Lexikon der Katzenrassen

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Tauche ein in detaillierte Rasseporträts und entdecke alles über Wesen, Erscheinungsbild und Herkunft der eleganten Samtpfoten. Finde fundierte Ratgeber-Artikel zur optimalen Ernährung, liebevollen Pflege und zum Verständnis des Katzenverhaltens.

Egal, ob du die perfekte Katzenrasse für deinen Lebensstil finden oder dein Wissen über deinen treuen Begleiter vertiefen möchten – hier wirst du fündig.

Kartäuser-Katze

Elegante Jägerin mit sanfter Seele

Titelbild: 4028mdk09 | Wikimedia Commons

Rasseprofil

Körpergröße: mittel

Gewicht: 3 - 7,5 kg

Farbe: blau-grau, mit silbernem Schimmer

Fell: dicht, wasserabweisend, leicht wollig, mittellang

Charakter: sanft, ausgeglichen, anhänglich, verspielt, intelligent

Anspruch an Haltung: mittel

Lebenserwartung: 12 bis 15 Jahre

Anerkennung durch Verbände: FIFe, CFA, TICA, WCF

Herkunft: Frankreich

Synonym: Chartreux

Spitzname: „Lächelkatze“

Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über die Eigenschaften der Kartäuser-Katze. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist die Eigenschaft ausgeprägt¹’²’³’⁴’⁵. Die Kartäuser-Katze hat z.B. ein mäßiges Aktivitätslevel und ist wenig krankheitsanfällig.

Kartäuser sind mittelgroße, silbergraue Katzen.

Bild: 4028mdk09 | Wikimedia Commons

Aussehen: Wie sieht eine Kartäuser-Katze aus?

Die Kartäuser ist eine mittelgroße Katze. Sie wiegt zwischen 3 und 7,5 kg, wobei die Kater in der Regel größer sind als die Katzen. Das Fell ist kurz bis mittellang, dicht und weich mit einer wollig-plüschigen Struktur, die etwas vom Körper absteht. Es handelt sich um ein Doppelfell, das wasserabweisend ist und bis zu fünf Jahre braucht, um sich vollständig zu entwickeln. Die Farbe reicht von hell-aschgrau bis zu einem tiefen Schiefergrau. Durch silberne Haarspitzen („Tipping“) erhält das Fell einen besonderen Schimmer. Bei Kitten können noch leichte Geisterstreifen („Ghost Barring“) sichtbar sein und Jungtiere bis zu einem Alter von etwa zwei Jahren zeigen manchmal noch schwache Schwanzringe.

Die Kartäuser ist eine kräftig gebaute Katze mit eleganter, aber nicht zu schwerer Statur. Sie wirkt muskulös, kompakt und zugleich geschmeidig. Die Kartäuser hat einen runden, breiten Kopf mit vollen Wangen und kräftigen Kiefern. Die großen, runden Augen strahlen Wärme aus. Ihre Farbe reicht von Gold bis Kupfer, wobei ein kräftiges, leuchtendes Orange besonders geschätzt wird. Die Nase ist mittellang, gerade und hat einen leichten Stop. Die Ohren sind hoch angesetzt, mittelgroß, leicht gerundet und kaum behaart.

Der Hals ist eher kurz, die Brust tief und die Schultern breit. Trotz ihres kräftigen Körpers wirkt die Kartäuser etwas feiner gebaut als die Britisch Kurzhaar in Blau, mit der sie oft verwechselt wird. Die Beine sind relativ kurz und die Knochen feingliedriger, die Pfoten sind klein und rund. Der Schwanz ist mittellang, dick und läuft zu einer sanft gerundeten Spitze aus.

graue Britisch Kurzhaar

Bild: Ben Collins | Unsplash

Sind Britisch Kurzhaar und Kartäuser das Gleiche?

Nein, Britisch Kurzhaar und Kartäuser sind nicht dasselbe. Zwar ähneln sich die beiden Rassen, insbesondere was die blaue Fellfarbe betrifft, doch unterscheiden sie sich in Körperbau, Fellstruktur und Herkunft.

Die Kartäuser stammt ursprünglich aus Frankreich, wirkt etwas schlanker und geschmeidiger, hat ein wolligeres, wasserabweisendes Fell und leuchtend gold- bis kupferfarbene Augen.

Die Britisch Kurzhaar ist eine britische Rasse, sie ist meist kompakter, hat einen rundlicheren Kopf, einen sehr kräftigen Knochenbau und Augen, die auch andere Farben wie Blau oder Grün haben können.

Wie stark haaren Karthäuser-Katzen?

Kartäuser haaren mäßig, während des Fellwechsels jedoch stärker. Im Alltag reicht eine minimale Fellpflege, doch im Frühjahr und Herbst, wenn sie ihr dichtes Doppelfell wechseln, verlieren sie viele Haare. Dann ist häufigeres Bürsten sinnvoll, um lose Haare zu entfernen und die Bildung von Haarballen zu vermeiden.

Bild: CC0 Public Domain | PxHere

Wesen und Verhalten: Wie ist der Charakter der Karthäuser-Katze?

Die Kartäuser ist eine sanfte, ausgeglichene und anhängliche Rasse mit einem ruhigen Wesen. Sie wirkt oft gelassen, hat aber auch eine verspielte Seite. Typisch für sie ist ihr freundlicher, fast lächelnder Gesichtsausdruck. Sie gilt als intelligent und „hundeähnlich“ in ihrem Verhalten, da sie ihre Menschen gern begleitet, ohne dabei aufdringlich zu sein.

Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über das Verhalten der Kartäuser-Katze. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist das Verhalten ausgeprägt.¹ Die Kartäuser ist z.B. sehr intelligent und mäßig aktiv.

Bewegung & Charakter (hellblaue Zone)

Das Aktivitätslevel der Kartäuser ist moderat: Sie klettert gerne und ist ein guter Jäger, neigt aber nicht zur Hyperaktivität. Auch wenn sie verspielt und lernfähig ist, zeigt sie keine extreme Forderung nach Beschäftigung. Aufgrund ihrer Intelligenz eignet sie sich für kleine Spiele wie Apportieren oder Clickertraining und passt sich leicht an neue Situationen an.

Sozialverhalten (dunkelblaue Zone)

Kartäuser sind menschenbezogen, aber nicht aufdringlich. Sie folgen ihren Halter:innen gerne durchs Haus, suchen Nähe und Kontakt, aber sie fordern keine ständige Aufmerksamkeit. Ihr Bedürfnis nach Ansprache und Beschäftigung ist damit ausgeglichen. Sie gelten als eher stille Katzen. Manche miauen kaum, andere geben nur ein leises, hohes Stimmchen oder ein zwitscherndes Lautrepertoire von sich. Ihre Selbstständigkeit ist gut ausgeprägt, sodass sie auch mal allein bleiben können, ohne dabei unruhig zu werden.

Verträglichkeit (gelbe Zone)

Die Kartäuser ist eine sehr verträgliche Katze, sowohl mit Kindern als auch mit anderen, größeren Haustieren. Kartäuser besitzen einen ausgeprägten Jagdtrieb. Deshalb sollten Halter:innen Vorsicht walten lassen, wenn Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen oder Vögel im selben Haushalt leben. Die Kartäuser zeigt sich tolerant, freundlich und anpassungsfähig, selbst in größeren Familien oder Haushalten mit mehreren Tieren.

Wichtiger Hinweis zur Verträglichkeit: Auch wenn die Kartäuser von Natur aus ein sehr sanftes und tolerantes Wesen hat, ist eine gute und frühe Sozialisierung für ihre Entwicklung entscheidend. Damit sie ihre friedliebende Art voll entfalten kann, sollte sie bereits als Kitten positive Erfahrungen mit verschiedenen Menschen – insbesondere Kindern –, anderen Haustieren und alltäglichen Haushaltsgeräuschen machen.

Ebenso wichtig ist es, dass die Katze im neuen Zuhause stets eine sichere Rückzugsmöglichkeit hat und alle Familienmitglieder, insbesondere die Kinder, den respektvollen Umgang mit ihr lernen. Unter diesen fairen Bedingungen ist sie ein herausragender Sozialpartner.

Sind Kartäuser-Katzen verschmust?

Ja, Kartäuser sind verschmust, aber auf eine eher sanfte Art. Sie genießen die Nähe ihrer Menschen, lassen sich gerne streicheln und sind dabei nicht übermäßig fordernd. Viele von ihnen suchen von sich aus den Kontakt zu ihren Halter:innen, legen sich in ihre Nähe und strahlen dabei Ruhe und Zufriedenheit aus.

Sind Kartäuser-Katzen anhänglich?

