Lexikon der Katzenrassen
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Egal, ob du die perfekte Katzenrasse für deinen Lebensstil finden oder dein Wissen über deinen treuen Begleiter vertiefen möchten – hier wirst du fündig.
Norwegische Waldkatze
Majestätische Königin des Nordens
Titelbild: Elisa Putti | Shutterstock
Inhaltsverzeichnis
Rasseprofil
Körpergröße: groß
Gewicht: 3 - 9 kg
Farbe: variabel
Fell: halblang, dicht, wasserabweisend, doppelt
Charakter: gelassen, anhänglich, ruhig, territorial, aktiv
Anspruch an Haltung: mittel
Lebenserwartung: 14 - 16 Jahre (Medianwert laut Studie jedoch nur 9,95 Jahre²)
Anerkennung durch Verbände: FIFe, CFA, TICA, WCF
Herkunft: Norwegen
Synonym: Skogkatt, Norsk Skogkatt
Spitzname: Wegie
Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über die Eigenschaften der Norwegischen Waldkatze. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist die Eigenschaft ausgeprägt¹’²’³’⁴’⁵. Die Norwegische Waldkatze ist z.B. sehr gelehrig und nicht krankheitsanfällig.
Norwegische Waldkatzen sind große Katzen.
Bild: Gangburgondes | Wikimedia Commons
Aussehen: Wie sieht eine Norwegische Waldkatze aus?
Die Norwegische Waldkatze ist eine große Katze. Sie wiegt zwischen 3 und 9 kg, wobei die Kater in der Regel größer sind als die Katzen. Das Fell der Norwegischen Waldkatze ist ihr auffälligstes Merkmal und ihre wichtigste Anpassung an das Klima. Es ist ein halblanges, sehr dichtes Doppelfell, dessen Dichte sich je nach Jahreszeit verändert. Die Unterwolle ist weich und dicht und bildet eine isolierende Schicht. Das Deckhaar ist lang, glänzend und hat eine harte, wasserabweisende Textur. Bei Katzen mit mehrfarbigem Fell ist die Textur etwas weicher. Mit Ausnahme von Colourpoint (wie bei Siamkatzen), Fawn, Cinnamon, Lilac und Chocolate sind nahezu alle Farben und Muster erlaubt. Am häufigsten kommt die Farbe braun gestromt (Brown Tabby) mit weiß vor.
Typische Fellmerkmale sind der Kragen um den Hals, der an Koteletten, Halskrause und Mähne erinnert, sowie die vollen „Kniehosen” an den Hinterbeinen. Die Ohren sind mit Haarbüscheln versehen und haben an den Spitzen oft eine luchsartige Bebüschelung, die sehr geschätzt wird.
Die Norwegische Waldkatze ist eine kräftig gebaute Rasse. Sie wirkt nicht stämmig, sondern sehr athletisch und robust. Der Kopf der Norwegischen Waldkatze ist groß, lang und kantig sowie dreieckig. Die Nase ist im Profil lang und gerade. Die Ohren sind mittelgroß, breit an der Basis und haben abgerundete Spitzen. Die Augen sind mittelgroß und mandelförmig. Die Augenfarbe muss nicht mit der Fellfarbe übereinstimmen. Bei Katzen mit weißem Fellanteil sind auch blaue oder ungleiche Augenfarben möglich. Der Schwanz ist lang, spitz zulaufend und vor allem im Winter sehr buschig.
Wie groß wird ein Norwegischer Waldkater?
Ein Norwegischer Waldkater wird in der Regel groß und robust und erreicht ein Gewicht von 5 bis 9 kg.
Sibirische Waldkatze
Bild: Jan Warner | Wikimedia Commons
Was ist der Unterschied zwischen Norwegischer und Sibirischer Waldkatze?
Der Hauptunterschied zwischen der Norwegischen und der Sibirischen Waldkatze liegt in der Kopfform und der Fellstruktur. Die Norwegische Waldkatze hat einen eher dreieckigen Kopf mit einer geraden Nase, während die Sibirische Katze einen runderen Kopf mit einem leicht geschwungenen Profil hat. Zudem hat die Norwegische Waldkatze ein doppellagiges, die Sibirische Waldkatze ein dreilagiges Fell.
Roter Maine Coon Kater
Bild: Annie Smurova | Unsplash
Was ist der Unterschied zwischen Maine Coon und Norwegischer Waldkatze?
Die Maine Coon stammt aus den USA und ist für ihre imposante Größe bekannt. Ein Vergleich mit der Norwegischen Waldkatze zeigt deutliche Unterschiede:
Größe: Die Maine Coon ist in der Regel die größte der drei Waldkatzenrassen und kann ein höheres Gewicht erreichen als die Norwegische Waldkatze. Sie hat einen längeren Körperbau.
Kopfform: Die Maine Coon hat einen eckigeren Kopf mit einer kantigen Schnauze und hoch angesetzten Ohren. Die Norwegische Waldkatze hat eine dreieckige Kopfform mit tiefer sitzenden Ohren.
Felltextur: Das Fell der Maine Coon ist seidiger und weniger ölig als das der Norwegischen Waldkatze, das eher zottelig wirken kann.
Charakter: Obwohl beide Rassen sehr gesellig sind, ist die Maine Coon oft gesprächiger und anhänglicher. Die Norwegische Waldkatze ist ruhiger und bewahrt eine gewisse Unabhängigkeit.
Haaren Norwegische Waldkatzen sehr?
Norwegische Waldkatzen haaren aufgrund ihres dichten Fells sehr stark. Besonders während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst verlieren sie eine große Menge an Haaren, um sich an die wärmeren bzw. kälteren Temperaturen anzupassen. In dieser Zeit ist regelmäßiges Bürsten unerlässlich, um Verfilzungen vorzubeugen und die Menge der Haare in der Wohnung zu reduzieren.
Norwegische Waldkatzen jagen gerne und können sogar fischen.
Bild: Thomas Mues | Wikimedia Commons
Wesen und Verhalten: Wie ist der Charakter der Norwegischen Waldkatze?
Die Norwegische Waldkatze ist eine sanfte und doch majestätische Katze mit einem ausgeglichenen Charakter. Das beigefügte Netzdiagramm verdeutlicht die verschiedenen Facetten ihres Wesens.
Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über das Verhalten der Norwegischen Waldkatze. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist das Verhalten ausgeprägt.¹ Die Norwegische Waldkatze ist z.B. sehr intelligent und mäßig aktiv.
Bewegung & Charakter (hellblaue Zone)
Norwegische Waldkatzen sind sehr verspielt und intelligent. Sie lieben es zu klettern und zu springen, was ihren Jagdinstinkt widerspiegelt. Ihre Bewegungen sind geschickt und anmutig. Sie sind gelehrig und können leicht Kunststücke lernen, was sie zu angenehmen Begleitern macht. Obwohl sie aktiv sind, haben sie ein eher mittleres Aktivitätslevel und sind im Haus ruhiger als draußen.
Sozialverhalten (dunkelblaue Zone)
Die Norwegische Waldkatze ist eine eher selbstständige Rasse. Sie ist nicht übermäßig anhänglich und verlangt die Zuneigung ihrer Besitzer:innen nicht ständig ein. Sie ist keine typische Schoßkatze, sondern genießt die Nähe zu ihren Menschen auf ihre eigene, unaufdringliche Art. Sie sind für ihre leise Stimme bekannt und vokalisieren eher selten und leise.
Verträglichkeit (gelbe Zone)
Die Rasse ist für ihre Verträglichkeit mit anderen Haustieren und Kindern bekannt. Sie sind geduldig und sanft, was sie zu idealen Familienkatzen macht. Obwohl sie Fremden gegenüber manchmal reserviert sein können, sind sie im Allgemeinen umgänglich. Es ist wichtig zu beachten, dass sie territorial sein können, insbesondere in Bezug auf ihren Kletterraum. Außerdem sind sie als gute Jäger bekannt.
Wichtiger Hinweis zur Verträglichkeit: Auch wenn die Norwegische Waldkatze von Natur aus ein sehr sanftes und tolerantes Wesen hat, ist eine gute und frühe Sozialisierung für ihre Entwicklung entscheidend. Damit sie ihre friedliebende Art voll entfalten kann, sollte sie bereits als Kitten positive Erfahrungen mit verschiedenen Menschen – insbesondere Kindern –, anderen Haustieren und alltäglichen Haushaltsgeräuschen machen.
Ebenso wichtig ist es, dass die Katze im neuen Zuhause stets eine sichere Rückzugsmöglichkeit hat und alle Familienmitglieder, insbesondere die Kinder, den respektvollen Umgang mit ihr lernen. Unter diesen fairen Bedingungen ist sie ein herausragender Sozialpartner.
Sind Norwegische Waldkatzen verschmust?
Ja, Norwegische Waldkatzen sind in der Regel sehr verschmust, aber auch eigenständig und gelten nicht als Schoßkatzen. Sie suchen die Nähe ihrer Menschen, genießen Streicheleinheiten, entscheiden aber oft selbst, wann sie kuscheln möchten. Ihr Bedürfnis nach Zuneigung variiert je nach Charakter, doch generell bauen sie eine enge Bindung zu ihrer Familie auf und sind für ihre sanftmütige Art bekannt.
Kann eine Norwegische Waldkatze miauen?
Ja, Norwegische Waldkatzen können miauen, allerdings sind sie nicht für lautes oder häufiges Miauen bekannt. Sie kommunizieren stattdessen oft durch leise Laute wie Maunzen oder ein charakteristisches Gurren, besonders wenn sie Zuneigung zeigen. Sie setzen ihre Stimme nur selten lautstark ein, meist, wenn sie dringend etwas benötigen, zum Beispiel Futter.
Winterlandschaft in Norwegen (Hamnøy, Nordland)
Bild: Theo Felten | Pexels
Geschichte: Ursprung der Norwegischen Waldkatze
Die Norwegische Waldkatze zählt zu den ältesten Naturrassen der Welt und ihre Ursprünge reichen tief in die Geschichte Skandinaviens zurück. Ihre Entwicklung ist eng mit dem rauen Klima und den Seefahrern des Nordens verbunden.
