre): Der Energiebedarf sinkt. Hier ist eine genaue Kontrolle entscheidend, um Übergewicht zu vermeiden.

  • Seniorenkatzen (ab 9–13 Jahren): Der Stoffwechsel wird oft langsamer, der Energiebedarf sinkt weiter und der Bedarf an hochwertigen Nährstoffen steigt.

Aktivitätslevel:

  • Eine gemütliche Wohnungskatze, die den Tag dösend verbringt, braucht deutlich weniger Kalorien als eine Russisch Blau, die täglich ausgiebig spielt oder gesicherten Freigang genießt.

Kastrationsstatus:

  • Kastrierte Katzen haben einen um bis zu 30 % geringeren Energiebedarf als unkastrierte Katzen. Nach dem Eingriff muss ihre Futtermenge unbedingt angepasst werden, um eine schnelle Gewichtszunahme zu verhindern.

Art des Futters (Nass- vs. Trockenfutter):

  • Nassfutter hat einen hohen Wassergehalt (ca. 80 %) und dadurch eine geringere Kaloriendichte. Eine Katze kann davon größere Mengen fressen, um satt zu werden.

  • Trockenfutter ist dagegen extrem energiereich. Hier müssen schon wenige Gramm zu viel oder zu wenig genau abgewogen werden.

Praktische Anleitung zur Fütterung:

Jede Futterverpackung enthält eine Fütterungsempfehlung (z.B. Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag). Dies ist jedoch nur ein grober Richtwert! Beginne mit der empfohlenen Menge für das Idealgewicht deiner Katze.

Ein Beispiel für eine 5 kg schwere, kastrierte Russisch Blau mit normaler Aktivität:

  • nur hochwertiges Nassfutter: ca. 200-250 g pro Tag

  • nur Trockenfutter (hochwertig): ca. 50-65 g pro Tag

  • Mischfütterung: beispielsweise 100 g Nassfutter und 25-30 g Trockenfutter

Starte mit dem unteren Wert und verteile diese Menge auf mindestens drei bis vier Mahlzeiten. Wichtig ist dann die regelmäßige Kontrolle des Körperzustands deiner Katze über mehrere Wochen hinweg mit dem sogenannten Rippentest:

  • Streiche dazu sanft über den Brustkorb deiner Katze.

  • ideal: Du kannst die Rippen leicht fühlen, ohne sie zu sehen, ähnlich wie bei deinem Handrücken.

  • zu dünn: Die Rippen sind deutlich sichtbar oder fühlen sich spitz an.

  • zu dick: Du musst fest drücken, um die Rippen unter einer Fettschicht überhaupt zu spüren.

Passe die Futtermenge in kleinen Schritten (ca. 10 % weniger oder mehr) an, wenn du eine Veränderung feststellst, und beobachte das Gewicht über die nächsten zwei bis drei Wochen.

Russisch Blau sind von Natur aus schlanke Katzen. Bei falscher Fütterung können sie jedoch übergewichtig werden.

Bild: Cranezyer | Wikimedia Commons

Neigt die Russisch Blau zu Übergewicht?

Ja. Im Gegensatz zu manch anderen Rassen neigt die Russisch Blau zwar nicht von Natur aus zu Übergewicht, aber ihr schlanker und eleganter Körperbau kann schnell unter zu vielen Pfunden leiden. Übergewicht entsteht in der Regel durch eine Kombination aus ungesunder Ernährung (z.B. zu viel Trockenfutter oder Leckerlis) und zu wenig Bewegung.

Die Hauptrisikofaktoren für Übergewicht sind:

  • Kastration: Nach der Kastration verlangsamt sich der Stoffwechsel um bis zu 30 %, während der Appetit oft steigt. Dies ist der häufigste Grund für eine Gewichtszunahme.

  • Wohnungshaltung: Eine reine Wohnungskatze verbraucht deutlich weniger Energie als ein Freigänger.

  • freie Fütterung (Ad-libitum-Fütterung): Ein ständig gefüllter Napf, insbesondere mit energiereichem Trockenfutter, führt fast zwangsläufig zu Übergewicht.

  • Langeweile und zu viele Leckerlis:  Fressen wird zur Hauptbeschäftigung

Wie du Übergewicht effektiv vermeidest:

  • kontrollierte Portionen: Halte dich an feste Fütterungszeiten und wiege das Futter ab.

  • Aktivität fördern: Tägliche, aktive Spieleinheiten mit der Katzenangel sind Pflicht! Sorge außerdem für eine anregende Umgebung mit Klettermöglichkeiten.