Ja, Kartäuser sind anhänglich, ohne aufdringlich zu wirken. Sie begleiten ihre Menschen oft durchs Haus und werden deshalb manchmal als „hundeähnlich” beschrieben. Dennoch erwarten sie keine ständige Aufmerksamkeit, sondern bleiben gelassen und selbstständig, wenn ihre Halter:innen gerade beschäftigt sind.

Kartäuserkloster „La Grande Chartreuse“

Bild: Floriel | Wikimedia Commons

Geschichte: Ursprung der Kartäuser-Katze

Die Kartäuser (Chartreux, im Deutschen in etwa „Schart-röh“ ausgesprochen) ist eine seltene und traditionsreiche Katzenrasse, deren Ursprünge eng mit Frankreich verbunden sind. Sie wird erstmals im Jahr 1558 erwähnt. Oft wird angenommen, dass sie im Kartäuserkloster „La Grande Chartreuse“ nahe Grenoble gehalten wurde – daher auch ihr Name. Ob der Name tatsächlich vom Kloster, dem berühmten Kartäuserlikör oder dem spanischen Wollstoff „Pile de Chartreux“, der dem Fell dieser Katzen ähnelt, abgeleitet ist, bleibt ungeklärt.

Frühe Hinweise deuten zudem auf eine Verbindung nach Syrien hin, da die sogenannte „Katze von Syrien“ in alten Beschreibungen ein ähnliches Aussehen hatte. In Frankreich wurden Kartäuserkolonien unter anderem auf der Île de Belle-Île dokumentiert.

In ihrer Anfangszeit wurden die Katzen sowohl wegen ihres dichten, wertvollen Fells als auch wegen ihrer Fähigkeiten als geschickte Mäuse- und Rattenfänger geschätzt.

Historische Abbildung einer Kartäuser-Katze von 1925

Bild: Feuille d-Acacias | Wikimedia Commons

Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die Rasse kurz vor dem Aussterben. Um den Genpool zu erhalten, wurden in Europa Kreuzungen mit blauen Persern und Britisch Kurzhaar in Blau vorgenommen. Heute sind solche Einkreuzungen jedoch verboten und die Kartäuser gilt als eigenständige, klar definierte Rasse.

Die ersten Exemplare gelangten in den 1970er-Jahren in die USA und 1987 erhielt die Kartäuser bei der CFA (Cat Fanciers' Association) den Championstatus. In Frankreich gilt bis heute eine besondere Namenskonvention: Alle registrierten Kartäuser eines Geburtsjahres tragen einen Namen, der mit demselben Buchstaben beginnt.

Bis heute wird die Kartäuser manchmal mit der Britisch Kurzhaar in Blau verwechselt, obwohl beide Rassen eigenständig sind und sich in Körperbau, Fell und Charakter unterscheiden.

Wie nennt man Kartäuser-Katzen noch?

Kartäuser werden auch Chartreux genannt. Dieser französische Name ist die offizielle Rassebezeichnung in den internationalen Katzenverbänden. Umgangssprachlich werden sie zudem „Lächelkatzen“ genannt, da ihr Gesichtsausdruck oft wie ein sanftes Lächeln wirkt.

Bild: LucasBouillon | Pixabay

Haltung und Lebensraum: Welche Ansprüche hat die Kartäuser-Katze?

Zubehör: Was braucht die Kartäuser?

Die Kartäuser ist unkompliziert, aber um sie glücklich, gesund und artgerecht zu halten, brauchst du eine durchdachte Grundausstattung. Hier ist eine Checkliste, was deine Katze von Anfang an benötigt, damit sie sich bei dir rundum wohlfühlt.

  • Futter- und Wassernäpfe: Wähle am besten flache Näpfe aus Keramik, Glas oder Edelstahl. Diese sind hygienisch und leicht zu reinigen. Plastiknäpfe können Gerüche annehmen und bei manchen Katzen Kinnakne verursachen. Stelle die Näpfe nicht direkt nebeneinander und nicht neben die Katzentoilette. Viele Katzen trinken lieber fließendes Wasser. Ein Trinkbrunnen animiert zum Trinken und kann helfen, Harnwegserkrankungen vorzubeugen.

  • Katzentoilette: Die Faustregel lautet: Mindestens eine Toilette pro Katze, plus eine zusätzliche. Wähle eine ausreichend große, offene Schale. Viele Katzen mögen keine Toiletten mit Haube und Klappe, da sie sich darin eingeengt fühlen und Gerüche sich stauen. Um die beste Katzenstreu zu finden, musst du eventuell etwas experimentieren. Viele Katzen bevorzugen feine, sandähnliche Klumpstreu ohne starken Duft. Wichtig ist, dass du bei der Sorte bleibst, die deine Katze akzeptiert.

  • Kratzmöglichkeiten: Dies ist der vielleicht wichtigste Punkt, um deine Möbel zu schonen und deine Katze glücklich zu machen! Investiere in einen deckenhohen oder zumindest sehr stabilen Kratzbaum mit dicken Stämmen, der deiner Katze ermöglicht, sich beim Kratzen komplett auszustrecken. Biete an strategischen Orten (z.B. neben dem Sofa) weitere Optionen wie Kratzbretter, Kratztonnen oder Kratzmatten an.

  • Schlaf- und Rückzugsorte: Auch wenn sich deine Katze ihre Lieblingsplätze oft selbst sucht (dein Bett, die Couch, ein Sonnenfleck), schätzt sie eigene Rückzugsorte. Eine kuschelige Höhle, ein weiches Kissen auf der Fensterbank oder ein Katzenbett sind ideal.

  • Spiel und Beschäftigung: Katzen brauchen mentale und körperliche Auslastung. Interaktives Spielzeug wie Katzenangeln mit Federn oder Wedeln sind perfekt, um gemeinsam zu spielen und den Jagdinstinkt zu befriedigen. Selbstständiges Spielzeug wie kleine Spielmäuse, Bälle oder Rascheltunnel sorgen für Beschäftigung, wenn du mal nicht da bist. Intelligenzspielzeug wie Fummelbretter oder Snackbälle fordern den Kopf deiner Katze und machen ihr großen Spaß.

  • Bürste oder Kamm: Das halblange Fell der Kartäuser sollte ein- bis zweimal pro Woche gründlich gebürstet werden, im Frühling und Herbst eventuell täglich. Verwende dazu eine weiche Bürste (z.B. eine „Zupfbürste” mit weichen Borsten) oder einen grobzinkigen Metallkamm. Mit einem weichen Mikrofaser- oder Wildledertuch kann das Fell nach dem Bürsten sanft abgerieben werden, damit das Fell glatt und glänzend wirkt.

  • Flohkamm und Zeckenzange: Unverzichtbar, besonders wenn deine Katze gesicherten Freigang genießt. Damit kannst du das Fell schnell auf Parasiten kontrollieren und diese sicher entfernen.

  • Zahnputzutensilien: Gewöhne deine Katze am besten schon als Kitten an eine spezielle Katzenzahnbürste und -pasta. Das ist die beste Vorsorge gegen Zahnstein und Zahnerkrankungen.

  • Transportbox: Absolut notwendig für Tierarztbesuche. Achte auf eine gute Belüftung und darauf, dass sie sich leicht und sicher verschließen lässt. Modelle, die sich auch von oben öffnen lassen, sind oft stressfreier für die Katze. Modelle wie Körbe sind leider sehr unpraktisch und sind nicht empfehlenswert.

  • Kippfensterschutz & Balkonnetz: Gekippte Fenster sind eine tödliche Falle für Katzen! Sichere sie unbedingt mit einem speziellen Schutz. Ein Balkon sollte mit einem Katzennetz gesichert werden, bevor deine Katze ihn betreten darf.

Bild: LucasBouillon | Pixabay

Kann eine Kartäuser-Katze einzeln gehalten werden?

Ja, eine Kartäuser kann einzeln gehalten werden, sofern sie genügend Aufmerksamkeit und Beschäftigung von ihren Halter:innen erhält. Da sie sehr anhänglich und menschenbezogen ist, sollte sie jedoch nicht zu lange allein bleiben müssen. Wer viel außer Haus ist, sollte besser über eine zweite Katze als Gesellschaft nachdenken.

Wie lange kann eine Kartäuser-Katze alleine bleiben?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da sie maßgeblich davon abhängt, ob die Katze einen Artgenossen hat und wie sie an das Alleinsein gewöhnt wurde.

Wenn deine Kartäuser mit einem Artgenossen zusammenlebt, können sie sich gegenseitig Gesellschaft leisten. Eine Abwesenheit von 8 bis 10 Stunden während eines normalen Arbeitstages ist daher in der Regel unproblematisch. Die Katzen haben einander und sind nicht komplett auf menschliche Interaktion angewiesen.