Obwohl sie in Norwegen entstand, könnten ihre Vorfahren von Seefahrern aus anderen Teilen der Welt, möglicherweise aus der Türkei (ähnlich der Türkisch Angora), importiert worden sein. Bereits um das Jahr 1000 n. Chr. gab es Berichte über eine eigenständige, unverwechselbare Katzenrasse in Norwegen. Durch die strenge natürliche Auslese in der rauen, kalten Umgebung entwickelten sich die Katzen zu robusten, groß gebauten Tieren mit dichtem Fell. Sie waren ideale Arbeitskatzen auf den Bauernhöfen und halfen dabei, die Mäusepopulation unter Kontrolle zu halten.
In den 1930er-Jahren wurde die Norwegische Waldkatze erstmals offiziell als Rasse anerkannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Rasse jedoch vom Aussterben bedroht, da sie kaum gezüchtet wurde und sich mit anderen Katzenrassen vermischte. In den 1970er-Jahren begannen engagierte Züchter:innen, die Rasse zu schützen und einen formalen Zuchtstandard zu entwickeln.
Ein entscheidender Meilenstein war die Anerkennung der Rasse durch die FIFé (Fédération Internationale Féline) im Jahr 1977, woraufhin die ersten Exporte in Länder wie das Vereinigte Königreich und die USA folgten. Dort gewann die Rasse schnell an Beliebtheit. 1993 nahm die CFA (Cat Fanciers' Association) die Norwegische Waldkatze in ihren „Championship”-Status auf.
Heute ist die Norwegische Waldkatze eine etablierte Rasse, die in der Zucht ohne Einkreuzungen anderer Rassen auskommt.
Göttin Freya mit Streitwagen und zwei großen Waldkatzen (aus “Manual of Mythology : Greek and Roman, Norse, and Old German, Hindoo and Egyptian Mythology” von Alexander Murray, 1874)
Bild: Ludwig Pietsch | Wikimedia Commons
Was ist das Besondere an Norwegischen Waldkatzen?
Das Besondere an Norwegischen Waldkatzen ist ihre einzigartige Kombination aus robustem, wildem Aussehen und sanftmütigem, liebevollem Charakter, die sie zu einer herausragenden Rasse macht.
einzigartiges Aussehen: Sie sind große, kräftig gebaute Katzen mit einem markanten, dreieckigen Kopf, einem buschigen Schwanz und einem dichten, wasserabweisenden Doppelfell, das perfekt an das raue skandinavische Klima angepasst ist. Es sorgt nicht nur für Wärme, sondern verleiht ihnen auch eine majestätische Erscheinung.
Klettertalent: Dank ihrer kräftigen Beine und großen Pfoten sind sie außerdem außergewöhnlich gute Kletterer. Sie können sogar kopfüber einen Baum hinabsteigen, was für Katzenrassen eine seltene Fähigkeit ist. Ihre Jagdfähigkeiten sind legendär und sie sind bekannt dafür, hervorragende Mäusefänger zu sein.
Charakter: Trotz ihrer beeindruckenden Statur sind sie sanfte, ruhige und sehr menschenbezogene Katzen. Sie sind intelligent und neugierig, aber nicht aufdringlich oder ständig auf dem Schoß ihrer Besitzer:innen. Sie genießen die Nähe zu ihren Menschen auf ihre eigene, unabhängige Art und Weise.
mythologische Bedeutung: Die Rasse hat eine reiche Geschichte, die bis in die nordische Mythologie zurückreicht. Die Wikinger nutzten sie als Mäusefänger auf ihren Schiffen. Legenden zufolge fuhr die Göttin Freya sogar in einem Streitwagen, der von zwei großen Waldkatzen gezogen wurde.
Bild: Gangburgondes | Wikimedia Commons
Haltung und Lebensraum: Welche Ansprüche hat die Norwegische Waldkatze?
Zubehör: Was braucht die Norwegische Waldkatze?
Die Norwegische Waldkatze ist unkompliziert, aber um sie glücklich, gesund und artgerecht zu halten, brauchst du eine durchdachte Grundausstattung. Hier ist eine Checkliste, was deine Katze von Anfang an benötigt, damit sie sich bei dir rundum wohlfühlt.
Futter- und Wassernäpfe: Wähle am besten flache Näpfe aus Keramik, Glas oder Edelstahl. Diese sind hygienisch und leicht zu reinigen. Plastiknäpfe können Gerüche annehmen und bei manchen Katzen Kinnakne verursachen. Stelle die Näpfe nicht direkt nebeneinander und nicht neben die Katzentoilette. Viele Katzen trinken lieber fließendes Wasser. Ein Trinkbrunnen animiert zum Trinken und kann helfen, Harnwegserkrankungen vorzubeugen.
Katzentoilette: Die Faustregel lautet: Mindestens eine Toilette pro Katze, plus eine zusätzliche. Wähle eine ausreichend große, offene Schale. Viele Katzen mögen keine Toiletten mit Haube und Klappe, da sie sich darin eingeengt fühlen und Gerüche sich stauen. Um die beste Katzenstreu zu finden, musst du eventuell etwas experimentieren. Viele Katzen bevorzugen feine, sandähnliche Klumpstreu ohne starken Duft. Wichtig ist, dass du bei der Sorte bleibst, die deine Katze akzeptiert.
Kratzmöglichkeiten: Dies ist der vielleicht wichtigste Punkt, um deine Möbel zu schonen und deine Katze glücklich zu machen! Investiere in einen deckenhohen oder zumindest sehr stabilen Kratzbaum mit dicken Stämmen, der deiner Katze ermöglicht, sich beim Kratzen komplett auszustrecken. Biete an strategischen Orten (z.B. neben dem Sofa) weitere Optionen wie Kratzbretter, Kratztonnen oder Kratzmatten an.
Schlaf- und Rückzugsorte: Auch wenn sich deine Katze ihre Lieblingsplätze oft selbst sucht (dein Bett, die Couch, ein Sonnenfleck), schätzt sie eigene Rückzugsorte. Eine kuschelige Höhle, ein weiches Kissen auf der Fensterbank oder ein Katzenbett sind ideal.
Spiel und Beschäftigung: Katzen brauchen mentale und körperliche Auslastung. Interaktives Spielzeug wie Katzenangeln mit Federn oder Wedeln sind perfekt, um gemeinsam zu spielen und den Jagdinstinkt zu befriedigen. Selbstständiges Spielzeug wie kleine Spielmäuse, Bälle oder Rascheltunnel sorgen für Beschäftigung, wenn du mal nicht da bist. Intelligenzspielzeug wie Fummelbretter oder Snackbälle fordern den Kopf deiner Katze und machen ihr großen Spaß.
Bürste oder Kamm: Das lange Fell der Norwegischen Waldkatze sollte ein- bis zweimal pro Woche gründlich gebürstet werden, im Frühling und Herbst eventuell täglich. Verwende dazu einen Unterwollkamm, eine weiche Bürste (z.B. eine „Zupfbürste” mit weichen Borsten) oder einen grobzinkigen Metallkamm.
Flohkamm und Zeckenzange: Unverzichtbar, besonders wenn deine Katze gesicherten Freigang genießt. Damit kannst du das Fell schnell auf Parasiten kontrollieren und diese sicher entfernen.
Zahnputzutensilien: Gewöhne deine Katze am besten schon als Kitten an eine spezielle Katzenzahnbürste und -pasta. Das ist die beste Vorsorge gegen Zahnstein und Zahnerkrankungen.
Transportbox: Absolut notwendig für Tierarztbesuche. Achte auf eine gute Belüftung und darauf, dass sie sich leicht und sicher verschließen lässt. Modelle, die sich auch von oben öffnen lassen, sind oft stressfreier für die Katze. Modelle wie Körbe sind leider sehr unpraktisch und sind nicht empfehlenswert.
Kippfensterschutz & Balkonnetz: Gekippte Fenster sind eine tödliche Falle für Katzen! Sichere sie unbedingt mit einem speziellen Schutz. Ein Balkon sollte mit einem Katzennetz gesichert werden, bevor deine Katze ihn betreten darf.
Bild: Gigante Buono NFO | Wikimedia Commons
Kann man Norwegische Waldkatzen alleine halten?
Ja, unter bestimmten Umständen kann man eine Norwegische Waldkatze alleine halten. In der Regel ist es jedoch besser, sie mit einem Artgenossen zusammenzuhalten. Obwohl sie sehr anpassungsfähig und menschenbezogen sind, brauchen sie viel geistige und körperliche Anregung.
Wenn die Katze genügend Beschäftigung durch ihre Bezugspersonen erhält und nicht zu lange allein ist, kann eine Einzelhaltung funktionieren. Eine Zweitkatze mit ähnlichem Charakter und ähnlichen Bedürfnissen kann Einsamkeit und Langeweile jedoch verhindern.
Wie lange kann eine Norwegische Waldkatze alleine bleiben?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da sie maßgeblich davon abhängt, ob die Katze einen Artgenossen hat und wie sie an das Alleinsein gewöhnt wurde.
Wenn deine Norwegische Waldkatze mit einem Artgenossen zusammenlebt, können sie sich gegenseitig Gesellschaft leisten. Eine Abwesenheit von 8 bis 10 Stunden während eines normalen Arbeitstages ist daher in der Regel unproblematisch. Die Katzen haben einander und sind nicht komplett auf menschliche Interaktion angewiesen.
Als Einzelkatze ist die Situation deutlich kritischer. Da die Katze für jede Form von sozialer Stimulation auf Sie angewiesen ist, sollten die Zeiten der Abwesenheit so kurz wie möglich gehalten werden. Regelmäßige, lange Arbeitstage können bereits zu erheblichem Stress und Einsamkeit führen. Längere Abwesenheiten über Nacht oder gar ein ganzes Wochenende sind bei Einzelhaltung absolut tabu und tierschutzrelevant.
Kann man eine Norwegische Waldkatze in der Wohnung halten?