  • intelligente Fütterung: Nutze Fummelbretter oder Snackbälle, für die sich deine Katze ihr (Trocken-)Futter erarbeiten muss. Das beschäftigt sie geistig und körperlich.

  • Leckerlis bewusst einsetzen: Leckerlis sollten für das Training oder als besondere Belohnung reserviert werden und von der täglichen Futterration abgezogen werden.

Ist die Russisch Blau anfällig für Futtermittelallergien?

Nein, die Russisch Blau gilt nicht als Rasse, die eine besondere oder genetisch bedingte Anfälligkeit für Futtermittelallergien und -unverträglichkeiten hat. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege oder verbreiteten Beobachtungen, die darauf hindeuten würden.  Allerdings können sie bei jeder Katze auftreten, unabhängig von der Rasse.

Dabei muss zwischen einer echten Allergie und einer Unverträglichkeit unterschieden werden:

  • Allergie: Eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Proteine im Futter. Die häufigsten Auslöser sind gängige Proteinquellen wie Rind, Huhn oder Fisch, manchmal auch Getreide. Symptome sind oft starker Juckreiz, Hautentzündungen und Haarausfall, aber auch Verdauungsprobleme.

  • Unverträglichkeit: Hier reagiert der Verdauungstrakt auf einen bestimmten Inhaltsstoff, ohne dass das Immunsystem beteiligt ist. Die Symptome sind meist Durchfall und Erbrechen.

Besteht der Verdacht auf eine Futtermittelallergie (z.B. durch ständiges Kratzen oder Verdauungsprobleme), kann eine Ausschlussdiät helfen, den genauen Auslöser zu identifizieren.

Die Pflege von Russisch Blau kann mit einem Pflegehandschuh erfolgen.

Bild: Urszula Der | Wikimedia Commons

Pflege: Wie pflege ich eine Russisch Blau?

Zur Routinepflege einer Katze gehören das Fell, die Zähne, die Ohren und die Krallen. Insgesamt hat die Russisch Blau einen geringen Pflegeaufwand.

Fellpflege

Die Fellpflege einer Russisch Blau ist dank ihres einzigartigen, plüschigen Fells sehr unkompliziert. Obwohl sie ein dichtes Doppelfell besitzt, neigt es kaum zu Verfilzungen und sie haart vergleichsweise wenig. Das macht sie zu einer besonders pflegeleichten Rasse, die sich ideal für Menschen eignet, die nicht viel Zeit in die Fellpflege investieren möchten.

So pflegst du das Fell deiner Russisch Blau:

  • Häufigkeit: Es reicht vollkommen aus, das Fell deiner Katze einmal pro Woche zu bürsten. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst kann eine etwas häufigere Pflege hilfreich sein.

  • Ablauf: Bürste das Fell sanft in Wuchsrichtung, um lose Haare und Hautschuppen zu entfernen. Das Bürsten massiert die Haut und fördert die Durchblutung. Gleichzeitig wird der natürliche Glanz des Fells betont.

  • Vorteile: Die wöchentliche Fellpflege ist nicht nur gut für das Fell, sondern stärkt auch die Bindung zwischen dir und deiner Katze. Die meisten Russisch-Blau-Katzen genießen diese sanfte Aufmerksamkeit.

  • empfohlene Tools: Softbürste oder Gummibürste sind ideal für die sanfte tägliche Pflege und zum Entfernen loser Haare. Ein einfacher Pflegehandschuh mit Gumminoppen ist perfekt, um lose Haare zu erfassen und gleichzeitig eine angenehme Massage zu bieten. Ein feinzahniger Kamm aus Metall kann vorsichtig verwendet werden, um eventuelle Knoten zu lösen, die bei dieser Rasse jedoch sehr selten sind. Zum Schluss kannst du dem Fell mit einer weichen Naturborstenbürste noch ein glänzendes Finish verleihen.

Tipp: Schon junge Russisch Blau-Kitten sollten spielerisch an das Bürsten gewöhnt werden. So bleibt die Fellpflege für beide Seiten entspannt.

Zahnpflege

Dies ist der wichtigste, aber auch am häufigsten vernachlässigte Punkt der Katzenpflege! Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und Zahnerkrankungen sind bei Katzen weit verbreitet. Sie verursachen starke Schmerzen und können zu schweren Folgeerkrankungen im ganzen Körper führen. Prävention ist hier alles.

Warum Zähneputzen? Regelmäßiges Zähneputzen ist die mit Abstand effektivste Methode, um Zahnbelag (Plaque) zu entfernen, bevor er zu hartem Zahnstein wird.

Wie geht das? Gewöhne deine Katze am besten schon als Kitten spielerisch an diese Prozedur.