Als Einzelkatze ist die Situation deutlich kritischer. Da die Katze für jede Form von sozialer Stimulation auf Sie angewiesen ist, sollten die Zeiten der Abwesenheit so kurz wie möglich gehalten werden. Regelmäßige, lange Arbeitstage können bereits zu erheblichem Stress und Einsamkeit führen. Längere Abwesenheiten über Nacht oder gar ein ganzes Wochenende sind bei Einzelhaltung absolut tabu und tierschutzrelevant.

Sind Kartäuser Freigänger?

Kartäuser eignen sich auch gut als Freigänger. Sie sind anpassungsfähig, geschickte Jäger und genießen es, draußen zu sein. Allerdings sollte der Freigang sicher sein, beispielsweise in einer ruhigen Gegend oder in einem gesicherten Garten. In reiner Wohnungshaltung fühlen sie sich ebenfalls wohl, sofern sie über ausreichende Kletter- und Spielmöglichkeiten verfügen.

Ausgaben: Wie teuer ist eine Kartäuser-Katze?

Die Kosten lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: die einmaligen Anschaffungskosten und die laufenden Kosten.

Anschaffungskosten:

Der Preis für ein Kartäuser-Kitten von seriösen, registrierten Züchter:innen liegt in der Regel zwischen 800 und 1.200 €. Dieser Preis mag hoch erscheinen, deckt aber die hohen Ausgaben und die Sorgfalt der Züchter:innen ab.

  • Gesundheitsvorsorge: Gentests der Elterntiere auf Erbkrankheiten (HCM, PKD), regelmäßige tierärztliche Betreuung

  • Aufzucht: hochwertiges Futter, Sozialisierung, Impfungen, Entwurmung und ein Mikrochip

  • Papiere: ein offizieller Stammbaum, der die Abstammung nachweist

Warnung: Angebote, die deutlich unter diesem Preis liegen (z.B. auf Kleinanzeigenportalen), stammen oft von unseriösen Vermehrer:innen. Hier wird an der Gesundheit und Sozialisierung gespart, was später zu hohen Tierarztkosten und Verhaltensproblemen führen kann. Eine gute Alternative ist der Tierschutz: Manchmal suchen auch reinrassige Kartäuser oder Mixe im Tierheim ein neues Zuhause. Die Schutzgebühr liegt hier meist bei 150 bis 250 €.

Laufende Kosten:

Die Haltung einer Katze ist eine langfristige finanzielle Verpflichtung. Man sollte mit monatlichen Kosten von ca. 50 bis 80 € für folgende Posten rechnen:

  • Futter: hochwertiges Nass- und Trockenfutter

  • Katzenstreu

  • Tierarztkosten: Jährliche Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen, Parasitenbehandlungen (ca. 150-200 € pro Jahr). Zusätzlich sollte man ein finanzielles Polster für unvorhergesehene Krankheiten oder eine Katzenkrankenversicherung einplanen.

Bild: LucasBouillon | Pixabay

Ist die Kartäuser-Katze für mich geeignet?

Ist die Kartäuser-Katze eine Anfängerkatze?

Ja, sie eignet sich gut für Anfänger:innen. Ihr ruhiger, ausgeglichener Charakter und ihre Anpassungsfähigkeit machen sie leicht händelbar. Sie stellt keine übermäßigen Ansprüche an die Pflege und kommt mit verschiedenen Lebenssituationen gut zurecht. Wichtig ist nur, dass sie genügend Zuwendung und Beschäftigung erhält und nicht zu lange allein gelassen wird.

Ist eine Kartäuser-Katze eine Familienkatze?

Ja, die Kartäuser ist eine hervorragende Familienkatze. Sie versteht sich gut mit Kindern, bleibt geduldig und freundlich und passt sich auch an ein lebhafteres Umfeld an. Durch ihre verträgliche Art kommt sie in der Regel auch mit anderen Haustieren gut zurecht, was sie zu einem idealen Begleiter für Familien macht.

Die goldenen Regeln für ein harmonisches Zusammenleben:

  • Der Erfolg hängt entscheidend vom Verhalten der menschlichen Familienmitglieder ab.

  • Respekt ist das oberste Gebot: Kinder müssen von Anfang an lernen, dass eine Katze kein Spielzeug ist. Am Schwanz ziehen, grobes Anfassen oder das Stören beim Schlafen sind absolut tabu. Die Eltern stehen in der Verantwortung, dies klar zu vermitteln und zu beaufsichtigen.

  • Rückzugsorte sind heilig: Die Katze braucht mindestens einen Ort (z.B. die Spitze des Kratzbaums oder eine Höhle), an den sie sich zurückziehen kann und an dem sie von den Kindern garantiert in Ruhe gelassen wird. Dieser „Safe Space” ist nicht verhandelbar.

Sind Kartäuser für Allergiker geeignet?

Nein. Es gibt keine wissenschaftlich anerkannte „hypoallergene” Katzenrasse und die Kartäuser-Katze bildet da keine Ausnahme.

Die Allergie wird nicht durch die Katzenhaare selbst ausgelöst, sondern primär durch das Protein „Fel d 1”. Dieses befindet sich im Speichel, in den Hautschuppen und im Urin der Katze. Beim Putzen verteilt die Katze den Speichel auf ihrem Fell. Trocknet dieser, werden die winzigen Allergene in die Luft gewirbelt und können eingeatmet werden.

Die Kartäuser gehört nicht zu den wenigen Rassen (wie z.B. die Sibirische Katze), bei denen eine natürlich geringere Produktion von „Fel d 1” nachgewiesen wurde. Sie produziert eine normale Menge des Allergens.

Der einzig verlässliche Weg ist der Selbsttest. Wenn du oder ein Familienmitglied unter einer Katzenallergie leidet, der Wunsch nach einer Katze aber riesig ist, gibt es nur einen verantwortungsvollen Weg:

  • Suche den Kontakt zu dem/der Züchter:in. Erkläre deine Situation offen.

  • Besuche die Zucht mehrfach und jeweils für mehrere Stunden. Verbringe bei mehreren Besuchen jeweils ein bis zwei Stunden in unmittelbarer Nähe der Katzen und des speziellen Kittens, für das du dich interessierst.

  • Warte die Reaktion ab: Treten allergische Symptome wie Niesen, juckende Augen oder Atemnot auf? Wenn ja, ist das Projekt „Katze” an dieser Stelle leider beendet. Deine Gesundheit geht vor.

Alles andere wäre unverantwortlich und endet meist damit, dass die Katze schweren Herzens wieder abgegeben werden muss – eine traumatische Erfahrung für Tier und Mensch.

Bild: CC0 Public Domain | PxHere

Sozialisierung und Zusammenleben

Die Kartäuser ist für ihr sanftes, freundliches Wesen und ihre hohe Anpassungsfähigkeit bekannt. Dadurch gestaltet sich das Zusammenleben mit ihr in der Regel unkompliziert. Eine erfolgreiche Sozialisierung und ein harmonisches Zusammenleben hängen jedoch davon ab, dass ihre körperlichen Grenzen stets respektiert werden.

Die entscheidende Rolle der frühen Sozialisierung

Der wichtigste Grundstein für eine ausgeglichene und furchtlose Katze wird lange vor ihrem Einzug bei dir gelegt, nämlich in der Prägephase bei dem/der Züchter:in. Eine Katze von verantwortungsvollen Züchter:innen bleibt bis zur 12., manchmal sogar bis zur 14. Lebenswoche bei ihrer Mutter und den Geschwistern. In dieser Zeit lernt sie die fundamentalen Lektionen des Katzenlebens: spielerisches Raufen, die Grenzen der Beißhemmung und die Katzensprache.

Gute Züchter:innen sorgen zudem dafür, dass das Kitten in dieser sensiblen Phase positive Erfahrungen mit Menschen macht. Es lernt Alltagsgeräusche wie den Staubsauger, verschiedene Menschen (Männer, Frauen, Kinder) und das Hochgehobenwerden als etwas Normales kennen. Frage die Züchter:innen gezielt danach, wie die Kitten aufwachsen. Ein gut sozialisiertes Kitten ist der beste Schutz vor zukünftigem Angst- oder Aggressionsverhalten.

Positive Verstärkung: Mehr als nur „Erziehung“

Vergiss Strafen wie Anschreien, Wasserspritzer oder gar körperliche Zurechtweisungen. Solche Methoden zerstören das Vertrauen deiner Katze und führen dazu, dass sie dich als unberechenbar und bedrohlich empfindet. Der Schlüssel zu einem harmonischen Zusammenleben ist die positive Verstärkung.

Das Prinzip ist einfach: Jedes erwünschte Verhalten wird sofort belohnt. Als Belohnung eignen sich besondere Leckerlis, ein anerkennendes „Fein gemacht!” oder eine kurze, intensive Spieleinheit.