Ja, eine Norwegische Waldkatze kann in der Wohnung gehalten werden, solange ihre Bedürfnisse nach Bewegung und Klettermöglichkeiten erfüllt werden. Aufgrund ihrer Größe und ihres Kletterinstinkts benötigen sie ausreichend Platz sowie hohe Kratzbäume oder Kletterwände, um sich auszutoben. Ein gesicherter Balkon oder Garten ist eine ideale Ergänzung, da sie frische Luft und das Erkunden lieben.
Norwegische Waldkatzen brauchen viele Kletter- und Kratzmöglichkeiten.
Bild: Elena Taranukhina | Unsplash
Was muss man bei Norwegischen Waldkatzen beachten?
Bei der Haltung einer Norwegischen Waldkatze sollten folgende Punkte beachtet werden:
Platz und Bewegung: Sie benötigen viel Platz, um sich auszutoben. Hohe Kratzbäume und Klettermöglichkeiten sind ein Muss, um ihrem natürlichen Instinkt gerecht zu werden.
Fellpflege: Ihr dichtes, halblanges Fell muss regelmäßig gebürstet werden, um Verfilzungen zu vermeiden – besonders während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst.
Sozialisation: Obwohl sie auch alleine gehalten werden können, sind es soziale Tiere, die die Gesellschaft von Artgenossen oder ihren Menschen genießen. Eine frühe Sozialisierung mit anderen Haustieren und Kindern ist wichtig.
Gesundheit: Obwohl es sich um eine robuste Rasse handelt, sind regelmäßige tierärztliche Kontrollen wichtig. Eine ausgewogene Ernährung ist entscheidend, um ihr Idealgewicht zu halten und Gelenkprobleme zu vermeiden.
geistige Auslastung: Sie sind sehr intelligent. Daher sind interaktives Spiel und Intelligenzspielzeug wichtig, um sie geistig auszulasten und Langeweile zu verhindern.
Ausgaben: Wie teuer ist eine Norwegische Waldkatze?
Die Kosten lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: die einmaligen Anschaffungskosten und die laufenden Kosten.
Anschaffungskosten:
Der Preis für ein Norwegisches Waldkatzen-Kitten von seriösen, registrierten Züchter:innen liegt in der Regel zwischen 800 und 1.500 €. Dieser Preis mag hoch erscheinen, deckt aber die hohen Ausgaben und die Sorgfalt der Züchter:innen ab.
Gesundheitsvorsorge: Gentests der Elterntiere auf Erbkrankheiten (HCM, PKD), regelmäßige tierärztliche Betreuung
Aufzucht: hochwertiges Futter, Sozialisierung, Impfungen, Entwurmung und ein Mikrochip
Papiere: ein offizieller Stammbaum, der die Abstammung nachweist
Warnung: Angebote, die deutlich unter diesem Preis liegen (z.B. auf Kleinanzeigenportalen), stammen oft von unseriösen Vermehrer:innen. Hier wird an der Gesundheit und Sozialisierung gespart, was später zu hohen Tierarztkosten und Verhaltensproblemen führen kann. Eine gute Alternative ist der Tierschutz: Manchmal suchen auch reinrassige Waldkatzen oder Mixe im Tierheim ein neues Zuhause. Die Schutzgebühr liegt hier meist bei 150 bis 250 €.
Laufende Kosten:
Die Haltung einer Katze ist eine langfristige finanzielle Verpflichtung. Man sollte mit monatlichen Kosten von ca. 50 bis 80 € für folgende Posten rechnen:
Futter: hochwertiges Nass- und Trockenfutter
Katzenstreu
Tierarztkosten: Jährliche Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen, Parasitenbehandlungen (ca. 150-200 € pro Jahr). Zusätzlich sollte man ein finanzielles Polster für unvorhergesehene Krankheiten oder eine Katzenkrankenversicherung einplanen.
Bild: Pixabay
Ist die Norwegische Waldkatze für mich geeignet?
Ist die Norwegische Waldkatze eine Anfängerkatze?
Ja, die Norwegische Waldkatze gilt als gute Katze für Anfänger:innen. Dank ihres ruhigen, ausgeglichenen und unaufdringlichen Wesens ist sie relativ einfach zu halten. Sie ist sehr anpassungsfähig und stellt keine überzogenen Ansprüche an ihre Halter. Ihr Pflegeaufwand ist überschaubar und sie verzeiht kleine Fehler, was sie ideal für Erstkatzenhalter:innen macht.
Ist eine Norwegische Waldkatze eine Familienkatze?
Ja, eine Norwegische Waldkatze ist eine ausgezeichnete Familienkatze. Ihre sanftmütige, geduldige und tolerante Art macht sie zu einem idealen Begleiter für Kinder. Sie ist verspielt und aktiv, ohne dabei aufdringlich zu sein, und somit ein unterhaltsamer Spielkamerad. Sie kommt gut mit dem Trubel eines Familienlebens zurecht und integriert sich problemlos in den Haushalt.
Die goldenen Regeln für ein harmonisches Zusammenleben:
Der Erfolg hängt entscheidend vom Verhalten der menschlichen Familienmitglieder ab.
Respekt ist das oberste Gebot: Kinder müssen von Anfang an lernen, dass eine Katze kein Spielzeug ist. Am Schwanz ziehen, grobes Anfassen oder das Stören beim Schlafen sind absolut tabu. Die Eltern stehen in der Verantwortung, dies klar zu vermitteln und zu beaufsichtigen.
Rückzugsorte sind heilig: Die Katze braucht mindestens einen Ort (z.B. die Spitze des Kratzbaums oder eine Höhle), an den sie sich zurückziehen kann und an dem sie von den Kindern garantiert in Ruhe gelassen wird. Dieser „Safe Space” ist nicht verhandelbar.
Sind Norwegische Waldkatzen für Allergiker geeignet?
Nein, Norwegische Waldkatzen sind nicht für Allergiker:innen geeignet. Oft wird angenommen, dass langes Fell weniger Allergene freisetzt. Tatsächlich liegt die Allergie gegen Katzen jedoch nicht am Fell selbst, sondern an Proteinen im Speichel (Fel d 1), im Urin und in den Hautschuppen der Katze. Beim Putzen verteilt die Katze den Speichel auf ihrem Fell. Trocknet dieser, werden die winzigen Allergene in die Luft gewirbelt und können eingeatmet werden. Da die Norwegische Waldkatze diese Proteine wie jede andere Katze auch produziert, ist sie keine hypoallergene Rasse.
Die Norwegische Waldkatze gehört nicht zu den wenigen Rassen (wie z.B. die Sibirische Katze), bei denen eine natürlich geringere Produktion von „Fel d 1” nachgewiesen wurde. Sie produziert eine normale Menge des Allergens.
Der einzig verlässliche Weg ist der Selbsttest. Wenn du oder ein Familienmitglied unter einer Katzenallergie leidet, der Wunsch nach einer Katze aber riesig ist, gibt es nur einen verantwortungsvollen Weg:
Suche den Kontakt zu dem/der Züchter:in. Erkläre deine Situation offen.
Besuche die Zucht mehrfach und jeweils für mehrere Stunden. Verbringe bei mehreren Besuchen jeweils ein bis zwei Stunden in unmittelbarer Nähe der Katzen und des speziellen Kittens, für das du dich interessierst.
Warte die Reaktion ab: Treten allergische Symptome wie Niesen, juckende Augen oder Atemnot auf? Wenn ja, ist das Projekt „Katze” an dieser Stelle leider beendet. Deine Gesundheit geht vor.
Alles andere wäre unverantwortlich und endet meist damit, dass die Katze schweren Herzens wieder abgegeben werden muss – eine traumatische Erfahrung für Tier und Mensch.
Bild: Pieter Lanser | Wikimedia Commons
Sozialisierung und Zusammenleben
Die Norwegische Waldkatze ist für ihr freundliches und ausgeglichenes Wesen bekannt, was das Zusammenleben mit ihr in der Regel unkompliziert macht. Für eine harmonische Beziehung und ein glückliches Katzenleben ist es jedoch entscheidend, von Anfang an auf eine gute Sozialisierung zu achten.
Die entscheidende Rolle der frühen Sozialisierung
Der wichtigste Grundstein für eine ausgeglichene und furchtlose Katze wird lange vor ihrem Einzug bei dir gelegt, nämlich in der Prägephase bei dem/der Züchter:in. Eine Katze von verantwortungsvollen Züchter:innen bleibt bis zur 12., manchmal sogar bis zur 14. Lebenswoche bei ihrer Mutter und den Geschwistern. In dieser Zeit lernt sie die fundamentalen Lektionen des Katzenlebens: spielerisches Raufen, die Grenzen der Beißhemmung und die Katzensprache.
Gute Züchter:innen sorgen zudem dafür, dass das Kitten in dieser sensiblen Phase positive Erfahrungen mit Menschen macht. Es lernt Alltagsgeräusche wie den Staubsauger, verschiedene Menschen (Männer, Frauen, Kinder) und das Hochgehobenwerden als etwas Normales kennen. Frage die Züchter:innen gezielt danach, wie die Kitten aufwachsen. Ein gut sozialisiertes Kitten ist der beste Schutz vor zukünftigem Angst- oder Aggressionsverhalten.
Positive Verstärkung: Mehr als nur „Erziehung“
Vergiss Strafen wie Anschreien, Wasserspritzer oder gar körperliche Zurechtweisungen. Solche Methoden zerstören das Vertrauen deiner Katze und führen dazu, dass sie dich als unberechenbar und bedrohlich empfindet. Der Schlüssel zu einem harmonischen Zusammenleben ist die positive Verstärkung.
Das Prinzip ist einfach: Jedes erwünschte Verhalten wird sofort belohnt. Als Belohnung eignen sich besondere Leckerlis, ein anerkennendes „Fein gemacht!” oder eine kurze, intensive Spieleinheit.
Clickertraining ist eine fantastische Methode, um mit deiner Katze zu kommunizieren. Der „Click“ ist ein präzises Signal, das deiner Katze im exakten Moment sagt: „Genau das war richtig!“ Unmittelbar nach dem Click folgt die Belohnung. Du kannst deiner Katze damit nicht nur lustige Tricks wie „High Five” beibringen, sondern auch sehr Nützliches.