  1. Besorge eine spezielle Katzenzahnbürste (oder eine sehr weiche Babyzahnbürste) und eine für Katzen geeignete Zahnpasta mit Geschmack, zum Beispiel Leber oder Geflügel.

  2. Lass sie zuerst nur die Paste vom Finger schlecken.

  3. Im nächsten Schritt berührst du mit dem Finger sanft ihre Zähne.

  4. Wenn das klappt, führst du die Zahnbürste ein und putzt vorsichtig die Außenseiten der Zähne.

Wie oft? Ideal wäre täglich, aber auch zwei- bis dreimal pro Woche ist schon ein großer Gewinn für die Gesundheit deiner Katze.

Ganz wichtig: Verwende niemals Zahnpasta für Menschen! Das darin enthaltene Fluorid und die Süßstoffe sind für Katzen giftig.

Ohrenpflege

Die Ohren einer gesunden Katze reinigen sich in der Regel von selbst. Deine Aufgabe ist es, sie regelmäßig zu kontrollieren. So sieht ein gesundes Ohr aus: Es ist blassrosa (außer bei pigmentierten Katzen), sauber und frei von starken Gerüchen.

Worauf musst du achten? Schau einmal pro Woche kurz in die Ohren. Achte auf übermäßiges Ohrenschmalz, Schmutz oder schwarze, krümelige Ablagerungen, die ein typisches Zeichen für Ohrmilben sind. Wenn deine Katze häufig den Kopf schüttelt oder sich an den Ohren kratzt, solltest du genauer hinsehen.

Wie reinigst du? Entferne sichtbaren Schmutz in der äußeren Ohrmuschel vorsichtig mit einem weichen, leicht angefeuchteten Tuch.

Absolutes Tabu: Verwende niemals Wattestäbchen (Q-Tips)! Du riskierst sonst, das empfindliche Trommelfell zu verletzen oder den Schmutz noch tiefer in den Gehörgang zu schieben. Bei Verdacht auf Milben oder eine Entzündung ist der/die Tierärzt:in dein:e Ansprechpartner:in.

Bild: Lesli Whitecotton | Pexels

Krallenpflege

Eine aktive Katze, die Zugang zu guten Kratzmöglichkeiten hat, kümmert sich in der Regel selbst um ihre Krallenpflege.

Warum ist Kratzen wichtig? Durch das Wetzen an Kratzbäumen, -brettern oder -tonnen entfernen Katzen die äußeren, alten Krallenhülsen und halten ihre „Werkzeuge” scharf.

Wann musst du nachhelfen? Bei reinen Wohnungskatzen oder älteren, weniger aktiven Tieren kann es sein, dass sich die Krallen nicht ausreichend abnutzen. Wenn du hörst, dass die Krallen auf dem Parkett oder Laminat „klicken”, sind sie wahrscheinlich zu lang.

Wie schneidet man die Krallen?

  1. Verwende eine spezielle Krallenschere oder einen Knipser für Katzen.

  2. Drücke sanft auf den Ballen, damit die Kralle ausfährt.

  3. Kürze nur die vorderste, durchsichtige Spitze.

  4. Achte unbedingt auf den rosa schimmernden Teil der Kralle – das ist „das Leben”, der durchblutete und mit Nerven durchzogene Bereich. Wenn du hier hineinschneidest, verursacht das starke Schmerzen und Blutungen!

Tipp: Mache das Krallenschneiden zu einer stressfreien Routine. Beginne mit nur einer Kralle pro Tag und belohne deine Katze im Anschluss ausgiebig. Wenn du dir unsicher bist, lass es dir beim ersten Mal von deinem/deiner Tierärzt:in zeigen.

Medizinische Besonderheiten bei der Russisch Blau

Geringe genetische Vielfalt

Eine Studie der University of California, Davis, hat gezeigt, dass die Russisch Blau eine stark verringerte genetische Vielfalt aufweist.ᵇ Das bedeutet, dass die Rasse einen relativ kleinen Genpool hat. Dadurch kann die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten bestimmter rezessiver Erbkrankheiten erhöht sein. Eine verantwortungsvolle Zuchtpraxis ist daher besonders wichtig, um die Gesundheit der Rasse langfristig zu sichern.

Russisch Blau gelten als robuste Rasse, werden aber oft nicht alt.

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Gesundheit und rassetypische Krankheiten: Sind Russisch Blau krankheitsanfällig?

Die Russisch Blau gilt allgemein als robuste Rasse. Wie das Netzdiagramm zur Gesundheit zeigt, ist sie zwar nicht anfällig für Erkrankungen, ihre Lebenserwartung ist jedoch vergleichsweise niedrig. Warum das so ist, ist unklar. Möglicherweise hängt dies mit dem relativ kleinen Genpool und einer rassespezifischen Neigung zu Nierenversagenᵇ zusammen.

Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über die Gesundheit der Russisch Blau. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist das Merkmal ausgeprägt²’³’⁴’⁵. Die Russisch Blau neigt z.B. zu Übergewicht und ist nicht krankheitsanfällig.

Ist die Russisch Blau eine Qualzucht?

Nein, die Russisch Blau wird nicht als Qualzucht eingestuft.

Was bedeutet Qualzucht? Laut Tierschutzgesetz (§ 11b) ist es verboten, Tiere so zu züchten, dass bei den Nachkommen mit Schmerzen, Leiden oder Schäden zu rechnen ist. Eine Qualzucht liegt also vor, wenn ein bestimmtes Schönheitsideal (z.B. eine extrem flache Nase, gefaltete Ohren oder Haarlosigkeit) über die Gesundheit und das Wohlbefinden des Tieres gestellt wird.

Beispiele für Qualzucht-Merkmale bei anderen Rassen:

  • Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit): Die extrem flachen Gesichter mancher Perser- oder Exotisch-Kurzhaar-Linien führen zu verengten Atemwegen, ständig tränenden Augen und Zahnfehlstellungen.

  • Knickohren (Fold-Gen): Das für die gefalteten Ohren der Scottish Fold verantwortliche Gen verursacht zwangsläufig die unheilbare und schmerzhafte Knochen- und Knorpelerkrankung Osteochondrodysplasie (OCD).

  • Schwanzlosigkeit (Manx-Gen): Das Fehlen des Schwanzes kann zu schweren Missbildungen der Wirbelsäule, zu Nervenschäden und zu Inkontinenz führen. Zudem wird das natürliche Springverhalten der Katze eingeschränkt.

  • extrem dichtes Fell: Katzen mit langem und dichtem Fell, insbesondere mit viel Unterwolle, können sich nicht artgerecht selbst pflegen. Sie sind vollständig von der täglichen Pflege durch den Menschen abhängig. Betroffen sind bspw. Perserkatzen und moderne Zuchtlinien der Britisch Kurzhaar.

  • Haarlosigkeit: Wenn Katzen kein Fell haben, beispielsweise Sphynx-Katzen, sind sie nicht mehr vor Kälte, Sonnenbrand und Verletzungen geschützt. Ihre Fähigkeit zur Thermoregulation ist stark eingeschränkt. Zudem sind die Tiere oft auf unnatürliche und für sie stressige Pflegemaßnahmen wie regelmäßiges Baden angewiesen, um Hautprobleme durch übermäßige Talgproduktion zu vermeiden.

  • deformierte oder fehlende Schnurrhaare: Schnurrhaare (Vibrissen) sind für Katzen lebenswichtige Sinnesorgane zur Orientierung, zur Messung von Öffnungen und zur Jagd. Gekräuselte, brüchige oder fehlende Schnurrhaare (wie bei manchen Rex- oder Nacktkatzen) bedeuten eine massive sensorische Einschränkung und behindern die Katze in ihrem artgerechten Verhalten.

  • Zwergwuchs: Die extrem kurzen Beine (zum Beispiel bei der Munchkin-Katze) sind die Folge eines Gendefekts, der die Knorpelentwicklung stört. Dies schränkt die natürliche Bewegungsfähigkeit der Katze – Rennen, Springen und Klettern – massiv ein und erhöht das Risiko für schmerzhafte Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (zum Beispiel Arthrose oder Lordose).

Welche Krankheiten können Russisch Blau Katzen bekommen?

Basierend auf veterinärmedizinischen Studien sind dies die wichtigsten rassetypischen Krankheiten und Anfälligkeiten:

  • Urolithiasis (Harnsteine): Bei der Rasse Russisch Blau wurde ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Harnsteinen festgestellt. Eine auf die Nierengesundheit abgestimmte Ernährung kann dabei helfen, diesem Risiko vorzubeugen.

  • Nierenversagen: In Studien wurde eine erhöhte Rate von Nierenversagen bei der Rasse im Vergleich zum Durchschnitt festgestellt. Dies weist auf eine mögliche genetische Anfälligkeit hin, weshalb regelmäßige tierärztliche Kontrollen ratsam sind.

Bild: Toni Tan | Pexels

Krankheiten erkennen: Auf welche Symptome muss ich bei der Russisch Blau achten?

Du kennst deine Katze am besten. Diese enge Verbindung ist entscheidend, denn Katzen sind Meister darin, Schmerzen zu verbergen – eine Eigenschaft, die sie von ihren wilden Vorfahren geerbt haben. Deine wichtigste Aufgabe ist es daher, auf kleinste Veränderungen zu achten. Eine frühzeitige Diagnose kann Leid und bleibende Schäden verhindern und hält zudem die Tierarztkosten niedrig.