Clickertraining ist eine fantastische Methode, um mit deiner Katze zu kommunizieren. Der „Click“ ist ein präzises Signal, das deiner Katze im exakten Moment sagt: „Genau das war richtig!“ Unmittelbar nach dem Click folgt die Belohnung. Du kannst deiner Katze damit nicht nur lustige Tricks wie „High Five” beibringen, sondern auch sehr Nützliches.

Beim Medical Training übst du mit deiner Katze spielerisch, dass sie sich überall anfassen lässt, ihre Pfoten gibt oder freiwillig in die Transportbox geht. Belohne jeden kleinen Schritt. Das nimmt Tierarztbesuchen ihren Schrecken und macht notwendige Pflegemaßnahmen stressfrei für alle.

Das stille Örtchen: Der Schlüssel zur Stubenreinheit

Katzen sind von Natur aus sehr saubere Tiere. Wenn eine Katze unsauber wird, ist das fast immer ein Hilfeschrei. Entweder hat sie ein medizinisches Problem (z.B. eine Blasenentzündung – dies sollte immer zuerst tierärztlich abgeklärt werden!) oder ihre Toilette entspricht nicht ihren Ansprüchen.

Die Formel für die perfekte Katzentoilette lautet:

  • Anzahl: Die goldene Regel lautet: Es sollte immer eine Toilette mehr vorhanden sein als Katzen im Haushalt leben. Für eine Katze also zwei, für zwei Katzen drei usw.

  • Typ: Wähle eine große, offene Schale ohne Haube. Haubentoiletten fühlen sich für viele Katzen wie eine enge, stinkende Falle an.

  • Streu: Die meisten Katzen bevorzugen eine feine, sandähnliche Klumpstreu ohne Parfüm. Die Streu sollte hoch genug eingefüllt sein, damit die Katze richtig scharren kann (ca. 7–10 cm).

  • Standort: Der Standort sollte ruhig, jederzeit zugänglich und weit weg vom Futter- und Wasserplatz sein. Niemand isst gerne neben seiner Toilette.

Bild: Cleomar Mattos | Pexels

Unerwünschtes Verhalten verstehen und umlenken

Problemverhalten ist oft nur ein normales Katzenverhalten am falschen Ort. Der Trick besteht also nicht darin, das Verhalten zu unterbinden, sondern zu verstehen, warum deine Katze es zeigt und ihr eine bessere, attraktivere Alternative anzubieten.

Fallbeispiel: Kratzen am Sofa

Warum kratzt sie? Nicht, um dich zu ärgern! Sie tut es aus drei Gründen:

  • Krallenpflege: Sie streift alte Krallenhülsen ab.

  • Reviermarkierung: Sie hinterlässt sichtbare Spuren und Duftmarken aus ihren Pfotendrüsen („Hier wohne ich!“).

  • Dehnung: Es ist eine wohltuende Streckübung für ihre Muskeln.

Wie lenkst du es um?

  • unterbrechen: Wenn du sie auf dem Sofa erwischst, mache ein kurzes, klares Geräusch (z.B. ein festes „Nein!” oder ein lautes Klatschen), um sie zu irritieren.

  • umlenken: Hebe sie dann sofort und ohne sie zu bestrafen hoch und setze sie an einen stabilen, attraktiven Kratzbaum.

  • loben: Sobald sie den Kratzbaum benutzt, auch wenn es nur kurz ist, lobe sie überschwänglich und gib ihr ein Leckerli. Sie muss lernen: „Kratzen am Sofa = Störung. Kratzen am Baum = Party!”

  • Alternative schaffen: Stelle den Kratzbaum an einen strategisch klugen Ort (z.B. in die Nähe des Sofas oder an einen Laufweg), um eine Alternative zu schaffen. Mache das Sofa unattraktiv, indem du es vorübergehend mit doppelseitigem Klebeband beklebst oder mit einem für Katzen unangenehmen Zitrusduft einsprühen.

Dieses Prinzip des Verstehens, Unterbrechens, Umlenkens und Belohnens kannst du auf fast jedes unerwünschte Verhalten anwenden. So förderst du ein harmonisches Zusammenleben, das auf Kooperation statt Konfrontation beruht.

Bild: CC0 Public Domain| PxHere

Ernährung: Was ist das beste Futter für die Kartäuser-Katze?

Die kurze Antwort lautet: ein hochwertiges Nassfutter mit einem sehr hohen Fleischanteil. Katzen sind von Natur aus Fleischfresser, ihr gesamter Verdauungstrakt ist auf die Verwertung von tierischem Protein ausgelegt, nicht auf Getreide oder Zucker.

Doch was macht eigentlich gutes Katzenfutter aus? Vergiss bunte Verpackungen und Werbeversprechen. Der einzige Weg, um die Qualität zu beurteilen, ist ein kritischer Blick auf die Deklaration (Zusammensetzung) auf der Dose oder dem Beutel.

  • hoher, klar definierter Fleischanteil: An erster Stelle der Zutatenliste muss Fleisch stehen. Achte auf klare Angaben wie „70 % bestehend aus Hühnerherzen, Hühnerfleisch, Hühnerleber ...”. Sei misstrauisch bei schwammigen Formulierungen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse” ohne genaue Aufschlüsselung.

  • kein Zucker, kein Getreide: Zucker (oft getarnt als Karamell oder Rübenschnitzel) ist schädlich und fördert Krankheiten wie Diabetes mellitus. Getreide (Weizen, Mais, Soja) ist ein billiger Füllstoff, den Katzen nicht effizient verwerten können und der oft Allergien oder Verdauungsprobleme auslöst.

  • ausreichend Taurin: Diese Aminosäure ist für Katzen lebenswichtig und muss über die Nahrung zugeführt werden. Ein Taurinmangel führt zu Herzerkrankungen und Erblindung. In jedem Alleinfuttermittel muss es enthalten sein. In der Liste der "Ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe" findest du die Menge. Es sollten 1.000 mg/kg bis 1.500 mg/kg enthalten sein.

Da Katzen von Natur aus schlechte Trinker sind und ihren Flüssigkeitsbedarf ursprünglich über ihre Beutetiere deckten, sollte Nassfutter die Hauptnahrungsquelle sein. Aufgrund seines hohen Feuchtigkeitsgehalts (ca. 80 %) hilft Nassfutter, die Nieren gesund zu halten und Harnwegserkrankungen vorzubeugen. Gutes Nassfutter enthält ca. 10–12 % Rohprotein und ca. 5–8 % Rohfett (siehe „Analytische Bestandteile”). Achtung: Lass dich nicht verwirren. Der Rohprotein-Wert ist nicht gleichbedeutend mit dem Fleischanteil. Es handelt sich um einen analytischen Wert, der den reinen Proteingehalt im Labor misst.

Trockenfutter eignet sich hingegen als Leckerli oder für Intelligenzspielzeug. Es ist zwar praktisch, entzieht dem Körper bei der Verdauung jedoch Wasser. Eine ausschließliche Fütterung mit Trockenfutter stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Nieren deiner Katze dar.

Um Übergewicht zu vermeiden, solltest du die Portionen abwiegen. Füttere mehrere kleine Mahlzeiten. Füttere mindestens zwei bis drei (besser vier bis fünf) kleine Portionen über den Tag verteilt. Dies entspricht dem natürlichen Fressverhalten der Katze, die als Jägerin viele kleine Beutetiere fängt, und hält ihren Stoffwechsel stabil.

Wie viel Futter braucht eine Kartäuser-Katze?

Diese Frage hat keine allgemeingültige Antwort in Gramm, denn der individuelle Bedarf einer Kartäuser ist so einzigartig wie ihr Charakter. Die richtige Futtermenge hängt von vielen Faktoren ab. Das oberste Ziel ist dabei immer, ein gesundes Gewicht zu halten. Die entscheidenden Faktoren für die Futtermenge sind:

Alter:

  • Kitten (bis 12 Monate): Im Wachstum haben sie einen enormen Energiebedarf. Sie dürfen und sollen so viel fressen, wie sie möchten („ad libitum”). Biete ihnen drei bis fünf Mahlzeiten über den Tag verteilt an, damit ihr kleiner Magen nicht überfordert wird.

  • erwachsene Katze (1–9 Jahre): Der Energiebedarf sinkt. Hier ist eine genaue Kontrolle entscheidend, um Übergewicht zu vermeiden.

  • Seniorenkatzen (ab 9–13 Jahren): Der Stoffwechsel wird oft langsamer, der Energiebedarf sinkt weiter und der Bedarf an hochwertigen Nährstoffen steigt.

Aktivitätslevel:

  • Eine gemütliche Wohnungskatze, die den Tag dösend verbringt, braucht deutlich weniger Kalorien als eine Kartäuser, die täglich ausgiebig spielt oder gesicherten Freigang genießt.