Beim Medical Training übst du mit deiner Katze spielerisch, dass sie sich überall anfassen lässt, ihre Pfoten gibt oder freiwillig in die Transportbox geht. Belohne jeden kleinen Schritt. Das nimmt Tierarztbesuchen ihren Schrecken und macht notwendige Pflegemaßnahmen stressfrei für alle.
Das stille Örtchen: Der Schlüssel zur Stubenreinheit
Katzen sind von Natur aus sehr saubere Tiere. Wenn eine Katze unsauber wird, ist das fast immer ein Hilfeschrei. Entweder hat sie ein medizinisches Problem (z.B. eine Blasenentzündung – dies sollte immer zuerst tierärztlich abgeklärt werden!) oder ihre Toilette entspricht nicht ihren Ansprüchen.
Die Formel für die perfekte Katzentoilette lautet:
Anzahl: Die goldene Regel lautet: Es sollte immer eine Toilette mehr vorhanden sein als Katzen im Haushalt leben. Für eine Katze also zwei, für zwei Katzen drei usw.
Typ: Wähle eine große, offene Schale ohne Haube. Haubentoiletten fühlen sich für viele Katzen wie eine enge, stinkende Falle an.
Streu: Die meisten Katzen bevorzugen eine feine, sandähnliche Klumpstreu ohne Parfüm. Die Streu sollte hoch genug eingefüllt sein, damit die Katze richtig scharren kann (ca. 7–10 cm).
Standort: Der Standort sollte ruhig, jederzeit zugänglich und weit weg vom Futter- und Wasserplatz sein. Niemand isst gerne neben seiner Toilette.
Bild: Pieter & Renée Lanser | Wikimedia Commons
Unerwünschtes Verhalten verstehen und umlenken
Problemverhalten ist oft nur ein normales Katzenverhalten am falschen Ort. Der Trick besteht also nicht darin, das Verhalten zu unterbinden, sondern zu verstehen, warum deine Katze es zeigt und ihr eine bessere, attraktivere Alternative anzubieten.
Fallbeispiel: Kratzen am Sofa
Warum kratzt sie? Nicht, um dich zu ärgern! Sie tut es aus drei Gründen:
Krallenpflege: Sie streift alte Krallenhülsen ab.
Reviermarkierung: Sie hinterlässt sichtbare Spuren und Duftmarken aus ihren Pfotendrüsen („Hier wohne ich!“).
Dehnung: Es ist eine wohltuende Streckübung für ihre Muskeln.
Wie lenkst du es um?
unterbrechen: Wenn du sie auf dem Sofa erwischst, mache ein kurzes, klares Geräusch (z.B. ein festes „Nein!” oder ein lautes Klatschen), um sie zu irritieren.
umlenken: Hebe sie dann sofort und ohne sie zu bestrafen hoch und setze sie an einen stabilen, attraktiven Kratzbaum.
loben: Sobald sie den Kratzbaum benutzt, auch wenn es nur kurz ist, lobe sie überschwänglich und gib ihr ein Leckerli. Sie muss lernen: „Kratzen am Sofa = Störung. Kratzen am Baum = Party!”
Alternative schaffen: Stelle den Kratzbaum an einen strategisch klugen Ort (z.B. in die Nähe des Sofas oder an einen Laufweg), um eine Alternative zu schaffen. Mache das Sofa unattraktiv, indem du es vorübergehend mit doppelseitigem Klebeband beklebst oder mit einem für Katzen unangenehmen Zitrusduft einsprühen.
Dieses Prinzip des Verstehens, Unterbrechens, Umlenkens und Belohnens kannst du auf fast jedes unerwünschte Verhalten anwenden. So förderst du ein harmonisches Zusammenleben, das auf Kooperation statt Konfrontation beruht.
Bild: Aleksandr Nadyojin | Pexels
Ernährung: Was ist das beste Futter für die Norwegische Waldkatze?
Die kurze Antwort lautet: ein hochwertiges Nassfutter mit einem sehr hohen Fleischanteil. Katzen sind von Natur aus Fleischfresser, ihr gesamter Verdauungstrakt ist auf die Verwertung von tierischem Protein ausgelegt, nicht auf Getreide oder Zucker.
Doch was macht eigentlich gutes Katzenfutter aus? Vergiss bunte Verpackungen und Werbeversprechen. Der einzige Weg, um die Qualität zu beurteilen, ist ein kritischer Blick auf die Deklaration (Zusammensetzung) auf der Dose oder dem Beutel.
hoher, klar definierter Fleischanteil: An erster Stelle der Zutatenliste muss Fleisch stehen. Achte auf klare Angaben wie „70 % bestehend aus Hühnerherzen, Hühnerfleisch, Hühnerleber ...”. Sei misstrauisch bei schwammigen Formulierungen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse” ohne genaue Aufschlüsselung.
kein Zucker, kein Getreide: Zucker (oft getarnt als Karamell oder Rübenschnitzel) ist schädlich und fördert Krankheiten wie Diabetes mellitus. Getreide (Weizen, Mais, Soja) ist ein billiger Füllstoff, den Katzen nicht effizient verwerten können und der oft Allergien oder Verdauungsprobleme auslöst.
ausreichend Taurin: Diese Aminosäure ist für Katzen lebenswichtig und muss über die Nahrung zugeführt werden. Ein Taurinmangel führt zu Herzerkrankungen und Erblindung. In jedem Alleinfuttermittel muss es enthalten sein. In der Liste der "Ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe" findest du die Menge. Es sollten 1.000 mg/kg bis 1.500 mg/kg enthalten sein.
Da Katzen von Natur aus schlechte Trinker sind und ihren Flüssigkeitsbedarf ursprünglich über ihre Beutetiere deckten, sollte Nassfutter die Hauptnahrungsquelle sein. Aufgrund seines hohen Feuchtigkeitsgehalts (ca. 80 %) hilft Nassfutter, die Nieren gesund zu halten und Harnwegserkrankungen vorzubeugen. Gutes Nassfutter enthält ca. 10–12 % Rohprotein und ca. 5–8 % Rohfett (siehe „Analytische Bestandteile”). Achtung: Lass dich nicht verwirren. Der Rohprotein-Wert ist nicht gleichbedeutend mit dem Fleischanteil. Es handelt sich um einen analytischen Wert, der den reinen Proteingehalt im Labor misst.
Trockenfutter eignet sich hingegen als Leckerli oder für Intelligenzspielzeug. Es ist zwar praktisch, entzieht dem Körper bei der Verdauung jedoch Wasser. Eine ausschließliche Fütterung mit Trockenfutter stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Nieren deiner Katze dar.
Um Übergewicht zu vermeiden, solltest du die Portionen abwiegen. Füttere mehrere kleine Mahlzeiten. Füttere mindestens zwei bis drei (besser vier bis fünf) kleine Portionen über den Tag verteilt. Dies entspricht dem natürlichen Fressverhalten der Katze, die als Jägerin viele kleine Beutetiere fängt, und hält ihren Stoffwechsel stabil.
Wie viel Futter braucht eine Norwegische Waldkatze?
Diese Frage hat keine allgemeingültige Antwort in Gramm, denn der individuelle Bedarf einer Norwegischen Waldkatze ist so einzigartig wie ihr Charakter. Die richtige Futtermenge hängt von vielen Faktoren ab. Das oberste Ziel ist dabei immer, ein gesundes Gewicht zu halten. Die entscheidenden Faktoren für die Futtermenge sind:
Alter:
Kitten (bis 12 Monate): Im Wachstum haben sie einen enormen Energiebedarf. Sie dürfen und sollen so viel fressen, wie sie möchten („ad libitum”). Biete ihnen drei bis fünf Mahlzeiten über den Tag verteilt an, damit ihr kleiner Magen nicht überfordert wird.
erwachsene Katze (1–9 Jahre): Der Energiebedarf sinkt. Hier ist eine genaue Kontrolle entscheidend, um Übergewicht zu vermeiden.
Seniorenkatzen (ab 9–13 Jahren): Der Stoffwechsel wird oft langsamer, der Energiebedarf sinkt weiter und der Bedarf an hochwertigen Nährstoffen steigt.
Aktivitätslevel:
Eine gemütliche Wohnungskatze, die den Tag dösend verbringt, braucht deutlich weniger Kalorien als eine Norwegische Waldkatze, die täglich ausgiebig spielt oder gesicherten Freigang genießt.
Kastrationsstatus:
Kastrierte Katzen haben einen um bis zu 30 % geringeren Energiebedarf als unkastrierte Katzen. Nach dem Eingriff muss ihre Futtermenge unbedingt angepasst werden, um eine schnelle Gewichtszunahme zu verhindern.
Art des Futters (Nass- vs. Trockenfutter):
Nassfutter hat einen hohen Wassergehalt (ca. 80 %) und dadurch eine geringere Kaloriendichte. Eine Katze kann davon größere Mengen fressen, um satt zu werden.
Trockenfutter ist dagegen extrem energiereich. Hier müssen schon wenige Gramm zu viel oder zu wenig genau abgewogen werden.
Praktische Anleitung zur Fütterung:
Jede Futterverpackung enthält eine Fütterungsempfehlung (z.B. Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag). Dies ist jedoch nur ein grober Richtwert! Beginne mit der empfohlenen Menge für das Idealgewicht deiner Katze.
Ein Beispiel für eine 5 kg schwere, kastrierte Norwegische Waldkatze mit normaler Aktivität:
nur hochwertiges Nassfutter: ca. 200-250 g pro Tag
nur Trockenfutter (hochwertig): ca. 50-65 g pro Tag
Mischfütterung: beispielsweise 100 g Nassfutter und 25-30 g Trockenfutter
Starte mit dem unteren Wert und verteile diese Menge auf mindestens drei bis vier Mahlzeiten. Wichtig ist dann die regelmäßige Kontrolle des Körperzustands deiner Katze über mehrere Wochen hinweg mit dem sogenannten Rippentest:
Streiche dazu sanft über den Brustkorb deiner Katze.
ideal: Du kannst die Rippen leicht fühlen, ohne sie zu sehen, ähnlich wie bei deinem Handrücken.
zu dünn: Die Rippen sind deutlich sichtbar oder fühlen sich spitz an.
zu dick: Du musst fest drücken, um die Rippen unter einer Fettschicht überhaupt zu spüren.