Achte auf diese Warnsignale:

  • Verhaltensänderung: plötzlicher Rückzug, Verstecken, Aggressivität oder Apathie

  • Fell: wirkt stumpf, ungepflegt oder fettig

  • Haltung: gekrümmt, angespannt oder eine auffällige Schonhaltung

  • Katzentoilette (dein wichtigstes Diagnose-Tool): ständiger Toilettengang mit nur kleinen Mengen Urin (Alarmzeichen!), Schmerzlaute (Schreien oder Miauen beim Kot- oder Urinabsatz), plötzliches Urinieren außerhalb der Toilette, Durchfall oder Verstopfung, die länger als 24 Stunden anhalten

  • Appetitlosigkeit: frisst deutlich weniger oder verweigert das Futter

  • erhöhter Durst: trinkt plötzlich auffällig viel mehr als sonst

  • Kauprobleme: lässt Futter aus dem Maul fallen oder kaut nur auf einer Seite

  • Gewicht: unerklärlicher Gewichtsverlust oder -zunahme

  • Erbrechen: häufiges oder anhaltendes Erbrechen

  • Auffälligkeiten: tränende Augen, Nasenausfluss, Mundgeruch oder blasses Zahnfleisch

  • Bewegung: Lahmheit, Bewegungsunlust oder das Vermeiden von Sprüngen.

Generell gilt: Vertraue deinem Bauchgefühl. Wenn dir etwas ungewöhnlich vorkommt, auch wenn du nicht genau sagen kannst, was es ist, ist eine Kontaktaufnahme mit Tierärzt:innen immer die richtige Entscheidung.

Was tun, wenn Symptome auftreten?

Du bemerkst ein Symptom bei deiner Katze und fragst dich: „Ist das ein Notfall oder nur eine Kleinigkeit?” Bevor du sofort in die Tierarztpraxis fährst oder abwartest und dir Sorgen machst, gibt es eine moderne erste Anlaufstelle.

Telemedizinische Angebote wie der von Tierärzt:innen entwickelte confidu Diagnose Finder helfen dir, die Situation sofort einzuschätzen.

  • bei leichten Problemen: Du erhältst eine tierärztliche Anleitung, wie du deiner Katze bei Symptomen wie leichtem Durchfall oder Erbrechen selbst helfen kannst – oft reichen schon eine Schonkost oder einfache Hausmittel.

  • zur Ursachenforschung: Du kannst direkt einen Labortest für eine Kotprobe anfordern, um der Ursache selbst auf den Grund zu gehen.

  • bei ernsten Anzeichen: Stuft der Diagnose Finder die Symptome als ernsthaft ein, erhältst du die klare Empfehlung, umgehend eine Tierarztpraxis aufzusuchen.

So erhältst du sofort eine verlässliche Orientierung, vermeidest unnötige Praxisbesuche bei Kleinigkeiten und stellst sicher, dass du bei echten Notfällen keine wertvolle Zeit verlierst.

Wie kann ich Krankheiten vorbeugen?

Als verantwortungsvolle:r Halter:in kannst du aktiv dazu beitragen, das Risiko für viele Krankheiten zu minimieren und die Lebensqualität deiner Katze entscheidend zu verbessern. Die folgenden Punkte sind die Grundpfeiler einer jeden guten Gesundheitsvorsorge.

  • Impfungen: Eine solide Grundimmunisierung gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen und Katzenseuche ist der grundlegende Schutz für jede Katze und sollte niemals vernachlässigt werden.

  • Parasitenschutz: Ein konsequenter Schutz vor Parasiten wie Flöhen, Zecken und Würmern ist unerlässlich, um Folgeerkrankungen wie Hautentzündungen oder einen starken Wurmbefall zu vermeiden.

  • gesunde Ernährung: Eine artgerechte und hochwertige Ernährung mit einem hohen Fleischanteil bildet die Basis für ein starkes Immunsystem und beugt ernährungsbedingten Krankheiten vor.

  • Bewegung und Beschäftigung: Tägliche Spieleinheiten und eine anregende Umgebung mit Klettermöglichkeiten halten deine Katze körperlich fit, geistig ausgelastet und helfen dabei, Übergewicht zu verhindern.

  • regelmäßige Pflege: Durch routinemäßige Pflege, insbesondere das Zähneputzen, erkennst du Veränderungen am Körper deiner Katze frühzeitig und beugst schmerzhaften Erkrankungen vor.