Kastrationsstatus:

  • Kastrierte Katzen haben einen um bis zu 30 % geringeren Energiebedarf als unkastrierte Katzen. Nach dem Eingriff muss ihre Futtermenge unbedingt angepasst werden, um eine schnelle Gewichtszunahme zu verhindern.

Art des Futters (Nass- vs. Trockenfutter):

  • Nassfutter hat einen hohen Wassergehalt (ca. 80 %) und dadurch eine geringere Kaloriendichte. Eine Katze kann davon größere Mengen fressen, um satt zu werden.

  • Trockenfutter ist dagegen extrem energiereich. Hier müssen schon wenige Gramm zu viel oder zu wenig genau abgewogen werden.

Praktische Anleitung zur Fütterung:

Jede Futterverpackung enthält eine Fütterungsempfehlung (z.B. Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag). Dies ist jedoch nur ein grober Richtwert! Beginne mit der empfohlenen Menge für das Idealgewicht deiner Katze.

Ein Beispiel für eine 5 kg schwere, kastrierte Kartäuser mit normaler Aktivität:

  • nur hochwertiges Nassfutter: ca. 200-250 g pro Tag

  • nur Trockenfutter (hochwertig): ca. 50-65 g pro Tag

  • Mischfütterung: beispielsweise 100 g Nassfutter und 25-30 g Trockenfutter

Starte mit dem unteren Wert und verteile diese Menge auf mindestens drei bis vier Mahlzeiten. Wichtig ist dann die regelmäßige Kontrolle des Körperzustands deiner Katze über mehrere Wochen hinweg mit dem sogenannten Rippentest:

  • Streiche dazu sanft über den Brustkorb deiner Katze.

  • ideal: Du kannst die Rippen leicht fühlen, ohne sie zu sehen, ähnlich wie bei deinem Handrücken.

  • zu dünn: Die Rippen sind deutlich sichtbar oder fühlen sich spitz an.

  • zu dick: Du musst fest drücken, um die Rippen unter einer Fettschicht überhaupt zu spüren.

Passe die Futtermenge in kleinen Schritten (ca. 10 % weniger oder mehr) an, wenn du eine Veränderung feststellst, und beobachte das Gewicht über die nächsten zwei bis drei Wochen.

Übergewichtige Kartäuser-Katze

Bild: CC0 Public Domain| PxHere

Neigt die Kartäuser-Katze zu Übergewicht?

Ja, Kartäuser neigen stark zu Übergewicht. Sie sind keine Dauerläufer, sondern genießen entspannte Ruhephasen. Deshalb ist es wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Spiel- und Kletteranreize zu achten, um sie fit zu halten.

Die Hauptrisikofaktoren für Übergewicht sind:

  • Kastration: Nach der Kastration verlangsamt sich der Stoffwechsel um bis zu 30 %, während der Appetit oft steigt. Dies ist der häufigste Grund für eine Gewichtszunahme.

  • Wohnungshaltung: Eine reine Wohnungskatze verbraucht deutlich weniger Energie als ein Freigänger.

  • freie Fütterung (Ad-libitum-Fütterung): Ein ständig gefüllter Napf, insbesondere mit energiereichem Trockenfutter, führt fast zwangsläufig zu Übergewicht.

  • Langeweile und zu viele Leckerlis:  Fressen wird zur Hauptbeschäftigung

Wie du Übergewicht effektiv vermeidest:

  • kontrollierte Portionen: Halte dich an feste Fütterungszeiten und wiege das Futter ab.

  • Aktivität fördern: Tägliche, aktive Spieleinheiten mit der Katzenangel sind Pflicht! Sorge außerdem für eine anregende Umgebung mit Klettermöglichkeiten.

  • intelligente Fütterung: Nutze Fummelbretter oder Snackbälle, für die sich deine Katze ihr (Trocken-)Futter erarbeiten muss. Das beschäftigt sie geistig und körperlich.

  • Leckerlis bewusst einsetzen: Leckerlis sollten für das Training oder als besondere Belohnung reserviert werden und von der täglichen Futterration abgezogen werden.

Ist die Kartäuser-Katze anfällig für Futtermittelallergien?

Nein, die Kartäuser gilt nicht als Rasse, die eine besondere oder genetisch bedingte Anfälligkeit für Futtermittelallergien und -unverträglichkeiten hat. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege oder verbreiteten Beobachtungen, die darauf hindeuten würden.  Allerdings können sie bei jeder Katze auftreten, unabhängig von der Rasse.

Dabei muss zwischen einer echten Allergie und einer Unverträglichkeit unterschieden werden:

  • Allergie: Eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Proteine im Futter. Die häufigsten Auslöser sind gängige Proteinquellen wie Rind, Huhn oder Fisch, manchmal auch Getreide. Symptome sind oft starker Juckreiz, Hautentzündungen und Haarausfall, aber auch Verdauungsprobleme.

  • Unverträglichkeit: Hier reagiert der Verdauungstrakt auf einen bestimmten Inhaltsstoff, ohne dass das Immunsystem beteiligt ist. Die Symptome sind meist Durchfall und Erbrechen.

Besteht der Verdacht auf eine Futtermittelallergie (z.B. durch ständiges Kratzen oder Verdauungsprobleme), kann eine Ausschlussdiät helfen, den genauen Auslöser zu identifizieren.

Bild: Julian Bektashi | Pexels

Pflege: Wie pflege ich eine Kartäuser-Katze?

Zur Routinepflege einer Katze gehören das Fell, die Zähne, die Ohren und die Krallen. Die Kartäuser ist eine insgesamt pflegeleichte Katze. Sie benötigt keine aufwendigen Rituale, sondern vor allem eine regelmäßige Grundversorgung.

Fellpflege

Das Fell der Kartäuser ist dicht, wollig und wasserabweisend. Trotzdem gehört sie zu den pflegeleichten Rassen. Damit es gesund und glänzend bleibt, reicht in den meisten Fällen eine einfache, aber regelmäßige Pflege, bei der das Fell ein- bis zweimal pro Woche gebürstet wird. Am besten eignen sich weiche Bürsten mit Naturborsten oder spezielle Katzenkämme mit abgerundeten Zinken. Diese entfernen lose Haare, ohne die Haut zu reizen. Für die Unterwolle sind Unterwollbürsten (z.B. Zupfbürsten oder Grooming-Tools mit feinen Metallzinken) hilfreich. Diese sollten aber vorsichtig und nicht zu häufig eingesetzt werden, um das Fell nicht auszudünnen.

Im Frühjahr und Herbst verlieren Kartäuser beim Fellwechsel besonders viele Haare. In dieser Zeit ist tägliches Bürsten sinnvoll, um Haarballen vorzubeugen und das Zuhause sauberer zu halten.

Manche Halter:innen nutzen ein weiches Mikrofaser- oder Wildledertuch, um das Fell nach dem Bürsten sanft abzureiben. Dadurch werden Staub und lose Haare entfernt, sodass das Fell glatt und glänzend wirkt. Viele Katzen genießen diese Form der „Massage”.

Ein Bad ist bei der Kartäuser in der Regel nicht nötig, da ihr Fell wasserabweisend ist und bei normaler Pflege von selbst sauber bleibt. Nur in Ausnahmefällen (z.B. bei starken Verschmutzungen oder aus medizinischen Gründen) sollte mit einem speziellen Katzenshampoo gebadet werden.

Tipp: Schon junge Kartäuser-Kitten können spielerisch an Bürsten und Kämme gewöhnt werden. So bleibt die Fellpflege für beide Seiten entspannt.

Zahnpflege

Dies ist der wichtigste, aber auch am häufigsten vernachlässigte Punkt der Katzenpflege! Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und Zahnerkrankungen sind bei Katzen weit verbreitet. Sie verursachen starke Schmerzen und können zu schweren Folgeerkrankungen im ganzen Körper führen. Prävention ist hier alles.

Warum Zähneputzen? Regelmäßiges Zähneputzen ist die mit Abstand effektivste Methode, um Zahnbelag (Plaque) zu entfernen, bevor er zu hartem Zahnstein wird.

Wie geht das? Gewöhne deine Katze am besten schon als Kitten spielerisch an diese Prozedur.

  1. Besorge eine spezielle Katzenzahnbürste (oder eine sehr weiche Babyzahnbürste) und eine für Katzen geeignete Zahnpasta mit Geschmack, zum Beispiel Leber oder Geflügel.

  2. Lass sie zuerst nur die Paste vom Finger schlecken.

  3. Im nächsten Schritt berührst du mit dem Finger sanft ihre Zähne.

  4. Wenn das klappt, führst du die Zahnbürste ein und putzt vorsichtig die Außenseiten der Zähne.

Wie oft? Ideal wäre täglich, aber auch zwei- bis dreimal pro Woche ist schon ein großer Gewinn für die Gesundheit deiner Katze.