Passe die Futtermenge in kleinen Schritten (ca. 10 % weniger oder mehr) an, wenn du eine Veränderung feststellst, und beobachte das Gewicht über die nächsten zwei bis drei Wochen.
Aufgrund ihres langen Fells ist Übergewicht bei Norwegischen Waldkatzen schwerer zu erkennen.
Bild: Fritz_the_Cat | Pixabay
Neigt die Norwegische Waldkatze zu Übergewicht?
Ja, Norwegische Waldkatzen aufgrund ihrer Größe und ihres kräftigen Körperbaus zu Übergewicht.
Die Hauptrisikofaktoren für Übergewicht sind:
Kastration: Nach der Kastration verlangsamt sich der Stoffwechsel um bis zu 30 %, während der Appetit oft steigt. Dies ist der häufigste Grund für eine Gewichtszunahme.
Wohnungshaltung: Eine reine Wohnungskatze verbraucht deutlich weniger Energie als ein Freigänger.
freie Fütterung (Ad-libitum-Fütterung): Ein ständig gefüllter Napf, insbesondere mit energiereichem Trockenfutter, führt fast zwangsläufig zu Übergewicht.
Langeweile und zu viele Leckerlis: Fressen wird zur Hauptbeschäftigung
Wie du Übergewicht effektiv vermeidest:
kontrollierte Portionen: Halte dich an feste Fütterungszeiten und wiege das Futter ab.
Aktivität fördern: Tägliche, aktive Spieleinheiten mit der Katzenangel sind Pflicht! Sorge außerdem für eine anregende Umgebung mit Klettermöglichkeiten.
intelligente Fütterung: Nutze Fummelbretter oder Snackbälle, für die sich deine Katze ihr (Trocken-)Futter erarbeiten muss. Das beschäftigt sie geistig und körperlich.
Leckerlis bewusst einsetzen: Leckerlis sollten für das Training oder als besondere Belohnung reserviert werden und von der täglichen Futterration abgezogen werden.
Ist die Norwegische Waldkatze anfällig für Futtermittelallergien?
Nein, die Norwegische Waldkatze gilt nicht als Rasse, die eine besondere oder genetisch bedingte Anfälligkeit für Futtermittelallergien und -unverträglichkeiten hat. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege oder verbreiteten Beobachtungen, die darauf hindeuten würden. Allerdings können sie bei jeder Katze auftreten, unabhängig von der Rasse.
Dabei muss zwischen einer echten Allergie und einer Unverträglichkeit unterschieden werden:
Allergie: Eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Proteine im Futter. Die häufigsten Auslöser sind gängige Proteinquellen wie Rind, Huhn oder Fisch, manchmal auch Getreide. Symptome sind oft starker Juckreiz, Hautentzündungen und Haarausfall, aber auch Verdauungsprobleme.
Unverträglichkeit: Hier reagiert der Verdauungstrakt auf einen bestimmten Inhaltsstoff, ohne dass das Immunsystem beteiligt ist. Die Symptome sind meist Durchfall und Erbrechen.
Besteht der Verdacht auf eine Futtermittelallergie (z.B. durch ständiges Kratzen oder Verdauungsprobleme), kann eine Ausschlussdiät helfen, den genauen Auslöser zu identifizieren.
Bild: pklaschka | Pixabay
Pflege: Wie pflege ich eine Norwegische Waldkatze?
Zur Routinepflege einer Katze gehören das Fell, die Zähne, die Ohren und die Krallen. Insgesamt hat die Norwegische Waldkatze einen geringen bis mäßigen Pflegeaufwand.
Fellpflege
Die Fellpflege der Norwegischen Waldkatze ist dank ihres robusten, wasserabweisenden Fells vergleichsweise einfach. Obwohl es weniger zum Verfilzen neigt als das anderer Langhaarkatzen, ist eine regelmäßige Pflege unerlässlich, um es gesund und glänzend zu halten.
Wie oft? Normalerweise reicht es aus, das Fell ein- bis zweimal pro Woche gründlich zu bürsten. So werden lose Haare und Schmutz entfernt und die natürliche Ölschicht des Fells verteilt. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst, wenn die Katze ihre dichte Winterunterwolle verliert, sollten Sie sie täglich bürsten. So verhindern Sie die Bildung von Haarballen und reduzieren die Menge an Haaren, die sich in Ihrer Wohnung verteilen.
Benötigte Werkzeuge:
Unterwollkamm: Dieser ist unerlässlich, um die dichte Unterwolle zu lockern und lose Haare zu entfernen.
Metall-Bürste (Slicker Brush): Eine Bürste mit feinen, gebogenen Borsten hilft, das Deckhaar zu entwirren und glatt zu bürsten.
Entfilzungskamm: Falls sich doch kleine Knoten bilden, können diese mit einem Entfilzungskamm oder einer Schere vorsichtig entfernt werden.
Bürste mit Naturborsten: Für ein glänzendes Finish und um die natürlichen Öle im Fell zu verteilen, ist eine Bürste mit Naturborsten ideal.
Wie pflege ich das Fell richtig?
Vorbereitung: Lege alle benötigten Werkzeuge (Unterwollkamm, Bürste, Entfilzungskamm) bereit. Schaffe eine entspannte Atmosphäre, spreche sanft mit deiner Katze und belohne sie nach der Pflege.
Lockerung der Unterwolle: Beginne mit einem Unterwollkamm. Arbeite dich vorsichtig von Kopf bis Schwanz durch das Fell. Konzentriere dich dabei besonders auf Bereiche mit dichter Unterwolle wie den Kragen, die „Kniehosen” und den Schwanzansatz. Der Kamm hilft dabei, lose Haare zu entfernen, bevor sie sich verfilzen.
Entwirren: Um das Deckhaar zu entwirren und kleine Knoten zu lösen, verwenden Sie eine Metallbürste (Slicker Brush). Bürsten Sie dabei in Wuchsrichtung des Fells.
Knoten entfernen: Falls du auf größere Knoten stößt, versuche nicht, sie gewaltsam herauszuziehen. Verwende stattdessen einen Entfilzungskamm oder schneide den Knoten vorsichtig mit einer abgerundeten Schere heraus, um der Katze keine Schmerzen zuzufügen.
Glanz-Finish: Zum Schluss kannst du eine Bürste mit Naturborsten verwenden, um das Fell zu glätten und ihm einen schönen Glanz zu verleihen.
Mit dieser einfachen Routine bleibt das Fell deiner Norwegischen Waldkatze gesund, glänzend und frei von Verfilzungen. Deine Katze wird es dir mit Wohlbehagen danken.
Tipp: Schon junge Norwegische Waldkatzen-Kitten sollten spielerisch an Bürsten und Kämme gewöhnt werden. So bleibt die Fellpflege für beide Seiten entspannt.
Norwegische Waldkatzen haben langes Fell, das regelmäßige Pflege benötigt.
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Zahnpflege
Dies ist der wichtigste, aber auch am häufigsten vernachlässigte Punkt der Katzenpflege! Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und Zahnerkrankungen sind bei Katzen weit verbreitet. Sie verursachen starke Schmerzen und können zu schweren Folgeerkrankungen im ganzen Körper führen. Prävention ist hier alles.
Warum Zähneputzen? Regelmäßiges Zähneputzen ist die mit Abstand effektivste Methode, um Zahnbelag (Plaque) zu entfernen, bevor er zu hartem Zahnstein wird.
Wie geht das? Gewöhne deine Katze am besten schon als Kitten spielerisch an diese Prozedur.
Besorge eine spezielle Katzenzahnbürste (oder eine sehr weiche Babyzahnbürste) und eine für Katzen geeignete Zahnpasta mit Geschmack, zum Beispiel Leber oder Geflügel.
Lass sie zuerst nur die Paste vom Finger schlecken.
Im nächsten Schritt berührst du mit dem Finger sanft ihre Zähne.
Wenn das klappt, führst du die Zahnbürste ein und putzt vorsichtig die Außenseiten der Zähne.
Wie oft? Ideal wäre täglich, aber auch zwei- bis dreimal pro Woche ist schon ein großer Gewinn für die Gesundheit deiner Katze.
Ganz wichtig: Verwende niemals Zahnpasta für Menschen! Das darin enthaltene Fluorid und die Süßstoffe sind für Katzen giftig.
Ohrenpflege
Die Ohren einer gesunden Katze reinigen sich in der Regel von selbst. Deine Aufgabe ist es, sie regelmäßig zu kontrollieren. So sieht ein gesundes Ohr aus: Es ist blassrosa (außer bei pigmentierten Katzen), sauber und frei von starken Gerüchen.
Worauf musst du achten? Schau einmal pro Woche kurz in die Ohren. Achte auf übermäßiges Ohrenschmalz, Schmutz oder schwarze, krümelige Ablagerungen, die ein typisches Zeichen für Ohrmilben sind. Wenn deine Katze häufig den Kopf schüttelt oder sich an den Ohren kratzt, solltest du genauer hinsehen.
Wie reinigst du? Entferne sichtbaren Schmutz in der äußeren Ohrmuschel vorsichtig mit einem weichen, leicht angefeuchteten Tuch.
Absolutes Tabu: Verwende niemals Wattestäbchen (Q-Tips)! Du riskierst sonst, das empfindliche Trommelfell zu verletzen oder den Schmutz noch tiefer in den Gehörgang zu schieben. Bei Verdacht auf Milben oder eine Entzündung ist der/die Tierärzt:in dein:e Ansprechpartner:in.
Krallenpflege
Eine aktive Katze, die Zugang zu guten Kratzmöglichkeiten hat, kümmert sich in der Regel selbst um ihre Krallenpflege.
Warum ist Kratzen wichtig? Durch das Wetzen an Kratzbäumen, -brettern oder -tonnen entfernen Katzen die äußeren, alten Krallenhülsen und halten ihre „Werkzeuge” scharf.
Wann musst du nachhelfen? Bei reinen Wohnungskatzen oder älteren, weniger aktiven Tieren kann es sein, dass sich die Krallen nicht ausreichend abnutzen. Wenn du hörst, dass die Krallen auf dem Parkett oder Laminat „klicken”, sind sie wahrscheinlich zu lang.