  • Stress minimieren: Ein stabiles, harmonisches Umfeld mit festen Routinen und sicheren Rückzugsorten reduziert chronischen Stress, der das Immunsystem schwächen und Krankheiten auslösen kann.

  • tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen: Ein jährlicher Gesundheits-Check-up in der Tierarztpraxis, auch wenn deine Katze gesund erscheint, ist unerlässlich, um einen professionellen Blick auf ihren Zustand zu werfen und eine Basis für zukünftige Vergleiche zu schaffen.

Katzennetze schützen vor Abstürzen und Verletzungen.

Bild: Kabir Bakie | Wikimedia Commons

Wie kann ich Unfällen und Vergiftungen vorbeugen?

Eine katzensichere Wohnung ist die beste Lebensversicherung für deine neugierige Katze und schützt sie vor den häufigsten Gefahren des Alltags.

  • Fenster und Balkone: Sichere gekippte Fenster mit einem speziellen Schutz und statte Balkone mit einem Katzennetz aus, um tödliche Stürze zu verhindern.

  • giftige Pflanzen: Verbanne alle für Katzen giftigen Zimmerpflanzen, insbesondere hochtoxische Lilien, vollständig aus deinem Haushalt und von deinem Balkon. Im Gift-Lexikon von confidu findest du eine Übersicht sowie detaillierte Beschreibungen der häufigsten Giftpflanzen und weitere Giftstoffe für Hunde und Katzen.

  • gefährliche Substanzen: Bewahre Putzmittel, Medikamente, Chemikalien und Frostschutzmittel immer außer Reichweite in fest verschlossenen Schränken auf.

  • menschliche Lebensmittel: Gib deiner Katze niemals für sie giftige menschliche Lebensmittel wie Schokolade, Zwiebeln oder Weintrauben und lasse Essensreste nicht offen stehen.

  • kleine Gegenstände und Schnüre: Lasse niemals Schnüre, Wollfäden, Haargummis oder kleine Plastikteile unbeaufsichtigt herumliegen, da diese verschluckt zu einem lebensgefährlichen Darmverschluss führen können.

  • Haushaltsgeräte: Kontrolliere vor dem Start immer die Trommel von Waschmaschine und Trockner, da diese bei Katzen beliebte, aber lebensgefährliche Verstecke sind.

Absicherung: Welche Versicherung braucht die Russisch Blau?

Auch für eine robuste Katze ist eine Krankenversicherung eine sinnvolle Investition in ihre Gesundheit und deine finanzielle Sicherheit. Ein unerwarteter Unfall oder eine chronische Krankheit im Alter können schnell Kosten im vierstelligen Bereich verursachen. Eine Versicherung stellt sicher, dass du deiner Katze immer die bestmögliche Behandlung ermöglichen kannst, ohne dir Sorgen über die Rechnung machen zu müssen.

Grundsätzlich gibt es zwei Versicherungsmodelle:

  • OP-Versicherung: Dies ist die grundlegende Absicherung. Sie übernimmt die Kosten für notwendige chirurgische Eingriffe, sei es nach einem Unfall oder aufgrund einer Krankheit. Oft sind auch die Kosten für Diagnostik und Nachbehandlung im Zusammenhang mit der OP abgedeckt. Diese Variante ist günstiger und sichert die teuersten denkbaren Fälle ab.

  • Vollkrankenschutz: Er ist das „Rundum-sorglos-Paket”. Zusätzlich zu den Operationskosten deckt diese Versicherung auch die Kosten für reguläre tierärztliche Behandlungen ab, z.B. Diagnostik (Blutuntersuchungen, Ultraschall), Medikamente oder die Behandlung chronischer Krankheiten. Er ist teurer, bietet aber den umfassendsten Schutz.

Eine OP-Versicherung ist das empfohlene Minimum für jede:n Katzenhalter:in. Ein Vollkrankenschutz bietet maximale Sicherheit und ist besonders für Halter:innen sinnvoll, die für alle Eventualitäten gewappnet sein möchten.

Russisch Blau Kitten

Bild: Urszula Der | Wikimedia Commons

Lebensphasen: So altert die Russisch Blau

Wie lange lebt eine Russisch Blau-Katze?

Hier muss zwischen zwei Werten unterschieden werden: der potenziellen Lebenserwartung unter optimalen Bedingungen und dem statistischen Median einer großen Population.

Unter idealen Bedingungen wird für die Russisch Blau eine Lebenserwartung von 15 bis 20 Jahren angegeben. Dies ist die Spanne, die eine gesunde Katze aus einer seriösen Zucht bei guter Haltung erreichen kann.