Ganz wichtig: Verwende niemals Zahnpasta für Menschen! Das darin enthaltene Fluorid und die Süßstoffe sind für Katzen giftig.

Ohrenpflege

Die Ohren einer gesunden Katze reinigen sich in der Regel von selbst. Deine Aufgabe ist es, sie regelmäßig zu kontrollieren. So sieht ein gesundes Ohr aus: Es ist blassrosa (außer bei pigmentierten Katzen), sauber und frei von starken Gerüchen.

Worauf musst du achten? Schau einmal pro Woche kurz in die Ohren. Achte auf übermäßiges Ohrenschmalz, Schmutz oder schwarze, krümelige Ablagerungen, die ein typisches Zeichen für Ohrmilben sind. Wenn deine Katze häufig den Kopf schüttelt oder sich an den Ohren kratzt, solltest du genauer hinsehen.

Wie reinigst du? Entferne sichtbaren Schmutz in der äußeren Ohrmuschel vorsichtig mit einem weichen, leicht angefeuchteten Tuch.

Absolutes Tabu: Verwende niemals Wattestäbchen (Q-Tips)! Du riskierst sonst, das empfindliche Trommelfell zu verletzen oder den Schmutz noch tiefer in den Gehörgang zu schieben. Bei Verdacht auf Milben oder eine Entzündung ist der/die Tierärzt:in dein:e Ansprechpartner:in.

Krallenpflege

Eine aktive Katze, die Zugang zu guten Kratzmöglichkeiten hat, kümmert sich in der Regel selbst um ihre Krallenpflege.

Warum ist Kratzen wichtig? Durch das Wetzen an Kratzbäumen, -brettern oder -tonnen entfernen Katzen die äußeren, alten Krallenhülsen und halten ihre „Werkzeuge” scharf.

Wann musst du nachhelfen? Bei reinen Wohnungskatzen oder älteren, weniger aktiven Tieren kann es sein, dass sich die Krallen nicht ausreichend abnutzen. Wenn du hörst, dass die Krallen auf dem Parkett oder Laminat „klicken”, sind sie wahrscheinlich zu lang.

Wie schneidet man die Krallen?

  1. Verwende eine spezielle Krallenschere oder einen Knipser für Katzen.

  2. Drücke sanft auf den Ballen, damit die Kralle ausfährt.

  3. Kürze nur die vorderste, durchsichtige Spitze.

  4. Achte unbedingt auf den rosa schimmernden Teil der Kralle – das ist „das Leben”, der durchblutete und mit Nerven durchzogene Bereich. Wenn du hier hineinschneidest, verursacht das starke Schmerzen und Blutungen!

Tipp: Mache das Krallenschneiden zu einer stressfreien Routine. Beginne mit nur einer Kralle pro Tag und belohne deine Katze im Anschluss ausgiebig. Wenn du dir unsicher bist, lass es dir beim ersten Mal von deinem/deiner Tierärzt:in zeigen.

Kartäuser gelten als robuste Rasse.

Bild: PantheraLeo1359531 | Wikimedia Commons

Gesundheit und rassetypische Krankheiten: Sind Kartäuser krankheitsanfällig?

Kartäuser gelten als robust und langlebig. Sie zeigen keine ausgeprägte Anfälligkeit für die vielen genetisch bedingten Erkrankungen, die bei anderen Rassen häufiger auftreten.

Dieses Netzdiagramm gibt dir einen Überblick über die Gesundheit der Kartäuser-Katze. Je weiter der jeweilige Punkt vom Zentrum entfernt ist, desto stärker ist das Merkmal ausgeprägt²’³’⁴’⁵. Die Kartäuser ist z.B. sehr anfällig für Übergewicht und ist nicht krankheitsanfällig.

Ist die Kartäuser-Katze eine Qualzucht?

Nein, die Kartäuser wird nicht als Qualzucht eingestuft.

Was bedeutet Qualzucht? Laut Tierschutzgesetz (§ 11b) ist es verboten, Tiere so zu züchten, dass bei den Nachkommen mit Schmerzen, Leiden oder Schäden zu rechnen ist. Eine Qualzucht liegt also vor, wenn ein bestimmtes Schönheitsideal (z.B. eine extrem flache Nase, gefaltete Ohren oder Haarlosigkeit) über die Gesundheit und das Wohlbefinden des Tieres gestellt wird.

Beispiele für Qualzucht-Merkmale bei anderen Rassen:

  • Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit): Die extrem flachen Gesichter mancher Perser- oder Exotisch-Kurzhaar-Linien führen zu verengten Atemwegen, ständig tränenden Augen und Zahnfehlstellungen.

  • Knickohren (Fold-Gen): Das für die gefalteten Ohren der Scottish Fold verantwortliche Gen verursacht zwangsläufig die unheilbare und schmerzhafte Knochen- und Knorpelerkrankung Osteochondrodysplasie (OCD).

  • Schwanzlosigkeit (Manx-Gen): Das Fehlen des Schwanzes kann zu schweren Missbildungen der Wirbelsäule, zu Nervenschäden und zu Inkontinenz führen. Zudem wird das natürliche Springverhalten der Katze eingeschränkt.

  • extrem dichtes Fell: Katzen mit langem und dichtem Fell, insbesondere mit viel Unterwolle, können sich nicht artgerecht selbst pflegen. Sie sind vollständig von der täglichen Pflege durch den Menschen abhängig. Betroffen sind bspw. Perserkatzen und moderne Zuchtlinien der Britisch Kurzhaar.

  • Haarlosigkeit: Wenn Katzen kein Fell haben, beispielsweise Sphynx-Katzen, sind sie nicht mehr vor Kälte, Sonnenbrand und Verletzungen geschützt. Ihre Fähigkeit zur Thermoregulation ist stark eingeschränkt. Zudem sind die Tiere oft auf unnatürliche und für sie stressige Pflegemaßnahmen wie regelmäßiges Baden angewiesen, um Hautprobleme durch übermäßige Talgproduktion zu vermeiden.

  • deformierte oder fehlende Schnurrhaare: Schnurrhaare (Vibrissen) sind für Katzen lebenswichtige Sinnesorgane zur Orientierung, zur Messung von Öffnungen und zur Jagd. Gekräuselte, brüchige oder fehlende Schnurrhaare (wie bei manchen Rex- oder Nacktkatzen) bedeuten eine massive sensorische Einschränkung und behindern die Katze in ihrem artgerechten Verhalten.

  • Zwergwuchs: Die extrem kurzen Beine (zum Beispiel bei der Munchkin-Katze) sind die Folge eines Gendefekts, der die Knorpelentwicklung stört. Dies schränkt die natürliche Bewegungsfähigkeit der Katze – Rennen, Springen und Klettern – massiv ein und erhöht das Risiko für schmerzhafte Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (zum Beispiel Arthrose oder Lordose).

Welche Krankheit haben Kartäuser-Katzen am häufigsten?

Basierend auf veterinärmedizinischen Studien sind dies die wichtigsten rassetypischen Krankheiten und Anfälligkeiten:

  • Urolithiasis (Struvitsteine/MAP-Steine): Studien zeigen, dass Kartäuser in sehr kleinen Stichproben überrepräsentiert sind, wenn es um die Bildung von Magnesium-Ammonium-Phosphat-Steinen (Struvit/MAP-Urolithen) geht. Das bedeutet, dass sie ein leicht erhöhtes Risiko haben, Harnsteine zu entwickeln - besonders unter Bedingungen, die eine erhöhte Harnkonzentration oder einen veränderten pH-Wert begünstigen, beispielsweise durch falsche Ernährung oder unzureichende Wasseraufnahme.

  • Fettleibigkeit: Aufgrund ihres ruhigen Wesens neigen sie leicht zu Übergewicht, was wiederum andere Gesundheitsprobleme wie Diabetes mellitus oder Gelenkbelastungen begünstigen kann.

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Krankheiten erkennen: Auf welche Symptome muss ich bei der Kartäuser achten?

Du kennst deine Katze am besten. Diese enge Verbindung ist entscheidend, denn Katzen sind Meister darin, Schmerzen zu verbergen – eine Eigenschaft, die sie von ihren wilden Vorfahren geerbt haben. Deine wichtigste Aufgabe ist es daher, auf kleinste Veränderungen zu achten. Eine frühzeitige Diagnose kann Leid und bleibende Schäden verhindern und hält zudem die Tierarztkosten niedrig.