Wie schneidet man die Krallen?
Verwende eine spezielle Krallenschere oder einen Knipser für Katzen.
Drücke sanft auf den Ballen, damit die Kralle ausfährt.
Kürze nur die vorderste, durchsichtige Spitze.
Achte unbedingt auf den rosa schimmernden Teil der Kralle – das ist „das Leben”, der durchblutete und mit Nerven durchzogene Bereich. Wenn du hier hineinschneidest, verursacht das starke Schmerzen und Blutungen!
Tipp: Mache das Krallenschneiden zu einer stressfreien Routine. Beginne mit nur einer Kralle pro Tag und belohne deine Katze im Anschluss ausgiebig. Wenn du dir unsicher bist, lass es dir beim ersten Mal von deinem/deiner Tierärzt:in zeigen.
Bild: schmid-klampfer | Wikimedia Commons
Medizinische Besonderheiten bei der Norwegischen Waldkatze
Norwegische Waldkatzen haben einige medizinische Besonderheiten, die beachtet werden müssen. Einige Messwerte sind z.B. im Vergleich zu anderen Katzenrassen höher oder niedriger und nicht krankhaft.
Blutgruppe B
Während die meisten Hauskatzen weltweit die Blutgruppe A haben, weist die Norwegische Waldkatze eine höhere Prävalenz der selteneren Blutgruppe B auf. Studien zeigen Prävalenzen von ca. 7 %.ᵇ
Die Blutgruppe B ist keine Krankheit, sondern eine genetische Eigenschaft, die jedoch in zwei spezifischen Situationen potenziell lebensbedrohliche Konsequenzen wie die Neonatale Isoerythrolyse und Transfusionsreaktionen haben kann. Der entscheidende Punkt sind die natürlichen Antikörper im Blut. Katzen mit der Blutgruppe A haben nur schwache Antikörper gegen die Blutgruppe B. Katzen mit Blutgruppe B hingegen haben von Natur aus sehr starke und aggressive Antikörper gegen die Blutgruppe A.
Diese starken Antikörper sind die Ursache für die folgenden Risiken:
1. Neonatale Isoerythrolyse (NI): Das Züchterrisiko
Dies ist die größte Gefahr bei der Zucht und der Grund, warum seriöse Züchter:innen die Blutgruppen ihrer Tiere kennen müssen.
das Szenario: Eine Mutterkatze mit Blutgruppe B wird von einem Kater mit Blutgruppe A gedeckt. Die Kitten können die Blutgruppe A vom Vater erben.
der Mechanismus: Die Mutterkatze gibt ihre starken Anti-A-Antikörper über die erste, extrem antikörperreiche Milch (das Kolostrum) an die neugeborenen Kitten weiter.
die Folge: Die Antikörper der Mutter greifen die roten Blutkörperchen der Kitten an und zerstören sie. Dies führt innerhalb der ersten Lebenstage zu Schwäche, Gelbsucht und oft zum schnellen Tod der Kitten. Dieses Phänomen wird auch als „Fading Kitten Syndrome” bezeichnet.
Verantwortungsvolle Züchter:innen lassen ihre Zuchttiere deshalb auf ihre Blutgruppe testen und planen Verpaarungen sorgfältig (so sollte eine B-Katze nur mit einem B-Kater verpaart werden). Sollte dennoch eine Risikoverpaarung erfolgen, muss diese gemanagt werden. Wenn eine B-Katze A-Kitten zur Welt bringt, müssen die Kitten in den ersten 16 bis 24 Stunden von der Mutter getrennt werden. In dieser Zeit werden sie mit Ersatzmilch versorgt, bis sie die gefährlichen Antikörper nicht mehr über den Darm aufnehmen können.
2. Transfusionsreaktionen: Das Besitzerrisiko
Dieses Risiko betrifft alle Perser, die im Laufe ihres Lebens eine Bluttransfusion benötigen könnten, beispielsweise nach einem Unfall oder bei einer schweren Krankheit.
das Szenario: Eine Norwegische Waldkatze mit der Blutgruppe B benötigt eine Bluttransfusion. Im Notfall wird ohne Test Spenderblut der häufigsten Blutgruppe A verwendet.
die Folge: Die starken Anti-A-Antikörper der Norwegischen Waldkatze greifen die gespendeten Blutzellen daraufhin sofort massiv an. Dies führt zu einer sofortigen, oft tödlichen Abstoßungsreaktion (anaphylaktischer Schock) und zum Zusammenbruch des Kreislaufs.
Jede:r Norwegische Waldkatzen-Besitzer:in sollte sich dieser Besonderheit bewusst sein und seine:n Tierärzt:in aktiv darauf hinweisen. Vor jeder Bluttransfusion muss bei einer Norwegischen Waldkatze zwingend die Blutgruppe bestimmt werden. Dies ist ein einfacher und schneller Test, der Leben rettet.
Probleme bei der Geburt
Einige Studien und Züchterumfragen zeigen, dass es bei der Norwegischen Waldkatze einige signifikante Probleme rund um die Geburt geben kann.ᵇ Dies ist eine wichtige Information für Züchter:innen und erfordert eine sorgfältige Überwachung der trächtigen Kätzin.
Die Hauptprobleme lassen sich in zwei Bereiche unterteilen:
Kaiserschnittrate: Eine große Züchterumfrage des „Norwegian Forest Cat Kitten Information Project” hat eine Kaiserschnittrate von 6 % ergeben. Dies deutet auf eine Häufigkeit von Geburtsschwierigkeiten hin, bei denen die Kätzin nicht in der Lage ist, ihre Jungen auf natürlichem Wege zur Welt zu bringen.
Totgeburtenrate: Die gleiche Studie ergab eine Totgeburtenrate von 5 %.
Norwegische Waldkatzen gelten als robuste Rasse.
Bild: WoIfgang de Groot | Wikimedia Commons
Gesundheit und rassetypische Krankheiten: Sind Norwegische Waldkatzen krankheitsanfällig?
Die Norwegische Waldkatze ist eine robuste und widerstandsfähige Naturrasse, die sich über Jahrhunderte in einem rauen Klima entwickelt hat. Sie ist daher generell weniger krankheitsanfällig als viele andere Rassen. Dennoch gibt es einige rassetypische Erbkrankheiten wie die Glykogenose Typ IV, auf die seriöse Züchter:innen und Halter:innen achten sollten.
Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über die Gesundheit der Norwegischen Waldkatze. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist das Merkmal ausgeprägt²’³’⁴’⁵. Die Norwegische Waldkatze ist z.B. mäßig anfällig für Übergewicht und nicht krankheitsanfällig.
Ist die Norwegische Waldkatze eine Qualzucht?
Nein, die Norwegische Waldkatze wird nicht als Qualzucht eingestuft.
Was bedeutet Qualzucht? Laut Tierschutzgesetz (§ 11b) ist es verboten, Tiere so zu züchten, dass bei den Nachkommen mit Schmerzen, Leiden oder Schäden zu rechnen ist. Eine Qualzucht liegt also vor, wenn ein bestimmtes Schönheitsideal (z.B. eine extrem flache Nase, gefaltete Ohren oder Haarlosigkeit) über die Gesundheit und das Wohlbefinden des Tieres gestellt wird.
Beispiele für Qualzucht-Merkmale bei anderen Rassen:
Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit): Die extrem flachen Gesichter mancher Perser- oder Exotisch-Kurzhaar-Linien führen zu verengten Atemwegen, ständig tränenden Augen und Zahnfehlstellungen.
Knickohren (Fold-Gen): Das für die gefalteten Ohren der Scottish Fold verantwortliche Gen verursacht zwangsläufig die unheilbare und schmerzhafte Knochen- und Knorpelerkrankung Osteochondrodysplasie (OCD).
Schwanzlosigkeit (Manx-Gen): Das Fehlen des Schwanzes kann zu schweren Missbildungen der Wirbelsäule, zu Nervenschäden und zu Inkontinenz führen. Zudem wird das natürliche Springverhalten der Katze eingeschränkt.
extrem dichtes Fell: Katzen mit langem und dichtem Fell, insbesondere mit viel Unterwolle, können sich nicht artgerecht selbst pflegen. Sie sind vollständig von der täglichen Pflege durch den Menschen abhängig. Betroffen sind bspw. Perserkatzen und moderne Zuchtlinien der Britisch Kurzhaar.
Haarlosigkeit: Wenn Katzen kein Fell haben, beispielsweise Sphynx-Katzen, sind sie nicht mehr vor Kälte, Sonnenbrand und Verletzungen geschützt. Ihre Fähigkeit zur Thermoregulation ist stark eingeschränkt. Zudem sind die Tiere oft auf unnatürliche und für sie stressige Pflegemaßnahmen wie regelmäßiges Baden angewiesen, um Hautprobleme durch übermäßige Talgproduktion zu vermeiden.
deformierte oder fehlende Schnurrhaare: Schnurrhaare (Vibrissen) sind für Katzen lebenswichtige Sinnesorgane zur Orientierung, zur Messung von Öffnungen und zur Jagd. Gekräuselte, brüchige oder fehlende Schnurrhaare (wie bei manchen Rex- oder Nacktkatzen) bedeuten eine massive sensorische Einschränkung und behindern die Katze in ihrem artgerechten Verhalten.
Zwergwuchs: Die extrem kurzen Beine (zum Beispiel bei der Munchkin-Katze) sind die Folge eines Gendefekts, der die Knorpelentwicklung stört. Dies schränkt die natürliche Bewegungsfähigkeit der Katze – Rennen, Springen und Klettern – massiv ein und erhöht das Risiko für schmerzhafte Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (zum Beispiel Arthrose oder Lordose).
Welche Krankheiten haben Norwegische Waldkatzen?
Basierend auf veterinärmedizinischen Studienᵇ sind dies die wichtigsten rassetypischen Krankheiten und Anfälligkeiten:
Die wichtigsten Erbkrankheiten:
Glykogenose Typ IV: Die bedeutendste Erbkrankheit bei der Norwegischen Waldkatze ist die Glykogenose Typ IV, eine autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselerkrankung, bei der es zu einer abnormalen Speicherung von Glykogen kommt. Betroffene Katzen werden entweder tot geboren oder zeigen im Alter von fünf bis sieben Monaten fortschreitende Muskelschwäche und neurologische Symptome, die schließlich zum Tod führen. Es gibt keine Behandlung. Dank genetischer Tests, die bereits 1999 entwickelt wurden, ist es seriösen Züchter:innen heute jedoch möglich, Trägertiere zu identifizieren und die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.