Der statistische Median aus einer sehr großen wissenschaftlichen Studie in Großbritannien ergab jedoch nur einen Medianwert von 9,65 Jahren.² Das bedeutet, 50 % der in der Studie erfassten Russisch Blau-Katzen starben, bevor sie 9,65 Jahre alt wurden und 50 % der in der Studie erfassten Russisch Blau starben, nachdem sie 9,65 Jahre alt geworden waren. Der Median aus einer solchen Studie ist ein ungeschönter „Realitäts-Check”. Er berücksichtigt alle Todesursachen in einer großen, gemischten Population und nicht nur die idealen Fälle.

Wann sind Russisch Blau ausgewachsen?

Hier muss zwischen körperlicher und geistiger Reife unterschieden werden:

Körperlich erreicht eine Russisch Blau ihre volle Größe und ihr endgültiges Gewicht in der Regel mit etwa 12 Monaten. Oft festigen sich ihre Persönlichkeit und ihr Charakter erst vollständig, wenn sie zwei bis drei Jahre alt ist. Die Phase dazwischen kann als ihre „Teenager-Zeit” bezeichnet werden, in der sie noch sehr verspielt und manchmal auch etwas stürmisch ist.

Ab wann ist eine Russisch Blau ein Senior?

Die Russisch Blau gilt ab 9 - 13 Jahren als Senior. Ab 13 Jahren erreicht sie die geriatrische Lebensphase. Wenn deine Katze ein höheres Alter erreicht, sind einige liebevolle Anpassungen nötig, um ihre veränderte körperliche und geistige Fitness auszugleichen und ihr einen komfortablen und würdevollen Lebensabend zu ermöglichen:

  • Barrierefreiheit schaffen: Was früher ein Katzensprung war, kann nun eine Hürde sein. Erleichtere deiner Katze den Zugang zu ihren Lieblingsplätzen (Fensterbank, Sofa) mit kleinen Rampen oder Hockern, die als Stufe dienen. Eine Katzentoilette mit niedrigem Einstieg schont die Gelenke.

  • Ernährung anpassen: Wechsle zu einem hochwertigen Senior-Futter. Dieses ist oft kalorienreduziert, um Übergewicht vorzubeugen. Es enthält hochverdauliche Proteine, die die Nieren schützen, und ist mit Nährstoffen angereichert, die die Gelenke unterstützen. Für ältere Katzen mit eventuellen Zahnproblemen ist Nassfutter oft angenehmer zu fressen.

  • intensiviere die Gesundheitsvorsorge: Der jährliche Gesundheits-Check-up wird nun zum halbjährlichen Senioren-Check-up. Eine regelmäßige Blutuntersuchung ist jetzt entscheidend, um altersbedingte Krankheiten wie Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenüberfunktion frühzeitig zu erkennen.

  • Pflege unterstützen: Arthrose kann die Fellpflege erschweren. Hilf deiner Katze deshalb mit sanften Bürsten-Einheiten, ihr Fell sauber und filzfrei zu halten. Achte auch vermehrt auf die Krallen, die sich eventuell nicht mehr so gut abnutzen.

  • Ruhe und Komfort bieten: Ein Senior schläft mehr und schätzt seine Ruhe. Sorge deshalb für viele warme, weiche und zugluftfreie Schlafplätze. Eine Heizdecke oder ein Wärmekissen werden oft dankbar angenommen.

  • Spiel und Geist fit halten: Die wilden Jagdspiele werden weniger, aber geistige Anregung bleibt wichtig. Biete ihm ruhigere Spiele am Boden an, nutze Fummelbretter oder gönne ihm einfach mehr Zeit für gemütliche Schmuse- und Kuscheleinheiten.

Kastration: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die Kastration ist kein optionaler, sondern ein fundamentaler und unverzichtbarer Bestandteil einer verantwortungsvollen Katzenhaltung.

Idealerweise erfolgt die Kastration vor der Geschlechtsreife, die je nach Katze zwischen dem 4. und 9. Lebensmonat eintritt. Die meisten Tierärzt:innen empfehlen eine Kastration im Alter von etwa 5 bis 8 Monaten. Viele Tierheime und Züchter:innen praktizieren die sogenannte Frühkastration (bereits mit 10 bis 14 Wochen). Diese ist nachweislich sicher und hat viele Vorteile.

Ein wichtiger Mythos ist die Vorstellung, eine Katze müsse „einmal rollig werden” oder „einmal Junge bekommen”. Dies ist ein rein menschlicher Gedanke, der keinerlei gesundheitlichen oder psychologischen Nutzen für das Tier hat – im Gegenteil, er birgt nur Risiken.