Achte auf diese Warnsignale:

  • Verhaltensänderung: plötzlicher Rückzug, Verstecken, Aggressivität oder Apathie

  • Fell: wirkt stumpf, ungepflegt oder fettig

  • Haltung: gekrümmt, angespannt oder eine auffällige Schonhaltung

  • Katzentoilette (dein wichtigstes Diagnose-Tool): ständiger Toilettengang mit nur kleinen Mengen Urin (Alarmzeichen!), Schmerzlaute (Schreien oder Miauen beim Kot- oder Urinabsatz), plötzliches Urinieren außerhalb der Toilette, Durchfall oder Verstopfung, die länger als 24 Stunden anhalten

  • Appetitlosigkeit: frisst deutlich weniger oder verweigert das Futter

  • erhöhter Durst: trinkt plötzlich auffällig viel mehr als sonst

  • Kauprobleme: lässt Futter aus dem Maul fallen oder kaut nur auf einer Seite

  • Gewicht: unerklärlicher Gewichtsverlust oder -zunahme

  • Erbrechen: häufiges oder anhaltendes Erbrechen

  • Auffälligkeiten: tränende Augen, Nasenausfluss, Mundgeruch oder blasses Zahnfleisch

  • Bewegung: Lahmheit, Bewegungsunlust oder das Vermeiden von Sprüngen.

Generell gilt: Vertraue deinem Bauchgefühl. Wenn dir etwas ungewöhnlich vorkommt, auch wenn du nicht genau sagen kannst, was es ist, ist eine Kontaktaufnahme mit Tierärzt:innen immer die richtige Entscheidung.

Was tun, wenn Symptome auftreten?

Du bemerkst ein Symptom bei deiner Katze und fragst dich: „Ist das ein Notfall oder nur eine Kleinigkeit?” Bevor du sofort in die Tierarztpraxis fährst oder abwartest und dir Sorgen machst, gibt es eine moderne erste Anlaufstelle.

Telemedizinische Angebote wie der von Tierärzt:innen entwickelte confidu Diagnose Finder helfen dir, die Situation sofort einzuschätzen.

  • bei leichten Problemen: Du erhältst eine tierärztliche Anleitung, wie du deiner Katze bei Symptomen wie leichtem Durchfall oder Erbrechen selbst helfen kannst – oft reichen schon eine Schonkost oder einfache Hausmittel.

  • zur Ursachenforschung: Du kannst direkt einen Labortest für eine Kotprobe anfordern, um der Ursache selbst auf den Grund zu gehen.

  • bei ernsten Anzeichen: Stuft der Diagnose Finder die Symptome als ernsthaft ein, erhältst du die klare Empfehlung, umgehend eine Tierarztpraxis aufzusuchen.

So erhältst du sofort eine verlässliche Orientierung, vermeidest unnötige Praxisbesuche bei Kleinigkeiten und stellst sicher, dass du bei echten Notfällen keine wertvolle Zeit verlierst.

Wie kann ich Krankheiten vorbeugen?

Als verantwortungsvolle:r Halter:in kannst du aktiv dazu beitragen, das Risiko für viele Krankheiten zu minimieren und die Lebensqualität deiner Katze entscheidend zu verbessern. Die folgenden Punkte sind die Grundpfeiler einer jeden guten Gesundheitsvorsorge.

  • Impfungen: Eine solide Grundimmunisierung gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen und Katzenseuche ist der grundlegende Schutz für jede Katze und sollte niemals vernachlässigt werden.

  • Parasitenschutz: Ein konsequenter Schutz vor Parasiten wie Flöhen, Zecken und Würmern ist unerlässlich, um Folgeerkrankungen wie Hautentzündungen oder einen starken Wurmbefall zu vermeiden.

  • gesunde Ernährung: Eine artgerechte und hochwertige Ernährung mit einem hohen Fleischanteil bildet die Basis für ein starkes Immunsystem und beugt ernährungsbedingten Krankheiten vor.

  • Bewegung und Beschäftigung: Tägliche Spieleinheiten und eine anregende Umgebung mit Klettermöglichkeiten halten deine Katze körperlich fit, geistig ausgelastet und helfen dabei, Übergewicht zu verhindern.

  • regelmäßige Pflege: Durch routinemäßige Pflege, insbesondere das Zähneputzen, erkennst du Veränderungen am Körper deiner Katze frühzeitig und beugst schmerzhaften Erkrankungen vor.

  • Stress minimieren: Ein stabiles, harmonisches Umfeld mit festen Routinen und sicheren Rückzugsorten reduziert chronischen Stress, der das Immunsystem schwächen und Krankheiten auslösen kann.

  • tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen: Ein jährlicher Gesundheits-Check-up in der Tierarztpraxis, auch wenn deine Katze gesund erscheint, ist unerlässlich, um einen professionellen Blick auf ihren Zustand zu werfen und eine Basis für zukünftige Vergleiche zu schaffen.

Bild: LucasBouillon | Pixabay

Wie kann ich Unfällen und Vergiftungen vorbeugen?

Eine katzensichere Wohnung ist die beste Lebensversicherung für deine neugierige Katze und schützt sie vor den häufigsten Gefahren des Alltags.

  • Fenster und Balkone: Sichere gekippte Fenster mit einem speziellen Schutz und statte Balkone mit einem Katzennetz aus, um tödliche Stürze zu verhindern.

  • giftige Pflanzen: Verbanne alle für Katzen giftigen Zimmerpflanzen, insbesondere hochtoxische Lilien, vollständig aus deinem Haushalt und von deinem Balkon. Im Gift-Lexikon von confidu findest du eine Übersicht sowie detaillierte Beschreibungen der häufigsten Giftpflanzen und weitere Giftstoffe für Hunde und Katzen.

  • gefährliche Substanzen: Bewahre Putzmittel, Medikamente, Chemikalien und Frostschutzmittel immer außer Reichweite in fest verschlossenen Schränken auf.

  • menschliche Lebensmittel: Gib deiner Katze niemals für sie giftige menschliche Lebensmittel wie Schokolade, Zwiebeln oder Weintrauben und lasse Essensreste nicht offen stehen.

  • kleine Gegenstände und Schnüre: Lasse niemals Schnüre, Wollfäden, Haargummis oder kleine Plastikteile unbeaufsichtigt herumliegen, da diese verschluckt zu einem lebensgefährlichen Darmverschluss führen können.

  • Haushaltsgeräte: Kontrolliere vor dem Start immer die Trommel von Waschmaschine und Trockner, da diese bei Katzen beliebte, aber lebensgefährliche Verstecke sind.

Absicherung: Welche Versicherung braucht die Kartäuser-Katze?

Auch für eine robuste Katze ist eine Krankenversicherung eine sinnvolle Investition in ihre Gesundheit und deine finanzielle Sicherheit. Ein unerwarteter Unfall oder eine chronische Krankheit im Alter können schnell Kosten im vierstelligen Bereich verursachen. Eine Versicherung stellt sicher, dass du deiner Katze immer die bestmögliche Behandlung ermöglichen kannst, ohne dir Sorgen über die Rechnung machen zu müssen.

Grundsätzlich gibt es zwei Versicherungsmodelle:

  • OP-Versicherung: Dies ist die grundlegende Absicherung. Sie übernimmt die Kosten für notwendige chirurgische Eingriffe, sei es nach einem Unfall oder aufgrund einer Krankheit. Oft sind auch die Kosten für Diagnostik und Nachbehandlung im Zusammenhang mit der OP abgedeckt. Diese Variante ist günstiger und sichert die teuersten denkbaren Fälle ab.

  • Vollkrankenschutz: Er ist das „Rundum-sorglos-Paket”. Zusätzlich zu den Operationskosten deckt diese Versicherung auch die Kosten für reguläre tierärztliche Behandlungen ab, z.B. Diagnostik (Blutuntersuchungen, Ultraschall), Medikamente oder die Behandlung chronischer Krankheiten. Er ist teurer, bietet aber den umfassendsten Schutz.

Eine OP-Versicherung ist das empfohlene Minimum für jede:n Katzenhalter:in. Ein Vollkrankenschutz bietet maximale Sicherheit und ist besonders für Halter:innen sinnvoll, die für alle Eventualitäten gewappnet sein möchten.

Kartäuser-Katze mit frischgeborenen Kitten

Bild: Alexvirtualweb | Wikimedia Commons

Lebensphasen: So altert die Kartäuser-Katze

Wie alt werden Katzenkartäuser?

Die Kartäuser-Rasse hat eine mäßige Lebenserwartung. Bei guter Pflege, artgerechter Haltung und Ernährung erreichen Kartäuser ein durchschnittliches Alter von 12 bis 15 Jahren. Eine reine Wohnungskatze hat statistisch gesehen eine höhere Lebenserwartung als ein Freigänger, da sie weniger Gefahren, wie beispielsweise Verkehrsunfälle oder Revierkämpfe, ausgesetzt ist.

Wann sind Kartäuser ausgewachsen?

Kartäuser zählen zu den spät entwickelnden Katzen. Sie benötigen etwa zwei Jahre, manchmal sogar etwas länger, bis sie körperlich vollständig ausgereift sind. Dies betrifft sowohl die Muskulatur als auch die volle Fellstruktur.