Neonatale Isoerythrolyse (NI): Eine weitere erblich bedingte Krankheit ist die Neonatale Isoerythrolyse. Sie tritt auf, wenn die Blutgruppe der Mutterkatze und ihrer Kitten inkompatibel ist. Es kommt zu einer Antikörperreaktion, die zum Tod der neugeborenen Kitten führen kann. Seriöse Züchter:innen kennen die Blutgruppen ihrer Tiere und können entsprechende Verpaarungen vermeiden.
Weitere Krankheitsanfälligkeiten:
Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): Norwegische Waldkatzen zeigen eine erhöhte Veranlagung für die Hypertrophe Kardiomyopathie. Dabei handelt es sich um eine Verdickung des Herzmuskels, die zu Herzversagen führen kann. Obwohl diese Krankheit bei dieser Rasse häufiger vorkommt, ist eine erbliche Vererbung bisher nicht eindeutig nachgewiesen. Regelmäßige Ultraschalluntersuchungen des Herzens können dabei helfen, die Krankheit frühzeitig zu erkennen.
Wenn eine Katze viel trinkt und uriniert, kann das ein Hinweis auf eine Nierenerkrankung sein.
Bild: Ocdp | Wikimedia Commons
Krankheiten erkennen: Auf welche Symptome muss ich bei der Norwegischen Waldkatze achten?
Du kennst deine Katze am besten. Diese enge Verbindung ist entscheidend, denn Katzen sind Meister darin, Schmerzen zu verbergen – eine Eigenschaft, die sie von ihren wilden Vorfahren geerbt haben. Deine wichtigste Aufgabe ist es daher, auf kleinste Veränderungen zu achten. Eine frühzeitige Diagnose kann Leid und bleibende Schäden verhindern und hält zudem die Tierarztkosten niedrig.
Achte auf diese Warnsignale:
Verhaltensänderung: plötzlicher Rückzug, Verstecken, Aggressivität oder Apathie
Fell: wirkt stumpf, ungepflegt oder fettig
Haltung: gekrümmt, angespannt oder eine auffällige Schonhaltung
Katzentoilette (dein wichtigstes Diagnose-Tool): ständiger Toilettengang mit nur kleinen Mengen Urin (Alarmzeichen!), Schmerzlaute (Schreien oder Miauen beim Kot- oder Urinabsatz), plötzliches Urinieren außerhalb der Toilette, Durchfall oder Verstopfung, die länger als 24 Stunden anhalten
Appetitlosigkeit: frisst deutlich weniger oder verweigert das Futter
erhöhter Durst: trinkt plötzlich auffällig viel mehr als sonst
Kauprobleme: lässt Futter aus dem Maul fallen oder kaut nur auf einer Seite
Gewicht: unerklärlicher Gewichtsverlust oder -zunahme
Erbrechen: häufiges oder anhaltendes Erbrechen
Auffälligkeiten: tränende Augen, Nasenausfluss, Mundgeruch oder blasses Zahnfleisch
Bewegung: Lahmheit, Bewegungsunlust oder das Vermeiden von Sprüngen.
Generell gilt: Vertraue deinem Bauchgefühl. Wenn dir etwas ungewöhnlich vorkommt, auch wenn du nicht genau sagen kannst, was es ist, ist eine Kontaktaufnahme mit Tierärzt:innen immer die richtige Entscheidung.
Was tun, wenn Symptome auftreten?
Du bemerkst ein Symptom bei deiner Katze und fragst dich: „Ist das ein Notfall oder nur eine Kleinigkeit?” Bevor du sofort in die Tierarztpraxis fährst oder abwartest und dir Sorgen machst, gibt es eine moderne erste Anlaufstelle.
Telemedizinische Angebote wie der von Tierärzt:innen entwickelte confidu Diagnose Finder helfen dir, die Situation sofort einzuschätzen.
bei leichten Problemen: Du erhältst eine tierärztliche Anleitung, wie du deiner Katze bei Symptomen wie leichtem Durchfall oder Erbrechen selbst helfen kannst – oft reichen schon eine Schonkost oder einfache Hausmittel.
zur Ursachenforschung: Du kannst direkt einen Labortest für eine Kotprobe anfordern, um der Ursache selbst auf den Grund zu gehen.
bei ernsten Anzeichen: Stuft der Diagnose Finder die Symptome als ernsthaft ein, erhältst du die klare Empfehlung, umgehend eine Tierarztpraxis aufzusuchen.
So erhältst du sofort eine verlässliche Orientierung, vermeidest unnötige Praxisbesuche bei Kleinigkeiten und stellst sicher, dass du bei echten Notfällen keine wertvolle Zeit verlierst.
Wie kann ich Krankheiten vorbeugen?
Als verantwortungsvolle:r Halter:in kannst du aktiv dazu beitragen, das Risiko für viele Krankheiten zu minimieren und die Lebensqualität deiner Katze entscheidend zu verbessern. Die folgenden Punkte sind die Grundpfeiler einer jeden guten Gesundheitsvorsorge.
Impfungen: Eine solide Grundimmunisierung gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen und Katzenseuche ist der grundlegende Schutz für jede Katze und sollte niemals vernachlässigt werden.
Parasitenschutz: Ein konsequenter Schutz vor Parasiten wie Flöhen, Zecken und Würmern ist unerlässlich, um Folgeerkrankungen wie Hautentzündungen oder einen starken Wurmbefall zu vermeiden.
gesunde Ernährung: Eine artgerechte und hochwertige Ernährung mit einem hohen Fleischanteil bildet die Basis für ein starkes Immunsystem und beugt ernährungsbedingten Krankheiten vor.
Bewegung und Beschäftigung: Tägliche Spieleinheiten und eine anregende Umgebung mit Klettermöglichkeiten halten deine Katze körperlich fit, geistig ausgelastet und helfen dabei, Übergewicht zu verhindern.
regelmäßige Pflege: Durch routinemäßige Pflege, insbesondere das Zähneputzen, erkennst du Veränderungen am Körper deiner Katze frühzeitig und beugst schmerzhaften Erkrankungen vor.
Stress minimieren: Ein stabiles, harmonisches Umfeld mit festen Routinen und sicheren Rückzugsorten reduziert chronischen Stress, der das Immunsystem schwächen und Krankheiten auslösen kann.
tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen: Ein jährlicher Gesundheits-Check-up in der Tierarztpraxis, auch wenn deine Katze gesund erscheint, ist unerlässlich, um einen professionellen Blick auf ihren Zustand zu werfen und eine Basis für zukünftige Vergleiche zu schaffen.
Bild: Maarten Zuidhoorn | Unsplash
Wie kann ich Unfällen und Vergiftungen vorbeugen?
Eine katzensichere Wohnung ist die beste Lebensversicherung für deine neugierige Katze und schützt sie vor den häufigsten Gefahren des Alltags.
Fenster und Balkone: Sichere gekippte Fenster mit einem speziellen Schutz und statte Balkone mit einem Katzennetz aus, um tödliche Stürze zu verhindern.
giftige Pflanzen: Verbanne alle für Katzen giftigen Zimmerpflanzen, insbesondere hochtoxische Lilien, vollständig aus deinem Haushalt und von deinem Balkon. Im Gift-Lexikon von confidu findest du eine Übersicht sowie detaillierte Beschreibungen der häufigsten Giftpflanzen und weitere Giftstoffe für Hunde und Katzen.
gefährliche Substanzen: Bewahre Putzmittel, Medikamente, Chemikalien und Frostschutzmittel immer außer Reichweite in fest verschlossenen Schränken auf.
menschliche Lebensmittel: Gib deiner Katze niemals für sie giftige menschliche Lebensmittel wie Schokolade, Zwiebeln oder Weintrauben und lasse Essensreste nicht offen stehen.
kleine Gegenstände und Schnüre: Lasse niemals Schnüre, Wollfäden, Haargummis oder kleine Plastikteile unbeaufsichtigt herumliegen, da diese verschluckt zu einem lebensgefährlichen Darmverschluss führen können.
Haushaltsgeräte: Kontrolliere vor dem Start immer die Trommel von Waschmaschine und Trockner, da diese bei Katzen beliebte, aber lebensgefährliche Verstecke sind.
Absicherung: Welche Versicherung braucht die Norwegische Waldkatze?
Auch für eine robuste Katze ist eine Krankenversicherung eine sinnvolle Investition in ihre Gesundheit und deine finanzielle Sicherheit. Ein unerwarteter Unfall oder eine chronische Krankheit im Alter können schnell Kosten im vierstelligen Bereich verursachen. Eine Versicherung stellt sicher, dass du deiner Katze immer die bestmögliche Behandlung ermöglichen kannst, ohne dir Sorgen über die Rechnung machen zu müssen.
Grundsätzlich gibt es zwei Versicherungsmodelle:
OP-Versicherung: Dies ist die grundlegende Absicherung. Sie übernimmt die Kosten für notwendige chirurgische Eingriffe, sei es nach einem Unfall oder aufgrund einer Krankheit. Oft sind auch die Kosten für Diagnostik und Nachbehandlung im Zusammenhang mit der OP abgedeckt. Diese Variante ist günstiger und sichert die teuersten denkbaren Fälle ab.
Vollkrankenschutz: Er ist das „Rundum-sorglos-Paket”. Zusätzlich zu den Operationskosten deckt diese Versicherung auch die Kosten für reguläre tierärztliche Behandlungen ab, z.B. Diagnostik (Blutuntersuchungen, Ultraschall), Medikamente oder die Behandlung chronischer Krankheiten. Er ist teurer, bietet aber den umfassendsten Schutz.
Eine OP-Versicherung ist das empfohlene Minimum für jede:n Katzenhalter:in. Ein Vollkrankenschutz bietet maximale Sicherheit und ist besonders für Halter:innen sinnvoll, die für alle Eventualitäten gewappnet sein möchten.