Das confidu Katzenrassen-Lexikon wird von unseren Tierärzt:innen nach aktuellem wissenschaftlichen Standard mithilfe von aktueller Literatur und neuesten Studien verfasst.

Quellen:

a The Cat Encyclopedia: The Definitive Visual Guide, Dorling Kindersley, 2014 Dorling Kindersley Limited

b Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds, J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia

1 Zur Beurteilung des Verhaltens wurden verschiedene Merkmale berücksichtigt, darunter Aktivitätslevel, Verspieltheit, Gelehrigkeit, Intelligenz, Vokalisieren und Lautstärke, Selbstständigkeit, Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Verträglichkeit mit Kindern und Verträglichkeit mit Haustieren. Jede Katzenrasse wurde anhand dieser Eigenschaften auf einer Skala von 1 (am wenigsten ausgeprägt) bis 10 (am stärksten ausgeprägt) bewertet. (Quelle: Encyclopedia of Cat Breeds, 2nd Edition by J. Anne Helgren, April 2013)

2 Die Lebenserwartung wurde in Anlehnung an "Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds", J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia sowie "Life tables of annual life expectancy and risk factors for mortality in cats in the UK", Kendy Tzu-yun Teng et al., Februar 2024, Journal of Feline Medicine and Surgery erstellt.

3 Die Gesundheitsparameter Anfälligkeit für Krankheiten, Auftreten von Erbkrankheiten und Anfälligkeit für Übergewicht wurden in Anlehnung an "Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds", J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia erstellt.

Die Klassifizierung der Krankheitsanfälligkeit basiert auf der Anzahl und Häufigkeit von Krankheiten.

Basierend auf der durchschnittlichen Anzahl von Krankheiten pro Rasse wurde eine Einteilung in 10 Klassen vorgenommen. Rassen, bei denen 0-10 Krankheiten auftreten, werden der Klasse 1 zugeordnet, Rassen mit mehr als 90 Krankheiten der Klasse 10.

Abhängig von der Häufigkeit des Auftretens der Krankheiten wurde eine weitere Einteilung in 10 Klassen vorgenommen. Dazu wurden alle bekannten Häufigkeiten pro Rasse addiert und das Minimum (Summe aller Häufigkeiten, 1) berechnet. Daraus wurde eine Klasse zwischen 1 (Wert liegt zwischen 0-10%) und 10 (Wert liegt über 90%) gebildet.

Aus den beiden Klassen (Anzahl der Erkrankungen und Häufigkeit der Erkrankungen) ergibt sich die Gesamteinstufung der Krankheitsanfälligkeit als Maximum.

Die Einstufung der Erbkrankheiten erfolgt analog zur Einstufung der Krankheitsanfälligkeit.

4 Die Einstufung hinsichtlich der Qualzuchtmerkmale erfolgt auf der Grundlage der Anzahl und Ausprägung der Qualzuchtmerkmale, die in einer Rasse häufig auftreten. Dazu gehören Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit), Knickohren (Fold-Gen), Schwanzlosigkeit (Manx-Gen), extrem dichtes Fell, Haarlosigkeit, deformierte oder fehlende Schnurrhaare, Zwergwuchs, Vielfingrigkeit, helle Fell- und Augenfarbe. Rassen mit einem Qualzuchtmerkmal wurden in Klasse 4, Rassen mit 2 Merkmalen in Klasse 7 und Rassen mit 3 und mehr oder stark das Leben beeinträchtigenden Merkmalen in Klasse 10 eingestuft. Als Quelle wurde https://www.bundestieraerztekammer.de/tierhalter/qualzuchten/ verwendet.

5 Der Pflegeaufwand wurde "The Cat Encyclopedia, Dorling Kindersley", First American Edition, DK, 2014 entnommen. Ein besonders hoher Pflegeaufwand wurde mit maximal 10 Punkten bewertet, ein besonders niedriger mit einem Punkt. Dies setzt sich wie folgt zusammen: Die Angabe zur Fellpflege wurde in maximal 6 Punkte umgewandelt, wobei wöchentlich 1 Punkt, wöchentlich bis 2–4-mal wöchentlich 2 Punkte, wöchentlich bis täglich 3 Punkte , 2–4-mal wöchentlich 4 Punkte, 2–4-mal wöchentlich bis täglich = 5 Punkte und täglich 6 Punkte entspricht. Zusätzliche Punkte wurden für eine erforderliche Augenpflege vergeben: 1 Punkt, wenn regelmäßige Augenpflege nötig, und 2 Punkte, wenn täglich Augenpflege nötig ist. Für eine über das normale Maß hinausgehende Pflege von Krallen, Zähnen, Ohren oder Haut gibt es zusätzlich maximal 2 Punkte.