Ab wann ist eine Kartäuser-Katze ein Senior?

Die Kartäuser gilt ab 9 - 13 Jahren als Senior. Ab 13 Jahren erreicht sie die geriatrische Lebensphase. Wenn deine Katze ein höheres Alter erreicht, sind einige liebevolle Anpassungen nötig, um ihre veränderte körperliche und geistige Fitness auszugleichen und ihr einen komfortablen und würdevollen Lebensabend zu ermöglichen:

  • Barrierefreiheit schaffen: Was früher ein Katzensprung war, kann nun eine Hürde sein. Erleichtere deiner Katze den Zugang zu ihren Lieblingsplätzen (Fensterbank, Sofa) mit kleinen Rampen oder Hockern, die als Stufe dienen. Eine Katzentoilette mit niedrigem Einstieg schont die Gelenke.

  • Ernährung anpassen: Wechsle zu einem hochwertigen Senior-Futter. Dieses ist oft kalorienreduziert, um Übergewicht vorzubeugen. Es enthält hochverdauliche Proteine, die die Nieren schützen, und ist mit Nährstoffen angereichert, die die Gelenke unterstützen. Für ältere Katzen mit eventuellen Zahnproblemen ist Nassfutter oft angenehmer zu fressen.

  • intensiviere die Gesundheitsvorsorge: Der jährliche Gesundheits-Check-up wird nun zum halbjährlichen Senioren-Check-up. Eine regelmäßige Blutuntersuchung ist jetzt entscheidend, um altersbedingte Krankheiten wie Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenüberfunktion frühzeitig zu erkennen.

  • Pflege unterstützen: Arthrose kann die Fellpflege erschweren. Hilf deiner Katze deshalb mit sanften Bürsten-Einheiten, ihr Fell sauber und filzfrei zu halten. Achte auch vermehrt auf die Krallen, die sich eventuell nicht mehr so gut abnutzen.

  • Ruhe und Komfort bieten: Ein Senior schläft mehr und schätzt seine Ruhe. Sorge deshalb für viele warme, weiche und zugluftfreie Schlafplätze. Eine Heizdecke oder ein Wärmekissen werden oft dankbar angenommen.

  • Spiel und Geist fit halten: Die wilden Jagdspiele werden weniger, aber geistige Anregung bleibt wichtig. Biete ihm ruhigere Spiele am Boden an, nutze Fummelbretter oder gönne ihm einfach mehr Zeit für gemütliche Schmuse- und Kuscheleinheiten.

Kastration: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Bei langsam wachsenden Rassen wie der Kartäuser-Katze ist der richtige Zeitpunkt für eine Kastration ein wichtiges Thema, das sich von der Empfehlung für kleinere, schneller reifende Katzenrassen unterscheidet. Während früher oft eine Kastration im Alter von 6 Monaten empfohlen wurde, raten viele Tierärzt:innen und Züchter:innen bei diesen Rassen mittlerweile dazu, damit länger zu warten.

Entscheidend sind die Größe und der kräftige Körperbau der Kartäuser-Katze. Geschlechtshormone spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Knochen, Gelenke und Muskeln.

  • Reifung des Skeletts: Eine zu frühe Kastration kann das Schließen der Wachstumsfugen in den langen Knochen verzögern. Dies kann zu übermäßig langen, dünnen Knochen und einem schwächeren Skelett führen. Dadurch erhöht sich das Risiko für orthopädische Probleme im späteren Leben.

  • vollständige körperliche Entwicklung: Wenn man wartet, kann die Katze ihre volle, rassetypische Größe und Muskelmasse entwickeln. Dies ist besonders bei Kartäuser-Katern wichtig, da sich erst so der typisch breite Kopf vollständig ausbildet.

Bei Katern wird oft empfohlen, bis zum Alter von 12 bis 18 Monaten zu warten. Bei Kätzinnen wird eine Kastration oft nach der ersten Rolligkeit, d.h. im Alter von 8 bis 12 Monaten, empfohlen.


Das confidu Katzenrassen-Lexikon wird von unseren Tierärzt:innen nach aktuellem wissenschaftlichen Standard mithilfe von aktueller Literatur und neuesten Studien verfasst.

Quellen:

a The Cat Encyclopedia: The Definitive Visual Guide, Dorling Kindersley, 2014 Dorling Kindersley Limited

b Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds, J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia

1 Zur Beurteilung des Verhaltens wurden verschiedene Merkmale berücksichtigt, darunter Aktivitätslevel, Verspieltheit, Gelehrigkeit, Intelligenz, Vokalisieren und Lautstärke, Selbstständigkeit, Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Verträglichkeit mit Kindern und Verträglichkeit mit Haustieren. Jede Katzenrasse wurde anhand dieser Eigenschaften auf einer Skala von 1 (am wenigsten ausgeprägt) bis 10 (am stärksten ausgeprägt) bewertet. (Quelle: Encyclopedia of Cat Breeds, 2nd Edition by J. Anne Helgren, April 2013)

2 Die Lebenserwartung wurde in Anlehnung an "Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds", J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia sowie "Life tables of annual life expectancy and risk factors for mortality in cats in the UK", Kendy Tzu-yun Teng et al., Februar 2024, Journal of Feline Medicine and Surgery erstellt.

3 Die Gesundheitsparameter Anfälligkeit für Krankheiten, Auftreten von Erbkrankheiten und Anfälligkeit für Übergewicht wurden in Anlehnung an "Veterinary Medical Guide to Dog and Cat Breeds", J.S. Bell, K.E. Cavanagh, L.P. Tilley, F.W.K. Smith, 2012 Tenton NewMedia erstellt.

Die Klassifizierung der Krankheitsanfälligkeit basiert auf der Anzahl und Häufigkeit von Krankheiten.

Basierend auf der durchschnittlichen Anzahl von Krankheiten pro Rasse wurde eine Einteilung in 10 Klassen vorgenommen. Rassen, bei denen 0-10 Krankheiten auftreten, werden der Klasse 1 zugeordnet, Rassen mit mehr als 90 Krankheiten der Klasse 10.

Abhängig von der Häufigkeit des Auftretens der Krankheiten wurde eine weitere Einteilung in 10 Klassen vorgenommen. Dazu wurden alle bekannten Häufigkeiten pro Rasse addiert und das Minimum (Summe aller Häufigkeiten, 1) berechnet. Daraus wurde eine Klasse zwischen 1 (Wert liegt zwischen 0-10%) und 10 (Wert liegt über 90%) gebildet.

Aus den beiden Klassen (Anzahl der Erkrankungen und Häufigkeit der Erkrankungen) ergibt sich die Gesamteinstufung der Krankheitsanfälligkeit als Maximum.

Die Einstufung der Erbkrankheiten erfolgt analog zur Einstufung der Krankheitsanfälligkeit.

4 Die Einstufung hinsichtlich der Qualzuchtmerkmale erfolgt auf der Grundlage der Anzahl und Ausprägung der Qualzuchtmerkmale, die in einer Rasse häufig auftreten. Dazu gehören Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit), Knickohren (Fold-Gen), Schwanzlosigkeit (Manx-Gen), extrem dichtes Fell, Haarlosigkeit, deformierte oder fehlende Schnurrhaare, Zwergwuchs, Vielfingrigkeit, helle Fell- und Augenfarbe. Rassen mit einem Qualzuchtmerkmal wurden in Klasse 4, Rassen mit 2 Merkmalen in Klasse 7 und Rassen mit 3 und mehr oder stark das Leben beeinträchtigenden Merkmalen in Klasse 10 eingestuft. Als Quelle wurde https://www.bundestieraerztekammer.de/tierhalter/qualzuchten/ verwendet.

5 Der Pflegeaufwand wurde "The Cat Encyclopedia, Dorling Kindersley", First American Edition, DK, 2014 entnommen. Ein besonders hoher Pflegeaufwand wurde mit maximal 10 Punkten bewertet, ein besonders niedriger mit einem Punkt. Dies setzt sich wie folgt zusammen: Die Angabe zur Fellpflege wurde in maximal 6 Punkte umgewandelt, wobei wöchentlich 1 Punkt, wöchentlich bis 2–4-mal wöchentlich 2 Punkte, wöchentlich bis täglich 3 Punkte , 2–4-mal wöchentlich 4 Punkte, 2–4-mal wöchentlich bis täglich = 5 Punkte und täglich 6 Punkte entspricht. Zusätzliche Punkte wurden für eine erforderliche Augenpflege vergeben: 1 Punkt, wenn regelmäßige Augenpflege nötig, und 2 Punkte, wenn täglich Augenpflege nötig ist. Für eine über das normale Maß hinausgehende Pflege von Krallen, Zähnen, Ohren oder Haut gibt es zusätzlich maximal 2 Punkte.