Norwegische Waldkatze Kitten
Bild: Pieter & Renée Lanser | Wikimedia Commons
Lebensphasen: So altert die Norwegische Waldkatze
Wie alt werden Norwegische Waldkatzen?
Hier muss zwischen zwei Werten unterschieden werden: der potenziellen Lebenserwartung unter optimalen Bedingungen und dem statistischen Median einer großen Population.
Unter idealen Bedingungen wird für die Norwegische Waldkatze eine Lebenserwartung von 14 bis 16 Jahren angegeben. Dies ist die Spanne, die eine gesunde Norwegische Waldkatze aus einer seriösen Zucht bei guter Haltung erreichen kann.
Der statistische Median aus einer sehr großen wissenschaftlichen Studie in Großbritannien ergab jedoch nur einen Medianwert von 9,95 Jahren.² Das bedeutet, 50 % der in der Studie erfassten Norwegischen Waldkatzen starben, bevor sie 9,95 Jahre alt wurden und 50 % der in der Studie erfassten Norwegischen Waldkatzen starben, nachdem sie 9,95 Jahre alt geworden waren. Der Median aus einer solchen Studie ist ein ungeschönter „Realitäts-Check”. Er berücksichtigt alle Todesursachen in einer großen, gemischten Population und nicht nur die idealen Fälle.
Wann sind Norwegische Waldkatzen ausgewachsen?
Norwegische Waldkatzen sind als Spätzünder bekannt. Sie erreichen ihre volle körperliche Reife erst im Alter von 4 bis 5 Jahren.
Ab wann ist eine Norwegische Waldkatze ein Senior?
Die Norwegische Waldkatze gilt ab 9 - 13 Jahren als Senior. Ab 13 Jahren erreicht sie die geriatrische Lebensphase. Wenn deine Katze ein höheres Alter erreicht, sind einige liebevolle Anpassungen nötig, um ihre veränderte körperliche und geistige Fitness auszugleichen und ihr einen komfortablen und würdevollen Lebensabend zu ermöglichen:
Barrierefreiheit schaffen: Was früher ein Katzensprung war, kann nun eine Hürde sein. Erleichtere deiner Katze den Zugang zu ihren Lieblingsplätzen (Fensterbank, Sofa) mit kleinen Rampen oder Hockern, die als Stufe dienen. Eine Katzentoilette mit niedrigem Einstieg schont die Gelenke.
Ernährung anpassen: Wechsle zu einem hochwertigen Senior-Futter. Dieses ist oft kalorienreduziert, um Übergewicht vorzubeugen. Es enthält hochverdauliche Proteine, die die Nieren schützen, und ist mit Nährstoffen angereichert, die die Gelenke unterstützen. Für ältere Katzen mit eventuellen Zahnproblemen ist Nassfutter oft angenehmer zu fressen.
intensiviere die Gesundheitsvorsorge: Der jährliche Gesundheits-Check-up wird nun zum halbjährlichen Senioren-Check-up. Eine regelmäßige Blutuntersuchung ist jetzt entscheidend, um altersbedingte Krankheiten wie Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenüberfunktion frühzeitig zu erkennen.
Pflege unterstützen: Arthrose kann die Fellpflege erschweren. Hilf deiner Katze deshalb mit sanften Bürsten-Einheiten, ihr Fell sauber und filzfrei zu halten. Achte auch vermehrt auf die Krallen, die sich eventuell nicht mehr so gut abnutzen.
Ruhe und Komfort bieten: Ein Senior schläft mehr und schätzt seine Ruhe. Sorge deshalb für viele warme, weiche und zugluftfreie Schlafplätze. Eine Heizdecke oder ein Wärmekissen werden oft dankbar angenommen.
Spiel und Geist fit halten: Die wilden Jagdspiele werden weniger, aber geistige Anregung bleibt wichtig. Biete ihm ruhigere Spiele am Boden an, nutze Fummelbretter oder gönne ihm einfach mehr Zeit für gemütliche Schmuse- und Kuscheleinheiten.
Kastration: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Bei langsam wachsenden Rassen wie der Norwegischen Waldkatze ist der richtige Zeitpunkt für eine Kastration ein wichtiges Thema, das sich von der Empfehlung für kleinere, schneller reifende Katzenrassen unterscheidet. Während früher oft eine Kastration im Alter von 6 Monaten empfohlen wurde, raten viele Tierärzt:innen und Züchter:innen bei diesen Rassen mittlerweile dazu, damit länger zu warten.
Entscheidend sind die Größe und der kräftige Körperbau der Norwegischen Waldkatze. Geschlechtshormone spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Knochen, Gelenke und Muskeln.
Reifung des Skeletts: Eine zu frühe Kastration kann das Schließen der Wachstumsfugen in den langen Knochen verzögern. Dies kann zu übermäßig langen, dünnen Knochen und einem schwächeren Skelett führen. Dadurch erhöht sich das Risiko für orthopädische Probleme im späteren Leben.
vollständige körperliche Entwicklung: Wenn man wartet, kann die Katze ihre volle, rassetypische Größe und Muskelmasse entwickeln. Dies ist besonders bei Norwegischen Waldkatern wichtig, da sich erst so der typisch breite Kopf vollständig ausbildet.
Bei Katern wird oft empfohlen, bis zum Alter von 12 bis 18 Monaten zu warten. Bei Kätzinnen wird eine Kastration oft nach der ersten Rolligkeit, d.h. im Alter von 8 bis 12 Monaten, empfohlen.
Das confidu Katzenrassen-Lexikon wird von unseren Tierärzt:innen nach aktuellem wissenschaftlichen Standard mithilfe von aktueller Literatur und neuesten Studien verfasst.
Quellen:
a The Cat Encyclopedia: The Definitive Visual Guide, Dorling Kindersley, 2014 Dorling Kindersley Limited
b Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds, J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia
1 Zur Beurteilung des Verhaltens wurden verschiedene Merkmale berücksichtigt, darunter Aktivitätslevel, Verspieltheit, Gelehrigkeit, Intelligenz, Vokalisieren und Lautstärke, Selbstständigkeit, Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Verträglichkeit mit Kindern und Verträglichkeit mit Haustieren. Jede Katzenrasse wurde anhand dieser Eigenschaften auf einer Skala von 1 (am wenigsten ausgeprägt) bis 10 (am stärksten ausgeprägt) bewertet. (Quelle: Encyclopedia of Cat Breeds, 2nd Edition by J. Anne Helgren, April 2013)
2 Die Lebenserwartung wurde in Anlehnung an "Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds", J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia sowie "Life tables of annual life expectancy and risk factors for mortality in cats in the UK", Kendy Tzu-yun Teng et al., Februar 2024, Journal of Feline Medicine and Surgery erstellt.
3 Die Gesundheitsparameter Anfälligkeit für Krankheiten, Auftreten von Erbkrankheiten und Anfälligkeit für Übergewicht wurden in Anlehnung an "Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds", J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia erstellt.
Die Klassifizierung der Krankheitsanfälligkeit basiert auf der Anzahl und Häufigkeit von Krankheiten.
Basierend auf der durchschnittlichen Anzahl von Krankheiten pro Rasse wurde eine Einteilung in 10 Klassen vorgenommen. Rassen, bei denen 0-10 Krankheiten auftreten, werden der Klasse 1 zugeordnet, Rassen mit mehr als 90 Krankheiten der Klasse 10.
Abhängig von der Häufigkeit des Auftretens der Krankheiten wurde eine weitere Einteilung in 10 Klassen vorgenommen. Dazu wurden alle bekannten Häufigkeiten pro Rasse addiert und das Minimum (Summe aller Häufigkeiten, 1) berechnet. Daraus wurde eine Klasse zwischen 1 (Wert liegt zwischen 0-10%) und 10 (Wert liegt über 90%) gebildet.
Aus den beiden Klassen (Anzahl der Erkrankungen und Häufigkeit der Erkrankungen) ergibt sich die Gesamteinstufung der Krankheitsanfälligkeit als Maximum.
Die Einstufung der Erbkrankheiten erfolgt analog zur Einstufung der Krankheitsanfälligkeit.
4 Die Einstufung hinsichtlich der Qualzuchtmerkmale erfolgt auf der Grundlage der Anzahl und Ausprägung der Qualzuchtmerkmale, die in einer Rasse häufig auftreten. Dazu gehören Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit), Knickohren (Fold-Gen), Schwanzlosigkeit (Manx-Gen), extrem dichtes Fell, Haarlosigkeit, deformierte oder fehlende Schnurrhaare, Zwergwuchs, Vielfingrigkeit, helle Fell- und Augenfarbe. Rassen mit einem Qualzuchtmerkmal wurden in Klasse 4, Rassen mit 2 Merkmalen in Klasse 7 und Rassen mit 3 und mehr oder stark das Leben beeinträchtigenden Merkmalen in Klasse 10 eingestuft. Als Quelle wurde https://www.bundestieraerztekammer.de/tierhalter/qualzuchten/ verwendet.
5 Der Pflegeaufwand wurde "The Cat Encyclopedia, Dorling Kindersley", First American Edition, DK, 2014 entnommen. Ein besonders hoher Pflegeaufwand wurde mit maximal 10 Punkten bewertet, ein besonders niedriger mit einem Punkt. Dies setzt sich wie folgt zusammen: Die Angabe zur Fellpflege wurde in maximal 6 Punkte umgewandelt, wobei wöchentlich 1 Punkt, wöchentlich bis 2–4-mal wöchentlich 2 Punkte, wöchentlich bis täglich 3 Punkte , 2–4-mal wöchentlich 4 Punkte, 2–4-mal wöchentlich bis täglich = 5 Punkte und täglich 6 Punkte entspricht. Zusätzliche Punkte wurden für eine erforderliche Augenpflege vergeben: 1 Punkt, wenn regelmäßige Augenpflege nötig, und 2 Punkte, wenn täglich Augenpflege nötig ist. Für eine über das normale Maß hinausgehende Pflege von Krallen, Zähnen, Ohren oder Haut gibt es zusätzlich maximal 2 Punkte.